Kapitel III / 8 — Kriegstagebuch des F.d.U. Mittelmeer vom 1.8. bis 7.9.1944


© Copyright by Erinnerungswerkstatt Norderstedt 2004 - 2018
https://ewnor.de / http://www.erinnerungswerkstatt-norderstedt.de
Ausdruck nur als Leseprobe zum persönlichen Gebrauch, weitergehende Nutzung oder Weitergabe in jeglicher Form nur mit dem schriftlichem Einverständnis der Urheber!

— 12 —

Kriegstagebuch des Führers der Unterseeboote Mittelmeer
(K.T.B des F.d.U.-Mittelmeer vom 1.8. bis 7.9.1944, Seite 1 - 12)
Tag
Uhrzeit
Ort
Wetter
Vorkommnisse
 

Das noch in der Befehlsstelle befindliche Personal war klar zur Verteidigung des Geländes der Befehlsstelle, lag zeitweise unter Granatwerferfeuer und setzte sich gegen 20.00 Uhr auf Befehl des Kampfkommandanten unter Umgehung der Stadt im Nordwesten auf die Strasse nach Avignon ab. An Offizieren befanden sich bei dieser Gruppe Kptlt. (Ing) Herwig, Kptlt. Wallas und Oblt.z.See Schmidt. Nach etwa 10km Fussmarsch nach Norden wurde die Gruppe von den aus Aix kommenden Lastwagen, die das Restpersonal des Kom.Adm.Südfrankreich zurückführten, aufgenommen. Die Gruppe ist später mit dem Kptlt. (Ing) Herwig und Oblt.z.See Schmidt weiter nach Norden zurückgeführt und dabei unterwegs mehrfach für Sicherungsaufgaben herangezogen worden. Durch Feindeinwirkung und Einsatz ist die Gruppe zersprengt und bisher nur teilweise, darunter Oblt. z.See Schmidt, in Plön eingetroffen. Kptlt. (Ing) Herwig wurde zuletzt in der Nähe von Montelimar, angeblich am rechten Arm verwundet, gesehen. Kptlt. Wallas begab sich mit dem für ihn zur Fahrt nach Carpentras vorgesehenen PKW, der in der Nähe von Alleins (zwischen Aix und Avignon) wartete, zum F.d.U. Am 21.8. erfolgte der Weitermarsch des F.d.U. bis nach Valence, wo am gleichen Tag der Kom.Adm.Südfrankreich eintrat. Aufenthalt 7 Tage.

Kurz vor der Aufgabe von Aix traf dort der Leutnant (NT) Jansen vom MNB Kiel ein. Er hatte den Auftrag, auf den in der Werft Toulon liegenden U-Booten Geräte seiner Dienststelle einzubauen. Da dies zu dieser zeit nicht mehr möglich war, hat sich Jansen dem F.d.U. angeschlossen.
In Valence stellte Ltn. (NT) Jansen ein unbewachtes Ausrüstungslager der Luftwaffe fest, wo ein Teil ausländischer Gewehre der Soldaten des F.d.U. gegen deutsche Gewehre ausgetauscht werden konnten. Das Lager übergab Jansen der Kommandantur Valence.

Am 28. erfolgte der Abmarsch von Valence bis zu einem Gutshof, etwa 6 km nördlich Vienne. Am gleichen Tage erfolgte der Weitermarsch in 3 Gruppen. Führungsstab Adm.frz.Südküste blieb mit Funkzug des F.d.U. und dazugehörigem Personal sowie einem Teil des Unterstabes des F.d.U. als Wachpersonal zurück. Die 3 Gruppen erhielten Befehl, nach Zabern im Elsass zur Gruppe West zu gehen. Dort am 1.9. eingetroffen, erhielt F.d.U. von Gruppe West den Befehl, weiter ins Reich zu marschieren, da Gruppe West am folgenden Tage infolge der Feindlage verlegen sollte. Ueber Strassburg, Karlsruhe, Frankfurt, Kassel, Hannover, Hamburg, Lübeck wurde der Marsch nach Plön/Holst. fortgesetzt, wo die Kolonne am 7.9. eintraf.

Unterschrift