Kapitel III / 8 — Kriegstagebuch des F.d.U. Mittelmeer vom 1.8. bis 7.9.1944


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Kriegstagebuch des Führers der Unterseeboote Mittelmeer
(K.T.B des F.d.U.-Mittelmeer vom 1.8. bis 7.9.1944, Seite 1 - 12)
Tag
Uhrzeit
Chefsache, geheim
Ort
Wetter
Vorkommnisse
 

Infolge drohender Feindgefahr durch die Invasionstruppen bei dem Angriff am 20.8. auf Aix en Provence (Südfrankreich), wo sich die Befehlsstelle des F.d.U. Mittelmeer z.Zt. des Angriffs auf Aix befand, wurden vor Aufgabe der Befehlsstelle sämtliche Verschlussachen und damit auch die Urschrift des Kriegstagebuchs vom 1. bis 19.8. vernichtet. Das vorliegende K.T.B. ist nachträglich nach den beim B.d.U. vorliegenden Funksprüchen aus dieser Zeit und nach dem Gedächtnis aufgestellt.

Auf Grund einer Besprechung des F.d.U. Mittelmeer, Kpt.z.See Hartmann, beim B.d.U. befahl der B.d.U. Anfang August folgendes: Die derzeitige U-Bootslage im Mittelmeer rechtfertige nicht mehr die Besetzung der Dienststelle des F.d.U. Mittelmeer durch einen Kapitän zur See, F.d.U. Mittelmeer gibt einen Vorschlag zur Neuorganisation des Stabes F.d.U. Mittelmeer und stellt einen Offizier aus dem Stabe für den Admiral Aegaeis ab. Dieser sollte im Falle einer Invasion im aegaeischen Raum die Führung der in diesem Raum befindlichen U-Boote übernehmen.
Weiter befahl der B.d.U., dass F.d.U. Mittelmeer im Falle einer Bedrohung der Befehlsstelle durch gelandeten Feind verlegen solle. Vorschlag darüber ist an B.d.U. zu geben. F.d.U. Mittelmeer antwortet am 8.8. durch FT 1653/8/85 auf Führungswelle Mittelmeer:


B.d.U.
Vorschlag auf FT 1210/8/65 auf Violett 5.

  1. Aufgaben gehen über auf nächstältesten Offizier, Korv.Kpt. Schewe als F.d.U. Mittelmeer, gleichzeitig Chef 29. U-Flottille. Bisheriger A 4‚ Kptlt. Mehl als U-Asto zum Admiral Aegaeis.
  2. Chef 29. U-Flottille, Korv.Kpt. Jahn, wird freigemeldet. Als Stützpunktleiter Toulon wird bisheriger Kptlt. beim Stabe, Kptlt. Röther, eingesetzt.
  3. Verlegung bei Feindlandung in Verbindung mit Führungsstab Admiral franz. Südküste.

F.d.U. Mittelmeer.


Nach Rückkehr von seiner Dienstreise nach Deutschland fuhr Kpt.z.See Hartmann mit dem A1 seines Stabes, Korv.Kpt. Schewe, von Aix nach Toulon zu einer Besprechung bei der Werft Toulon. Dort wurde im Besonderen die Fertigstellung der 3 noch im westlichen Mittelmeer und. zwar in Toulon befindlichen Boote U 230 (Siegmann), U 466 (Thäter) und U 967 (Eberbach) besprochen. U 471 und U 969 waren bei einem Luftangriff am 6.8. auf Toulon gesunken. 3 Docks in Missiessy wurden am gleichen Tage so schwer beschädigt, dass sie wahrscheinlich nicht wieder herzustellen waren. Das zentrale Werftgelände wurde "umgepflügt". Telefon, Strom- u. Wasserversorgung in Missiessy fielen aus.

Bei der