Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

Q: von Quacksalber bis Quiddje

Ein Quacksalber ist einer, der unbefugt die Heilkunde ausübt, ein Kurpfuscher, eigentlich ein marktschreierischer, seine Geschicklichkeit und Heilmittel öffentlich anpreisender Arzt (Schreier und Salbenkrämer); gegen Ende des 16. jh. entlehnt aus mnl. nd. quacksalver, quaksalver, zusammengesetzt aus quacken (schreien) und salver = ahd. salbari, der Arzt.
Wörterbuch der Brüder Jacob und Wilhelm Grimm


Umgangssprachlich für große Füße, bzw. Schuhe.


Als Quantensprung bezeichnet man in der Alltagssprache des 21. Jahrhunderts einen Fortschritt, der eine Entwicklung innerhalb kürzester Zeit ein sehr großes Stück voranbringt. Dies widerspricht der ursprünglichen physikalischen Bedeutung. Daher gilt Quantensprung als sogenanntes Januswort (Autoantonym).


Die Anzahl ist eine physikalische Größe oder ein Rechenwert, als Maß dafür, aus wie vielen Objekten eine Menge besteht. Sie wird durch Zählen bestimmt. Sie ist eine Angabe der Quantität.


Ein Quarkbüdel ist auf hamburgisch ein Querulant, ein unzufriedener Mensch, dem man nichts recht machen kann. Er wird auch als Quarkbroder oder Quarkkopp bezeichnet.


Quartiersleute sind selbstständige Lagerhalter, die auf fremde Rechnung, d.h. im Auftrag des Kaufmanns, Waren einlagern, begutachten, reinigen und sortieren. Mit ihren breiten Warenkenntnissen und ihrer Erfahrung im Umgang mit hochwertigen Gütern bilden sie ein wichtiges Bindeglied zwischen dem Hafenumschlag und dem Handel bzw. der verarbeitenden Industrie. wegen des schnellen Güterumschlags, fast alle aus der Speicherstadt in ebenerdige Lagerräume umgezogen. Quartiersleute heißen so, weil sie sich traditionell zu Vierergruppen zusammenschlossen (lat. quattuor = vier), die nach dem Vormann benannt wurden, wobei die Teilhaber als Consorten firmierten. Das ergab dann so schöne Bezeichnungen wie zum Beispiel Eichholtz & Consorten.


Quartiersmann - Eine Hamburger Bezeichnung für einen Lagerunternehmer.


Ein Quentchen (heute auch Quäntchen geschrieben; weitere Formen: Quentgen, Quentlein, Quentin, Quent, Quint, Quintchen, Quintlein und Quintel) ist ein historisches Handelsgewicht, das in der Regel dem vierten Teil eines Lots beziehungsweise etwa 4 Gramm entsprach.


süd[west]d., westmd.): kleiner Betrieb, oder Handwerksbetrieb, auch für Zwetsche, eine Unterart der Pflaume, (landsch.) Kartoffelpresse, norddeutsch für Ziehharmonika.


Veralteter Begriff für ein Akkordeon. Andere Bezeichnugen sind: Ziehharmonika, Handharmonika, Schifferklavier oder Handorgel.


(ugs., oft abwertend): jmd., der in oft eigensinniger Weise anders handelt, sich anders verhält, als erwartet wird.


Als Quiddje (manchmal auch: Quittje oder Quietje = Fremder, Hochdeutschsprechender) bezeichnen gebürtige Hamburger einen zugereisten Bürger Hamburgs. Damit wurden Leute tituliert, die kein Platt oder Missing sprachen. Auch in der Seefahrt wird das Wort für eine Landratte oder einen Matrosen auf seiner ersten Fahrt verwendet. Das Wort könnte sich von dem französischen quitté herleiten. Mit diesem Begriff bezeichnete man früher die Aufenthaltsgenehmigungen für Händler, wenn diese die Stadttore passierten, um ihre Waren in der Stadt zu verkaufen.

Quincaillerie (Waren), heißt man alle die verschiedenen Artikel aus Eisen, Stahl, Kupfer und Messing, die diejenigen bey uns führen, die mit kurzen Waren handeln, vornähmlich die Eisenhändler, Nürnberger, Iserloner, Carlsbader etc. Unter den Quincailleriewaren sind die vollkommensten und doch nach Verhältniß die wohlfeilsten die, welche England zum Handel liefert. Birmingham, Soho, Sheffield, London u. s. w. versehen einen großen Theil von Europa und den übrigen Welttheilen, vorzüglich Ostindien, Afrika und Amerika, mit ihren Artikeln und Fabrikaten dieser Art. Die englischen Quincailleriewaren tragen so unverkennbar das Gepräge vom englischen Kunstfleiß, von Sauberkeit, Zweckmäßigkeit und Vollendung im Manufakturfach, daß man ihnen die Herkunft auf erste Ansicht nicht absprechen kann. Birmingham ist besonders der Werkzeuge wegen im Ruf; Sheffield der Schnallen, Knöpfe u. s. w. wegen. Rippon in Yorkshire zeichnet sich durch seine Spornmacherartikel vortheilhaft aus. Venedig versieht besonders die Handelsstädte in der Levante mit allerley Quincaillerieartikeln aus den Fabriken von Brescia und anderswärts her.

Quincailleriewaren (franz., spr. kängkaj'rih-), s. v. w. kurze Waren; der Handel damit heißt Quincailleriehandel. Aus Quincailleries im Sinn von Flitterkram wurde im Volksmund Kinkerlitzchen. Siehe: Eoconomischen Encyklopädie von J.G. Krünitz / Meyers Konservationslexikon

Ein Quincaillier, ist ein Eisenwarenhändler, ein Kurzwarenhändler. Das Wort geht, wie viele Entlehnungen aus dem Französischen, auf die Ansiedlung der Hugenotten und auf die Zeit der napoleonischen Kriege zurück.

Quinenlotterie, eine neue Art der Zahlenlotterie, aber nur mit 30 Nummern, die vor ein paar Jahren hier im Lande statt der sonst gewöhnlichen, für die untere Volksklasse so verderblichen Zahlenlotterie eingeführt wurde. Sie fand indeß nicht die Aufnahme, welche man erwartet hatte, und man errichtete daher statt ihrer die kleine Geldlotterie, wo das Loos auch nur einen Thaler kostet.

Die Einrichtung der preußischen Quinenlotterie war (nach der unter dem 28sten May 1810 darüber erschienene Bekanntmachung) folgende:

§. 1. Die Königliche Quinen=Lotterie besteht aus 30 Zahlen von Nr. 1. bis 30. einschließlich.
Jede Verbindung von 5 Zahlen aus diesen 30 Zahlen bildet eine Quine, wie zwey verbundene Zahlen eine Ambe; drey eine Terne, und vier eine Quaterne in der Zahlen=Lotterie genannt werden.
Solcher aus fünf Zahlen bestehenden Quinen sind bey diesen 30 Zahlen überhaupt 142,506 möglich.Siehe: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz

Quinquagesima, heißt 1) der Sonntag vor der Fasten, weil er der 50ste Tag vor Ostern ist.

2) Der 50ste Theil, welcher bey den Römern vom Wildpret und einigen andern Dingen als Zoll entrichtet werden mußte.Siehe: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz