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Achtung! Eine Warnmeldung für den Monat Mai!

Günter Matiba

Nein, nicht wegen der Staus auf den Autobahnen oder der Streiks im Luftverkehr, sondern

der Mai ist gekommen – nach dem langen Winter mit Sehnsucht erwartet. Endlich ist er da und hat den Frühling mitgebracht, diese wunderbare Jahreszeit mit Wärme, Licht und Blütenduft – von allen Dichtern (und auch von denen, die es sein möchten) mit überschwänglichen Worten in jubelnden Reimen freudig gepriesen.

Aber hallo, ist es auch ratsam, jetzt Wald und Flur zu betreten? Sind sie nicht Orte voller Lebensgefahr und Gewalttätigkeit? Seien Sie vorsichtig, denn:

die Bäume schlagen aus
die Pilze schießen aus dem Boden, bald schießt auch der Salat
das Grün schlägt durch
die Farben explodieren
die Sonne strahlt
Hasen und Rehe werfen Junge
Insekten stechen, oft mit Gift
Nesträuber plündern

Aber es kommt noch schlimmer: Was wir Menschen in vielen hundert Jahren kulturell mühsam errungen haben, wird lüstern in die Tonne getreten. Archaische Urtriebe wie Rücksichtslosigkeit, sexuelle Belästigung, Nötigung und vieles mehr beherrschen ungeniert die Landschaft:

Brünstige Böcke treiben,
aufgeblasene Hähne balzen,
Sauen ferkeln,
Katzen streunen,
sie exkrementieren öffentlich im Trinkwasserschutzgebiet ohne zu entsorgen,
Ameisen bekrabbeln uns an unmöglichen Stellen,
Spechte hämmern auch in Ruhezeiten und an Sonn- und Feiertagen.

Sollten Sie weitere Gefahren oder Untaten wahrnehmen, melden Sie bitte diese der Erinnerungswerkstatt Norderstedt. Wir geben es weiter.

Aber ich merke schon, Sie pfeifen auf meine Worte. Ich habe keinen Bock mehr, Sie zu warnen und gehe jetzt nach draußen und genieße bis zum Abwinken die herrliche Natur. Sollten Sie auch mal machen. Tschüs. Schönen Tag noch.

Günter Matiba, 28.April 2013

 

Die Warnung muss jetzt ganz schnell raus, denn die Hexen treiben schon in der Nacht zum 1. Mai ihr Unwesen (Walpurgisnacht).

Gefährliche Stiere (Sternzeichen) feiern jetzt überall ihre ausschweifenden Geburtstagspartys und rösten Artgenossen auf dem Grill.

Und in Bayern klauen böse Jungs die Maibäume der Nachbargemeinden. Joa mai...

Margot Bintig, 28.April 2013