Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

S: von Sabberlatz bis Suppenterrine

Umgebinde für Babys, siehe auch Kleckerbuschen

Salär ist ein Synonym für Arbeitsentgelt und Sold. Etymologisch geht der Begriff auf das etwa bedeutungsgleiche französische salaire zurück, das seinerseits auf das Lateinische salarium zurückzuführen ist.

Eine Saline ist eine Anlage zur Gewinnung von Speisesalz. Salinen, die Siedesalz durch Verdampfung einer meist unter Tage hergestellten oder aus einer natürlichen Quelle stammenden Sole gewinnen. Meerwassersalinen, die als angelegte oder natürliche Salzgärten das Salz durch Verdunstung von Meerwasser freigeben.

im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm findet sich für Sargnagel folgende Erklärung: SARGNAGEL, m. bei den nagelschmieden, kleiner mit verzinntem rundem kopfe versehener nagel für den sarg.
Ugs. (scherzhft. für Zigarette).

Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis für ein Jahr und länger, z.B. wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, wurde der Führerschein irgendwann durch die Verkehrsbehörden neu ausgestellt. Der vorgedruckte Satz nach abgelegter Fahrprüfung wurde aber durchgestrichen, weil nur noch eine theoretische Prüfung abgelegt werden musste. Dieser Strich wurde im Volksmund als Säuferbalken bezeichnet und mancher wunderte sich, dass er bei jeder Verkehrskontrolle ins Röhrchen pusten musste.

Wird häufig (unrichtig) als Restfleisch, das von Knochen abgeschabt wird bezeichnet.
Schabefleisch oder Tatar (englisch und französisch steak tartare), ist Hackfleisch vom Rind, das aus hochwertigem, sehnenfreiem und fettarmem Muskelfleisch wie Filet hergestellt wird und feiner zerkleinert ist als einfaches Rinderhackfleisch. Als Gericht wird es meist roh als Beef- oder Hacksteak Tatar zubereitet. Filet Americain in Belgien ist präpariertes rohes Hackfleisch mit einer Soße, meist auf Baguette.

Das Wort schaben geht zusammen mit got. skaban und altengl. sceafan (daraus engl. to shave) auf germ. *skab–a– schaben zurück; außergermanische Verwandtschaften mit lat. scabere kratzen, schaben und litau. skabéti schneiden, abschlagen sind nachzuweisen; die idg. Wurzel lautet *(s)ke-b(h)- (s)ka-b(h)- schaben; das mittelhochdeutsche Wort bedeutete noch kratzen, scharren, scheuern sowie abstoßen und polieren, im Neuhochdeutschen verengte sich die Bedeutung auf kratzen, reiben. Quelle: Wortherkunftswörterbuch

Im Reitsport für eine spezielle Form einer Satteldecke, als Fensterdekoration meint es einen Querbehang.
Auch eine Frau, der jeder persönliche oder sexuelle Reiz abgeht, die ungepflegt im Äußeren und in der Kleidung ist wird (Ruhrpottslang) als Schabracke bezeichnet.

Ruhrpottslang für schlecht, mies ("schäbbiges Wetter"); en Schäbbigen - Mann, der durch sein Äußeres und durch seine Kleidung abstößt (Mit sob schäbbigen Kletschkopp hätt ich keine Traute irgendwo inne Botanik rumzugondeln.)

Lehnwort aus dem gleichbedeutenden Arabisch: الشيطان‎ ; Der Teufel, ein teuflisches Wesen, Antichrist in der arabischen Mythologie. Begriff eingesandt von Oliver Kröger, Herford

Die DDR-Namensgebung für Discjockey. Damals musste ein DJ eine Prüfung ablegen und erhielt eine offizielle Zulassung um öffentlich Musik auflegen zu dürfen.

Schaflaub, auch als Schafwellen überliefert, ist ein alter Begriff aus der Forst- und Landwirtschaft und bezeichnet gebündelte und getrocknete Laubbaumäste, deren Laub der Tierfütterung diente. Zur Herstellung von Schaflaub wurden am Ende des Sommers dünne äste (sogenannte Reiser) von Laubbäumen abgeschlagen. Verwendete Baumarten waren dabei zum Beispiel Eichen, Hainbuchen oder Ulmen. Die frischen Zweige wurden gebündelt und umgehend in die Sonne zur Trocknung aufgehängt. Die trockenen Bündel wurden danach bis zum Gebrauch im Winter an einem trockenen Ort eingelagert.Quelle: Wikipedia.org

Im Reitsport für eine spezielle Form einer Satteldecke, als Fensterdekoration meint es einen Querbehang.
Auch eine Frau, der jeder persönliche oder sexuelle Reiz abgeht, die ungepflegt im Äußeren und in der Kleidung ist wird (Ruhrpottslang) als Schabracke bezeichnet.

Eine Schallplatte ist eine in der Regel kreisförmige und meistens schwarze Scheibe mit einem Mittelloch, deren beidseitige Rillen als analoge Tonträger für Schallsignale dienen. Das Wort Schallplatte wurde bereits zur Zeit der Grammophon-Ära geprägt. Der seit dem Produktionsende der Grammophonplatten wesentlich geläufigere Begriff Schellackplatte grenzt diesen älteren Tonträger deutlich von der späteren Schallplatte aus Polyvinylchlorid ab.

In den 1950er Jahren machte man einen Schaufensterbummel und holte sich modische Anregungen für Selbstgeschneidertes. Die beste Zeit für einen Schaufensterbummel war nach Geschäftsschluss. Heute geht man shoppen und gibt dabei gnadenlos viel Geld aus. Dafür wurden sogar die Ladenöffnungszeiten angepasst.

ine Scharteke (Charteque, v. mittelniederdeutsch: scarte, scarteke altes Buch, Urkunde, wohl aus französ. charte Urkunde aus latein.: charta Karte) ist die abwertende Bezeichnung für ein altes, wertloses Schriftstück oder Buch. Die Bezeichnung kam im 16. Jahrhundert auf. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man damit allgemein altes wertloses Gerät, schließlich stand das Wort abwertend für eine alte Frau. Auch: Schateke, Schapeteke.

Der Scheffel auch Schaff, Schäffel, Simber, Sümber, Sümmer, Simmer ist ein altes Raummaß, das zur Messung von Schüttgütern (z. B. Getreide) benutzt wurde und deshalb auch Getreidemaß genannt wurde. In Westfalen wurde der Scheffel auch zum Messen von Steinkohle verwendet. Die Größe eines Scheffels war sehr unterschiedlich, nach der Tabelle (siehe unten) zwischen 17,38 und 310,25 Liter. Weiterhin bezeichnet ein Scheffel (Landes) eine alte landwirtschaftliche Flächeneinheit. In Altona in Holstein, entsprach der dänische Scheffel 17,38 Liter. Der Ausdruck sein Licht unter den Scheffel stellen stammt aus der Bibel, genauer: Jesus' berühmter Bergpredigt. Da heißt es, man zünde auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind (Matthäus 5:14).

Kleingeld zur Scheidung der Leute, d.h. zum Ausgleich der kleineren Wertunterschiede bei Geschäften.

Der heutige September, hieß früher auch Herbstmond, Scheiding, Holzmonat.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.

Kleingeld zur Scheidung der Leute, d.h. zum Ausgleich der kleineren Wertunterschiede bei Geschäften.

ringförmige Klammer (an Rohren oder Kabeln), oder für Glocke, Glöckchen, zu mhd. schellen, ahd. scellan = tönen. Schelle, Maulschelle oder Ohrschelle, umgangssprachlich für einen Schlag ins Gesicht.

Zur Herstellung der Tonträger vergangener Tage wurde Schelllack benutzt, das ist das Ausscheidungsprodukt der indischen Lackschildlaus.

Schelm ist heutzutage eine Bezeichnung für einen Witzbold oder Spaßvogel, der auf scherzhafte Art das unmöglich Scheinende zu vollbringen vorgibt und daraus seinen Vorteil zieht. Das Wort Schelm war im Hochmittelalter des 12. und 13. Jahrhunderts ein ritterlicher Beiname und bedeutete Todbringer. Dieser Beiname deutete wohl auf die Kampfeigenschaften des Ritters hin. Im Spätmittelalter wurde die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Schelm mit der Tätigkeit des Scharfrichters verbunden und dadurch auch zur Bezeichnung dieser Berufsgruppe. Schelme gehörten zu einer sozialen Randgruppe: Sie waren Angehörige eines zwar unentbehrlichen, aber verachteten Berufsstandes. Als solche lebten Schelme in einem zweideutigen Verhältnis mit einer auf sie angewiesenen, aber sie gleichzeitig ächtenden besseren Gesellschaft. Die Bezeichnung Schelm gegenüber anderen wurde deshalb als schwere Beleidigung angesehen und war noch im 17. Jahrhundert als Verbalinjurie strafbar.

kleiner Hocker, niedriger Arbeitsstuhl ohne Lehne. Eine besondere Art ist der sogenannte Melkschemel. Er besitzt lediglich ein Bein und wird mit einem Gurt um den Leib geschnallt.

Im 19. Jahrhundert war der Begriff Schemelführer für den Trauzeugen üblich, denn es war seine Aufgabe, die Braut zum Trauschemel zu führen.

entweder (hochdeutsch) ein Töpfer, oder (niederdeutsch) ein Gastwirt, der einen Krug betreibt.

mhd. schiur(e), ahd. sciura, scūra, verw. mit Scheune (landschaftl.), Schauer für Schutzdach.

vom englischen [to blink - blinzeln, zwinkern] abgeleitet für seitliche Sichtbehinderung der Pferde, die den Wagen zogen.

bez. eine weiße Rebsorte. Sie ist wie der Kerner eine der großen Erfolge der deutschen Neuzüchtungen.

Schesen steht für rennen, laufen, pesen, sich schnell fortbewegen. Das alte Auto wird ebenfalls als Schese bezeichnet, Fahrzeuge mit durchgehender vorderer Sitzbank waren schnelle Sofas! Aus dem franz. (chaise) für Kutsche.

Mit Schichtarbeit oder Schichtdienst wird eine Arbeitsgestaltung bezeichnet, bei der Arbeitnehmer nach einem bestimmten Zeitplan versetzt nacheinander an der gleichen Arbeitsstelle eingesetzt werden, so dass sie ihre Arbeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu unterschiedlichen Zeiten verrichten müssen.
Als Hamburger Ausdruck jetzt ist Schicht ist aber der Feierabend, das Ende des Arbeitstages gemeint.

Ursprgl. ist eine Schickse eine Nichtjüdin aus der Sicht eines Juden; umgangssprachlich ein leichtes Mädchen, im Sinne von Flittchen.

Eine Schubkarre (auch Schiebkarre, Scheibtruhe, Schiebetruhe, Robbern oder Karette genannt; offizielle Bundeswehr-Bezeichnung ist einachsiger Dreiseitenkipper).

Ugs. jemand, der auf dunklen Wegen Geschäfte macht; er verschiebt z.B. Hehlerware. Aber auch für ein Steckbecken, das einem Kranken, der nicht zu Stuhle gehen kann, untergeschoben wird (Bettpfanne).

scherzhft. für wenige, kleine Wurstscheibe auf (viel zu großer) Stulle.

Das Wort Schietbüdel(auch Schietbüddel; wörtlich ins Hochdeutsche übersetzt Scheißebeutel, also Windel) kommt aus dem Platt- oder Niederdeutschen und wird heute überwiegend als Kosewort, regional aber auch als Schimpfwort verwendet. Die Redewendung mien seuten Schietbüdel!mein süßer Schietbüdel! bedeutet so viel wie: mein süßes Kind! und entspricht damit dem hochdeutschen Ausdruck kleiner Scheißer, der allerdings wirklich nur für kleine Kinder verwendet wird.

in der Weberei das Weberschiffchen, den Schützen, in der Kirche ein kleines Gefäß, in dem Weihrauch transportiert wird.

Das Akkordeon, auch Ziehharmonika, Ziehorgel, Handorgel, Handharmonika oder Schifferklavier genannt, ist ein Handzuginstrument.

Schillerlocken sind enthäutete, geräucherte Bauchlappen des Dornhais. Beim Räuchern rollen sich die etwa 20 Zentimeter langen, dünnen Lappen röhrenförmig ein und krümmen sich am Ende. Die Form erinnere an die Frisur Friedrich Schillers mit langen Nackenlocken, daher der von ihr entlehnte Handelsname. Da der Dornhai durch Überfischung bedroht ist, wird er in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als gefährdet geführt. Daher werden Schillerlocken im Handel kaum noch angeboten.

Schinder, Abdecker, im oberdeutschen Sprachraum Wasenmeister, war jahrhundertelang eine Berufsbezeichnung für Personen, die in einem bestimmten Bezirk für die Beseitigung von Tierkadavern und die Tierkörperverwertung zuständig waren. Aus der Verwertung ergaben sich Produkte wie Fette, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter.

bzw. Zislaweng ist ein aus dem Französischen gebildetes Wort: Eine Deutung besagt, dass es aus ainsi cela vint (so ging das vor sich) hervorgegangen ist, eine andere geht davon aus, dass es von c'est le vent (das ist der Wind) herrührt. Den Ursprung fand es vermutlich im Berliner Raum mit den Glaubensflüchtlingen aus Frankreich (Hugenotten) Ende des 17. Jahrhunderts. Bis heute wird das Wort vor allem in der Berliner Mundart verwendet.

ist ein Mannschaftssportart mit neun Spielern pro Team, dass als Ursprung des Baseball gilt.

Die Schlager-Süßtafel ist ein Genussmittel, das ursprünglich zwischen zirka 1970 und 1990 in der DDR vom VEB Rotstern Schokoladenwerk in Saalfeld als ein schokoladenähnliches Produkt hergestellt wurde. Sie ist inzwischen wieder erhältlich. Der Name Süßtafel (statt Schokolade) erlaubte den teilweisen oder völligen Verzicht auf Kakaobestandteile. Das Produkt ähnelte zuerst weißer Schokolade und wurde zum Einzelhandelsverkaufspreis von 50 Pfennig verkauft. Bald folgte aber eine andere Rezeptur, die aus Hartfett, Zucker, Molke und Kakaopulver sowie Erdnüssen bestand. Der Kakaogehalt lag bei 7 Prozent.[1] Der Preis betrug bis zur Einstellung der Produktion 80 Pfennig. Die Schlager-Süßtafel war das erste einer ganzen Reihe von verschiedenen Substitutionsgütern, die aus Mangel an importierten Rohstoffen (besonders Kakao) in den 1980er Jahren produziert und verkauft wurden. Die Verpackung galt als Musterbeispiel des DDR-Industriedesigns.

Schlafittchen oder fälschlicherweise Schlawittchen (Schlafittich, Schlagflügel), auch Schlafittl, ist eine redens- und mundartlich weitverbreitete alte Bezeichnung für Hemd- oder Jackenkragen, bzw. Rock- oder ärmelzipfel, abgeleitet von Fittich (Flügel). Verwendet wird das Wort im Zusammenhang der Redewendung am Schlafittchen packen im Sinne von jemanden am Weglaufen hindern, ähnlich wie man Geflügel am Flügelansatz fasst.

Der Schlawiner (auch Schlawuzi oder Schlawack) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung, die sowohl anerkennend als auch beleidigend gemeint sein kann. Sie bezeichnet
• einen pfiffigen, gerissenen, lebhaften Menschen,
• oft auch ein solches Kind; synonym: Schlingel (in seiner heutigen Bedeutung), Schalk,
• einen gerissenen Gauner,
• einen unzuverlässigen Menschen.Begriff eingesandt von Anita Hohmann

Ursprünglich in der Jägersprache das Schießen aus der Hüfte ohne sorgfältiges Zielen. Davon abgeleitet:
Der Begriff der Schnappschussfotografie bezieht sich in der Fotografie auf eine weite Palette von Arbeiten, die sich mit der Darstellung von Motiven ohne gesondertes vorheriges Arrangement sowie mit offensichtlicher Spontaneität auseinandersetzen.
Unter Schnappschuss (englisch snapshot) versteht man in der Informationstechnik eine Momentaufnahme eines Systems oder Objekts.

Schnittchen, oder Canapés, auch Kanapees (im 18. Jahrhundert von französisch canapé Sofa in der ursprünglichen Bedeutung entlehnt, in der übertragenen als üppig belegte Brotscheibe vermutlich um 1900 aus dem Englischen) sind in der gehobenen deutschen Küche mundgerecht geschnittene Vorspeisen oder Appetithäppchen, die aus der klassischen französischen Küche stammen und die so klein sind, dass sie leicht in einem oder zwei Bissen zu essen sind. Canapés werden daher ohne Besteck serviert (Fingerfood) und gehören zu den Speisen, die traditionell bei Empfängen und Cocktail-Partys gereicht werden, weshalb sie auch Cocktailhappen genannt werden. Ebenfalls zu den Canapés zählt man kleine Gebäckstücke aus Blätterteig, sofern sie kalt serviert werden und nicht süß sind.

Beliebter Nachtisch in schlechten Zeiten: Schlacker oder Schlackermaschü
Eiweiß sehr steif schlagen, Puderzucker unterheben, etwas roten Saft dazugeben, so dass es eine schöne rosa Farbe gibt. Portionsweise auf Glasteller füllen. Rundum Vanillesoße gießen, so dass in der Mitte ein rosa Hügel zu sehen bleibt. Mmmmmh… Renate Rubach (Rezepte, Omas Küche)

in Betrieben des Baugewerbes vom Arbeitsamt in der Zeit vom 1.11. bis 31.3. gewährte Ausgleichszahlung, wenn aus Witterungsgründen an einzelnen Tagen nicht gearbeitet wurde; 1996 durch das Winterausfallgeld ersetzt.

Als Schleichhandel bezeichnet man den unter Umgehung von gesetzlichen Vorschriften (z. B. Zollpflicht: Schmuggel) durchgeführten Warenhandel; er wird strafrechtlich verfolgt. Eine Sonderform des Schleichhandels ist der Schwarzhandel oder Schwarzmarkt.

Schleisse, von dem Zeitworte Schleissen. Gewöhnlich führen dünne lange geschlissene oder gespaltene Späne, Leuchtspäne, Eschlichium, Fr. Eclisse, den Namen der Schleissen, von welcher Art, besonders die aus dem Holze des Kienbaums gerissene Späne sind, deren sich die gemeinen Leute auf dem Lande, und nahe an holzreichen Wäldern anstatt der Lichte und Fackeln bedienen. Sie sind gewöhnlich so lang, als die Scheite, woraus sie gespalten werden, 2 bis 3 Finger breit. Man spaltet sie gewöhnlich, nachdem sie breit sind, nach der Länge zwei= bis dreimal. Bei den Wundärzten führen die abgezupften oder geschabten Fäden, Charpie genannt, in manchen Gegenden gleichfalls den Namen der Schleissen.

In den Hungerjahren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Wenigen, was an Nahrungsmitteln zur Verfügung stand, Suppen mit phantasievollen Namen gekocht. Ida Slomianka beschreibt ein Rezept, das aus Wasser, Kartoffelstückchen und einer Prise Salz besteht, aber hervorragend geschmeckt hat. Siehe: Tuberkulose oder Typhus?

Die Schlüsselgewalt als familienrechtlicher Begriff bezeichnet das Recht von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern, Rechtsgeschäfte, die zur Deckung des Lebensunterhalts beitragen, auch mit Wirkung für oder gegen den anderen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner durchzuführen. Das bedeutet, dass der Gläubiger eines Geldbetrages diesen auch von dem anderen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner fordern kann. Historisch geht die Schlüsselgewalt bis in die Antike zurück. Im Mittelalter trugen verheiratete Frauen einen Schlüsselbund als sichtbares Zeichen ihres Rechtes. Es war besonders für Ehefrauen bedeutungsvoll, da sie außerhalb der Schlüsselgewalt für onerose (verpflichtende) Rechtsgeschäfte unter der Vormundschaft ihres Ehemannes standen.

Ruhrpottslang für eine unseriöse Person; kann sich sowohl auf unsauberes Äußeres wie auch auf amoralisches Handeln beziehen (Und da tut mich den Schmierlapp doch für son Dubbel glatt en Fuchs abknöppen wolln.).

sind Seifen, die aus weichen Fetten oder ölen mit Kalilauge hergestellt werden. Sie sind somit ein Gemisch von Kalium-Salzen der höheren Fettsäuren (z.B. Kaliumpalminat, Kaliumstearat).

mniederd. smōk, niederd. Form von Schmauch] (nordd.): Rauch, Qualm.

jidd. schmonzes = Unsinn, H. u.; viell. zu Schmus. (ugs. abwertend): Geschwätz , überflüssiger Kram.

(ugs.): gemütlich etw. Unterhaltendes, Spannendes o. ä. lesen: er schmökert.

sollen ihre Entstehung (um 1089) dem Grafen Fulko von Anjou oder Angers zu verdanken haben, der wegen seiner deformierten Füße vorn lang zugespitzte Schuhe trug.

aus Talkum hergestellte Kreide zum Markieren von Stoffen in der Maßschneiderei.

Schneewittchensargumgangssprachlich, (liebevoll) für den Messerschmitt Kabinenroller, ein Rollermobil des deutschen Konstrukteurs Fritz M. Fend. Die ersten Mobile nannten sich Fend Flitzer und wurden in Rosenheim hergestellt, bevor im Januar 1953 die Serienproduktion des KR 175 im Messerschmitt-Werk Regensburg (Regensburger Stahl- und Metallbau) begann.
Der Volvo P1800 ES wurde ebenfalls, wegen seiner gläsernen Heckklappe als Schneewittchensarg bezeichnet.

Auch Schnippdohle – so bezeichnet man meist eine jüngere Weiblichkeit, die sich nichts sagen lassen will und mit schnippischen Antworten reagiert.
Begriff und Erklärung eingesandt von Anita Hohmann

die Zeitschrift Burda Moden seit 1949 enthielt Schnittmuster-Bögen, die es den Leserinnnen erlauben, in Heimarbeit die Modelle aus dem Magazin nachzuschneidern.

ein Spiel, bei dem eine Gruppe von Personen Hinweisen folgt, die von einem Veranstalter ausgelegt wurden, um eine Belohnung an einem Zielort zu finden.

Altes Zählmaß, 1 Schock = 3 Stiegen = 4 Mandel = 5 Dutzend = 60 Stück. Meine Oma sagte, wenn ich ein Gesicht zog: Du machst eine Lippe, da kann ein Schock Hühner drauf sitzen.
Das Schock ist eine Rechnungsmünze und betrug 60 alte silberne Groschen oder Wilhelminer, welche unter Kurfürst Friedrich II. von Sachsen und Herzog Wilhelm in Meißen um 1408 bis 1482 zu 160 Stück auf die Mark geprägt wurden. In: H. A. Mascher: Die Grundsteuer-Regelung in Preußen auf Grund der Gesetze vom 21. Mai 1861. Döring, 1862.

Oder auch: Schokoladenjahresendhohlkörper. So wurde in der DDR der Schokoladen-Weihnachtsmann korrekt bezeichnet.

Ein Scholion ist eine Randnotiz in einer antiken oder mittelalterlichen Handschrift und bringt eine Erläuterung zu einer sprachlich oder inhaltlich schwierigen Textstelle. Scholien sind am Rand eines Textes (als Marginalscholien) oder zwischen den Zeilen (als Interlinearscholien) eingetragen. Ihre unbekannten Autoren werden Scholiasten genannt. Wenn eine solche Notiz nur dazu dient, einen wenig bekannten Begriff (oft ein Fremdwort) aus dem Text knapp zu definieren − etwa durch bloße Angabe eines Synonyms −, wird sie Glosse genannt. Der Übergang zwischen Glossen und Scholien (ausführlichere Erläuterungen) ist fließend.

Karrendienst als Strafvollzug7. September 1609
Ein Karrendienst für inhaftierte Frevler ist gleichzeitig Müllabfuhr und Strafvollzug. Die Übeltäter werden morgens zu zweit oder zu dritt vor eine große, zweirädrige Karre gespannt. Auf ihrer Brust tragen sie an einem krummen Eisen so viele Glöckchen wie sie noch an Jahren zu karren haben. Auf das Klingeln hin bringen die Hausmädchen den Unrat vor die Tür.
1620 macht das Zuchthaus die Schottsche Karre – nach dem ersten Delinquenten, Michael Schotte – entbehrlich.

Schrankpapier ist ein praktischer Schutz für alle Schubladen und Innenflächen von Schränken. Es kann leicht auf die gewünschte Größe zurechtgeschnitten werden, die spezielle Beschichtung schützt die Möbel effektiv vor Schmutz und Kratzern. Zudem verbreiten die bunten Motive gute Laune. Schrankpapier wird aufgeklebt, oder mit Reißbrettstiften auf den Regalbrettern festgesteckt.

Veraltete Bezeichung für ein schreckliches altes Weib, die gehasste Lehrerin usw. Lesen Sie zu diesem Begriff: Eine wahre Schreckschraube von Bernd Herzog.

Der Schriftsetzer oder auch Setzer war ein Ausbildungsberuf im Druckhandwerk und in der papierverarbeitenden Industrie zur Her- und Zusammenstellung bzw. Weiterverarbeitung von druckfähigem Material für den Buchdruck. Geläufig waren auch die Bezeichnungen Handsetzer und, als Gegensatz, der an Maschinen arbeitende Maschinensetzer, wobei beide umgangssprachlich auch Bleisetzer genannt wurden. Der Schriftsatz ist auf Johannes Gutenberg zurückzuführen, der etwa um 1445 den Buchdruck mit beweglichen und wiederverwendbaren Lettern in Europa erfand.

länglicher, löffelartiger Gegenstand, der bei der Ferse in den Schuh gehalten wird, um das Anziehen der Schuhe zu erleichtern.

Kurzwort für Schutzpolizist, Polizeibeamter

Schusterjungen (auch: Waise)) und Hurenkind (auch: Witwe sind in der Typografie zwei unterschiedliche, aber verwandte Typen von Satzfehlern, die den Leserhythmus stören und unästhetisch sind.
Als Schusterjunge (heute eher Waisen- oder Findelkind zu englisch orphan) wird eine am Seiten- oder Spaltenende stehende Zeile eines neuen Absatzes bezeichnet, der auf der Folgeseite fortgesetzt wird – die sich also vorwitzig wie ein Schusterjunge auf die vorhergehende Seite wagt.

auch Karbonate oder falsche K. - Bauchfleisch, Wammerl, durchwachsener Speck, dünn geschnitten, paniert und wie ein Wiener Schnitzel scharf gebraten.

Unter dem euphemistischen (verschleierndem) Begriff Schutzhaft wurden in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland Regimegegner und andere missliebige Personen allein aufgrund einer polizeilichen Anordnung inhaftiert, ohne dass dies einer richterlichen Kontrolle unterlag, etwa im Wege der Haftprüfung. Dies geschah anfänglich überwiegend durch Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen wie der SA und der SS, später durch die auch aus SS-Angehörigen bestehende Gestapo. Die Gefangenen wurden in – der nationalsozialistischen Partei unterstehenden – Haftstätten, den Konzentrationslagern (zunächst als KL, später als KZ bezeichnet) festgehalten, misshandelt bzw. auch ermordet.
Durch Friedrich Wilhelm IV. wurde im Gesetz zum Schutze der persönlichen Freiheit vom 24. September 1848 der Begriff Schutzhaft eingeführt. So wurden zum Beispiel in der Kaiserzeit obdachlos gewordene Personen und Landstreicher ohne richterliche Anordnung oft in Polizeigewahrsam genommen. Auch die Schutzhaft während des sog. Dritten Reichs unterlag keiner richterlichen Kontrolle.

Der Schwank (mhd. swanc lustiger Einfall) ist eine volksnahe Erzählung oder ein Theaterstück. Er dient nicht der Verspottung wie die Komödie, nicht der großen Heiterkeit wie das Lustspiel, nicht der derben Ausgelassenheit wie die Posse, sondern er bietet leichten Humor, harmlose Heiterkeit ohne Problematik, unbeschwerte Fröhlichkeit.

Auch Schleichhandel, man versteht darunter ganz allgemein einen illegalen Markt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Versorgungslage der Bevölkerung sehr schlecht. Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs waren nur gegen Lebensmittelmarken und in geringen Mengen legal in Geschäften erhältlich. Neben diesem legalen Markt entwickelte sich ein illegaler Schwarzmarkt, auf dem alles erhältlich war, allerdings zu stark überhöhten Preisen oder gegen Bezahlung in Zigaretten (Zigarettenwährung). Er verschwand trotz häufig durch die Polizei stattfindender Razzien erst nach der Währungsreform 1948, als staatliche Reglementierung abgeschafft und dadurch Marktpreisbildung möglich war (Plötzlich waren die Läden wieder voll).

Einen angestellter Melker z.B. auf Gutshöfen nannte man früher in Norddeutschland hier und da Schweizer, da solche vielfach aus den französischen Kantonen kamen. Personen, die Viehzucht und Molkerei nach Schweizerart zu treiben verstehen nennt man Schweizer, auch wenn sie nicht aus der Schweiz sind: ein Schweizer oder eine tüchtige Viehmagd gesucht. Gieszener Zeitungsanzeige aus dem j. 1873; vgl. Schm. 2, 653; Schweizer, Beaufsichtiger der Kühe in Meiereien.

so bezeichnete man einen Mann, der es ugs. faustdick hinter den Ohren hat bzw. im Handumdrehen jemand hinters Licht führt.
Begriff und Erklärung eingesandt von Anita Hohmann

Bei der Schwindsucht handelt es sich um Tuberkulose. Diese Infektionskrankheit, die auch als weiße Pest oder bleiches Sterben bezeichnet wurde, glich in ihrer verheerenden Ausbreitung einer Seuche. Da im Volksmund früher die genauen Bezeichnungen für Krankheiten nicht bekannt waren, beschrieb man einfach bestimmte typische Merkmale. Die Namensgebung Schwindsucht ist einem wesentlichen Symptom zuzuschreiben: dem gravierenden Gewichtsverlust.
Umgangsspr., scherzhaft auch für fehlendes Geld, das hat das Portenonnaie Schwindsucht.

Schwindelkurs nannte die Staatsführung der DDR den Wechselkurs zwischen D-Mark und DDR-Mark in West-Berlin.

Mit dem Begriff ist das Verhältnis zwischen den Geschwistern des einen zu den Geschwistern des anderen Ehe- oder Lebenspartners sowie das Verhältnis zwischen den Ehegatten oder Partnern von echten (in gerader Linie verschwägerten) Schwägern oder Schwägerinnen gemeint. Der Bruder meines Schwagers ist also der Schwippschwager, seine Schwester die Schwippschwägerin.

umgangsprachlich, (nicht besonders freundlich) für: Pkw-Gepäckträger-Behältnis, Dachbox.

Die Tuberkulose, auch Phtisis genannt (kurz TBC, früher auch als Schwindsucht oder Morbus Koch, umgangssprachlich als die Motten bezeichnet, lat. tuberculum kleines Geschwulst) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt.

Ugs. Bezeichnung für Fünfpfennigstück, Ein Sechser oder 'Sechs Richtige im Lotto' sind der Traum jedes Lottospielers, die schlechteste Note im deutschen Notensystem.

Seemannssprache für: nicht mehr voll seetüchtiges Wasserfahrzeug, das die Seelen der Passagiere und Besatzungsmitglieder verkauft.

Das Schiemannsgarn wurde aus alten Tauen gewonnen und von den Seeleuten dazu benutzt, Leinen und Trossen zu umwickeln. Schiemannsgarn drehen oder Schiemannsgarn spinnen war auf Segelschiffen eine untergeordnete Arbeit, die bei Schönwetter erledigt wurde. Weil sie recht langweilig war, erzählten sich die Seeleute unterdessen, was sie erlebt hatten und worüber sie sich Gedanken machten – Sagen, Schwänke und Döntjes gehörten dazu. Auf diese Weise bekam Schiemannsgarn spinnen mit der Zeit eine andere Bedeutung: das Erzählen wurde Hauptsache, die Arbeit Nebensache, bis man das Erzählen allein so bezeichnete. In jüngerer Zeit ersetzte Seemannsgarn spinnen oder kurz Garn spinnen die alte Redewendung, und unter echtem Seemannsgarn versteht man heutzutage jene Erlebnisberichte von Seeleuten im Grenzbereich zwischen Wahrheit und Phantasie, die alle etwas undurchsichtig, dafür aber glaubhaft-eindrucksvoll sind. Allerdings weiß der Zuhörer nie genau, ob er auf den Arm genommen wird oder nicht.Quelle: Wikipedia.de

Das Seidel war ein Volumenmaß für Flüssigkeiten und ein Getreidemaß. Je nach Region war das Maß verschieden. In der Schreibweise Seitel war es ein ungarisches Hohlmaß. Im Deutschen war Seidel gleich dem Nößel und Seidlein der Schoppen. Als böhmisches Bergwerksmaß war es der Seidel dem 4 Kübel entsprachen.

oder doppeltes Brötchen (v. lat.: simila = Weizenmehl) sind kleine Brote aus Weizen- oder Roggenmehl.

auch Gevatter Tod, Freund Hein (veraltet selten) mit einer Sense mähender Mann, Schnitter, der Tod.

ein in der Handsetzerei verwendeter Schriftkasten für Bleilettern.

SextantEin Sextant (Spiegelsextant, auch Sixtant) ist ein nautisches und optisches Messinstrument, mit dem man den Winkel zwischen den Blickrichtungen zu relativ weit entfernten Objekten, insbesondere den Winkelabstand eines Gestirns vom Horizont, bestimmen kann. Er wird hauptsächlich zur Höhenwinkel-Messung von Sonne und Sternen für die astronomische Navigation auf See verwendet, seltener auch in der Luftfahrt und bei Expeditionen. Früher wurde er auch in der Astronomie und der Landesvermessung verwendet.

Leichenverbrennung AuschwitzWährend der Judenvernichtung bezeichneten jüdische Zeitzeugen diese mit dem hebräischen Substantiv שׁוֹאָה Shoa (Sho'ah, Schoa(h)q>). Dieses bezeichnet in der Bibel (Jes 10,3 EU) eine von Gott gesandte ausländische Bedrohung des Volkes Israel, übersetzt als ‚Unheil' oder ‚Heimsuchung'. Davon ausgehend bezeichnet es allgemein für ganze Völker existenzbedrohende Geschichts- oder Naturereignisse, übersetzt etwa als ‚große Katastrophe', ‚Untergang' oder ‚Zerstörung'.
Heute wird eher mit dem Wort Holocaust, seit etwa 1960 in den Vereinigten Staaten und seit 1978 auch in vielen Staaten Europas, darunter der Bundesrepublik Deutschland, üblicherweise jenes Ereignis bezeichnet, das die Nationalsozialisten selbst Endlösung der Judenfrage nannten: die Vernichtung von etwa sechs Millionen europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus. Bild: Leichenverbrennung durch das Sonderkommando KZ Auschwitz-Birkenau, August 1944

Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien (rumänisch Ardeal oder Transilvania, ungarisch Erdély, siebenbürgisch-sächsisch Siweberjen) ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer wechselvollen Geschichte. Heute liegt Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens.

Die Siebenbürger Sachsen sind eine deutschsprachige Minderheit in Rumänien, im Landesteil Siebenbürgen.

adj., schweizer. sìbetìk als Scheltwort für einen dicken Mann.
Die Strohbären, sieben dick mit Stroh umwickelte Jungen, treiben am Aschermittwoch im hessischen Wanfried-Heldra den Winter aus.Siehe Wörterbuch der Gebr. Grimm

Das Siechenhaus (auch Kottenhaus, Gutleutehaus) ist ein spezielles, meist etwas abseits gelegenes Quarantänehaus, in dem Kranke verwahrt wurden, wenn man Ansteckung befürchtete.

Die Redewendung kommt angeblich aus dem Berg- und Hüttenwesen. Um das in Blei enthaltene Silber zu trennen, wurde früher Blei bei großer Hitze abgedampft bis sich das enthaltene Silber als deutlich helleres oder glänzenderes, flüssiges Metall absetzte. Diesen Moment nannte man Silberblink oder auch Silberblick. Ob das ständige Beobachten der abdampfenden Metallschmelze und die Belastung mit den giftigen Bleidämpfen bei den Arbeitern zum Augenfehlstand führte, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Einleuchtender scheint uns diese Erklärung: Wenn wir etwas sehr nahe vor die Augen halten, dann fangen wir an zu schielen, sobald wir diesen Gegenstand fokussieren. Wenn jemand seinen Blick nur aufs Geld richtete, das früher aus Silber geprägt wurde, hatte er einen Silberblick. Irgendwann wurde der Silberblick dann zum Synonym für Schielen.

Durch Sockenhalter soll verhindert werden, dass die Socken rutschen. Dies war besonders früher erforderlich, als es den elastischen Sockenrand noch nicht gab. Sockenhalter sind Gebilde aus elastischem Gummiband (in Hosenträgerbreite 25 mm), meistens ergänzt durch einen Metallverschluss und einen Kunststoffhalter mit Lederschlaufe. Der Sockenhalter wurde am Unterschenkel befestigt; der Umfang konnte mit einer Schiebeschnalle angepasst werden. Der Metallverschluss mit Kunststoffhalter wurde in den oberen Sockenrand eingeklemmt.

Eine Sofortbildkamera ist ein Fotoapparat, der unmittelbar nach dem Auslösen den Papierfilm entwickelt, fixiert und als fertiges Bild auswirft. Am 21. Februar 1947 stellte der Physiker Edwin Herbert Land auf der Versammlung der Optical Society of America einen neuartigen, Land camera genannten Fotoapparat in der Bauart einer Balgenkamera vor, der man kurz nach der Aufnahme ein fertiges Positivbild entnehmen konnte. Die eigentliche revolutionäre Neuerung jedoch lag weniger in der Kamera als vielmehr im dazugehörigen Film: Erstmals kam ein Schnellentwicklungsverfahren zum Einsatz, das noch an Ort und Stelle das belichtete Negativ auf ein Positiv übertrug.Quelle: Wikipedia

Soleier sind in starker Kochsalzlösung eingelegte, hartgekochte Eier. Durch die Salzlösung werden die Eier konserviert und bleiben ohne Kühlung einige Zeit haltbar. Sie sind ein traditionelles Gericht besonders der Berliner Küche und gehörten dort in Kneipen zum Standardangebot aus dem Hungerturm.Quelle: Wikipedia

Der vor allem im 19. Jahrhundert verbreitete Begriff Sommerfrische wird im Wörterbuch der Brüder Grimm definiert als Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit oder Landlust der Städter im Sommer.

SonntagsschuleDie Sonntagsschule dient in vielen, vor allem protestantischen Kirchen der sonntäglichen Katechese von Kindern und - seltener - Jugendlichen oder Erwachsenen. Sie hat sich heute häufig zum sogenannten Kindergottesdienst entwickelt. Ursprünglich vermittelte die Sonntagsschule nicht nur religiöses Wissen, sondern half auch bei der Alphabetisierung unterprivilegierter Schichten. Diese Funktion hat sie bis heute noch in manchen unterentwickelten Ländern.Quelle: Wikipedia, Bild: Sonntagsschule der Baptistengemeinde Jever, 1920

Sonntagsstaat ist Bezeichnung für eine besonders repräsentative Kleidung, die vom Besitzer nur für besondere Anlässe – wie beispielsweise den sonntäglichen Kirchgang – getragen wird. Der Wortbestandteil Staat stammt von dem plattdeutschen Adjektiv staatsch, das für ansehnlich und prachtvoll steht und mit dem hochdeutschen Adjektiv stattlich verwandt ist. Der Begriff Sonntagsstaat wird im 21. Jahrhundert eher selten verwendet. Verbreitet sind noch die Bezeichnungen Sonntagskleidung; beim Mann der Sonntagsanzug und bei der Frau das Sonntagskleid.Quelle: Wikipedia

Als Sod oder Sodbrunnen wird ein gegrabener Schachtbrunnen bezeichnet, dessen meist runder Brunnenschacht bis zum Grundwasserspiegel abgeteuft und meist mit trocken geschichteten Bruchsteinen oder Kieseln ausgekleidet ist. Der Sodbrunnen benötigt eine Hebevorrichtung, mit deren Hilfe das Wasser an die Oberfläche befördert wird. Es gibt einfache Schöpfbrunnen, Ziehbrunnen mit Haspel, Galgbrunnen oder Pumpbrunnen. Burgbrunnen sind häufig Sodbrunnen. Der Spruch: Morgenrot bringt Water in'n Sod bedeuted so viel wie: Morgenrot zeigt Regen an und bringt Wasser in den Brunnen.

Ein Sparbuch ist ein qualifiziertes Legitimationspapier und weist die Geldbewegungen, Einzahlungen, Auszahlungen, Zinsen usw. eines Sparkontos aus. Die Zinsen wurden am Jahresende vom Geldinstitut eingetragen und mit Stempel und Unterschrift rechtwverbindlich bestätigt. Heutige Geldinstitute geben keine Sparbücher mehr aus, die Konten werden elektronisch geführt und bestenfalls erhält man noch eine Plastikkarte als Kontennachweis.

Sportwettbewerb für Kinder und Jugendliche in Schulen, auf Kreis- und Bezirksebene sowie im Endausscheid DDR-weit durchgeführt; diente der Talentesichtung und Nachwuchsgewinnung im Sport. Höhepunkt war das Turn- und Sportfest in Leipzig.

Der Spind ein einfacher, mannshoher Schrank zur Aufbewahrung von Arbeits- und Wechselkleidung.

Als Spindel bezeichnet man: 1) Die Webspindel wurde vor der Erfindung des Weberschiffchens zum Aufwickeln des Webfadens benutzt. 2) Den spitz zulaufenden Anfang beim Federkiel, meist Spule genannt, 3) ein Aräometer, ein Messinstrument zur Dichtebestimmung von Flüssigkeiten, das auf der Auftriebsmessung beruht.

bezeichnet ein mageres Leichtgewicht. Der Suppenkaspar ist eines der pointiertesten und das wahrscheinlich bekannteste der Kapitel des Struwwelpeters. Es erzählt in wenigen Versen die Geschichte eines Jungen, der sich weigert seine Suppe zu essen und daher innerhalb weniger Tage verhungert.
Lesen Sie auch: Woanders schmeckt es viel besser oder Es hat gefunkt von Günter Matiba

Das Spinnrad ist ein technisches Hilfsmittel zum Verspinnen von Fasern zur späteren weiteren Verarbeitung (z. B. Weben, Stricken). Beim Verspinnen werden lose Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Auseinanderziehen zu einem Faden verarbeitet.

DDR-Markenname für spezielle mit Kunstharz gebundene Schichtstoffplatten, bekannt insbesondere durch die damit beschichteten Küchenmöbel. In der BRD hies der Werkstoff Resopal.

Unter Sprickholz wurde das abgefallende und verfaulende Leseholz, unter Fallholz das windbrüchige und anders abständige Holz verstanden. Sprickholz wurde im Wald gesammelt, gebündelt und zum Feueranmachen verwendet.

Die Feuerwache (auch (Feuerwehr-) Gerätehaus, Spritzenhaus oder Feuerwehrmagazin) ist die Unterkunft der Feuerwehr in einem Ort, oft auch Ersatzkerker in kleinen Orten.

Becken unter dem Wasserhahn (meist aus emaliertem Gusseisen oder Steingut),
nordeutsche Bezeichnung: Handstein, Ausguss.

Stammlager IVStalag, Abk. für Stammlager war in den Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Bezeichnung für größere Kriegsgefangenenlager, in denen die Kriegsgefangenen registriert und von wo aus sie auf Arbeitskommandos verteilt wurden. Kriegsgefangene wurden nach Offizieren und Mannschaftsdienstgraden getrennt untergebracht. Die Lager für Offiziere hießen Oflags (Offizierslager), die Lager für Mannschaften Stalags (Stammlager). Lesen Sie dazu: Internierung in Argentinien und Kriegsende in der Ferne Lagertoreingang des Stammlagers IV B bei Mühlberg/Elbe, via Wikimedia.de

Die Stambuline ist ein Gehrock mit Stehkragen, ein wesentlicher Teil der höfischen Garderobe des Tanzimat, einer Modernisierung des Osmanischen Reichs.

Standesdünkel bezeichnet den spezifischen Hochmut eines Standes gegenüber anderen, als niedriger erachteten Ständen.

Ständegesellschaft bezeichnet in den Humanwissenschaften einen hierarchisch geordneten Teil einer Gesellschaft aus abgeschlossenen sozialen Gruppierungen – den Ständen oder Geburtsständen – mit eigenen rechtlichen, sozialen und kulturellen Normen, deren Zusammenhalt auf Gemeinsamkeit in Abstammung, Beruf, Besitz oder Bildung besteht.

Eisernte auf dem zugefrorenen SeeFrüher auf zugefrorenen Seen mit der Schleppsäge geerntetes Eis, das im Eiskeller unter Stroh gelagert, bis in den Sommer frisch hielt; später Fabrikeis, das z.T. ambulant verkauft wurde.

Das Stanniol (von lateinisch stagnum, stannum, ursprünglich eine Bleisilberlegierung, später Zinn), auch Zinnfolie, ist eine dünn ausgewalzte oder gehämmerte Folie aus Zinn. Heute wird die Bezeichnung umgangssprachlich auch für Folien aus Aluminium (Alufolie) verwendet, da Produkte aus dem wesentlich kostengünstigeren Aluminium das Stanniol aus seinen Anwendungsgebieten verdrängt haben.
Im militärischen Gebrauch dienten dünne Stanniol-Streifen mit exakt definierter Länge als Täuschkörper zum Schutz vor Radarerfassung. Dort werden solche Streifen Düppel genannt (im englischen Sprachgebrauch Chaff) und bestehen heute meist aus metallbedampften Kunstfasern oder leitfähigen Kohlenstofffasern. Die britische Armee erbeutete im Zweiten Weltkrieg durch die Operation Biting ein Würzburg-Radar, um die für die verwendete Frequenz passende Stanniolstreifen-Länge zu ermitteln. Einer der wohl bekanntesten Einsätze von Stanniolstreifen zum Schutz vor Ortung erfolgte während der Operation Gomorrha 1943 über Hamburg.

der Volksmund bezeichnete das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, kurz MfS, als Stasi (Kurzform von Staatssicherheit).

Die Staufferbüchse oder Stauferbuchse ist ein Schmierstoffgeber.

nach der amerik. Herstellerfirma Stauffer Chemical Company: Fett aus Schmieröl.

Was im Englischen hobby heißt, wurde im Deutschen früher häufig als Steckenpferd bezeichnet.

Der Stehkragen ist ein wesentliches Stilmerkmal des Hemdes im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Kragenform wurde etwa ab 1850 vorwiegend getragen. Heutzutage haben moderne Hemden einen Umlegekragen, der den schmalen Krawattenteil verdeckt. (Siehe auch Vatermörder)

Ein Ausrüstungsgegenstand des hochalpinen Bergsteigers. Sie werden am Schuh befestigt und dienen einer sicheren Fortbewegung auf Schnee- und Firnfeldern, Eisflächen und Gletschern. Oder ein Metallbügel zum Erklettern hölzerner Leitungsmasten.

Der Ausdruck steiler Zahn war als Bezeichnung für eine besonders attraktive Frau in den vergangenen Jahrzehnten besonders in der Jugendsprache gebräuchlich, gilt heute aber bereits als veraltet. So heißt es in einem Artikel der Jugendzeitschrift »Bravo«: »Er sang von »steilen Zähnen«, von Petticoats und Pferdeschwanzfiguren - im Sound der verrückten 50er-Jahre«

Paukerveraltet, abwertend für Lehrer (Pauker). Anspielung auf die im 19. bis ins 20. Jahrhundert übliche körperliche Züchtigung der Lehrer durch Schläge mit dem Rohrstock auf Hände und Gesäß.

Die Stellmacherei ist ein Beruf. Sie entstand im frühen 19. Jahrhundert aus den beiden Berufen Wagner und Rademacher.

früher: zum Arbeitsamt gehen, Stempelgeld = Arbeitslosenunterstützung. Die Bezeichnung rührt von den Stempeln, mit denen sich ab den 1920er Jahren Arbeitslose den Besuch auf dem Arbeitsamt auf einer Stempelkarte bestätigen lassen mussten.

SteertpoggWas ein Steert ist, nämlich ein Schwanz, ist vermutlich bekannt. Eine Pogge ist im niederdeutschen ein Frosch. Ein Steertpogg, ein Froschschwanz, ein Frosch mit Schwanz ist also eine Kaulquabbe. Diesen Namen erhielt der einachsige Karren, der vor allem von den ärmeren Torfbauern benutzt wurde, die sich kein Pferd leisten konnten, weil der Karren auf den damaligen schlechten Straßen hin und her wackelte wie eine Kaulquabbe. Sie spannten sich selbst und den Hund vor den Karren und wanderten die 25 Kilometer nach Hamburg und zurück, um ihren Torf zu verkaufen. Auf dem Rückweg brachten sie den hamburger Straßendreck, Pferdemist, mit, der zur Düngung ihrer Äcker diente. Außerdem brachten sie auch die neuesten Nachrichten aus Hamburg mit, weshalb die erste Zeitung auf Norderstedter Gebiet den Namen Steertpogg erhielt, heute Heimatspiegel. Bild: Norderstedt / Steertpogg um 1850

Der Raummeter (rm) oder Ster (st) ist ein Raummaß für Holz und die gebräuchlichste Maßeinheit beim Handel mit Brennholz. Ein Raummeter (1 rm) entspricht einem Würfel von einem Meter (1 m) Seitenlänge, also einem Rauminhalt von einem Kubikmeter (1 m³), geschichteter Holzstücke unbestimmter Länge, gespalten oder ungespalten, einschließlich der Zwischenräume in der Schichtung. Der Ster (vom altgriechischen στερεός stereos, ‚starr, hart, fest') ist ein älteres Raummaß, welches einen Raummeter Holzscheite von 1 Meter Länge bezeichnet.[1] Allerdings wird umgangssprachlich zuweilen auch ein Raummeter kürzerer Holzscheite als Ster bezeichnet. Der Schüttraummeter (srm) entspricht einer lose geschütteten Holzmenge von einem Kubikmeter. Ein Festmeter (fm) bezeichnet die Menge Holzscheite, welche nach Abzug der Zwischenräume einen Kubikmeter Holz ergibt.Quelle: Wikipedia.org

Ein Stiefelknecht ist ein mit einem U-förmigen Einschnitt versehenes Brett, in das der Stiefel mit der Ferse zum Ausziehen eingelegt wird.

Der Brauch des Stiefeltrinkens in Deutschland geht auf die Jenaer Studenten im 16.Jh. zurück. Der Pfarrer Michael Stifel (1487-1567), hat in Lochau von der Kanzel herab den Weltuntergang zum 19.10.1533 verkündet. Der blieb, wir wir wissen aus. Die unheilvollen Ereignisse von Lochau haben Stifel ein Leben lang begleitet. Noch Jahrhunderte später erinnerten nicht nur die Studenten von Wittenberg und Jena in dem Spottlied Stifel muss sterben, ist noch so jung… an die missglückte Prophezeiung.
Ungeachtet seiner Verdienste um die Mathematik verfolgte ihn sein Ruf als Verkünder des Weltuntergangs und auch das Stifellied bis Jena. Betrat Professor Stifel ein Wirtshaus, wurde er mit diesem Lied empfangen. Er setzte ein Verbot des Liedes durch. Zum Ausgleich dafür tranken die Studenten Jenas reihum ihr Bier aus einem Stiefel, den sie dafür anfertigen ließen. Auch heute noch ist in unserer Gegend das Stiefeltrinken ein alter Brauch und das Lied des Professors ist hier noch gut bekannt.Begriff und Erklärung eingesandt am 19.10.2016 von Bernd Hopke

Alternativ Ostwestfalen, Ruhrgebiet: stickum. Etwas stiekum tun bedeutet meist etwas heimlich, leise tun (DUW). Bei Kluge wird es auf ein rotwelsches Wort stiekum zurückgeführt, das sich vom westjiddischen Wort schtieke ruhig ableite, welches wiederum auf hebräisch šeṯīqā(h) Schweigen zurückgehe. Es kann – wie das standardniederländische stiekem – auch eine negative Konnotation haben und dann so hintenrum bedeuten (so eine der im Rheinischen Wörterbuch angegebenen Bedeutungen, s. RhWb VIII, 678f.).

Deutschland: Im Berufsbildungsgesetz wird die Bezeichnung Auszubildender/Auszubildende verwendet. In der Handwerksordnung ist dagegen nach wie vor der Begriff Lehrlinge gebräuchlich, dem aber in Klammern das Wort Auszubildende angefügt wird (§§ 21 ff HwO). Umgangssprachlich spricht man auch von Azubi, Stift oder im oberdt. Raum Lehrbub/-mädchen. Die umgangssprachliche Bezeichnung Stift ist in Deutschland veraltet und gilt manchmal als abwertende Bezeichnung für den Auszubildenden, ebenso wie die bis in die 1960er Jahre bekannte Bezeichnung Lehrpieps.

Namenstafel in den Hausfluren von Mietshäusern.

Die Stopfnadel ist eine grobe Nadel für Wollfäden zum Stopfen von Löchern in Wollstrümpfen.

Stopfpilz aus HolzBeim Stopfen verwendete pilzförmige, hölzerne Unterlage.

Schema Socken stopfen Ein starkes Garn zum Stopfen von Löchern in Strümpfen oder zum Ausbessern von Dünnstellen. In den Nachkriegsjahren wurde nichts weggeworfen, sondern repariert.

Stragula (von lat. stragulum = Teppich, Decke) ist eine Linoleum-Imitation. Sie besteht aus mit Teer imprägnierter Pappe (Bitumenpappe), die vorzugsweise mit verschiedenfarbigen eingedickten Ölfarben in verschiedenen Mustern bedruckt wird. Stragula wurde von den Deutschen Linoleum-Werken hergestellt und war preiswerter als Linoleum. Es wurde überwiegend als Meterware zum Auslegen ganzer Räume verkauft, es gab aber auch Stragula-Läufer oder -stücke, deren Muster die von Orientteppichen nachahmten. Seit den 1970er Jahren wurde es durch den Kunststoff PVC weitgehend verdrängt.

1.) Mit der Bezeichnung Straßenfeger werden seit den frühen Jahren Sendungen des Deutschen Fernsehens mit sehr hohen Einschaltquoten bezeichnet, die dafür sorgten, dass die Straßen praktisch menschenleer waren, sie also wie leergefegt wirkten. Im Januar 1962 lief der dritte Durbridge-Sechsteiler Das Halstuch über die Bildschirme und löste eine nie da gewesene Begeisterung in allen Bevölkerungsschichten aus. Das Bild völlig leer gefegter Straßen an Sendeterminen der Durbridge-Reihe sorgte dann schließlich für die Entstehung des Begriffs Straßenfeger.
2.) Der Straßenreiniger (auch Straßenkehrer, Straßenfeger oder Straßenwischer) kümmert sich um das Säubern von öffentlichen Straßen und Wegen sowie Plätzen und Parkanlagen.

ein nach Gustav Stresemann benannter Anzug, der nur am Vormittag getragen und auch für andere Gelegenheiten, wie Trauerfeier, Staatsempfang oder Bankett getragen wird. Der Stesemann ersetzt den Cutaway.

MalgedichtDas Semikolon  ; (Plural: Semikola und Semikolons) oder Strichpunkt ist ein Satzzeichen zur Verbindung zweier Hauptsätze.

Als Malgedicht konnte man dazu diesen Spruch aufsagen:
Punkt, Punkt, Komma, Strich,
fertig ist ein Mondgesicht!
Zwei Hörner und ein Überrock
Fertig ist der Ziegenbock!

Stricknadeln bestehen aus Stahl oder Kunststoff, an den Enden etwas zugespitzt und dienen zur Herstellen von Maschen mit Hilfe eines Fadens und einer bzw. mehreren Nadeln.

befristete Stromabschaltung für ein größeres Gebiet.

Strohwitwer und Strohwitwe sind Bezeichnungen für in einer Ehe oder Beziehung lebende Partner, die zeitweilig allein leben, also Witwer bzw. Witwe auf Zeit sind. Typischerweise tritt eine solche Situation bei Reisen ein, die nicht gemeinsam unternommen werden. Die Beziehung besteht dabei weiter, eine Fortsetzung des gemeinsamen Lebensalltags ist zu erwarten.

In Preußen und Rußland, ein Name gewisser platter Flußschiffe, mit welchen man in Preußen Holz, Steinkohlen und Stroh auf den Flüssen hinabfährt. Die Strusen, welcher sich die Russen auf der Wolga bedienen, haben die Gestalt großer Schuten, sind mit Hütten und Buden versehen, haben Ruder und Segel und werden auch zum Kriege gebraucht. Adelung hält den Namen für Slavonischen Ursprungs.Siehe Oekonomische Encyklopädie von J.G.Krünitz

Stubben, ein im nördlichen Deutschland übliches Wort, den Stock oder das Stammende eines gefällten Baumes zu bezeichnen. Im Angelsächsischen Steb, Stybb, Engl. Stubb, Schwed. Stubbe. Es soll nach Adelung mit dem Lateinischen Stipes, Stipula, mit unserem Stoppel, stapfen, stumpf etc. nahe verwandt seyn. Im Niedersächsischen ist stunf, stumpf, abgestutzt.Siehe Oekonomische Encyklopädie von J.G.Krünitz

(von ital. stucco, Stück; eigtl: Rinde, überzug) ist ein gut formbare, schnell erhärtende Masse aus Gips, Kalk, Sand und Wasser (oder Leim).

einen Stein über ein stilles Wasser werfen, (norddt: Ditschen) der Stein sollte möglichst oft das Wasser berühren, bevor er versank.

Sturmbann ist ein Kompositum aus dem Substantiv Sturm und dem Wortstamm Bann des Substantivs Banner und bezeichnete in den 1930er Jahren die organisatorische Gliederung der Kampfverbände (SA, SS, NSKK) der NSDAP. Er war auch bei der Organisation des NSFK zu finden. Die übergeordnete Formation war die Standarte.
Die ursprünglich per Tradition aus der SA stammende Bezeichnung wurde in den anderen NS-Organisationen, so etwa seit 1930 auch von den bewaffneten SS-Verbänden (SS-Verfügungstruppe und SS-Totenkopfverbände) verwendet. Als 1942 aus ihnen die Waffen-SS hervorging, wurde dort das militärische Gegenstück als Einheitsbezeichnung vorherrschend.Ein Sturmbann umfasste in der Regel drei bis vier Stürme und konnte zwischen 250 und 600 Mann stark sein. Er entsprach beim Heer in etwa dem Bataillon.
So wurde in der Regel ein Sturmbann der Allgemeinen SS aus drei aktiven SS-Stürmen gebildet und von einem SS-Sturmbannführer geführt. Stürme eines Sturmbannes wurden mit arabischen Ziffern bezeichnet, während der Sturmbann selbst mit römischen Zahlen gekennzeichnet wurde: So wird beispielsweise 7/III als 7. Sturm des Sturmbann III gelesen. Der Sturmbann IV umfasste die Reserve, die aus Reservestürmen gebildet wurde. Diese Grundgliederung war in der gesamten Schutzstaffel zu finden, so auch in der Allgemeinen SS und ihren Reiterstandarten (einschließlich der R.St. Totenkopf) sowie in den Totenkopfverbänden.
Anfänglich war der Begriff Sturmbann auch in der Leibstandarte und der Verfügungstruppe gebräuchlich, wurde aber schnell in diesen SS-Verbänden durch die in der Wehrmacht üblichen Bezeichnungen abgelöst, was wiederum die Missbilligung Himmlers nach sich zog.

Ein Lehnwort aus dem Jiddischen, für Unsinn, Narrheit.

zu stutzen in der veralteten Bedeutung in modischer Kleidung

Stümmel = Abkürzung von Stümmelchen, Kosewort für ein kleines Kind.

mhd. stütze, zu  stützen: 1. (Bauw.) senkrecht stehender, tragender Bauteil, ugs. für Sozialhilfe.

Ein Südwester (engl. Sou'wester; norweg. Sydvest) ist eine wasserdichte Kopfbedeckung für Seefahrer. Er wird aus Öltuch oder Kunststoff als Obermaterial und teilweise Baumwolle als Futter hergestellt. Südwester haben eine breite Krempe, die hinten weit überhängt, damit kein Regenwasser in die Kleidung laufen kann. Die Benennung nach der Himmelsrichtung, aus der der meiste Regen kommt, kommt möglicherweise ebenso wie der Hut selbst aus dem Norwegischen.

Als Suffragetten (von englisch/französisch suffrage ‚Wahl‘) bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts (zentral 1903–1928) mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten (hier war die selbstgewählte Bezeichnung eigentlich suffragist), die vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Die Suffragettenbewegung wurde überwiegend von Frauen aus dem Bürgertum getragen.Quelle: Wikipedia.de

nach der Gestalt des Suppenkaspar aus dem Kinderbuch Der Struwwelpeter, Kind, das nicht essen mag.

Terrine, in der Suppe aufgetragen wird.