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Aktuelle Mitteilungen:

Kleines Resümee unserer Lesung im Strandhaus am 26. September 2018

 

Margot Bintig

„Ob Prosa, Sachbuch oder Lyrik, ob Märchen, Ratgeber, Science Fiction oder Krimi, das Strandhaus verzaubert als Kulisse! Runter vom Sofa, rein ins Vergnügen – Feierabend kann so herrlich anders sein! Und sollten Sie direkt von der Arbeit kommen, können Sie Ihren Hunger erst einmal an unserer Grill- und Salatstation stillen.“

So bewirbt das Strandhaus in Norderstedt seine allmonatlichen Lesungen. Im September 2018 hatten wir mit der Erinnerungswerkstatt hier eine Lesung. Sechs Mitglieder unserer Gruppe freuten sich darauf, Geschichten aus unserem Buch …Dennoch haben wir gelachtHier können Sie mehr über das Buch der Erinnerungswerkstatt erfahren und es auch zum Preis von 12.- Euronen mit einem Klick bestellen. und aus unserem Internet-Lesebuch vorzulesen.

Wir trafen uns schon vor Beginn der Lesung in dem schönen Ambiente des Strandhauses, direkt am See des Stadtparks in Norderstedt gelegen. Es war schon ein gemütlicher Sessel mit einem Tisch und einer großen Stehlampe für den Vorleser aufgebaut. Der Rest des großen Gastraumes war mit verschiedenen Polstersitzecken und kleinen Tischen ausgestattet. Im Hintergrund befand sich eine große Bar, die auf Bestellungen wartete.

Bis die Vorlesung begann, sollten wir Vorleser uns in einem separaten Raum aufhalten. Dazu wurden wir in den ersten Stock gebeten. Hier erwartete uns eine opulente Käseplatte mit den dazugehörigen Brotsorten, Rot- und Weißwein sowie Wasser mit und ohne Blubber. Wir überlegten schon, ob wir uns etwas Mut antrinken sollten für unseren bevorstehenden Auftritt, begnügten uns dann aber doch mit einer ganz leichten Weinschorle. Auch der Käse wurde vorerst nicht angetastet, weil wir befürchteten, mit verschleimten Atemwegen keine gute Lesung hinzubekommen.

Pünktlich um 20 Uhr erschienen wir wieder im Saal. Nachdem wir vom Veranstalter begrüßt und vorgestellt wurden, sagte Hartmut Kennhöfer noch ein paar einleitende Worte über uns, die Erinnerungswerkstatt, und unsere Intensionen (alternativ: Ziele). Wer es genau wissen will, kann gerne die Startseite unserer HomepageWechseln Sie jetzt zur Startseite der Erinnerungswerkstatt… lesen.

Den Anfang der Lesung sollte Bernd Herzog machen, der wurde aber von einer Hexe durch einen Schuss außer Gefecht gesetzt. Er wurde jedoch von seiner Frau Petra Herzog würdig vertreten. Sie begann mit der Geschichte ihres Mannes: Blumenjunge auf der UhlenhorstLesen Sie hier die Blumenjungen-Geschichte von Bernd Herzog…. Zuerst setzte sie sich eine Schiebermütze auf, um die Geschichte authentischer rüberzubringen. Es ging um den zwölfjährigen Bernd, der sich in den 1960er Jahren nach der Schule und am Wochenende sein Taschengeld als Blumenjunge auf der vornehmen Uhlenhorst in Hamburg verdiente. Dort lernte er die unterschiedlichsten Menschen kennen. Reiche Leute, die kein Trinkgeld gaben, arme Leute die schwer arbeiteten und trotzdem ein Mittagessen für ihn übrig hatten, und Damen im Rotlichtmilieu, die ihn mit nackten Tatsachen begrüßten.

Danach las Margot Bintig ihre Geschichte KulturschockLesen Sie hier Kulturschock von Margot Bintig…. Sie beschrieb wie sie mit ihrer kleinen Tochter vor vierzig Jahren aus Hessen in den hohen Norden kam und sie sich hier als Quiddje anfangs wie ein Tourist im Ausland vorkam. Sie kannte viele Ausdrücke und Gepflogenheiten nicht und vermisste die vertraute Sprache und gewohnten Alltagsgerichte. Auch die seltsame Fremdsprache Plattdeutsch bereitete ihr Probleme. Aber sie war ja vorgewarnt von der Verwandtschaft, die meinte, dass man in Hamburg schnell unter die Räder kommt. Sie kannten Hamburg ganz genau… aus Filmen und Erzählungen über den Hafen und die Reeperbahn. Aber so schlimm ist es dann doch nicht gekommen.

Anschließend las Petra Herzog, die diese seltsame plattdeutsche Sprache perfekt beherrscht, die Geschichte ihres Mannes Dat SchnäppchenLesen Sie hier die Schnäppchen-Geschichte von Bernd Herzog…< in Plattdütsch vor. Es handelt sich hier um einen bunten Blumenübertopf, den Frau Herzog als Flohmarkschnäppchen für eine D-Mark erstanden hatte. Als dieser schöne bunte Topf auf der Fensterbank stand, merkte man, dass auch die Tapeten mal eine farbliche Auffrischung nötig hatten. Nachdem das Zimmer neu tapeziert war, passten die Gardinen nicht mehr richtig, und dann die Möbel… Die Sache verselbständigte sich. Es war ein sehr teures Schnäppchen.

Nun las Hartmut Kennhöfer seine Geschichte: Karpfenfest in ReinfeldLesen Sie hier die Karpfen-Geschichte von Hartmut Kennhöfer…. Im Herbst 1957 gab es einen Familienausflug zu dem alljährlich stattfindenden Karpfenfest in Reinfeld. Klein Hartmut freute sich schon vorher riesig darauf. Nach einem Spaziergang vor Ort kehrte man in ein Restaurant ein, das an diesem Tag nur eine einzige Speise auf der Karte hatte: Karpfen blau. Hartmut mochte diesen modrigen Fisch überhaupt nicht und bekam zudem noch die uns allen bekannten Sprüche wie: Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt, Der Teller wird aber leer gegessen zu hören. Schade, es hätte so ein schönes Karpfenfest werden können – ohne den glubschäugigen Karpfen.

Als Nächster wurde Michael Malsch mit der gekürzten Fassung seiner Geschichte Unsere MenagerieLesen Sie hier die ungekürzte Fassung der Menagerie von Michael Malsch… angekündigt. Er erzählte, welche Tiere ihn und seinen Bruder durch ihre Jugend begleiteten, wie sie sie aufzogen, beerdigten und verkauften. Vom Wellensittich angefangen über Hunde, Katzen, Schildkröten, Meerschweinchen, Gänse, Brieftauben und sogar einem Bienenstock war alles dabei. Trotz aller Tierliebe war der Umgang mit den Tieren recht pragmatisch. Weil sich die Meerschweinchen zu stark vermehrten, wurde ein Teil an das Versuchslabor der Firma DunkelhauptDer Name wurde geändert, ist der Redaktion aber bekannt. verkauft. Die Firma stellt Haarshampoo her und deshalb dachten die beiden Brüder in kindlicher Naivität, dass die Meerschweinchen dort shampooniert wurden.

In der nun anschließenden viertelstündigen Pause verteilte Dieter Scholz kleine Beutelchen mit Nostalgiesüßigkeiten und unserem Logoaufdruck. Wir suchten den Kontakt mit unseren Zuhören und die Resonanz war überwiegen positiv.

Nach der Pause las dann Natalia Möbius eine Geschichte Italienische PfirsicheLesen Sie hier die Pfirsich-Geschichte von Inge Hellwege… von Inge Hellwege. Frau Hellwege erzählte, wie sie 1948 zu einem Klassenausflug nach Sylt gern neue modische Kleidung gehabt hätte, aber das Geld fehlte. Sie wusste sich zu helfen, denn sie verkaufte die reifen Pfirsiche aus ihrem Garten an einen Obsthändler in Hamburg. Dieser stellte sie, mit einem gehörigen Händleraufschlag als Italienische Pfirsiche ins Schaufenster.

Dann las Hartmut die Geschichte: Regina uns die SeerosenLesen Sie hier die Seerosen-Geschichte von Hartmut Kennhöfer…. Sein Onkel besaß 1955 ein Motorrad mit Beiwagen der Marke Horex-Regina und es war dessen ganzer Stolz. Onkel und Tante holten ihn eines Tages ab und er durfte im Beiwagen dieses großen Motorrades mitfahren und die Oma in Reinfeld besuchen. Dort am See mieteten der Onkel ein Ruderboot und die Tante nahm mit ihrem modischen Petticoat die gesamte Breite der hinteren Bank ein. Auf dem See waren viele Seerosen und die Tante wollte eine pflücken, hatte aber nicht mit den starken Stängeln dieser Blume gerechnet und so fiel sie rückwärts aus dem Boot. Sie konnte im See stehen und der große Petticoat blähte sich kreisrund auf. So kam der See zu einer weiteren Seerose.

Im Anschluss kam Susanna M. Farkas mit ihrer Geschichte Der rote LollyLesen Sie hier die Lolly-Geschichte von Susanna M. Farkas…, die in der damaligen DDR spielt. Sie beschreibt den Mangel an Luxusgütern und wie man für Westgeld in den Intershopläden alles bekommen konnte. Ihre Familie hatte kein Westgeld und konnte daher die einfachen Wünsche ihrer Tochter nach Kaugummi, Dauerlutscher oder Ähnlichem nicht erfüllen. Susanna stand als kleines Kind lange neben der Kasse so eines Intershopladens und hoffte, einer der Kunden würde ihren Wunsch nach einem rotem Lolly erkennen und ihr einen schenken. Leider blieb dieser Wunsch unerfüllt.

Zum Abschluss las Natalia Möbius die Geschichte Reise an die Ostsee 1949Lesen Sie hier die Ostsee-Geschichte von Renate Rubach… von Renate Rubach vor. Sie berichtet von einer Tagesreise mit Bruder, Mutter, Tante und Oma mit der Eisenbahn an die Ostsee. Eingepackt wurden Wolldecke, Handtücher, Kartoffelsalat und rote Grütze. Es gab auch einen einzigen Badeanzug für die drei Frauen. Nachdem eine der Frauen gebadet hatte, wechselte sie hinter einem vorgehaltenen Handtuch den Badeanzug und gab ihn an die Nächste weiter. So hatten sie alle ihren Spaß und die Reise wurde ein unvergessenes Erlebnis. Nach dem Ende der Lesung kündigte der Veranstalter seine nächste Lesung an und wir Vorleser trafen uns nochmals in dem Raum im ersten Stock und versuchten nun die Käseplatte zu leeren, was uns auch nicht ansatzweise gelang. Zufrieden mit dem Abend gingen wir zusammen am See entlang zum Parklatz. Wir hoffen im nächsten Jahr auch unser neues Buch in diesem schönen Ambiente vorstellen zu können.

Margot Bintig, im Oktober 2018