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Meine Soldatenzeit 1942 bis 1945 ‒ Kapitel 4, Teil 5: Heilsbrief

Meine Soldatenzeit 1942 bis 1945

Kapitel 4. Teil 5

Heilsbrief

Zu meinem Schutz schrieb mir meine Mutti diesen Brief auf Butterbrotpapier und ich trug in immer bei mir.

Brief geschrieben mit heiligen Händen, damit ihr euch hütet vor Sünden, nur guten Frieden haltet, in der gute Frucht lebet und wenn ihr das nicht tut, werdet ihr die Seligkeit nicht erlangen, und ich werde euch strafen mit Feuer und Pest, Hunger und Krieg. Wenn ihr solches nicht tut, werde ich auch strafen mit einer ewigen Strafe, ich werde einsetzen einen Krieg, einen Herrn über euch und wüten wider die Tochter, wider die Mutter, einen Bruder gegen den anderen Bruder jagen, eine Schwester wider die Andere, und ich werde meine Hand von euch nehmen; wegen eurer Ungerechtigkeit werde ich zweischneidige Schwerter ergreifen gegen euch; ich werde in Donner und Blitz erscheinen und euch austilgen, damit ihr erkennt meinen Zorn, meine göttliche Gerechtigkeit. Ich befehle euch, am Sonntag nicht zu arbeiten; aus meiner allerliebsten Mutterliebe, welche euch bleibt, sonst würdet ihr längst verdammt sein wegen eurer Ungerechtigkeit. Ich befehle euch, jung und alt, daß ihr fleißig in die Kirche geht, eure Sünden bereut. Bei der Buße müßt ihr verharren, keinen anderen beleidigen, euren Nächsten kein falsch Zeugnis geben. Hütet euch, daß ihr die Armen nicht unterdrückt, dem Nächsten Teilnahme zeigt, mit euren Eltern kein Ärgernis habt, sondern euch des Himmels teilhaftig macht. Ich befehle euch bei eurer Seele, daß ihr selbst sollt erkennen, daß ich Gottes Sohn bin und in der göttlichen Gewalt und Macht, in welcher ich diesen Brief geschrieben habe mit meiner eigenen Hand und wer diesen Brief nicht glaubt, der soll die ewige Seligkeit nicht erlangen, und wer diesen Brief bei sich trägt, oder einem anderen zum Lesen oder Abschreiben gibt, ein solcher mag Sünde haben, so viel als Sterne am Himmel sind, sie sollen ihm vergeben sein. Wer von diesem Brief hört und danach trachtet, ihn im Hause zu haben, der soll einen Segen haben, oder ihn nicht abschreiben läßt, der soll verdammt sein in alle Ewigkeit. Und zuletzt befehle ich euch, daß ihr Gebote haltet, wie Christus gewürdigt hat, von Maria geboren zu werden, am Stamm des Kreuzes zu überleben. Amen.

Im Namen geschätzt und gelobt. In Christo Namen standen still die Sterne, als Christus stille stand im Garten Gethsemane, das sage ich euch zur Buße und im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Wer diesen Segen bei sich trägt, wird nicht mit Gewalt seinen Tod finden, auch keinen Schaden leiden, denn es sind Worte, damit wir Gott bekräftigen, damit du dich nicht fürchtest; er soll vor allem Übel dich behüten und alle Gefahren von Dir abwenden. Du bist geschützt und geborgen gegen Diebe. Alle Waffen können dir nichts anhaben, du bist Freund unseres Herrn Jesu Christi. Alle sichbaren und unsichtbaren Gewehre können dir nichts anhaben durch die Taufe Christi, der von Johannes getauft im Flusse Jordan. Alle sichtbaren und unsichtbaren Gewehre stehen still durch die Angst unseres Herrn Jesu Christi, welcher dich erlöst hat. Gott sei uns unwürdigen Kreaturen gnädig im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Amen.

Wer diesen Segen bei sich trägt, der wird nicht gefangen und geschossen werden und seinen Feinden unsichtbar sein. Amen.

In Jesu Namen, so wahr Christi nicht gestorben ist, so wahr die Mutter Maria auf Erden gelebt hat, kann ich weder geschossen noch gestochen werden, noch an meinem Leibe Schaden nehmen. Graf Friedrich von Flandern hatte einen Ritter, den sollte er den Hals abschagen lassen wegen einer Missetat. Aber der Henker konnte ihn durch Hauen nicht verwunden. Keiner konnte sich dieser Sache schier genug wundern. Als solches der Graf sah, wollte er ihm das Leben schenken, wenn er ihm sage, wie dies zuginge. Der Ritter sprach, ich habe einen Brief bei mir, mit diesen Buchstaben:

B + K + B + D + B + W + K

Diesen Brief ließ der Graf abschreiben. Alle, die dies sahen, wunderten sich sehr und wenn Menschen die Nase blutet oder er sonst verwundet wird, der lege diesen Brief darauf. Wer sich das Blut stillen kann, der stille es sich selber. Wer es nicht glauben will, der schreibe diese Buchstaben auf ein Messer und sticht damit ein Schwein oder sonst ein Tier, es wird gewiss nicht bluten: und wenn jemand dich stechen will, so nimm diesen Brief zu dir, dann wirst du nicht getroffen werden. Dieser Brief wurde im Jahre 1005 in Palästina gefunden. Als der Kaiser zu Felde zog, erhielt er ihn zum Geschenk und schickte ihn 87 Meilen weit nach Frankreich auf einem silbernen Schilde, worauf in goldenen Buchstaben diese wunderschön aufgedruckt waren. Wer diesen Brief täglich liest, wird keinen ungeheuren Tod sterben und in keinem Schlaf umkommen.