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Wasser war sein Schicksal

…ein Nachruf für einen guten Mitarbeiter

Bei der Eingliederung des Wasserwerks Friedrichsgabe in die Stadtwerke Norderstedt wurde auch der Wasserwart Geisler in den Personalbestand der Stadtwerke Norderstedt übernommen.

Bald darauf fiel mir dieser Mitarbeiter dadurch auf, dass er offenbar sehr naturverbunden war und so seine Neigungen mit seinen Aufgaben sehr gut in Einklang bringen konnte.

Ich habe mehrere Gespräche mit ihm geführt, in deren Verlauf er auch darauf hinwies, dass er Wasseradern mit der Wünschelrute finden könne.

Mir kam das alles ein bisschen merkwürdig vor, obwohl diese Gabe bekannt ist, jedoch nie wissenschaftlich untermauert werden konnte.

Durch den stark gestiegenen Wasserverbrauch in der neuen Stadt Norderstedt wurden die vorhandenen Brunnen der Wasserwerke stark beansprucht. Insbesondere die älteren Brunnen des Wasserwerks Harksheide ließen in ihrer Ergiebigkeit nach. Auch das Wassereinzugsgebiet, bzw. das Brunnengelände für das Wasserwerk Harksheide war nicht mehr erweiterungsfähig, sodass nach neuen Möglichkeiten für den Brunnenbau Ausschau gehalten werden musste.

Eines Tages kam Herr Geisler zu mir und sagte, er wüßte, dass östlich der Poppenbütteler Straße eine ergiebige Wasserader zu finden sei. Das von ihm bezeichnete Gelände lag auf einem Berg - deshalb erschien mir die Geschichte ein bisschen unglaubhaft!

Trotzdem entschloss ich mich, durch eine Probebohrung das fragliche Gelände untersuchen zu lassen. Und tatsächlich: Es zeigten sich ungewöhnlich mächtige Kiesschichten. Daraufhin wurde der Auftrag für einen neuen Brunnen, der Brunnen 7 des Wasserwerks Harksheide, in Auftrag gegeben. Die Schüttung übertraf selbst die Erwartungen der Fachleute!

Leider habe ich diesen fähigen Mitarbeiter auf tragische Weise verloren: Er ertrank beim Angeln in der Ostsee. Es geschehen manchmal Dinge zwischen Himmel und Erde, die der Mensch einfach nicht versteht.