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U-Boot

Der U-Boot-Krieg
Teil 1:
Eindrücke eines neunjährigen Jungen im Kindererholungsheim August 1942

Abgemagert bis auf alle Knochen
durch des Bombenkrieges viele Wochen
schickte mich die NSVNSV = Nationalsozialistische Volkswohlfahrt
zur Erholung, oh wie schlau,

in ein Heim weit weg im Lande,
wo ich an der Großstadt Rande
sollte von den Bomben weg
Tiefschlaf kriegen und ein wenig Speck

auf meine Rippen, doch wie schade,
statt Wurst gab es nur Marmelade.
Der Hunger groß, die Suppe dünn und rein,
sechs Teller löffelte ich mir hinein.

Die Kindertanten lieb und nett
brachten pünktlich uns zu Bett.
Sandmännchen kam, wir schliefen ein.
Was dann geschah, war gar nicht fein.

Der Wassersuppe große Flut
drängt aus der Blase sich herrut.
Sie tat es heimlich mit Erfolg,
nass war ich morgens wie ein Molch.

Die andern Kinder ebenso,
der Tiefschlaf ließ uns nicht aufs Klo.
Gar mancher von uns mit Bravour
zweifelte am Sinn der Kur.

In jedem Bett 'ne Riesenlache,
vor Scham verschlug es uns die Sprache.
Wir waren doch schon Jahre sauber,
Woher kommt dieser nasse Zauber?!

'Ne fette Suppe hätte es gemindert,
und Brot und Wurst total verhindert.
Doch alle guten Sachen
verschwanden dreist in fremde Taschen.

Wenn die Eltern uns besuchten,
oh Wunder, gab es sogar Kuchen.

 

Der U-Boot-Krieg

Teil  2: Zu früh gefreut, Herr Bolle

Des Heimes Leiter war Herr Bolle,
fiel fröhlich immer aus der Rolle,
wenn er auf seinem Sofa saß
und Rundfunk hörte, Zeitung las.

Sir Winston, der geriet in Rage
ob der versenkten Schiffstonnage.
Herr Dönitz, Deutschlands großer Admiral,
beherrscht den Englischen Kanal.

Der U-Boot-Flotte wilde Rudel
schickten Englands stolze Navy in den Strudel.
Sie fuhren auch bis nach Brasilien
versenkten feindliche Mobilien.

Dem Churchill kann das nicht gefallen,
er lässt es durch Britannien schallen:
Die deutschen Boote mir zerstört,
was die da tun, ist unerhört.

Er schäumte wie ein wilder Keiler,
in Deutschland dröhnt der Badenweiler.
Denn Englands stolze Schlachtschiffpracht
versenkt durch deutsche U-Bootmacht.

Günter PrienU-Boot Kommandant U-47, der große Held,
siegreich die schwarz-weiß-rote Fahne hält.
Seine Männer, klein und wendig,
nicht nur in Scapa Flow2. Unternehmung: 08.10.1939 - 11.00 Uhr aus Kiel 17.10.1939 - 11.44 Uhr in Wilhelmshaven Die Fahrt: U 47, unter Kapitänleutnant Günther Prien, war 9 Tage und 44 Minuten auf See. Das Boot führte eine Sonderunternehmung in den britischen Kriegshafen von Scapa Flow durch. Es konnte auf dieser Unternehmung 1 Schlachtschiff mit 29.150 ts versenken. Nach dieser Unternehmung ging U 47, vom 24.10.1939 bis zum 13.11.1939, zur Überholung in die Krupp Germaniawerft nach Kiel.
Versenkt wurde: 14.10.1939 - br - HMS Royal Oak - 29.150 ts
lebendig.

Versenken Mädchenherzen in Verzücken,
mit kecker Mütze sie beglücken
mit mit weitem Hosenschlag und offner Bluse
die schöne Antje und die Suse.

Zackig jauchzt es aus dem Äther:
Lebe wohl, mein Schatz, wir seh'n uns später.
Reich' mir deine weiße Hand,
denn wir fahren gegen Engeland.

Der Volksempfänger mit Trara,
'ne Sondermeldung ist jetzt da,
was heute wieder abgesoffen,
von flinken AalenU-Boot Fahrer bezeichneten Ihre Waffe, die Torpedos, als Aale voll getroffen.

Dann tanzt mit seiner dicken Plauze
Herr Bolle um die GoebbelsschnauzeDer Volfsempfänger V601 wurde im Volksmund als Goebbelsschnauze nach dem Reichspropagandaleiter Goebbels bezeichnet..
Sir Winston wütend kurz und knapp:
Schießt mir des Meeres Wölfe ab!

Er schickte die Zerstörer aus,
die schmissen Wasserbomben drauf.
Als das Radar war erfunden,
konnten Flieger sie erkunden.

Dann war der Code bald geknackt,
der Funkspruch um Verschlüsselung gebracht.
Verloren ging dann Boot um Boot,
es sank die Fahne schwarz-weiß-rot.
Den Männern blieb der Heldentod.

Zurück kam keiner mehr.
Wo sind sie geblieben?
Frag doch das weite Meer.