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Renate Rubach

Frühling oder doch noch Winter?

Was ist das denn? dachte ich laut, als ich heute morgen aus dem Fenster sah, schon wieder Schnee auf Bäumen, Büschen und Rasen Schlimmer noch: es sieht so aus, als müsste ich schippen oder fegen. Dabei hatte ich gerade gestern die ersten Schneeglöckchen entdeckt, und die  Krokusse zeigten gelbe und blaue Knospen. Fast hätte ich die Harke aus dem Keller geholt, um das alte Laub zu entfernen. Und jetzt: Alles wieder unter einer weißen Decke! Na ja, es ist noch Februar, aber dieser Winter scheint endlos zu sein, da er uns schon im November reichlich Schnee beschert hat – sofort als die ersten Fragen laut wurden: Gibt es weiße Weihnacht? Da hatten wir den Salat – oder besser den Schnee – aber nun wollen wir ihn nicht mehr, Weihnachten ist vorbei.

Bei unserem letzten Treffen am 8. Februar sah es freundlicher aus: strahlender Sonnenschein, nur der Wind pfiff uns kalt um die Ohren. Im warmen Raum des DRK konnten wir ihn ignorieren. Überhaupt ignorieren wir inzwischen einiges, oder besser: wir haben einiges verändert. Der Neubeginn – nach dem einer der Gründungsväter uns aus persönlichen Gründen – verlassen hat, war nicht ohne Hürden, die wir nun bezwungen haben.

Bei jedem Treffen ist einer (oder eine) aus dem Redaktionsteam dran, zu moderieren. Ebenso ist es mit dem Schreiben des Protokolls. So verteilen wir die Aufgaben. Dadurch ergibt sich immer wieder ein etwas anderer Stil.

Herr W., der fast ein Jahr verhindert war, unsere Treffen zu besuchen, bemerkte: Es herrscht hier ein ganz anderer Geist. Es ist viel freier und ungezwungener. Darüber können wir uns freuen.

Nun, vielleicht lag es daran, dass ich die Aufgabe der Moderation hatte und die Unterhaltung manchmal ein bisschen habe laufen lassen. Denn das gehört dazu, dass wir manchmal etwas abschweifen vom Thema. Gerade daraus ergeben sich oft Ideen für neue Geschichten.

Es gibt zwar immer ein paar wichtige Dinge, die besprochen werden müssen, wenn z. B. ein Interview mit uns vom Heimatecho gewünscht wird oder wenn uns die Zeitzeugen aus Hamburg zu einem Rundgang einladen. Aber diese Themen wollen wir so kurz wie möglich diskutieren, denn das Wichtigste ist:
Das Vorlesen unserer jeweils neuen Geschichten. Darauf warten wir gespannt von einem Treffen zum nächsten.

Aus meiner Sicht sind einige Geschichten zu lang, oder der Vorspann ist zu ausschweifend. Aber Jeder darf schreiben, wie er es möchte. Auch ein wirklich geträumter Traum ist eine Erinnerung und manchmal das Erzählen wert.

Jeder Erzähler hat sein Publikum, wie wir aus der Statistik sehen. Unser Webmaster macht es möglich, dass wir wissen, ob und wie oft wir angeklickt werden. Einige von uns sind durch unsere Internetseite schon von alten Freunden oder sogar von  Verwandten gefunden worden. Das ist auch ein Erfolg. Also schreiben wir weiter, solange uns der Stoff nicht ausgeht.

Nun hoffen wir, dass der Schnee bald von gestern ist und der Frühling sein blaues Band flattern lässt

Renate Rubach, 13. Februar 2011