© Copyright by Erinnerungswerkstatt Norderstedt 2004 - 2017
https://www.ewnor.de / http://erinnerungswerkstatt-norderstedt.de
Ausdruck nur als Leseprobe zum persönlichen Gebrauch, weitergehende Nutzung oder Weitergabe in jeglicher Form nur mit schriftlichem Einverständnis der Urheber!
Diese Seite anzeigen im

Ostpreussisches Vokabularium

von Lehrer a. D. Siegfried Korneffel †

Ein ostpreußisch Mädchen eine Margell, die Wirtin im Schlosse eine Mamsell!

ein Gniefke ist einer, der die Dittchen bekneift, ein Rachuller feste den Nächsten einseift,

Ein Paslack macht alles; er ist sehr begehrt, ein Wenkliener aber gar nichts wert!

Ein Dunstkopp nicht zu brauchen ist; denn dieser macht meistens nur Mist,

man ihm aus dem Wege geht, weil er keinen Spaß versteht!

und von dem Glumskopp ist zu sagen, zum Spott rausfordert sein Betragen,

so man ihn zärzt und fuchtig macht, bis selbst der Däskopp drüber lacht!

Lorbasse und Onnosels, Schlusohrs und Lachodders!

Kalfentrer auch nicht leise babbeln, sondern sich sehr lautstark kabbeln!

mitunter es zu arg gar trieb, dem Schandarr nichts übrig blieb,

Es wurde auch Kalus' genannt dies Haus, in dem er Aufnahm fand,

Übte die Jugend solchen Tort, kam der Penter oft zu Wort;

und pästen ab wie um die Wette, damit man sich vor Strafe rette!

wo's unter der Ukel war schuchrig zumeist! Wer da keine Scheß haft, der war schon recht dreist,

Wer aufsässig ist, der ist olsternatsch, wer zuviel quasselt, der ist meistens dwatsch;

Wer nicht klar im Kopf, meschugge ist, doch ohne Arg und ohne List!

wer zur Eile drängt, der purgelt, wer hart streichelt, dieser sturgelt!

Wer wurracht, schafft schwer, ohne zu- ruh'n, doch wer besoffen ist, ist duhn!

 

Der Pracker lebt sorglos von andrer Gewinn, der Kupscheller hat nur den Handel im Sinn,

und nie genug dieser kriegen kann; rachschulterig ist so ein Mann!

Dem Schlawiner es nicht besser geht, auch er in gutem Ruf nicht steht!

und den Pomuchelskopp man meidet, weil er stets an Missmut leidet;

Den Gnatzkopp keiner verknusen kann, weil ewig meckert dieser Mann,

weil er sogar das übel nimmt, was gar nicht ist für ihn bestimmt,

Für die, die man die Lümmel nennt, der Ostpreuß' eigne Namen kennt:

Krakeeler sehr die Ruhe stören, weit in der Runde sie zu hören;

Wenn einer der genannten unrühmlichen Bekannten

als ihn zu packen beim Schlafittchen und zu stecken ihn ins Kittchen!

um ihn zu lehren, zu bedenken, dass es nicht schön, andre zu kränken!

mit diesem nur drohen, und schon war's geschehn, dass ließen die Kräten die Schlorren meist stehn.

Doch auch sie gern im Modder wühlten und gerne auf der Lucht auch spielten,

und wer gar kiewig, der hat Mut, doch wer spachheistrig, frißt nicht gut!

Wer nicht ganz offen, den nennt man politsch, und wer hinterhältig, der ist gnietsch!

Wer verklebte Augen hat, der pliert, doch wer nachdenkt, simmeliert;

Wer rumpurzelt, der läuft hin und her, doch wer gluchsch ist, hört recht schwer!

Wer sabbert, nicht den Speichel hält, wer keine Penunsen, hat kein Geld!

Doch wer bujahnt, sich nach dem Bette sehnt, weil es bedeutet, dass er gähnt.

 

 

Wer plinkert, mit den Augen winkt, er scherbelt, flott das Tanzbein schwingt!

Wem's aber jankert, gibbrig ist; dieser greift zu mancher List,

ein Gierach drum ein großer Mund mit einem unergründlich Schlund!

jedoch als Deez fungiert er auch mit in unserm Sprachgebrauch,

Der Brügen sitzt hinter der Stirn, das ist nämlich das Gehirn,

wenn diese voll, dann ist man satt, und man genug gegessen hat,

Damit man vorwärts kommen kann, hat unten man die Passen dran,

Manch einer mochte nicht mehr raus im Diestern, man könnte dabei leicht verbiestern,

Viel besser war es, mit den andern gemütlich drinnen zu plachandern,

und liebevoll auch pranzeln, jabbern, im Ärger aber quasseln, brasseln, schlabbern.

Das Schlabbern in der andern Art das Schlubberchen uns offenbart,

E Schlubbersche Kaffee, e Schlubbersche Grog, wie gemütlich klang das doch!

dass es verschieden kommet vor, Brassel allein oder mit Ge davor!

Für letzteres — du liebe Zeit — drei weitre Namen noch bereit:

wenn's an Gewicht noch sehr gering, dann ist es nur ein spiddlig Ding!

und in unsrem Ostpreußland als Zuck und Zock auch noch bekannt.

Die Trusch ein weibliches Kanin, der Kunter muss den Wagen zieh'n.

Der Kugel ein Schwein ist, die Kragge ein Pferd, wer anders es meinet, ganz falsch ist belehrt.

und wenn die Hühner glucken, still sie auf den Eiern hucken;

Auch Klëmpe war solch Kosewort, nur hört man's an andrem Ort;

Im Teiche quakten laut die Poggen, Korn nannten wir nur den Roggen!

Pliezkes sind minderwertige Fische, die man nicht gerne sieht bei Tische,

ein alter Lappen ist ein Kodder, und an der Tuntel hängt der Schnodder!

Einen Hügel nennt man Hëbbel, und ein Zipfel ist ein Zëbbel,

Der Differt ist ein Täuberich, der Schlunz, der ist recht liederlich,

Ein Unzufriedner ewig gnarrt, ein Knubbel, der ist fest und hart!

auch Muschkebad hörte man nennen, was sonsten wir als Zucker kennen.

der Kubbel ein Eimer, die Kobbel ‘ne Sie; denn sie ist die Mutter vom Pferdevieh!

ein Kullerdrum ein Reifen ist! Der Kerbs, der wächst gut auf viel Mist,

Plärren, plinsen, gransen, greinen, mit allen vieren meint man weinen,

auch Sahne und Rahm ihm wenig bekannt, das Michfett nennt man lieber Schmand.

‘was Breiig weiches, das ist Schmadder, unnütz' Getue ein Gemadder,

um einen Wunsch sich zu erfüllen und ‘seine große Gier zu stillen;

Der Mund wird auch genannt die Quassel, der ganze Kopf, das ist der Dassel,

ihn obendrauf die Schuprin ziert, die mancher aber bald verliert.

die Plauz, das ist die Brust von innen, die Kaldaunen sitzen tiefer drinnen,

auch hörte in dem Fall man sagen, man hätt' die Prëch sich vollgeschlagen!

womit man eilen kann ganz schnell' von einer zu der andern Stell!

und Gespenster gäb's dort vielerorts, und wem eins begegnet, beschwiemte meist foorts!

wobei man oft kein Ende fand, was auch kadreiern wurd genannt

Und dieses muss hier auch noch hin, die letzten beiden Doppelsinn!

das man sich zu Gemüte führte, selbst wenn man keinen Durst verspürte.

Das Wort brasseln scheint eindeutig, doch in Abwandlungen zeigt sich,

Brassel altes Gerümpel ist, Gebrassel aber geschwatzter Mist!

Gequassel, Geschlabber und Gesabbel! Ein zierlich Ding jedoch ein Gnabbel;

Und nun geht's weiter kunterbunt: Die Zagge ist ein weiblich' Hund

Die Zoch aber was andres ist, damit pflügt unter man, den Mist!

Im Stalle, da meckert ganz lustig die Koss, und was nicht groß ist, das ist nur ein Gnoss!

Die Hühner sperrt man ins Kaburr, ein großer Truthahn ist ein Kurr!

doch wenn sie zerkratzt das Gemüseland, verdammte Plucke — man sie nannt'!

Kühe man so tituliert, die sich respektlos aufgeführt'

Die Ameise als Hemsk man kennt, der Grumpel ist ein Exkrement!

Plieten unbeliebte Bucher, Zoddern ausgefranste Tücher,

Ein kräftiger Knüppel ist in Prassel, ein großes Glück aber ein Massel.

doch wenn man eine Zippel schneidet, an Tränenfluß dann mancher leidet!

unordentlich und ganz verloddert; wer albern redet, dieser gnoddert!

Pacheidels nennt man das Gepäck, Farin braucht man zum Süßungszweck,

Und spenkern heißt jagen, magrietsch heißt umsonst, die Köpfe vom Weißkohl, die nannten wir Komst,

Statt poltern sagt man bei uns bullern und statt rollen sagt man kullern;

die Kruschken hoch am Birnbaum hängen, und päsern, das heißt brennen, sengen!

und statt sehen, schauen, blicken sagt der Ostpreuß lieber kicken;

Leicht zu behalten, dass betuttern im Hochdeutschen heißt bemuttern;

Die Bruj ist nämlich eine Beule, die Ul' dagegen eine Eule.

und der Regen auf die Straße pladdert,
doch das Wasser aus dem Eimer schwaddert!

 

 

 

Auch in der Kropsch, das ist bekannt, verstaute der Fachmann so allerhand! —

damit's mitnichten konnt' entweichen und frei in Wald' und Feld' rumstreichen.

Verkrängeltes ist keine Zier, es aufzupruddeln kein Pläsier

doch heißt es mocke - oder mickrig, der Zustand sehr dann ändert sich,

Manch einer gern herumklamiesert, der Dujak, der wird ausgepliesert,

Im Aust, da geht's recht hitzig her; denn Erntearbeit, die ist schwer!

Wenn einer zu tun die Hände voll in kurzer Zeit viel schaffen soll,

dann schimpft los wohl dieser Mann, das er sich nicht zerrebbeln kann! —

 

In die Lischke steckt man das Vesperbrot, in die Fuppen am Jäckert auch zur Not;

gejucht wird laut beim Fröhlichsein, Brujen setzt's bei Rangelein.

zur Wanderschaft wurde der Tungel geschnürt, die Zich auch als Reisetasch' mit engagiert!

Wenn's Vieh wurd' auf die Weid' gebracht, dann wurd' die Schlipp' fest zugemacht,

Mit dem Kaddick gab's zu Ostern; und das nannten wir schmackostern!

Drugg1ig' lautet der Befund', wenn man nicht schlank, sondern schön rund;

denn wer in der Weis' angesprochen, der hat zu wenig auf den Knochen! —

Dreibastigkeit nicht immer vorteilhaft, mitunter sie auch Leiden schafft.

 

Nachtrag

Als fertig es geschrieben war, woran geschustert ich paar Jahr'

meint' ich, es wär' jetzt sonnenklar, dass perfekt mein Kabular!

und fand schon nach geraumer Zeit, dass fehlte die Vollständigkeit

und das wird jetzt nachgetragen: Ein Krepschull ist ein Jackenkragen

Käpse Haufen sind von Heu und Kaff ein Abfall ist die Spreu!

das unnütz hier und da rumliegt, so dass man fast das Grauen kriegt.

ein gleicher Dummkopf ist der Dojan oder Dussel, ein ruppger Mensch jedoch ein Kujen oder Schussel,

Auch Luntrus oder Losleder waren Namen, die hier zur Anwendung kamen.

und wer grabbelt, etwas sucht, doch wer Pschakrew sagt, der flucht!

gemeint nicht Tier mit Wolle lang, sondern es ist im Haus ein Schrank!

dass ein Objekt identifiziert; dann wurd's als Dubbas deklariert! —

nur kommet dies' noch auf die List: Ein Hietscherchen ein Fohlen ist,

und Kartoffelpuffer hierzuland sind Flinsen in Ostpreußenland,

und Plurksch im Ostpreußdialekt bedeutet Kaffee, der nicht schmeckt,

Doch hab' es damit sein Bewenden, voll mit Erfreulichem jetzt enden

Schmisser jedoch am Platz nicht hier, ein Liebhaber ist's, ein Kavalier!

eines Wesens plump und schwer, das nur langsam schleicht daher.

sondern sich aufregt noch dazu, ist ein Rawasch und nicht in ruh.

auch fiesten nennt man das Geschehen, wenn die Magenwinde wehen!

Der Feisterer nicht sehr beliebt, weil es mit ihm oft Arger gibt;

Wer sich benujelt, sein Gesicht beschmiert; was dieses durchaus nicht ziert.

um den er auffällig scharwenzelt und freundschaftsuchend fast umtänzelt.

 

 

und immerfort hineingesteckt, wenn ich was Neues hatt' entdeckt,

Doch ward die Freude mir verpirrt! Ich hatte mich doch sehr geirrt

und es fiel immer mehr mir ein, was auch hätt' müssen darin sein,

kaduk bedeutet matt und krank, und statt zwischen sagt man mank'.

Die Flochten sind Flügel, der Pampel ein Brei, Gekraßel, das ist allerlei,

Der Kundschafter was ausbaldowert, der Pisiun wird ausgepowert;

auch als Schubjak noch bekannt, im Zorne auch Beeskrät genannt!

Wer da tut, was unbeliebt, der wird kräftig ausgestiept,

Wenn mit zwei f Schaff schreibe ich, so ist das gar nicht lächerlich;

Ein Wort musste oft einspringen; wenn es wollte nicht gelingen,

Dem Seeger, der zeigt an die Zelt, und jetzt das Ende nicht mehr weit;

und wer wartet, lauert mal ein Weilchen, und Klöße nennt man bei uns Keilchen,

und hier und da war es so Brauch, dass man sie Plinzen nannte auch,

der im Zorn wurd' weggegossen wobei der Köchin Tränen flossen!

und servier' als Heimatgruß das beliebte Klunkermus!

Pläster auch ein Schimpfwort nicht, es zeigt an nur das Gewicht

Doch wer sich viel Umständ' macht und hastet sehr, dabei nicht lacht,

Was nicht gedeihen will, das quiemt, wer einen fahren läßt, der gliemt,

Doch nicht von demselben Leisten herstammt das Wort feistern'.

denn wer ist schon davon begeistert, wenn er wo wird rausgefeistert?

denn Kieter Abwaschwasser ist, das nur noch nützlich ist als Mist.

Sich befruntscheln kann man nicht allein, es muss ein zweiter dabei sein,

Wer sich bekietert; begießet sich mit Wasser, das sehr fettiglich;

 

Wer sich perscht, der rühmt sich sehr, doch wer da peertst, arbeitet schwer

Wer sich nicht mehr erkubern kann, ist ein sterbenskranker Mann,

doch soll's nicht ausarten in Kalbern; denn dann, dann ist er albern!

im Gegenteil, es ist sehr heiß und trocken, dass man nur möcht' im Kühlen hocken.

wenn sie auf angelegten Beeten alles zerkratzen und zertreten.

Wenn im Winter das Eis hält, Kindern das Schnurgeln sehr gefällt,

Statt stampfen sagt der Ostpreuß stuken die Steckrüben nennt er Wruken;

Wer einen piesackt, diesen quält; nun noch das Wort fleien fehlt,

auch macht man das mit andren Dingen, wenn man will viel unterbringen. —

Der Dreesch ein Acker, der brach liegt, jüst ist die Kuh, wenn kein Kalb sie kriegt.

Wer podolsch, ist ungeschickt, und wer schlabaksch, dem auch nichts glückt.

Zum Anziehn hat man die Kleedasch, und wenn diese prächtig, dann ist sie staatsch!

der brisselt, wo er steht und geht; doch brubbelt er, man nichts versteht!

Wer die Karten mischt, der pascht, doch wer schmängert, dieser nascht!

Die Huck, das ist der Rücken, der oft wehe tut beim Bücken,

Wer barbst ist, dieser barfuss geht, und wer bedripst, um den's schlecht steht.

Ein offener Wagen eine Britschke, die Ebereschenbeere eine Quztschke.

Auch sonst vorkam's, dass mehre Namen auf ein und denselben Artikel kamen.

Poschke, Schischke, Schuschke, Schucke fallen im Moment mir ein

Ein Hälzke, Frucht des wilden Apfelbaums, nichts nützt, ein Hälschen mit Kragen vor Kälte schützt!

Der Primmel der Bauch ist, und Bottges sind Schuh! und wer in der Hotz liegt, der pfleget der Ruh;

und hat nichts an den Knochen dran; der Lajak ist ein Lodderjan!

Redet man von vergangner Zeit, die zurück schon lieget weit,

manchmal jedoch auch anno Kruck Doch höret man mal das Wort Duck

Der Moldworm in der Erde lebt, der Lönrink oft am Himmel schwebt;

Den Hawke wohl auch viele kennen, weil wir ihn hochdeutsch Habicht nennen.

Der Suromp aber hat kein Fleisch, der gehört ins Pflanzenreich.

um zu kochen dann zu Haus eine schöne Suppe draus.

Wer scheiwelt, plump sich fortbewegt, und wer molsch, sich am liebsten gar nicht regt.

sei es 'ne Sache oder Geld, sagt man, er hätt's verbumfidelt.

Zum Wassertransport über Land ein Kiewen oft Verwendung fand,

Dieser war ein großes Fass, da fest auf 'nem Zweiradkarren saß

 

 

 

von morgens früh bis abends spät, und so tagein — tagaus es geht. —

und derjenige ist weit besser dran, der noch fröhlich jachern kann;

Wenn die Finger erklamen, ist kalt es sehr; wenn Hölzer verspaken, friert's nicht mehr,

Die Spirkel in der Pfanne prischeln, die Hühner aber muss man schichern,

Wer kalbeekt, zu hören weit, wer eine getachtelt kriegt, der schreit!

und mit spiegelglatten Schlorren lässt sich's auf festem Schnee auch schorren.

und stochern er päkern nennt, und statt vielleicht sagt er amend.

von welchem dies ist zu berichten, dass es bedeutet Holz aufschichten,

Die Palwe dürres Heideland, der Pjassek auch nur magrer Sand!

Eine Parow ist eine Schlucht, Kopskikelwein, der ist 'ne Wucht!

Mit der Peede, über die Schulte gelegt, man schwere Körbe und Eimer trägt.

Wer oft redet vor sich hin ohne Ursach', ohne Sinn,

Nicht durchgebacknes Brot ist klietsch, und wer heimtückisch, dieser plietsch!

Nicht nur in großer Hungersnot isst man den Kerscht, die Krust' vom Brot.

und wer einen Stornicksel kriegt, mit Schwung dann auf die Nase fliegt!

Ein Paudel ein Gefäß! und der Dups ist das Gesäß!

Nicht aber alle dies Wort kannten, sondern sie Vogelbeere nannten.

Fast hörte man auf jedem Ort für Nadelbaumzapfen ein anderes Wort!

und Beckche, Bockel, Burre; doch mögen es auch noch mehr sein!

Eine Fladrusch eine Perücke nicht nur, sondern auch jede verwegne Frisur!

doch auch Bocht nennt man solch Ruhelager! Der Spachheister, der ist dürr und mager

Wer sich auf den Boden huckt und noch den Kopf einzieht, sich duckt.

und weiß man nicht die Jahreszahl, dann sagt man anno dazumal

der Iltis ist's, den man so nennt, doch auch als Ilsk und Schechke kennt.

hochdeutsch Maulwurf und Lerche genannt, sind beide wohl recht gut bekannt.

Und dieses muss hier auch hinein, dass der Pochel ist ein Schwein!

Der Sauerampfer ist es, recht beliebt, den's hier und da zu pflücken gibt,

Die Elster nennt der Ostpreuß' Heexter oder Heister, und wer sich überschlägt, der geht koppeister!

Wenn einer mal nicht ist auf Draht, nicht weiß, wo er's gelassen hat,

Doch überkandidelt heißt übergeschnappt, und wer taprig ist, dem selten was klappt. —

damit's draußen dem Weidevieh es gebrach an Wasser nie.

mit 'ner Scherdeichsel vorne dran, darin ein Pferd man spannte an. —

Manche Ausdrück' gestorben sind, die man gehöret noch als Kind.