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Mission impossible

Teil I

Vorgeschichte

In meinem beruflichen Leben hat es so manche Jahre gegeben, in denen die Ereignisse sich dermaßen gehäuft haben, dass ich es heutzutage kaum nachvollziehen kann, in welchem Maße es mir gelungen ist, die vielseitigen Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen.

Dieser Teil der Geschichte bezieht sich auf das Jahr 1991, in dem ich  außer meiner normalen Tätigkeit als Herausgeber der Fachzeitschrift NAVITECNIA, zwei internationale Ausstellungen organisiert - und nebenbei die auf Grund meines Einsatzes als Marinekorrespondent im Falklandkrieg mir angetragene Weiterbildung zum Kriegsberichterstatter im Range eines Korvettenkapitäns der Argentinischen Marine vollbracht habe.

Meine Mitwirkung bei den Vorbereitungen für die Ausstellung Art Maritim - Schiffahrt und Kunst aus Argentinien, die in Hamburg stattfinden sollte, begann eigentlich schon Mitte 1990, als die Geschäftsführung der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) nach Buenos Aires reiste, um für die Teilnahme argentinischer Schiffbaufirmen an der bevorstehenden Schiff, Maschine und Meerestechnik-Fachmesse (SMM) zu werben. Ich hatte bereits die entsprechenden Kontakte zwischen der deutschen Delegation und den hiesigen Behörden und Gremien vermittelt, als bei den Gesprächen der Gedanke aufkam, die Beteiligung Argentiniens nicht nur auf die SMM zu beschränken, sondern eine eigenständige Ausstellung argentinischer Marinekunst in Hamburg zu realisieren. Der Generalstabschef der Argentinischen Marine stimmte sofort begeistert zu, und das bedeutete grünes Licht für alle, die sich daran beteiligen wollten.

Ich übernahm den organisatorischen Teil des Projekts in Argen­tinien und setzte mich als erstes mit dem Direktor der Abteilung für Historische Studien der Marine in Verbindung. Dieses Institut hatte seinen Sitz in der Casa Amarilla (Gelbes Haus), der ehemaligen Residenz des Admirals Guillermo Brown, dem Gründer der Armada Argentina. In diesem historischen Gebäude werden auch Gegenstände und Gemälde aus der Zeit dieses legendären Admirals verwahrt.

Natürlich besuchte ich auch das Nationale Marinemuseum im Vorort Tigre, wo ich die größte Auswahl der Exponate vorgefunden habe. Dieses Museum liegt 28 km von der Hauptstadt entfernt am Ufer des Lujan, einem der Ausläufer des Paraná Fluss ins Tigre Delta. Ich nahm auch Kontakte mit privaten und staatlichen Museen und mit anderen Abteilungen der Marine auf, um Marinekunstobjekte, die für die Art Mariti in Betracht kommen könnten, aufzuspüren.

Als die Vorauswahl der Exponate vollendet war, kam die Betreuerin der Hamburger Marinekunstausstellung nach Buenos Aires, um die endgültige Auswahl vorzunehmen und die Leihverträge auszuhandeln. Eine deutsche Speditionsfirma mit weltweiter Erfahrung im Transport von wertvollen Kunstobjekten bekam den Auftrag, die Exponate verschiedener Herkunft in einem zentralen Lagerhaus zusammenzustellen, um sie nach der endgültigen Auswahl in Containern nach Hamburg zu verschiffen. Die heikle Angelegenheit der Versicherung von Nagel zu Nagel dieser kostbaren Exponaten wurde zur Zufriedenheit geregelt und die Sonderbeauftragte der HMC flog nach etwa 15 Tagen wieder zurück nach Hamburg. Die praktische Ausführung der eingeleiteten Verfahren hatte ich dann, zwar in fast täglicher telefonischer Absprache mit Hamburg, selber auszutragen.

Trotz hervorragender Erfahrungen der HMC auf diesem Gebiet, hat es im Verlauf der monatelangen Vorbereitungen manch brenzlige Momente gegeben. Als wir zum Beispiel in Begleitung der Delegierten der Hamburg Messe im Gebäude des Hauptquartiers der Marine einige Gemälde betrachteten, wurde plötzlich höchste Alarmbereitschaft ausgerufen: keine 500 Meter von uns entfernt hatten rebellische Truppen den Sitz des Oberkommandos des Heeres unter Beschuss genommen. Der Konteradmiral, in dessen Arbeitszimmer wir uns gerade befanden, bat uns höflich, angesichts der Umstände den Besuch abzubrechen. Die mutige Hamburgerin antwortete entschlossen: Kommt gar nicht in Frage, dann käme unser ganzes Arbeitsprogramm in Verzug. Zähneknirschend ließ uns der Offizier die Auswahl der Bilder fortsetzen. Schließlich handelten wir ja unter der Schirmherrschaft seines Befehlshabers. Am nächsten Tag, als wir zum Nationalen Historischen Museum am anderen Ende der Stadt fuhren, verließen wir uns ganz auf unseren Taxifahrer, denn er kannte die Umwege um die Zonen, wo noch geschossen wurde.

Ein anderes Mal, als wir vor versammeltem Vorstand des Marineclubs (Centro Naval) versuchten, den ehrwürdigen Admirälen klarzumachen, dass ihre Exponate unversehrt nach Hamburg und zurück transportiert würden, stießen wir auf hartnäckige Ablehnung, denn die Skulptur Der Windstoß aus Carraramarmor wollten sie für diesen Zweck nicht freigeben. Sie sei viel zu kostbar und fragil, um solch einer Reise ausgesetzt zu werden. Es kostete uns viel Überredungskraft, diese schöne Figur in die Art Maritim eingliedern zu können. Als einige argentinische Offiziere später dieses Exponat in der Messe sahen, gaben sie kleinlaut zu, dass sie die hier im vollen Glanz ausgestellte Figur im Centro Naval von Buenos Aires kaum beachtet hätten.

Ein weiterer hart zu knackender Fall war die Freigabe der Gemälde aus dem Museum der Schönen Künste in der BocaDie Boca ist ein von italienischen Einwanderern gegründetes Hafenviertel in Buenos Aires. (1). Dessen Direktor meinte, dass der Klimawechsel die Kunstwerke erheblich beschädigen würde. Es gelang mir, ihn zu davon zu überzeugen, dass die Gemälde bestimmt in besserer Obhut seien würden als in den Räumen des hiesigen Museums, wo sie bei offenen Fenstern ständig dem verheerenden Dunst des Bocahafens ausgesetzt waren. Zusätzlich mussten noch etliche Behördengänge ausgeführt werden, da auch das zuständige Ministerium Einwände hatte, diese Kunstwerke außer Landes zu lassen.

Von den vielen technischen Problemen, die ich noch zu bewältigen hatte, will ich mit Rücksicht auf die Geduld meiner Leser nur einige wenige zitieren. Wochenlange Regenfälle, die das Wasser auf einigen Straßen in Tigre auf fast einen Meter ansteigen ließen, verzögerten den Abtransport der Kunstwerke aus dem dortigen Marinemuseum. Die Objektleitung in Hamburg hatte wenig Verständnis dafür: Wegen ein paar Tropfen Regen hält man doch nicht die Verschiffung der Exponate auf! Ein weiteres last minute Problem entstand durch die Abmessungen einiger Gemälde. Sie passten einfach nicht in die Container hinein! Also musste ich umdisponieren und diese übergroßen Bilder per Luftfracht mit der Lufthansa transportieren lassen. Das hat wiederum neue Abmachungen mit der Versicherungsgesellschaft verursacht. Auch um die Fotografien aller auszustellenden Gemälde, Schiffsmodelle, Uniformen und Waffen, die später im offiziellen Katalog der Art Maritim erscheinen sollten, musste ich mich kümmern. Keine leichte Aufgabe, den Fotografen und seine Mitarbeiter auf all die 9 Locations der Leihgaben zu begleiten. Beim Abhängen der Bilder wurden oft Schäden an den Rahmen oder der Leinwand festgestellt, deren Restauration vor Ort angeordnet werden musste. Bei einem der Schiffsmodelle passierte sogar das Unvorstellbare: Als wir die Glasvitrine absetzten, um das Schiff ohne Glasreflexe fotografieren zu können, fiel plötzlich das ganze Tauwerk in Staub zusammen. Zum Reparieren gab es keine Zeit mehr, also musste ein anderes Modell ausgewählt und infolge dessen auch die Exponatenliste geändert werden. Zur Bewegung der in schweren Vitrinen gelagerten Schiffsmodelle benötigten wir des Öfteren Gabelstapler und um einige Galionsfiguren abzuhängen, mussten sogar Flaschenzüge und Gerüste zur Hilfe genommen werde. Überall war Improvisation und schnelles Handeln angesagt.

Immerhin kamen die Exponate pünktlich und gut erhalten in den Messehallen in Hamburg an. Der Inspekteur der argentinischen Marine und seine Frau wurden als Ehrengäste der HMC geladen, und die mit einem Candlelight Dinner eingeleitete Art Maritim 1991 übertraf alle Erwartungen.

Nach dieser Erfahrung war es für mich ein Leichtes, auch die Marinexpo'91 in Buenos Aires zu organisieren. Diese Ausstellung fand im Rahmen des XII. Copinaval - dem zweijährlichen Fachkongress des Panamerikanischen Instituts für Schiffbautechnik (IPIN) - statt. Mehr als 100 Firmen aus aller Welt nahmen an dieser, im Palast San Miguel ausgerichteten Ausstellung, teil.

Dieses Ereignis sollte eigentlich ein Glaubensbekenntnis an die Zukunft der argentinischen Schiffbauindustrie darstellen. Leider hatten die damaligen Behörden kein Verständnis dafür und beschlossen, diese Branche als uninteressant für die nationale Wirtschaft zu erklären. Ohne staatliche Unterstützung konnten die Werften und ihre Zulieferer nicht mehr mit dem Welthandel konkurrieren, und auch meine Zeitschrift, die sich 45 Jahre lang für den Maritimen Bereich Argentiniens eingesetzt hatte, verlor so ihre Existenzgrundlage. Mittlerweile hatte ich jedoch meine Weiterbildung bei der Marine abgeschlossen, und zum Jahresende wurde mir vom Generalinspekteur der Armada Argentina die Urkunde als Kriegsberichterstatter überreicht. Gleichzeitig erhielt ich die Bronzestatue Der Signalgast in Anerkennung meiner Tätigkeit im Kommunikationsbereich.

Anfang 1992 habe ich dann die schwere Entscheidung getroffen, Argentinien zu verlassen, um mit meiner Frau unseren Lebensabend in der alten Heimat zu verbringen.

Teil II.

Die unmögliche Aufgabe

Auf Grund meiner Erfahrungen in der Organisation von Fachaus­stellungen, wurde ich Anfangs 1992 von der Hamburg Messe und Congress GmbH (HMC) beauftragt, eine Art Maritim über Schiffahrt und Kunst aus den U.S.A. zu organisieren. Nach Argentinien sollte dies der zweite Überseeauftrag der HMC werden und galt schon von vornherein als unmöglich. Im Gegensatz zu Argentinien kannten die Hamburger in den U.S.A. keinen Ansprechpartner mit den nötigen lokalen Kenntnissen, um diese Aufgabe durchführen zu können. Außerdem war man in diplomatischen Kreisen davon überzeugt, dass keines der historischen Kunstwerke ohne Genehmigung des amerikanischen Parlaments die U.S.A. verlassen dürfe. Angesichts des Regierungsantritts des Präsidenten Bill Clinton würde solch eine Entscheidung außerdem Monate in Anspruch nehmen. Also eine Mission Impossible…?

Trotzdem nahm ich die Herausforderung an und setzte mich als zuerst mit dem US Naval Institute in Maryland schriftlich in Verbin­dung. Als life member dieses Instituts hatte ich gute Verbindungen zu dessen Leitungskräften und diese vermittelten mich problemlos an die Leitung des U.S. Naval Academy Museum. Dieses Museum liegt in Preble Hall auf dem Gelände der U.S.-Naval Academy, in Annapolis, Maryland, etwa 57 km östlich von Washington D.C. entfernt.

Ich schrieb den Direktor des U.S.-Naval Museum an und unterbreitete ihm den Vorschlag zur Beteiligung an der nächsten Art Maritim in Hamburg. Der mitgesandte Katalog der ersten Ausstellung mit Exponaten aus Argentinien hatte ihn offenbar begeistert und ich erhielt umgehend die Einladung, sein Museum zu besichtigen. Das Eis war gebrochen und die HMC beauftragte mich, in Begleitung einer Kunsthistorikerin des Peter-Tamm-Instituts, in die U.S.A. zu fliegen, um die organi­satorischen Vorbereitungen zu treffen.

In Annapolis musste ich dann erfahren, dass - obwohl die Museumsleitung damit einverstanden war, die Leihgaben für die Art Maritim zur Verfügung zu stellen - dies längst noch nicht eine offizielle Genehmigung zur Ausfuhr der Kunststücke bedeutete. Wir mussten also weitere Instanzen durchlaufen. Die erste war der zuständige Admiral für den Standort Annapolis. Der befand sich aber unter einem höllischen Zeitdruck: Kein geringerer nämlich als Präsident Bill Clinton hatte in diesen Tagen einen Überraschungsbesuch bei der U.S.-Marineakademie angesagt, wo er sich u.a. mit der Spitze der amerikanischen Marine treffen wollte. Und tatsächlich, als wir unseren Mittagstisch in der Kantine einnehmen wollten, staunten wir nicht wenig, als wir uns inmitten von Dutzenden hochrangiger Admiräle befanden, die sich ganz demokratisch mit uns in die Schlange zum Essenfassen einreihten. Auf einem der Innenwege der Akademie begegneten wir der Präsidentenlimousine, aus der uns Bill Clinton freundlich zuwinkte. Unseren Admiral bekamen wir deswegen in den nächsten Tagen gar nicht zu sehen.

Um keine Zeit zu verlieren, vertieften wir uns also in die Auswahl der Exponate so, als ob alles schon in Ordnung wäre. Der Museumsdirektor und seine Kuratoren waren uns dabei äußerst behilflich. Eines Tages wurde uns mitgeteilt, dass wir die Räume des Museums an diesem Nachmittag nicht betreten dürften, da sie für den exklusiven Besuch von Margaret Thatcher reser­viert worden waren. Die ehemalige Eiserne Lady war angereist, um in der Alumni Hall der Naval Academy einen Vortrag zu halten. Wieder mussten wir unseren Arbeitsplan an die Umstände anpassen. Da ich sowieso mit Frau Thatcher nichts am Hut hatte (in Erinnerung an den Falkland Krieg), nahm ich die Gelegenheit wahr, um mich in einem anderen Museum in Solomons, MD. umzusehen. Eine Verzögerung jagte die andere, und die Objektleitung in Hamburg begann nervös zu werden: Immerhin hatten wir noch keinen Vertrag zustande gebracht.

Endlich war es soweit, und wir setzten uns mit dem Superintendent - so wird der Chef des Standorts genannt - und seinen Mitarbeitern an einen Tisch, um uns über die Beteiligung der U.S.A. an der Art Maritim auseinanderzusetzen.

Inzwischen hatte ich vom Museumsdirektor erfahren, dass schon in der Vergangenheit einige Leihgaben das Museum verlassen hätten, jedoch nicht ins Ausland. Also konnte ich mich auf einen Präzedenzfall beziehen. Eigentlich habe ich mich mit dem Admiral sofort gut verstanden, schließlich unterhielten wir uns ja im gemeinsamen Marinejargon. Die üblichen Sicherheitsargumente wurden schnell beseitigt und die bürokratischen Vorurteile haben wir unter Kollegen überbrückt. Nach stundenlangen Verhandlungen hatte ich endlich die Unterschrift des Admirals auf meinem vorgefertigten Leihvertrag.

Nun hieß es, alle anderen Formalitäten zu erledigen. Für den Überseetransport der Exponate hatte ich dieselbe Speditionsgesellschaft beauftragt, die schon für uns in Argentinien tätig gewesen war. Ein Versicherungsvertrag über etliche Millionen Dollar wurde abgeschlossen und die benötigten Restaurationsarbeiten eingeleitet. Auch die Fotografien der Exponate für den Katalog mussten in Auftrag gegeben werden.

Eine der aufwändigsten Restaurierungsarbeiten galt der Heckfigur des amerikanischen Linienschiffes USS Franklin. Es handelte sich hierbei um die aus Holz geschnitzte Dekoration am Heck dieses legendären Schiffes. Das aus 1854 stammende Stück war schon ziemlich verfallen und benötigte eine gründliche Überholung, um den Transport und das Aufhängen in der Ausstellung zu überstehen. Eine spezialisierte Werkstatt in den U.S.A. übernahm die Arbeiten und verstärkte die geschwächte 1,10 x 3,65 m große und fast 200 kg schwere Struktur mittels Stahl und Aluminiumplatten. Auch stählerne Aufhängeösen wurden angebracht. Als die Heckfigur dann mit restaurierten Farben endlich den Eingang der Ausstellungshalle schmückte, hätte niemand geahnt, was für eine monatelange Arbeit dahinter steckte.

Da ich aber mittlerweile nach Hamburg zurück musste, übergab ich die Verantwortung der Ausführung dieser Aufgaben dem Museumsteam. Wir hatten uns inzwischen gut eingearbeitet und die Leute waren hoch motiviert: Schließlich würden sie auf Einladung der HMC nach Hamburg fliegen, um an der Ausstellung teilzunehmen. Der Admiral und seine Frau waren natürlich als Ehrengäste der Veranstaltung vorgesehen worden. Überdies war die Geschäftsführung der Messe über unseren Erfolg so begeistert, dass sie zusätzlich beschloss, als Vertretung der Marine Akademie denjenigen Kadetten, der in diesem Jahr als bester abgeschlossen hatte, zur Eröffnungsfeier der Ausstellung nach Hamburg einzuladen. Zufälligerweise fiel die Auswahl auf einen deutschstämmigen Seekadetten: Seine Mutter war eine Deutsche, die in der Nachkriegszeit einen amerikanischen Soldaten geheiratet hatte und in die U.S.A. ausgewandert war.

Für mich war aber die Arbeit noch längst nicht abgeschlossen. In den sechs Monaten, die noch bis zur Eröffnung der Ausstellung verblieben, war ich fast täglich mit dem U.S. Naval Museum in Verbindung. Ich hatte in meiner Wohnung in Norderstedt eine Kommandozentrale eingerichtet, mit getrennten Telefon- und Faxverbindungen, um rund um die Uhr (in Anbetracht der Zeitverschiebung) die Vorgänge in Annapolis zu verfolgen. Viele der Anliegen unserer amerikanischen Partner, wie zum Beispiel Flugticket- und Hotelreservierungen, leitete ich an die Messe­verwaltung weiter. Dann hieß es, die Exponatenlisten zu bearbeiten, die Bilderuntertitel für den Katalog aufzusetzen, usw., usw. Bei dieser Gelegenheit hatte ich darauf bestanden, dass der Katalog zweisprachig erscheinen sollte (Deutsch und Englisch), da er ja auch für die Amerikaner lesbar werden sollte. Ausnahmeweise hat der Verlag dies auch gebilligt und der Katalog über Kunst und Schiffahrt aus den U.S.A. ist der einzige seiner Art, der auch für ausländische Interessenten verständlich ist.

Die Art Maritim 93 die auch durch eine erhebliche Anzahl von Exponaten aus der Peter-Tamm-Sammlung in Hamburg ergänzt wurde, erwies sich als Riesenerfolg, und als ich dem Grußwort des U.S.-Admirals bei der Eröffnungsfeier zuhörte, spürte ich auf einmal, wie mir der Geschäftsführer der HMC auf die Schulter klopfte und mir zuflüsterte: Gut gemacht, Ernesto. Dies empfand ich als die schönste Belohnung für diese Mission impossible.