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Ausflug mit Oma in den Hamburger Dahliengarten

Anfang der 60er Jahre war es immer eine Freude, den Dahliengarten zu besuchen. Oma kannte dort jede Ecke und jeden Winkel, verlaufen konnte man sich mit ihr nicht. Für den Besuch dorthin wurde alles eingepackt, was man brauchte. Picknickdecke, Esssachen wie Äpfel, Kekse, geschmierte Brote und etwas zu trinken. Von der Eggerstedtstraße in Altona-Nord, wo sie wohnte, waren es 5 Minuten bis zur Haltestelle der Straßenbahn. Man musste eine alte Bahnbrücke der Deutschen Bundesbahn mit Rundbogen aus Backstein unterqueren, um an die Stresemannstraße zu gelangen. Die Bahnbrücke wurde später durch eine Eisenbrücke ersetzt. In der Stresemannstraße hielt die Straßenbahn Linie 11 an der S-Bahn Holstenstraße. Wo heute die neue Flora steht, war ein großer, freier Platz. Hier standen viele Autos zum Verkauf. Die Straßenbahn kam und Oma holte die Fahrscheine beim Schaffner. Der Schaffner saß zu der Zeit hinten und der Fahrer vorne. Meistens wurde bis Endstation Bahrenfeld-Trabrennbahn gefahren. Dann noch eine Station mit einer anderen Linie und wir waren am Dahliengarten. Der Blumenpark liegt im Hamburger Stadtteil Bahrenfeld. Der Park hat eine Fläche von 15.000 m2 und wird vom Bezirksamt Altona betrieben. Für Blumenfreunde ist es ein tolles Ziel in den Monaten Juli - Oktober. Auf der großen Fläche stehen über 600 verschiedene Dahlienarten. Es gibt auch viele antike Dahlien zu bestaunen.

Der älteste Dahlienpark in Deutschland liegt in Hamburg Bahrenfeld neben dem Volkspark. An der Luruper Chaussee und Ecke Stadionstraße. Geöffnet von 8 Uhr bis zum Dunkelwerden. Der Eintritt ist frei. Im Jahre 2002 stellte der Hamburger Senat den Dahliengarten und den gesamten Volkspark unter Denkmalschutz. Oma zeigte mir ihre Lieblings-Dahlien. Mitunter waren auch Fotografen an gleicher Stelle und fotografierten die Blüten. Alle Sorten waren mit Namen beschildert, einfach toll. Jetzt ging es weiter Richtung Altonaer-Volkspark. 205 Hektar groß ist er. Es ist ein waldreiches Gebiet mit vielen Gehwegen. Jetzt besuchten wir den großen Spielplatz mit vielen Spielgeräten. Hier musste Oma leider immer warten, aber sie tat es gerne für ihren Enkel. Danach ging es auf die große Spielwiese. Oma holte die große Decke heraus und dann wurde Picknick gemacht. Ich wusste nicht, dass Oma so viel in der Tasche hatte. Es wurde viel Federball gespielt. Nach ca. 2 bis 3 Stunden machten wir uns auf den Heimweg. Hatte Oma noch ein wenig Zeit, so besuchten wir noch kurz den Schulgarten. Der Schulgarten liegt auch im Volkspark und ist eine kleine Parkanlage. Sehr hübsch und gepflegt.

Jetzt fuhren wir mit der Straßenbahn Linie 11 wieder zurück zur Holstenstraße. Je näher man zur Eggerstedtstraße kam, wo Oma und Opa wohnten, roch es nach Braugerste. Eine Straße weiter war die Holstenbrauerei. Die Brauerei wurde1879 gegründet und hier ist immer noch die Braustätte am gleichen Platz in der Holstenstraße. Das Warenzeichen für das Holsten-Logo ist ein Ritter auf dem Pferd.

Zuhause angelangt, gab Oma Gas beim Kartoffelschälen. Eine Dose Sauerbraten kam in den Topf und wurde warm gemacht. Die Gemüsesorte weiß ich nicht mehr so genau, aber ich glaube, es war Leipziger-Allerlei aus der Dose. Oma hatte noch keinen Kühlschrank, auch keine Kühltruhe. Kühlprodukte waren erst im Kommen und noch nicht modern in dieser Zeit. War das Essen angerichtet, alles verputzt und der Teller sauber, freute sich Oma riesig. Ich kann nur sagen, es war eine schöne Zeit mit Oma und Opa. Beinahe hätte ich noch die schönen Kekse vergessen. Diese gab es auf St.Pauli, Ecke Talstraße und Paul Roosen Straße zu kaufen. Natürlich wurde alles zu Fuß gemacht, von Altona nach St.Pauli und zurück, der Kekse wegen – na klar.

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