Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

S: von Sabberlatz bis Suppenterrine

Umgebinde für Babys, siehe auch Kleckerbuschen


Salär ist ein Synonym für Arbeitsentgelt und Sold. Etymologisch geht der Begriff auf das etwa bedeutungsgleiche französische salaire zurück, das seinerseits auf das Lateinische salarium zurückzuführen ist.


Eine Saline ist eine Anlage zur Gewinnung von Speisesalz. Salinen, die Siedesalz durch Verdampfung einer meist unter Tage hergestellten oder aus einer natürlichen Quelle stammenden Sole gewinnen. Meerwassersalinen, die als angelegte oder natürliche Salzgärten das Salz durch Verdunstung von Meerwasser freigeben.


im Deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm findet sich für Sargnagel folgende Erklärung: SARGNAGEL, m. bei den nagelschmieden, kleiner mit verzinntem rundem kopfe versehener nagel für den sarg.
Ugs. (scherzhft. für Zigarette).


Im Mittelalter wurde der Besitzer von Grund und Boden als Sasse bezeichnet (auch Saße, Sass oder Saß).

Der Begriff bezieht sich auf sitzen, erscheint in den Worten Sitz, Besitz, Wohnsitz, und kommt heute noch in den Worten Insasse oder ansässig vor. In den Worten: angelsächsisch sæt und altnordisch sát, bedeutet es Lager oder Hinterhalt.

Beispiel aus einem alten Text:

zu sasze kommen, nach hause kommen:
so er nu zu saze quam, des dages lieht ein ende nam.
Auch wird, besonders in der Jägersprache, der Aufenthaltsort, das Lager eines Hasen als Sasse bezeichnet. Siehe Wörterbuch der Gebrüder Grimm


Satan, m. Teufel. Das Wort stammt aus dem hebr. Widersacher, Verfolger, einer nominalbildung zu nachstellen, verfolgen, woraus griech. σατανᾶς und σατᾶν, lat. satanas, und innerhalb des germanischen: goth. gewöhnlich schwach flectierendes satana und starkes satanas, ahd. satanas, mhd. satanâs mit zahlreichen nebenformen: satinas, satanât, sathanat, satân, sathân Lexer handwb. 2, 612. Grimm myth.4 3, 292.

Im nhd. lebt die volle Form Satanas noch fort; in der Bibel besonders in Lucas und offenb. Johannis: Ich sahe wol den satanas vom himmel fallen, als einen blitz. Luc. 10, 18; ich werde geben aus satanas schule, die da sagen, sie sind jüden, und sinds nicht. Offenb. 3, 9. So noch in der classischen Zeit: dann pflag der alte satanas den süszen herrn zu spielen.Siehe Wörterbuch der Gebrüder Grimm


Nach dem Entzug der Fahrerlaubnis für ein Jahr und länger, z.B. wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss, wurde der Führerschein irgendwann durch die Verkehrsbehörden neu ausgestellt. Der vorgedruckte Satz nach abgelegter Fahrprüfung wurde aber durchgestrichen, weil nur noch eine theoretische Prüfung abgelegt werden musste. Dieser Strich wurde im Volksmund als Säuferbalken bezeichnet und mancher wunderte sich, dass er bei jeder Verkehrskontrolle ins Röhrchen pusten musste.

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Der Postführerschein und
Autofahren in den 1970er Jahren von Hartmut Kennhöfer


In Deutschland unterteilt man die Beilagen heute in Sättigungsbeilagen und Gemüsebeilagen; ursprünglich ist Sättigungsbeilage ein Begriff der DDR-Gastronomie. Birgit Wolf definiert den DDR-Begriff Sättigungsbeilage als Sammelbezeichnung für die in Gaststätten zu Fleischgerichten gereichten Kartoffeln, Reis, Nudeln, wenn bei Druck der Speisekarte nicht absehbar war, was zur Verfügung stehen würde. Allgemein kann diese Beilage in Gaststätten auf Wunsch auch geändert werden, beispielsweise Pommes statt Spätzle.

Im Wiener Raum wird speziell bei Fleischgerichten auch der Begriff Zuspeise verwendet.


Wird häufig (unrichtig) als Restfleisch, das von Knochen abgeschabt wird bezeichnet.
Schabefleisch oder Tatar (englisch und französisch steak tartare), ist Hackfleisch vom Rind, das aus hochwertigem, sehnenfreiem und fettarmem Muskelfleisch wie Filet hergestellt wird und feiner zerkleinert ist als einfaches Rinderhackfleisch. Als Gericht wird es meist roh als Beef- oder Hacksteak Tatar zubereitet. Filet Americain in Belgien ist präpariertes rohes Hackfleisch mit einer Soße, meist auf Baguette.

Das Wort schaben geht zusammen mit got. skaban und altengl. sceafan (daraus engl. to shave) auf germ. *skab–a– schaben zurück; außergermanische Verwandtschaften mit lat. scabere kratzen, schaben und litau. skabéti schneiden, abschlagen sind nachzuweisen; die idg. Wurzel lautet *(s)ke-b(h)- (s)ka-b(h)- schaben; das mittelhochdeutsche Wort bedeutete noch kratzen, scharren, scheuern sowie abstoßen und polieren, im Neuhochdeutschen verengte sich die Bedeutung auf kratzen, reiben. Quelle: Wortherkunftswörterbuch


Im Reitsport für eine spezielle Form einer Satteldecke, als Fensterdekoration meint es einen Querbehang.
Auch eine Frau, der jeder persönliche oder sexuelle Reiz abgeht, die ungepflegt im Äußeren und in der Kleidung ist wird (Ruhrpottslang) als Schabracke bezeichnet.


Ruhrpottslang für schlecht, mies ("schäbbiges Wetter"); en Schäbbigen - Mann, der durch sein Äußeres und durch seine Kleidung abstößt (Mit sob schäbbigen Kletschkopp hätt ich keine Traute irgendwo inne Botanik rumzugondeln.)


Lehnwort aus dem gleichbedeutenden Arabisch: الشيطان‎ ; Der Teufel, ein teuflisches Wesen, Antichrist in der arabischen Mythologie. Begriff eingesandt von Oliver Kröger, Herford


Die DDR-Namensgebung für Discjockey. Damals musste ein DJ eine Prüfung ablegen und erhielt eine offizielle Zulassung um öffentlich Musik auflegen zu dürfen.


Schaflaub, auch als Schafwellen überliefert, ist ein alter Begriff aus der Forst- und Landwirtschaft und bezeichnet gebündelte und getrocknete Laubbaumäste, deren Laub der Tierfütterung diente. Zur Herstellung von Schaflaub wurden am Ende des Sommers dünne Äste (sogenannte Reiser) von Laubbäumen abgeschlagen. Verwendete Baumarten waren dabei zum Beispiel Eichen, Hainbuchen oder Ulmen. Die frischen Zweige wurden gebündelt und umgehend in die Sonne zur Trocknung aufgehängt. Die trockenen Bündel wurden danach bis zum Gebrauch im Winter an einem trockenen Ort eingelagert.Quelle: Wikipedia.org


Im Reitsport für eine spezielle Form einer Satteldecke, als Fensterdekoration meint es einen Querbehang.
Auch eine Frau, der jeder persönliche oder sexuelle Reiz abgeht, die ungepflegt im Äußeren und in der Kleidung ist wird (Ruhrpottslang) als Schabracke bezeichnet.


Eine Schallplatte ist eine in der Regel kreisförmige und meistens schwarze Scheibe mit einem Mittelloch, deren beidseitige Rillen als analoge Tonträger für Schallsignale dienen. Das Wort Schallplatte wurde bereits zur Zeit der Grammophon-Ära geprägt. Der seit dem Produktionsende der Grammophonplatten wesentlich geläufigere Begriff Schellackplatte grenzt diesen älteren Tonträger deutlich von der späteren Schallplatte aus Polyvinylchlorid ab.


In den 1950er Jahren machte man einen Schaufensterbummel und holte sich modische Anregungen für Selbstgeschneidertes. Die beste Zeit für einen Schaufensterbummel war nach Geschäftsschluss. Heute geht man shoppen und gibt dabei gnadenlos viel Geld aus. Dafür wurden sogar die Ladenöffnungszeiten angepasst.


ine Scharteke (Charteque, v. mittelniederdeutsch: scarte, scarteke altes Buch, Urkunde, wohl aus französ. charte Urkunde aus latein.: charta Karte) ist die abwertende Bezeichnung für ein altes, wertloses Schriftstück oder Buch. Die Bezeichnung kam im 16. Jahrhundert auf. Im 19. Jahrhundert bezeichnete man damit allgemein altes wertloses Gerät, schließlich stand das Wort abwertend für eine alte Frau. Auch: Schateke, Schapeteke.


Der Scheffel auch Schaff, Schäffel, Simber, Sümber, Sümmer, Simmer ist ein altes Raummaß, das zur Messung von Schüttgütern (z. B. Getreide) benutzt wurde und deshalb auch Getreidemaß genannt wurde. In Westfalen wurde der Scheffel auch zum Messen von Steinkohle verwendet. Die Größe eines Scheffels war sehr unterschiedlich, nach der Tabelle (siehe unten) zwischen 17,38 und 310,25 Liter. Weiterhin bezeichnet ein Scheffel (Landes) eine alte landwirtschaftliche Flächeneinheit. In Altona in Holstein, entsprach der dänische Scheffel 17,38 Liter. Der Ausdruck sein Licht unter den Scheffel stellen stammt aus der Bibel, genauer: Jesus' berühmter Bergpredigt. Da heißt es, man zünde auch nicht eine Lampe an und setzt sie unter den Scheffel, sondern auf das Lampengestell, und sie leuchtet allen, die im Hause sind (Matthäus 5:14).


Kleingeld zur Scheidung der Leute, d.h. zum Ausgleich der kleineren Wertunterschiede bei Geschäften.


Der heutige September, hieß früher auch Herbstmond, Scheiding, Holzmonat.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.


Kleingeld zur Scheidung der Leute, d.h. zum Ausgleich der kleineren Wertunterschiede bei Geschäften.


ringförmige Klammer (an Rohren oder Kabeln), oder für Glocke, Glöckchen, zu mhd. schellen, ahd. scellan = tönen. Schelle, Maulschelle oder Ohrschelle, umgangssprachlich für einen Schlag ins Gesicht.


Zur Herstellung der Tonträger vergangener Tage wurde Schelllack benutzt, das ist das Ausscheidungsprodukt der indischen Lackschildlaus.


Schelm ist heutzutage eine Bezeichnung für einen Witzbold oder Spaßvogel, der auf scherzhafte Art das unmöglich Scheinende zu vollbringen vorgibt und daraus seinen Vorteil zieht. Das Wort Schelm war im Hochmittelalter des 12. und 13. Jahrhunderts ein ritterlicher Beiname und bedeutete Todbringer. Dieser Beiname deutete wohl auf die Kampfeigenschaften des Ritters hin. Im Spätmittelalter wurde die ursprüngliche Bedeutung des Wortes Schelm mit der Tätigkeit des Scharfrichters verbunden und dadurch auch zur Bezeichnung dieser Berufsgruppe. Schelme gehörten zu einer sozialen Randgruppe: Sie waren Angehörige eines zwar unentbehrlichen, aber verachteten Berufsstandes. Als solche lebten Schelme in einem zweideutigen Verhältnis mit einer auf sie angewiesenen, aber sie gleichzeitig ächtenden besseren Gesellschaft. Die Bezeichnung Schelm gegenüber anderen wurde deshalb als schwere Beleidigung angesehen und war noch im 17. Jahrhundert als Verbalinjurie strafbar.


kleiner Hocker, niedriger Arbeitsstuhl ohne Lehne. Eine besondere Art ist der sogenannte Melkschemel. Er besitzt lediglich ein Bein und wird mit einem Gurt um den Leib geschnallt.


Im 19. Jahrhundert war der Begriff Schemelführer für den Trauzeugen üblich, denn es war seine Aufgabe, die Braut zum Trauschemel zu führen.


entweder (hochdeutsch) ein Töpfer, oder (niederdeutsch) ein Gastwirt, der einen Krug betreibt.


mhd. schiur(e), ahd. sciura, scūra, verw. mit Scheune (landschaftl.), Schauer für Schutzdach.


vom englischen [to blink - blinzeln, zwinkern] abgeleitet für seitliche Sichtbehinderung der Pferde, die den Wagen zogen.


bez. eine weiße Rebsorte. Sie ist wie der Kerner eine der großen Erfolge der deutschen Neuzüchtungen.


Schesen steht für rennen, laufen, pesen, sich schnell fortbewegen. Das alte Auto wird ebenfalls als Schese bezeichnet, Fahrzeuge mit durchgehender vorderer Sitzbank waren schnelle Sofas! Aus dem franz. (chaise) für Kutsche.


Mit Schichtarbeit oder Schichtdienst wird eine Arbeitsgestaltung bezeichnet, bei der Arbeitnehmer nach einem bestimmten Zeitplan versetzt nacheinander an der gleichen Arbeitsstelle eingesetzt werden, so dass sie ihre Arbeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu unterschiedlichen Zeiten verrichten müssen.
Als Hamburger Ausdruck jetzt ist Schicht ist aber der Feierabend, das Ende des Arbeitstages gemeint.


Ursprgl. ist eine Schickse eine Nichtjüdin aus der Sicht eines Juden; umgangssprachlich ein leichtes Mädchen, im Sinne von Flittchen.


Eine Schubkarre (auch Schiebkarre, Scheibtruhe, Schiebetruhe, Robbern oder Karette genannt; offizielle Bundeswehr-Bezeichnung ist einachsiger Dreiseitenkipper).


Ugs. jemand, der auf dunklen Wegen Geschäfte macht; er verschiebt z.B. Hehlerware. Aber auch für ein Steckbecken, das einem Kranken, der nicht zu Stuhle gehen kann, untergeschoben wird (Bettpfanne).


scherzhft. für wenige, kleine Wurstscheibe auf (viel zu großer) Stulle.


Das Wort Schietbüdel(auch Schietbüddel; wörtlich ins Hochdeutsche übersetzt Scheißebeutel, also Windel) kommt aus dem Platt- oder Niederdeutschen und wird heute überwiegend als Kosewort, regional aber auch als Schimpfwort verwendet. Die Redewendung mien seuten Schietbüdel!mein süßer Schietbüdel! bedeutet so viel wie: mein süßes Kind! und entspricht damit dem hochdeutschen Ausdruck kleiner Scheißer, der allerdings wirklich nur für kleine Kinder verwendet wird.


in der Weberei das Weberschiffchen, den Schützen, in der Kirche ein kleines Gefäß, in dem Weihrauch transportiert wird.


Das Akkordeon, auch Ziehharmonika, Ziehorgel, Handorgel, Handharmonika oder Schifferklavier genannt, ist ein Handzuginstrument.


Schillerlocken sind enthäutete, geräucherte Bauchlappen des Dornhais. Beim Räuchern rollen sich die etwa 20 Zentimeter langen, dünnen Lappen röhrenförmig ein und krümmen sich am Ende. Die Form erinnere an die Frisur Friedrich Schillers mit langen Nackenlocken, daher der von ihr entlehnte Handelsname. Da der Dornhai durch Überfischung bedroht ist, wird er in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN als gefährdet geführt. Daher werden Schillerlocken im Handel kaum noch angeboten.


Schinder, Abdecker, im oberdeutschen Sprachraum Wasenmeister, war jahrhundertelang eine Berufsbezeichnung für Personen, die in einem bestimmten Bezirk für die Beseitigung von Tierkadavern und die Tierkörperverwertung zuständig waren. Aus der Verwertung ergaben sich Produkte wie Fette, Leim, Knochenmehl, Salmiak, Seife, Bleichmittel und Viehfutter.


bzw. Zislaweng ist ein aus dem Französischen gebildetes Wort: Eine Deutung besagt, dass es aus ainsi cela vint (so ging das vor sich) hervorgegangen ist, eine andere geht davon aus, dass es von c'est le vent (das ist der Wind) herrührt. Den Ursprung fand es vermutlich im Berliner Raum mit den Glaubensflüchtlingen aus Frankreich (Hugenotten) Ende des 17. Jahrhunderts. Bis heute wird das Wort vor allem in der Berliner Mundart verwendet.


ist ein Mannschaftssportart mit neun Spielern pro Team, dass als Ursprung des Baseball gilt.


Die Schlager-Süßtafel ist ein Genussmittel, das ursprünglich zwischen zirka 1970 und 1990 in der DDR vom VEB Rotstern Schokoladenwerk in Saalfeld als ein schokoladenähnliches Produkt hergestellt wurde. Sie ist inzwischen wieder erhältlich. Der Name Süßtafel (statt Schokolade) erlaubte den teilweisen oder völligen Verzicht auf Kakaobestandteile. Das Produkt ähnelte zuerst weißer Schokolade und wurde zum Einzelhandelsverkaufspreis von 50 Pfennig verkauft. Bald folgte aber eine andere Rezeptur, die aus Hartfett, Zucker, Molke und Kakaopulver sowie Erdnüssen bestand. Der Kakaogehalt lag bei 7 Prozent. Der Preis betrug bis zur Einstellung der Produktion 80 Pfennig. Die Schlager-Süßtafel war das erste einer ganzen Reihe von verschiedenen Substitutionsgütern, die aus Mangel an importierten Rohstoffen (besonders Kakao) in den 1980er Jahren produziert und verkauft wurden. Die Verpackung galt als Musterbeispiel des DDR-Industriedesigns. Siehe Wikipedia.org


Schlafittchen oder fälschlicherweise Schlawittchen (Schlafittich, Schlagflügel), auch Schlafittl, ist eine redens- und mundartlich weitverbreitete alte Bezeichnung für Hemd- oder Jackenkragen, bzw. Rock- oder ärmelzipfel, abgeleitet von Fittich (Flügel). Verwendet wird das Wort im Zusammenhang der Redewendung am Schlafittchen packen im Sinne von jemanden am Weglaufen hindern, ähnlich wie man Geflügel am Flügelansatz fasst.


Der Schlawiner (auch Schlawuzi oder Schlawack) ist eine umgangssprachliche Bezeichnung, die sowohl anerkennend als auch beleidigend gemeint sein kann. Sie bezeichnet
• einen pfiffigen, gerissenen, lebhaften Menschen,
• oft auch ein solches Kind; synonym: Schlingel (in seiner heutigen Bedeutung), Schalk,
• einen gerissenen Gauner,
• einen unzuverlässigen Menschen.Begriff eingesandt von Anita Hohmann


Bedeutetd wenig breit, keine große Ausdehnung in der Breite aufweisend, bzw. wenig, knapp, unzureichend. Die Wortherkunft aus althochdeutsch und mittelhochdeutsch smal, germanisch *smala- schmal, gering, ist seit dem 8. Jahrhundert belegt.


Ein geflügeltes Wort für einen schmale Küche, besonders nach Festtagen mit viel Völlerei. So ist auch die Redensart Bei uns gibts nach dem Fest Gans mit einem Augenzwinkern gebräuchlich, es gibt dann nämlich gans wenig.

In der Bedeutung Schmalhans Küchenmeister wurde schmal seit 1663 mit dem früher überaus häufigen Vornamen Hans kombiniert. Schmalhans bezieht sich auf die Vorstellung, dass ein magerer Koch, oder Küchenmeister ein Indiz für schlechtes, karges Essen oder einen knausrigen Dienstherrn war.

Als eines der ersten Kochbücher, noch in der Sowjetischen Besatzungszone, erschien 1948 Schmalhans kocht trotzdem gut von Martha Zwerg. Von ihr folgte als erstes DDR-Kochbuch 1950 Schmalhans ade! – Ein Kochbuch für bessere Tage. Aus diesem ging über weitere Zwischenstufen Wir kochen gut (1962) und später Wir backen gut hervor, Bücher, die mehrere Generationen prägten und auch heute noch erscheinen.

Zahlreiche Zusammensetzungen sind von schmal abgeleitet: Schmalhans, Schmalspur, Schmaltier, schmalbrüstig, usw. Vorschlag von Margot Bintig, Weihnachten 2019


Ursprünglich in der Jägersprache das Schießen aus der Hüfte ohne sorgfältiges Zielen. Davon abgeleitet:
Der Begriff der Schnappschussfotografie bezieht sich in der Fotografie auf eine weite Palette von Arbeiten, die sich mit der Darstellung von Motiven ohne gesondertes vorheriges Arrangement sowie mit offensichtlicher Spontaneität auseinandersetzen.
Unter Schnappschuss (englisch snapshot) versteht man in der Informationstechnik eine Momentaufnahme eines Systems oder Objekts.


Schnittchen, oder Canapés, auch Kanapees (im 18. Jahrhundert von französisch canapé Sofa in der ursprünglichen Bedeutung entlehnt, in der übertragenen als üppig belegte Brotscheibe vermutlich um 1900 aus dem Englischen) sind in der gehobenen deutschen Küche mundgerecht geschnittene Vorspeisen oder Appetithäppchen, die aus der klassischen französischen Küche stammen und die so klein sind, dass sie leicht in einem oder zwei Bissen zu essen sind. Canapés werden daher ohne Besteck serviert (Fingerfood) und gehören zu den Speisen, die traditionell bei Empfängen und Cocktail-Partys gereicht werden, weshalb sie auch Cocktailhappen genannt werden. Ebenfalls zu den Canapés zählt man kleine Gebäckstücke aus Blätterteig, sofern sie kalt serviert werden und nicht süß sind.


Beliebter Nachtisch in schlechten Zeiten: Schlacker oder Schlackermaschü
Eiweiß sehr steif schlagen, Puderzucker unterheben, etwas roten Saft dazugeben, so dass es eine schöne rosa Farbe gibt. Portionsweise auf Glasteller füllen. Rundum Vanillesoße gießen, so dass in der Mitte ein rosa Hügel zu sehen bleibt. Mmmmmh… Renate Rubach (Rezepte, Omas Küche)


in Betrieben des Baugewerbes vom Arbeitsamt in der Zeit vom 1.11. bis 31.3. gewährte Ausgleichszahlung, wenn aus Witterungsgründen an einzelnen Tagen nicht gearbeitet wurde; 1996 durch das Winterausfallgeld ersetzt.


Als Schleichhandel bezeichnet man den unter Umgehung von gesetzlichen Vorschriften (z. B. Zollpflicht: Schmuggel) durchgeführten Warenhandel; er wird strafrechtlich verfolgt. Eine Sonderform des Schleichhandels ist der Schwarzhandel oder Schwarzmarkt.


Schleisse, von dem Zeitworte Schleissen. Gewöhnlich führen dünne lange geschlissene oder gespaltene Späne, Leuchtspäne, Eschlichium, Fr. Eclisse, den Namen der Schleissen, von welcher Art, besonders die aus dem Holze des Kienbaums gerissene Späne sind, deren sich die gemeinen Leute auf dem Lande, und nahe an holzreichen Wäldern anstatt der Lichte und Fackeln bedienen. Sie sind gewöhnlich so lang, als die Scheite, woraus sie gespalten werden, 2 bis 3 Finger breit. Man spaltet sie gewöhnlich, nachdem sie breit sind, nach der Länge zwei= bis dreimal. Bei den Wundärzten führen die abgezupften oder geschabten Fäden, Charpie genannt, in manchen Gegenden gleichfalls den Namen der Schleissen.


In den Hungerjahren kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurde aus dem Wenigen, was an Nahrungsmitteln zur Verfügung stand, Suppen mit phantasievollen Namen gekocht. Ida Slomianka beschreibt ein Rezept, das aus Wasser, Kartoffelstückchen und einer Prise Salz besteht, aber hervorragend geschmeckt hat.

Siehe Zeitzeugenbericht: Tuberkulose oder Typhus? von Ida Slomianka


Die Schlüsselgewalt als familienrechtlicher Begriff bezeichnet das Recht von Ehegatten und eingetragenen Lebenspartnern, Rechtsgeschäfte, die zur Deckung des Lebensunterhalts beitragen, auch mit Wirkung für oder gegen den anderen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner durchzuführen. Das bedeutet, dass der Gläubiger eines Geldbetrages diesen auch von dem anderen Ehepartner oder eingetragenen Lebenspartner fordern kann. Historisch geht die Schlüsselgewalt bis in die Antike zurück. Im Mittelalter trugen verheiratete Frauen einen Schlüsselbund als sichtbares Zeichen ihres Rechtes. Es war besonders für Ehefrauen bedeutungsvoll, da sie außerhalb der Schlüsselgewalt für onerose (verpflichtende) Rechtsgeschäfte unter der Vormundschaft ihres Ehemannes standen.


Als Schmalztolle oder auch Schmalzlocke bezeichnet man eine typische Façon der Frisur aus den 1950er Jahren, die vor allem von populären Künstlern des Rock 'n' Roll wie Bill Haley und Elvis Presley kultiviert wurde. Nicht verwechseln mit dem Pompadour.


Ruhrpottslang für eine unseriöse Person; kann sich sowohl auf unsauberes Äußeres wie auch auf amoralisches Handeln beziehen (Und da tut mich den Schmierlapp doch für son Dubbel glatt en Fuchs abknöppen wolln.).


sind Seifen, die aus weichen Fetten oder ölen mit Kalilauge hergestellt werden. Sie sind somit ein Gemisch von Kalium-Salzen der höheren Fettsäuren (z.B. Kaliumpalminat, Kaliumstearat).


mniederd. smōk, niederd. Form von Schmauch] (nordd.): Rauch, Qualm.


jidd. schmonzes = Unsinn, H. u.; viell. zu Schmus. (ugs. abwertend): Geschwätz , überflüssiger Kram.


(ugs.): gemütlich etw. Unterhaltendes, Spannendes o. ä. lesen: er schmökert.


sollen ihre Entstehung (um 1089) dem Grafen Fulko von Anjou oder Angers zu verdanken haben, der wegen seiner deformierten Füße vorn lang zugespitzte Schuhe trug.


aus Talkum hergestellte Kreide zum Markieren von Stoffen in der Maßschneiderei.


Schneewittchensarg
Kabinenrolle, Schneewittchensarg
umgangssprachlich, (liebevoll) für den Messerschmitt Kabinenroller, ein Rollermobil des deutschen Konstrukteurs Fritz M. Fend. Die ersten Mobile nannten sich Fend Flitzer und wurden in Rosenheim hergestellt, bevor im Januar 1953 die Serienproduktion des KR 175 im Messerschmitt-Werk Regensburg (Regensburger Stahl- und Metallbau) begann.

Der Volvo P1800 ES wurde ebenfalls, wegen seiner gläsernen Heckklappe als Schneewittchensarg bezeichnet.


Auch Schnippdohle - so bezeichnet man meist eine jüngere Weiblichkeit, die sich nichts sagen lassen will und mit schnippischen Antworten reagiert. Begriff und Erklärung eingesandt von Anita Hohmann


Nach dem Zweiten Weltkrieg, als es den Deutschen wieder besser ging, begann die sogenannte Fresswelle als Reaktion auf die kargen Kriegs- und Nachkriegsjahre. Gerne wurde Gästen als Abendbrot Schnittchen, bzw. belegte Brote gereicht. Es handelt sich meist um belegte, in kleine Stücke geschnittene Brotscheiben. Traditionell werden sie mit in Scheiben geschnittenen Gewürzgurken, Silberzwiebeln und Petersilie garniert. Auch Radieschen werden gerne dazu gereicht. Belegte Brötchen bezeichnen hingegen belegte Schrippen/Rundstücke/Semmeln.

Das Pedant in Dänemark sind Smørrebrød, oft fantasievoll belegte Butterbrote.

In der gehobenen deutschen Küche werden sie als Canapés oder Kanapees bezeichnet. Der Begriff wurde im 18. Jahrhundert von französisch canapé Sofa in der ursprünglichen Bedeutung entlehnt; in der übertragenen als üppig belegte Brotscheibe (hieß in der Nachkriegzeit: Brot mit Schleppe) vermutlich um 1900 aus dem Englischen. Gemeint sind mundgerecht geschnittene Vorspeisen oder Appetithäppchen, die aus der klassischen französischen Küche stammen und die so klein sind, dass sie leicht in einem oder zwei Bissen zu essen sind. Canapés werden daher ohne Besteck serviert (Fingerfood) und gehören zu den Speisen, die traditionell bei Empfängen und Cocktail-Partys gereicht werden.

Lesen Sie auch den Artikel: Oma im Konsumrausch des Wirtschaftswunders von Ingrid von Husen

Die Zeitschrift Burda Moden seit 1949 enthielt Schnittmuster-Bögen, die es den Leserinnnen erlauben, in Heimarbeit die Modelle aus dem Magazin nachzuschneidern.


ein Spiel, bei dem eine Gruppe von Personen Hinweisen folgt, die von einem Veranstalter ausgelegt wurden, um eine Belohnung an einem Zielort zu finden.


Altes Zählmaß, 1 Schock = 3 Stiegen = 4 Mandel = 5 Dutzend = 60 Stück. Meine Oma sagte, wenn ich ein Gesicht zog: Du machst eine Lippe, da kann ein Schock Hühner drauf sitzen.
Das Schock ist eine Rechnungsmünze und betrug 60 alte silberne Groschen oder Wilhelminer, welche unter Kurfürst Friedrich II. von Sachsen und Herzog Wilhelm in Meißen um 1408 bis 1482 zu 160 Stück auf die Mark geprägt wurden. In: H. A. Mascher: Die Grundsteuer-Regelung in Preußen auf Grund der Gesetze vom 21. Mai 1861. Döring, 1862.


Oder auch: Schokoladenjahresendhohlkörper. So wurde in der DDR der Schokoladen-Weihnachtsmann korrekt bezeichnet.


Ein Scholion ist eine Randnotiz in einer antiken oder mittelalterlichen Handschrift und bringt eine Erläuterung zu einer sprachlich oder inhaltlich schwierigen Textstelle. Scholien sind am Rand eines Textes (als Marginalscholien) oder zwischen den Zeilen (als Interlinearscholien) eingetragen. Ihre unbekannten Autoren werden Scholiasten genannt. Wenn eine solche Notiz nur dazu dient, einen wenig bekannten Begriff (oft ein Fremdwort) aus dem Text knapp zu definieren − etwa durch bloße Angabe eines Synonyms −, wird sie Glosse genannt. Der Übergang zwischen Glossen und Scholien (ausführlichere Erläuterungen) ist fließend.


Schott'sche Karre Anfang des 20. Jahrhunderts
AK, Hamburger Milchmann mit Schott'scher Karre
Schott'sche Karre ist die vor allem in Hamburg gebräuchliche Bezeichnung für eine zweirädrige hölzerne Karre, die von Personen geschoben oder gezogen wurde.

Solch eine Karre hatte eine etwa 1,5 Quadratmeter große Ladefläche mit beiderseits sowie am vorderen Ende etwa 20 Zentimeter hohen Seitenstützen aus Holzbrettern oder Eisenprofilen, quer darunter befand sich eine Achse mit beiderseits angebrachten, eisenbereiften hölzernen Speichenrädern von 80 bis 130 Zentimetern Durchmesser. Die Karre wird an paarigen langen Holmen an einer der Frontseiten bewegt und gelenkt. Zum kippfreien Abstellen sind drei stabile Eisenbügel angebracht, zwei unter den Holm-Befestigungen und der dritte unter der entgegengesetzten Frontseite.

Händler benutzten Schott'sche Karren zur Belieferung ihrer Kundschaft mit Waren, Handwerker beförderten damit Arbeitsmittel jeweils in der näheren Umgebung. An Mietstationen waren solche Karren für kleine Transporte zu mieten. Von der ärmeren Bevölkerung wurden sie bei Umzügen benutzt. Schott'sche Karren gehörten in Hamburg noch bis Mitte der 1950er Jahre zum täglichen Straßenbild.

Karrendienst als Strafvollzug
Zeitgen. Darstellung des Karrendienstes von 1609
Namensherkunft: Ein Karrendienst für inhaftierte Frevler ist gleichzeitig Müllabfuhr und Strafvollzug. Die Übeltäter werden morgens zu zweit oder zu dritt vor eine große, zweirädrige Karre gespannt. Auf ihrer Brust tragen sie an einem krummen Eisen so viele Glöckchen wie sie noch an Jahren zu karren haben. Auf das Klingeln hin bringen die Hausmädchen den Unrat vor die Tür.

Der erste Delinquent, der damit am 7. September 1609 bestraft bzw. eingesetzt wurde, ist ein gewisser Michel Schotte gewesen, der nach seiner Haftentlassung das Karrengerät zum Aufbau einer geschäftlichen Existenz nutzte. Er ließ sich zum Karrenbuben ernennen und übernahm fortan die Aufsicht und Leitung über die vor den Karren gespannten Gefangenen.

1620 [1] eröffnet das erste Zuchthaus in Hamburg und macht die Schott'sche Karre – nach dem ersten Delinquenten, Michael Schotte – als Mittel der Bestrafung entbehrlich.[1] Quelle: Klaus Dörner: Bürger und Irre. Zur Sozialgeschichte und Wissenschaftssoziologie der Psychiatrie. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1984, S. 21.


Schrankpapier ist ein praktischer Schutz für alle Schubladen und Innenflächen von Schränken. Es kann leicht auf die gewünschte Größe zurechtgeschnitten werden, die spezielle Beschichtung schützt die Möbel effektiv vor Schmutz und Kratzern. Zudem verbreiten die bunten Motive gute Laune. Schrankpapier wird aufgeklebt, oder mit Reißbrettstiften auf den Regalbrettern festgesteckt.


Veraltete Bezeichung für ein schreckliches altes Weib, die gehasste Lehrerin usw. Lesen Sie zu diesem Begriff: Eine wahre Schreckschraube von Bernd Herzog.


Der Schriftsetzer oder auch Setzer war ein Ausbildungsberuf im Druckhandwerk und in der papierverarbeitenden Industrie zur Her- und Zusammenstellung bzw. Weiterverarbeitung von druckfähigem Material für den Buchdruck. Geläufig waren auch die Bezeichnungen Handsetzer und, als Gegensatz, der an Maschinen arbeitende Maschinensetzer, wobei beide umgangssprachlich auch Bleisetzer genannt wurden. Der Schriftsatz ist auf Johannes Gutenberg zurückzuführen, der etwa um 1445 den Buchdruck mit beweglichen und wiederverwendbaren Lettern in Europa erfand.


Schrottgorod – umgangssprachlich ironisch gebildet mit russ. город = Stadt, scherzhaft für Eisenhüttenstadt, auch: Blechdosencity.


länglicher, löffelartiger Gegenstand, der bei der Ferse in den Schuh gehalten wird, um das Anziehen der Schuhe zu erleichtern.


Kurzwort für Schutzpolizist, Polizeibeamter


Schusterjungen (auch: Waise)) und Hurenkind (auch: Witwe sind in der Typografie zwei unterschiedliche, aber verwandte Typen von Satzfehlern, die den Leserhythmus stören und unästhetisch sind.
Als Schusterjunge (heute eher Waisen- oder Findelkind zu englisch orphan) wird eine am Seiten- oder Spaltenende stehende Zeile eines neuen Absatzes bezeichnet, der auf der Folgeseite fortgesetzt wird – die sich also vorwitzig wie ein Schusterjunge auf die vorhergehende Seite wagt.


auch Karbonate oder falsche K. - Bauchfleisch, Wammerl, durchwachsener Speck, dünn geschnitten, paniert und wie ein Wiener Schnitzel scharf gebraten.


Unter dem euphemistischen (verschleierndem) Begriff Schutzhaft wurden in der Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland Regimegegner und andere missliebige Personen allein aufgrund einer polizeilichen Anordnung inhaftiert, ohne dass dies einer richterlichen Kontrolle unterlag, etwa im Wege der Haftprüfung. Dies geschah anfänglich überwiegend durch Mitglieder nationalsozialistischer Organisationen wie der SA und der SS, später durch die auch aus SS-Angehörigen bestehende Gestapo. Die Gefangenen wurden in – der nationalsozialistischen Partei unterstehenden – Haftstätten, den Konzentrationslagern (zunächst als KL, später als KZ bezeichnet) festgehalten, misshandelt bzw. auch ermordet.
Durch Friedrich Wilhelm IV. wurde im Gesetz zum Schutze der persönlichen Freiheit vom 24. September 1848 der Begriff Schutzhaft eingeführt. So wurden zum Beispiel in der Kaiserzeit obdachlos gewordene Personen und Landstreicher ohne richterliche Anordnung oft in Polizeigewahrsam genommen. Auch die Schutzhaft während des sog. Dritten Reichs unterlag keiner richterlichen Kontrolle.


Der Schwank (mhd. swanc lustiger Einfall) ist eine volksnahe Erzählung oder ein Theaterstück. Er dient nicht der Verspottung wie die Komödie, nicht der großen Heiterkeit wie das Lustspiel, nicht der derben Ausgelassenheit wie die Posse, sondern er bietet leichten Humor, harmlose Heiterkeit ohne Problematik, unbeschwerte Fröhlichkeit.


Auch Schleichhandel, man versteht darunter ganz allgemein einen illegalen Markt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Versorgungslage der Bevölkerung sehr schlecht. Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs waren nur gegen Lebensmittelmarken und in geringen Mengen legal in Geschäften erhältlich. Neben diesem legalen Markt entwickelte sich ein illegaler Schwarzmarkt, auf dem alles erhältlich war, allerdings zu stark überhöhten Preisen oder gegen Bezahlung in Zigaretten (Zigarettenwährung). Er verschwand trotz häufig durch die Polizei stattfindender Razzien erst nach der Währungsreform 1948, als staatliche Reglementierung abgeschafft und dadurch Marktpreisbildung möglich war (Plötzlich waren die Läden wieder voll).


Einen angestellter Melker z.B. auf Gutshöfen nannte man früher in Norddeutschland hier und da Schweizer, da solche vielfach aus den französischen Kantonen kamen. Personen, die Viehzucht und Molkerei nach Schweizerart zu treiben verstehen nennt man Schweizer, auch wenn sie nicht aus der Schweiz sind: ein Schweizer oder eine tüchtige Viehmagd gesucht. Gieszener Zeitungsanzeige aus dem j. 1873; vgl. Schm. 2, 653; Schweizer, Beaufsichtiger der Kühe in Meiereien.


so bezeichnete man einen Mann, der es ugs. faustdick hinter den Ohren hat bzw. im Handumdrehen jemand hinters Licht führt.
Begriff und Erklärung eingesandt von Anita Hohmann


Bei der Schwindsucht handelt es sich um Tuberkulose. Diese Infektionskrankheit, die auch als weiße Pest oder bleiches Sterben bezeichnet wurde, glich in ihrer verheerenden Ausbreitung einer Seuche. Da im Volksmund früher die genauen Bezeichnungen für Krankheiten nicht bekannt waren, beschrieb man einfach bestimmte typische Merkmale. Die Namensgebung Schwindsucht ist einem wesentlichen Symptom zuzuschreiben: dem gravierenden Gewichtsverlust.
Umgangsspr., scherzhaft auch für fehlendes Geld, das hat das Portenonnaie Schwindsucht.


Schwindelkurs nannte die Staatsführung der DDR den Wechselkurs zwischen D-Mark und DDR-Mark in West-Berlin.


Mit dem Begriff ist das Verhältnis zwischen den Geschwistern des einen zu den Geschwistern des anderen Ehe- oder Lebenspartners sowie das Verhältnis zwischen den Ehegatten oder Partnern von echten (in gerader Linie verschwägerten) Schwägern oder Schwägerinnen gemeint. Der Bruder meines Schwagers ist also der Schwippschwager, seine Schwester die Schwippschwägerin.


umgangsprachlich, (nicht besonders freundlich) für: Pkw-Gepäckträger-Behältnis, Dachbox.


Die Tuberkulose, auch Phtisis genannt (kurz TBC, früher auch als Schwindsucht oder Morbus Koch, umgangssprachlich als die Motten bezeichnet, lat. tuberculum kleines Geschwulst) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit, die durch verschiedene Arten von Mykobakterien verursacht wird und beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt.


Ugs. Bezeichnung für Fünfpfennigstück, Ein Sechser oder 'Sechs Richtige im Lotto' sind der Traum jedes Lottospielers, die schlechteste Note im deutschen Notensystem.


Seemannssprache für: nicht mehr voll seetüchtiges Wasserfahrzeug, das die Seelen der Passagiere und Besatzungsmitglieder verkauft.


Das Schiemannsgarn wurde aus alten Tauen gewonnen und von den Seeleuten dazu benutzt, Leinen und Trossen zu umwickeln. Schiemannsgarn drehen oder Schiemannsgarn spinnen war auf Segelschiffen eine untergeordnete Arbeit, die bei Schönwetter erledigt wurde. Weil sie recht langweilig war, erzählten sich die Seeleute unterdessen, was sie erlebt hatten und worüber sie sich Gedanken machten – Sagen, Schwänke und Döntjes gehörten dazu. Auf diese Weise bekam Schiemannsgarn spinnen mit der Zeit eine andere Bedeutung: das Erzählen wurde Hauptsache, die Arbeit Nebensache, bis man das Erzählen allein so bezeichnete. In jüngerer Zeit ersetzte Seemannsgarn spinnen oder kurz Garn spinnen die alte Redewendung, und unter echtem Seemannsgarn versteht man heutzutage jene Erlebnisberichte von Seeleuten im Grenzbereich zwischen Wahrheit und Phantasie, die alle etwas undurchsichtig, dafür aber glaubhaft-eindrucksvoll sind. Allerdings weiß der Zuhörer nie genau, ob er auf den Arm genommen wird oder nicht.Quelle: Wikipedia.de


Das Seidel war ein Volumenmaß für Flüssigkeiten und ein Getreidemaß. Je nach Region war das Maß verschieden. In der Schreibweise Seitel war es ein ungarisches Hohlmaß. Im Deutschen war Seidel gleich dem Nößel und Seidlein der Schoppen. Als böhmisches Bergwerksmaß war es der Seidel dem 4 Kübel entsprachen.


Die Seifenkräuter (Saponaria) bilden eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae). Die etwa 43 Arten sind im gemäßigten Eurasien und Nordafrika verbreitet.

Der Inhaltsstoff Saponin (im Rhizom zwei bis fünf Prozent) schäumt in wässriger Lösung (Wurzelabkochung) wie Seife. Das Gewöhnliche Seifenkraut (Saponaria officinalis) wurde bereits im Altertum zum Waschen der Wolle und später auch zur Reinigung von Kleidern mit empfindlichen Farben verwendet. Schon Hippokrates (* um 460 v. Chr.; † um 370 v. Chr.) kannte dieses Waschmittel.

Lesen Sie auch diesen Artikel aus der Nachkriegszeit: Torf machen von Inge Hellwege.

Der Seifensieder ist ein Handwerker, der Seife aus Fetten, Ölen und Soda herstellt. Mit dem Einsetzen der industriellen Herstellung von Seife im 19. Jahrhundert verlor der Handwerksberuf seine Bedeutung und führte nur noch ein Nischendasein.

Zur Herstellung von Seifen werden pflanzliche oder tierische Fette verwendet. Hauptsächlich werden Kokosfett, Olivenöl, Palmöl und tierische Fette wie Talg, Schmalz oder Fett aus Knochen verwendet, die bei der Tierkörperverwertung anfallen. Die Fette werden durch Einleiten von Wasserdampf geschmolzen, aufgeheizt und mit festen Natriumhydroxid-Plätzchen oder Kalilauge versetzt (beim exothermen Lösen des Hydroxids in Wasser wird zusätzlich Wärme freigesetzt). Früher verwendete man auch Pottasche oder Soda.

Die Verseifung mit Natronlauge ergibt feste Seife, die Verseifung mit Kalilauge Schmierseifen. Reine Pflanzenfett-Natronseifen sind brüchig spröde, ein Zusatz von Rindertalg mindert diesen Effekt. Zur Herstellung von Seifen werden üblicherweise Abfallfette verwendet, meist pflanzliche Öle aus Heißpressungen oder aus der Extraktion mit Lösungsmitteln, gebrauchte Frittieröle werden (neben der Aufarbeitung zu Biosprit) nur zu Schmierseifen verarbeitet.

Die Fette werden beim Seifensieden durch Erhitzen mit den obengenannten Alkalihydroxiden in Glycerin und in die Alkalisalze der Fettsäuren (die eigentliche Seife) zerlegt. Die Erhitzung zum Sieden erfolgte früher in offenen gemauerten Kesseln. Beim sogenannten "Seifenkosten" oder "Seifenessen" der Seifensieder wurde die Seife nicht gegessen, sondern es war eine Prüfung der Alkalität an der Zunge. War der Alkaligehalt zu hoch, weil zu viel davon zugesetzt war oder das zugesetzte Hydroxid noch nicht restlos reagiert hatte, dann spürte der Seifensieder ein Brennen an der Zungenspitze.

Die beim Sieden erhaltene zähflüssige Emulsion wird Seifenleim genannt und mit Kochsalz versetzt. Dabei trennt sich die Emulsion durch Aussalzen in den aufschwimmenden Seifenkern, der hauptsächlich die Natriumsalze der Fettsäuren enthält und in Unterlauge, die hauptsächlich überschüssige Lauge, Glycerin und das gelöste Kochsalz enthält. Der Seifenkern wird durch Abscheidung von der Unterlauge getrennt und mit reichlich Wasser und etwas Lauge aufgekocht, um die restlichen Verunreinigungen herauszulösen. Erneute Aussalzung führt dann zu der Kernseife. Das Produkt wird in Blöcken getrocknet. Die Blöcke werden entweder zu Quadern aufgeschnitten oder grob gemahlen. Das Mahlgut wird mit Farbstoffen, Duftstoffen und Füllstoffen angeteigt und auf Walzenstühlen kalandriert, um Luft einzuschließen und schönen Glanz zu erzeugen. Anschließend wird das Zwischenprodukt ausgewalzt, die entstehenden Bänder in einer Heißpresse stranggepresst bzw. extrudiert, aus dem gepressten Strang Formen gestanzt und gleichzeitig zu Toiletteseifenstücken gepresst.


Das Adjektiv seiger (oder saiger) [ˈzaɪ̯.ɡɐ] ist ein im Bergbau und in der Geologie meist synonym für senkrecht, lotrecht oder vertikal verwendeter Begriff, der zur näheren Beschreibung der Raumlage bergbaulicher oder geologischer Gegebenheiten benutzt wird. Beispielsweise wird im Bergbau ein senkrechter Schacht als seigerer Schacht, in der Geologie die senkrechte Stellung einer Kluft als seigere Kluft bezeichnet. Im Gegensatz dazu weicht ein tonnlägiger Schacht von der Vertikalen ab und führt schräg in die Tiefe. Entsprechend ist ein Seigerriss eine senkrechte Schnittzeichnung (Aufriss) durch ein Bergwerk.


oder doppeltes Brötchen (v. lat.: simila = Weizenmehl) sind kleine Brote aus Weizen- oder Roggenmehl.


Der Sensenmann (auch Gevatter Tod oder Schnitter) ist eine aus dem Mittelalter stammende personifizierte, anthropomorphe Allegorie des Todes. Der Tod wird oft als gerippenhafte Gestalt (Skelett) dargestellt, die mit einer Sense die Menschen dahinmäht.


ein in der Handsetzerei verwendeter Schriftkasten für Bleilettern.


Sextant
Spiegelsextant, auch Sixtant
Ein Sextant (Spiegelsextant, auch Sixtant) ist ein nautisches und optisches Messinstrument, mit dem man den Winkel zwischen den Blickrichtungen zu relativ weit entfernten Objekten, insbesondere den Winkelabstand eines Gestirns vom Horizont, bestimmen kann. Er wird hauptsächlich zur Höhenwinkel-Messung von Sonne und Sternen für die astronomische Navigation auf See verwendet, seltener auch in der Luftfahrt und bei Expeditionen. Früher wurde er auch in der Astronomie und der Landesvermessung verwendet.


Leichenverbrennung Auschwitz
Leichenverbrennung in Auschwitz Bild: Leichenverbrennung durch das Sonderkommando KZ Auschwitz-Birkenau, August 1944
Während der Judenvernichtung bezeichneten jüdische Zeitzeugen diese mit dem hebräischen Substantiv שׁוֹאָה Shoa (Sho'ah, Schoa(h)q>). Dieses bezeichnet in der Bibel (Jes 10,3 EU) eine von Gott gesandte ausländische Bedrohung des Volkes Israel, übersetzt als ‚Unheil' oder ‚Heimsuchung'. Davon ausgehend bezeichnet es allgemein für ganze Völker existenzbedrohende Geschichts- oder Naturereignisse, übersetzt etwa als ‚große Katastrophe', ‚Untergang' oder ‚Zerstörung'.
Heute wird eher mit dem Wort Holocaust, seit etwa 1960 in den Vereinigten Staaten und seit 1978 auch in vielen Staaten Europas, darunter der Bundesrepublik Deutschland, üblicherweise jenes Ereignis bezeichnet, das die Nationalsozialisten selbst Endlösung der Judenfrage nannten: die Vernichtung von etwa sechs Millionen europäischen Juden in der Zeit des Nationalsozialismus.


Siebenbürgen, Transsilvanien oder Transsylvanien (rumänisch Ardeal oder Transilvania, ungarisch Erdély, siebenbürgisch-sächsisch Siweberjen) ist ein historisches und geografisches Gebiet im südlichen Karpatenraum mit einer wechselvollen Geschichte. Heute liegt Siebenbürgen im Zentrum Rumäniens.


Die Siebenbürger Sachsen sind eine deutschsprachige Minderheit in Rumänien, im Landesteil Siebenbürgen.


adj., schweizer. sìbetìk als Scheltwort für einen dicken Mann.
Die Strohbären, sieben dick mit Stroh umwickelte Jungen, treiben am Aschermittwoch im hessischen Wanfried-Heldra den Winter aus.Siehe Wörterbuch der Gebr. Grimm


Das Siechenhaus (auch Kottenhaus, Gutleutehaus) ist ein spezielles, meist etwas abseits gelegenes Quarantänehaus, in dem Kranke verwahrt wurden, wenn man Ansteckung befürchtete.


Die Redewendung kommt angeblich aus dem Berg- und Hüttenwesen. Um das in Blei enthaltene Silber zu trennen, wurde früher Blei bei großer Hitze abgedampft bis sich das enthaltene Silber als deutlich helleres oder glänzenderes, flüssiges Metall absetzte. Diesen Moment nannte man Silberblink oder auch Silberblick. Ob das ständige Beobachten der abdampfenden Metallschmelze und die Belastung mit den giftigen Bleidämpfen bei den Arbeitern zum Augenfehlstand führte, lässt sich nicht mit Gewissheit sagen. Einleuchtender scheint uns diese Erklärung: Wenn wir etwas sehr nahe vor die Augen halten, dann fangen wir an zu schielen, sobald wir diesen Gegenstand fokussieren. Wenn jemand seinen Blick nur aufs Geld richtete, das früher aus Silber geprägt wurde, hatte er einen Silberblick. Irgendwann wurde der Silberblick dann zum Synonym für Schielen.


Durch Sockenhalter soll verhindert werden, dass die Socken rutschen. Dies war besonders früher erforderlich, als es den elastischen Sockenrand noch nicht gab. Sockenhalter sind Gebilde aus elastischem Gummiband (in Hosenträgerbreite 25 mm), meistens ergänzt durch einen Metallverschluss und einen Kunststoffhalter mit Lederschlaufe. Der Sockenhalter wurde am Unterschenkel befestigt; der Umfang konnte mit einer Schiebeschnalle angepasst werden. Der Metallverschluss mit Kunststoffhalter wurde in den oberen Sockenrand eingeklemmt.


Eine Sofortbildkamera ist ein Fotoapparat, der unmittelbar nach dem Auslösen den Papierfilm entwickelt, fixiert und als fertiges Bild auswirft. Am 21. Februar 1947 stellte der Physiker Edwin Herbert Land auf der Versammlung der Optical Society of America einen neuartigen, Land camera genannten Fotoapparat in der Bauart einer Balgenkamera vor, der man kurz nach der Aufnahme ein fertiges Positivbild entnehmen konnte. Die eigentliche revolutionäre Neuerung jedoch lag weniger in der Kamera als vielmehr im dazugehörigen Film: Erstmals kam ein Schnellentwicklungsverfahren zum Einsatz, das noch an Ort und Stelle das belichtete Negativ auf ein Positiv übertrug.Quelle: Wikipedia


Soleier sind in starker Kochsalzlösung eingelegte, hartgekochte Eier. Durch die Salzlösung werden die Eier konserviert und bleiben ohne Kühlung einige Zeit haltbar. Sie sind ein traditionelles Gericht besonders der Berliner Küche und gehörten dort in Kneipen zum Standardangebot aus dem Hungerturm.Quelle: Wikipedia


Der vor allem im 19. Jahrhundert verbreitete Begriff Sommerfrische wird im Wörterbuch der Brüder Grimm definiert als Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit oder Landlust der Städter im Sommer.


Sonderbehandlung (S.B.) war in der NS-Sprache eine Tarnbezeichnung für die Ermordung von Menschen.

Die euphemistische (verhüllende) Bezeichnung sollte wie Endlösung der Judenfrage, Deportation, Umsiedlung oder Evakuierung die tatsächlichen Handlungen verschleiern helfen. Zum selben Zweck benutzten Ärzte der SS in der Hartheimer Statistik den Begriff Desinfektionen anstelle von Vergasungen. Auch die sogenannte Schutzhaft, die von der Gestapo verhängt wurde, diente dazu, die Betroffenen aus der Gesellschaft zu entfernen und in weiterer Folge töten zu können.


Sonntagsschule
Sonntagsschule Jever um 1920
Die Sonntagsschule dient in vielen, vor allem protestantischen Kirchen der sonntäglichen Katechese von Kindern und - seltener - Jugendlichen oder Erwachsenen. Sie hat sich heute häufig zum sogenannten Kindergottesdienst entwickelt. Ursprünglich vermittelte die Sonntagsschule nicht nur religiöses Wissen, sondern half auch bei der Alphabetisierung unterprivilegierter Schichten. Diese Funktion hat sie bis heute noch in manchen unterentwickelten Ländern.Quelle: Wikipedia, Bild: Sonntagsschule der Baptistengemeinde Jever, 1920


Sonntagsstaat ist Bezeichnung für eine besonders repräsentative Kleidung, die vom Besitzer nur für besondere Anlässe – wie beispielsweise den sonntäglichen Kirchgang – getragen wird. Der Wortbestandteil Staat stammt von dem plattdeutschen Adjektiv staatsch, das für ansehnlich und prachtvoll steht und mit dem hochdeutschen Adjektiv stattlich verwandt ist. Der Begriff Sonntagsstaat wird im 21. Jahrhundert eher selten verwendet. Verbreitet sind noch die Bezeichnungen Sonntagskleidung; beim Mann der Sonntagsanzug und bei der Frau das Sonntagskleid.Quelle: Wikipedia


Als Sod oder Sodbrunnen wird ein gegrabener Schachtbrunnen bezeichnet, dessen meist runder Brunnenschacht bis zum Grundwasserspiegel abgeteuft und meist mit trocken geschichteten Bruchsteinen oder Kieseln ausgekleidet ist. Der Sodbrunnen benötigt eine Hebevorrichtung, mit deren Hilfe das Wasser an die Oberfläche befördert wird. Es gibt einfache Schöpfbrunnen, Ziehbrunnen mit Haspel, Galgbrunnen oder Pumpbrunnen. Burgbrunnen sind häufig Sodbrunnen. Der Spruch: Morgenrot bringt Water in'n Sod bedeuted so viel wie: Morgenrot zeigt Regen an und bringt Wasser in den Brunnen.


Sopade (auch SoPaDe bzw. SOPADE) nannte sich der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) von 1933 bis zum Frühjahr 1938 im Prager, danach bis 1940 im Pariser Exil während der Zeit des Nationalsozialismus. Die Bezeichnung wird auch als Sammelbegriff für dessen Mitarbeiter und Anhänger verwendet.

Die Sopade-Gruppe ging aus dem Kreis führender Sozialdemokraten hervor, der sich im Mai 1933 nach der NS-Machtübernahme in Deutschland zunächst nach Saarbrücken und wenig später nach Prag begeben hatte. Von dort aus hatte er den (wiederholt angefochtenen) Anspruch erhoben, als Parteivorstand und Treuhänder der Gesamtpartei anerkannt zu werden. Die Sopade entwickelte sich seit 1934 zu einem Organisationszentrum derjenigen sozialdemokratischen Exilpolitiker, die jegliche Kooperation mit der KPD ablehnten. Kritiker dieser Linie wie Siegfried Aufhäuser und Karl Böchel, die Hauptakteure der Revolutionären Sozialisten Deutschlands waren, und Paul Hertz, der zu linken Oppositionsgruppen wie dem Roten Stoßtrupp und Neu Beginnen Kontakt hielt, wurden nach und nach aus der Organisation entfernt oder – wie Rudolf Breitscheid, Victor Schiff und Erich Kuttner – ignoriert. Auch Versuche durch Aufnahme neuer Mitglieder – beispielsweise Robert Keller – den Kurs der Sopade zu verändern, scheiterten schon in Ansätzen, da Nachwahlen schlicht abgelehnt wurden.

Bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg stellte die Sopade ihre politische Konzeption auf einen durch innere Widersprüche herbeigeführten Zusammenbruch des NS-Regimes bzw. einen Militärputsch ab. Bündnispartner sah sie vor allem in bürgerlich-liberalen Kräften und im politischen Katholizismus. Seit 1938 ging die Sopade von der Unvermeidbarkeit eines Krieges aus und verfolgte einen Kurs enger Anlehnung an die Deutschlandpolitik der Westmächte. In dieser Phase versuchte die verbliebene Führungsgruppe, sich programmatisch gänzlich vom Marxismus zu lösen. Nach der Niederlage Frankreichs floh der Sopade-Stab nach Lissabon, wo er sich Anfang November 1940 auflöste; seine Mitglieder emigrierten zumeist nach Großbritannien und in die USA.Siehe Wikipedia.org


Sportwettbewerb für Kinder und Jugendliche in Schulen, auf Kreis- und Bezirksebene sowie im Endausscheid DDR-weit durchgeführt; diente der Talentesichtung und Nachwuchsgewinnung im Sport. Höhepunkt war das Turn- und Sportfest in Leipzig.


Ein Spickzettel, auch Spicker, Schwindel- oder Schummelzettel, ist ein kleiner Zettel, der bei einer Prüfung, Klausur, Abfrage oder einem Test von dem Prüfling in verbotener Weise benutzt wird, um die Fragen oder Aufgaben besser beantworten zu können.


Als Spießbürger, Spießer oder Philister werden in abwertender Weise engstirnige Personen bezeichnet, die sich durch geistige Unbeweglichkeit, ausgeprägte Konformität mit gesellschaftlichen Normen und Abneigung gegen Veränderungen der gewohnten Lebensumgebung auszeichnen. In der Schweiz werden Spießbürger auch als Bünzli oder als Füdlibürger (Füdli = Hinterteil) bezeichnet.

Die Bezeichnung geht auf die im Mittelalter in der Stadt wohnenden Bürger zurück, die ihre Heimatstadt mit dem Spieß als Waffe verteidigten. Spießbürger unterschieden sich von den in der Vorstadt wohnenden Pfahlbürgern, gehörten jedoch innerhalb der Stadtgesellschaft zu den eher ärmeren Bürgern, da sie bei den städtischen Fußtruppen Dienst taten, während wohlhabendere Bürger hierfür Söldner bezahlen konnten. Der Spieß als Waffe war relativ günstig herzustellen und zugleich gegen die adligen Ritterheere des Hoch- und Spätmittelalters effizient einzusetzen (siehe Pikeniere). Er verhalf Bürgern und Bauern in den Bauern- und Hussitenkriegen zu hohen Siegen in den Schlachten gegen die adlige Kavallerie. Die Bezeichnung Spießbürger war früher durchaus positiv konnotiert, da der Dienst zur Verteidigung der Heimatstadt als Ehre angesehen wurde.

Offenbar sank dann das Ansehen des Spießbürgers und seiner Bezeichnung ab, vielleicht weil man zu den Spießbürgern nur die ärmsten und untauglichsten wählete, dagegen die reichern bessern zu Pferde dieneten. Jetzt gebraucht man es nur im verächtlichen Verstande von einem jeden geringen Bürger (Wörterbuch Adelungs, 1811). Studenten, die noch lange vor allem aus adeligem oder reichem Bürgerhaus kamen, verwendeten den Begriff schließlich in ihrer Studentensprache. Spießbürger wurde so – ähnlich dem Ausdruck Philister für eine Person, die der Kultur gegenüber nicht aufgeschlossen ist – eine gängige Bezeichnung, die Höhergestellte gegenüber kleinbürgerlichen und aus ihrer Sicht engstirnigen Menschen gebrauchten. Diese Verwendung zeigt sich z. B. bei Heinrich Heine, der 1826 über Göttingen schrieb, wo er wenige Jahre zuvor ein Semester studiert und eines relegiert verbracht hatte:

Im Allgemeinen werden die Bewohner Göttingens eingetheilt in Studenten, Professoren, Philister und Vieh … Die Zahl der göttinger Philister muß sehr groß seyn, wie Sand, oder besser gesagt, wie Koth am Meer; wahrlich, wenn ich sie des Morgens, mit ihren schmutzigen Gesichtern und weißen Rechnungen, vor den Pforten des akademischen Gerichtes aufgepflanzt sah, so mochte ich kaum begreifen, wie Gott nur so viel Lumpenpack erschaffen konnte.

Siehe Wikipedia

Der Spind ein einfacher, mannshoher Schrank zur Aufbewahrung von Arbeits- und Wechselkleidung.


Als Spindel bezeichnet man: 1) Die Webspindel wurde vor der Erfindung des Weberschiffchens zum Aufwickeln des Webfadens benutzt. 2) Den spitz zulaufenden Anfang beim Federkiel, meist Spule genannt, 3) ein Aräometer, ein Messinstrument zur Dichtebestimmung von Flüssigkeiten, das auf der Auftriebsmessung beruht.


bezeichnet ein mageres Leichtgewicht. Der Suppenkaspar ist eines der pointiertesten und das wahrscheinlich bekannteste der Kapitel des Struwwelpeters. Es erzählt in wenigen Versen die Geschichte eines Jungen, der sich weigert seine Suppe zu essen und daher innerhalb weniger Tage verhungert.
Lesen Sie auch: Woanders schmeckt es viel besser oder Es hat gefunkt von Günter Matiba


Das Spinnrad ist ein technisches Hilfsmittel zum Verspinnen von Fasern zur späteren weiteren Verarbeitung (z. B. Weben, Stricken). Beim Verspinnen werden lose Fasern durch gleichzeitiges Verdrehen und Auseinanderziehen zu einem Faden verarbeitet.


DDR-Markenname für spezielle mit Kunstharz gebundene Schichtstoffplatten, bekannt insbesondere durch die damit beschichteten Küchenmöbel. In der BRD hies der Werkstoff Resopal.


Unter Sprickholz wurde das abgefallende und verfaulende Leseholz, unter Fallholz das windbrüchige und anders abständige Holz verstanden. Sprickholz wurde im Wald gesammelt, gebündelt und zum Feueranmachen verwendet.


Die Feuerwache (auch (Feuerwehr-) Gerätehaus, Spritzenhaus oder Feuerwehrmagazin) ist die Unterkunft der Feuerwehr in einem Ort, oft auch Ersatzkerker in kleinen Orten.


Spruchkammerverfahren waren Verfahren mit dem Ziel der Entnazifizierung, die nach Ende des Nationalsozialismus in den drei westlichen Besatzungszonen Deutschlands durchgeführt wurden.

Die Spruchkammern fällten keine Strafurteile, sondern dienten der politischen Säuberung. Sie stellten fest, ob der Betroffene Hauptschuldiger, Belasteter, Minderbelasteter, Mitläufer oder Entlasteter ist und ordneten die gebotenen Sühnemaßnahmen an. Diese bestanden vor allem in der Verpflichtung zu Wiedergutmachungs- und Aufbauarbeiten, dem Ausschluss von öffentlichen Ämtern einschließlich des Notariats und der Anwaltschaft, dem Verlust von Rechtsansprüchen auf eine aus öffentlichen Mitteln zahlbare Pension oder Rente sowie der Aberkennung des Wahlrechts, der Wählbarkeit und des Rechts, sich als Mitglied einer Partei politisch zu betätigen. Nach dem Grad der Verantwortlichkeit sollten die Sühnemaßnahmen in gerechter und billiger Weise verhängt werden, um die Ausschaltung des Nationalsozialismus und Militarismus aus dem Leben des deutschen Volkes und die Wiedergutmachung des verursachten Schadens zu erzielen.


Über Mitgliedschaften oder Funktionen innerhalb des NS-Systems erfährt man oft etwas in den Entnazifierungsakten ("Spruchkammerakten") – sofern solch eine Akte zu der Person angelegt worden ist.

Die alliierten Siegermächte hatten nach Kriegsende etwa 182.000 Deutsche inhaftiert, um ihre Schuld an den Verbrechen des NS-Staates zu klären. Man teilte die Leute dann ein in Hauptschuldige, Belastete, Minderbelastete, Mitläufer, Entlastete.

Spruchkammerakten sind mit Vorsicht zu lesen! Denn die Entnazifizierungsbescheide sind oft eher aus Gefälligkeit erstellte Persilscheine als tatsächlich recherchierte Bescheide. Man bezeichnete die Spruchkammern deshalb sogar als Mitläuferfabriken - weil sie aus Tätern einfache Mitläufer machten. Hintergrund: Die Spruchkammerverfahren sahen eine Umkehr der Beweislast vor, d.h. die Beklagten mussten selbst Beweise herbeischaffen dafür, dass sie trotz allerlei Zugehörigkeiten oder Ämter etc. den NS-Staat nur unwesentlich unterstützt oder sogar Widerstand geleistet hatten. Dafür bat man Freunde und Bekannte, die Unbescholtenheit zu bezeugen oder Begebenheiten zu schildern, aus denen auf eine gewisse Regimeferne geschlossen werden konnte.


Becken unter dem Wasserhahn (meist aus emaliertem Gusseisen oder Steingut),
nordeutsche Bezeichnung: Handstein, Ausguss.


Stammlager IV
Bild: Lagertoreingang des Stammlagers IV B bei Mühlberg/Elbe, via Wikimedia.de
Stalag, Abk. für Stammlager war in den Weltkriegen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Bezeichnung für größere Kriegsgefangenenlager, in denen die Kriegsgefangenen registriert und von wo aus sie auf Arbeitskommandos verteilt wurden. Kriegsgefangene wurden nach Offizieren und Mannschaftsdienstgraden getrennt untergebracht. Die Lager für Offiziere hießen Oflags (Offizierslager), die Lager für Mannschaften Stalags (Stammlager).

Lesen Sie dazu diese Zeitzeugenberichte:
Internierung in Argentinien und
Kriegsende in der Ferne von Ernesto Potthoff


Ein Begriff aus den Tagebuchaufzeichnungen Ernst Jüngers, die er kurz nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Buch verarbeitete. Die Tagebücher selbst, sozusagen Jüngers Rohmaterial, wurden erst 2010 von dem Germanisten Helmuth Kiesel herausgegeben. Im Jahre 2013 erschien die von Helmuth Kiesel edierte historisch-kritische Ausgabe der Stahlgewitter.

Jünger schildert die Kampfhandlungen aus der Perspektive eines jungen Kriegsfreiwilligen, der sich nach seiner ersten, im Frühjahr 1915 in der Champagne erlittenen Verwundung zum Infanterieoffizier weiterbilden lässt und anschließend in der Gegend von Arras den Stellungskrieg kennenlernt. Im Zuge seiner Teilnahme an den Kriegsereignissen der folgenden Jahre (u. a. Schlacht an der Somme, Dritte Flandernschlacht, Schlacht von Cambrai, Deutsche Frühjahrsoffensive 1918) entwickelt er sich zum erfahrenen Stoßtruppführer, der zumeist an vorderster Front eingesetzt und mehrfach verwundet wird und hohe Tapferkeitsauszeichnungen erhält (die der Autor mehrfach erwähnt). Er begibt sich oftmals, häufig freiwillig und dem Anschein nach stärker von Neugier und Abenteuerlust als von Pflichtbewusstsein getrieben, in sehr gefährliche Situationen, die er mit der ihm eigenen Mischung aus Phlegma, Sinnesschärfe und kaltblütiger Entschlossenheit und sehr oft mit unerhörtem Glück überlebt.

In den Stahlgewittern fasst Jünger den Krieg als ein schicksalhaftes Geschehen auf, dem die Menschen wie einer Naturgewalt ausgeliefert sind. Dies kommt in der für den Titel gewählten Metapher zum Ausdruck und lässt sich auch anhand anderer Textstellen belegen, in denen Kriegsereignisse als Unwetter oder Naturschauspiel bezeichnet und beschrieben werden.


Die Stambuline ist ein Gehrock mit Stehkragen, ein wesentlicher Teil der höfischen Garderobe des Tanzimat, einer Modernisierung des Osmanischen Reichs.


Stammhalter bezeichnet im engeren Sinne den erstgeborenen männlichen Nachkommen eines Ehepaares, der den Familiennamen des Elternhauses erhält, um ihn seinerseits weiterzuvererben und so den Stamm zu erhalten, genauer: die Stammlinie fortzuführen (siehe auch Stammbaum, Erstgeburtsrechte).


Standesdünkel bezeichnet den spezifischen Hochmut eines Standes gegenüber anderen, als niedriger erachteten Ständen.


Ständegesellschaft bezeichnet in den Humanwissenschaften einen hierarchisch geordneten Teil einer Gesellschaft aus abgeschlossenen sozialen Gruppierungen – den Ständen oder Geburtsständen – mit eigenen rechtlichen, sozialen und kulturellen Normen, deren Zusammenhalt auf Gemeinsamkeit in Abstammung, Beruf, Besitz oder Bildung besteht.


Eisernte auf dem zugefrorenen See
Eisernte in Ostpreußen
Früher auf zugefrorenen Seen mit der Schleppsäge geerntetes Eis, das im Eiskeller unter Stroh gelagert, bis in den Sommer frisch hielt; später Fabrikeis, das z.T. ambulant verkauft wurde.


Das Stanniol (von lateinisch stagnum, stannum, ursprünglich eine Bleisilberlegierung, später Zinn), auch Zinnfolie, ist eine dünn ausgewalzte oder gehämmerte Folie aus Zinn. Heute wird die Bezeichnung umgangssprachlich auch für Folien aus Aluminium (Alufolie) verwendet, da Produkte aus dem wesentlich kostengünstigeren Aluminium das Stanniol aus seinen Anwendungsgebieten verdrängt haben.
Im militärischen Gebrauch dienten dünne Stanniol-Streifen mit exakt definierter Länge als Täuschkörper zum Schutz vor Radarerfassung. Dort werden solche Streifen Düppel genannt (im englischen Sprachgebrauch Chaff) und bestehen heute meist aus metallbedampften Kunstfasern oder leitfähigen Kohlenstofffasern. Die britische Armee erbeutete im Zweiten Weltkrieg durch die Operation Biting ein Würzburg-Radar, um die für die verwendete Frequenz passende Stanniolstreifen-Länge zu ermitteln. Einer der wohl bekanntesten Einsätze von Stanniolstreifen zum Schutz vor Ortung erfolgte während der Operation Gomorrha 1943 über Hamburg.


der Volksmund bezeichnete das Ministerium für Staatssicherheit der DDR, kurz MfS, als Stasi (Kurzform von Staatssicherheit).


Die Staufferbüchse oder Stauferbuchse ist ein Schmierstoffgeber.


nach der amerik. Herstellerfirma Stauffer Chemical Company: Fett aus Schmieröl.


Was im Englischen hobby heißt, wurde im Deutschen früher häufig als Steckenpferd bezeichnet.


Der Stehkragen ist ein wesentliches Stilmerkmal des Hemdes im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese Kragenform wurde etwa ab 1850 vorwiegend getragen. Heutzutage haben moderne Hemden einen Umlegekragen, der den schmalen Krawattenteil verdeckt. (Siehe auch Vatermörder)


Ein Ausrüstungsgegenstand des hochalpinen Bergsteigers. Sie werden am Schuh befestigt und dienen einer sicheren Fortbewegung auf Schnee- und Firnfeldern, Eisflächen und Gletschern. Oder ein Metallbügel zum Erklettern hölzerner Leitungsmasten.


Der Ausdruck steiler Zahn war als Bezeichnung für eine besonders attraktive Frau in den vergangenen Jahrzehnten besonders in der Jugendsprache gebräuchlich, gilt heute aber bereits als veraltet. So heißt es in einem Artikel der Jugendzeitschrift »Bravo«: »Er sang von »steilen Zähnen«, von Petticoats und Pferdeschwanzfiguren - im Sound der verrückten 50er-Jahre«


Pauker
Züchtigung der Schüler durch den Lehrer
veraltet, abwertend für Lehrer (Pauker). Anspielung auf die im 19. bis ins 20. Jahrhundert übliche körperliche Züchtigung der Lehrer durch Schläge mit dem Rohrstock auf Hände und Gesäß.


Die Stellmacherei ist ein Beruf. Sie entstand im frühen 19. Jahrhundert aus den beiden Berufen Wagner und Rademacher.


Stempelbremse
Stempelbremse am Vorderrad
Der früheste Typ einer Fahrradbremse bestand aus einem Hebel, der einen Metallschuh gegen die Lauffläche des Reifens drückte. Der Name der Bremse leitet sich davon ab, dass die Bremse über den Hebel wie ein Stempel aufgedrückt wurde. War das Bremsgummi verloren gegangen, wurde diese Bremse leicht zum Reifenschlitzer.

Stempelbremsen wurden mit der Einführung des pneumatischen Reifens überflüssig. Jedoch hielten sich meist in weniger entwickelten Ländern Stempelbremsen als eine Art Notanker als Zusatz zur Rücktrittbremse bis in die 1980er Jahre.Siehe WikiPedalia


früher: zum Arbeitsamt gehen, Stempelgeld = Arbeitslosenunterstützung. Die Bezeichnung rührt von den Stempeln, mit denen sich ab den 1920er Jahren Arbeitslose den Besuch auf dem Arbeitsamt auf einer Stempelkarte bestätigen lassen mussten.


Steertpogg
Handwagen, den die Bauern nach Hamburg zogen Bild: Norderstedt / Steertpogg um 1850
Was ein Steert ist, nämlich ein Schwanz, ist vermutlich bekannt. Eine Pogge ist im niederdeutschen ein Frosch. Ein Steertpogg, ein Froschschwanz, ein Frosch mit Schwanz ist also eine Kaulquabbe. Diesen Namen erhielt der einachsige Karren, der vor allem von den ärmeren Torfbauern benutzt wurde, die sich kein Pferd leisten konnten, weil der Karren auf den damaligen schlechten Straßen hin und her wackelte wie eine Kaulquabbe. Sie spannten sich selbst und den Hund vor den Karren und wanderten die 25 Kilometer nach Hamburg und zurück, um ihren Torf zu verkaufen. Auf dem Rückweg brachten sie den Hamburger Straßendreck, Pferdemist, mit, der zur Düngung ihrer Äcker diente. Außerdem brachten sie auch die neuesten Nachrichten aus Hamburg mit, weshalb die erste Zeitung auf Norderstedter Gebiet den Namen Steertpogg erhielt, heute Heimatspiegel.


Der Raummeter (rm) oder Ster (st) ist ein Raummaß für Holz und die gebräuchlichste Maßeinheit beim Handel mit Brennholz. Ein Raummeter (1 rm) entspricht einem Würfel von einem Meter (1 m) Seitenlänge, also einem Rauminhalt von einem Kubikmeter (1 m³), geschichteter Holzstücke unbestimmter Länge, gespalten oder ungespalten, einschließlich der Zwischenräume in der Schichtung. Der Ster (vom altgriechischen στερεός stereos, ‚starr, hart, fest') ist ein älteres Raummaß, welches einen Raummeter Holzscheite von 1 Meter Länge bezeichnet. Allerdings wird umgangssprachlich zuweilen auch ein Raummeter kürzerer Holzscheite als Ster bezeichnet. Der Schüttraummeter (srm) entspricht einer lose geschütteten Holzmenge von einem Kubikmeter. Ein Festmeter (fm) bezeichnet die Menge Holzscheite, welche nach Abzug der Zwischenräume einen Kubikmeter Holz ergibt.Quelle: Wikipedia.org


Der Stern 1938
Cover der Ausgaben 1938/39
Der Stern war eine Illustrierte im Dritten Reich, die vom 20. September 1938 bis Dezember 1939 wöchentlich erschien.

Der Hauptschriftleiter des ersten Stern war Kurt Zentner. Er absolvierte von 1934 an eine steile Karriere bei Ullstein und im Deutschen Verlag, verantwortete als Chef vom Dienst der Berliner Illustrierten die erfolgreichen Sonderhefte zu den Olympischen Spielen 1936.

Im folgenden Jahr sammelte Zentner auf einer Studienreise durch die Vereinigten Staaten Anregungen für eine innovative Filmund Kulturillustrierte. Der Stern, im September 1938 auf den Markt geworfen, entwickelte sich mit Auflagen von 750.000 Exemplaren zu einem Verkaufsschlager – und zu einem Musterbeispiel nationalsozialistischer Integrationspropaganda. Plumpe Hetze blieb außen vor, den Erfolg brachten aufwendige Fotostrecken, exklusive Reportagen aus dem Leben Prominenter, Fortsetzungsromane, Humorseiten, ein farbiges Layout und – jedenfalls zu Anfang – nackte Haut und sogar Berichte aus den Vereinigten Staaten.

Kurz nach Kriegsbeginn wurde der als Vierteljude diskreditierte Chefredakteur Zentner entmachtet, der Stern in die Soldatenpostille Erika, die frohe Zeitung für Front und Heimt, umgewandelt.

Max Amann übernahm am 28. Juni 1933 den Verbandsvorsitz des Vereins Deutscher Zeitungsverleger (VDZV), mit dessen Gleichschaltung zum Reichsverband der Deutschen Zeitungsverleger er sich 1934 die Kontrolle über das gesamte deutsche Verlagswesen sicherte. Er hatte den Coup hinter dem Rücken seines Rivalen Joseph Goebbels eingefädelt. Der Propagandaminister äußerte in einer internen Konferenz zur Lenkung der Presse Überraschung und Missfallen über das plötzliche Verschwinden des Titels.

Bald nach dem Krieg wurde der Stern zu Europas größter Illustrierter - und ihr Chef Henri Nannen zu einer journalistischen Leitfigur. Neue Quellen belegen nun die anfänglich frappierenden Ähnlichkeiten mit dem NS-Magazin gleichen Namens.

Zwischen dem Stern von 1938/39 und der 1948 gegründeten Zeitschrift ähnlichen Namens bestehen Zusammenhänge, obwohl der neue Stern an keiner Stelle auf diesen Teil der eigenen Historie eingeht. Das Logo der alten Zeitschrift zeigt einen siebenzackigen Stern in von Ausgabe zu Ausgabe wechselnden Farben, während das Logo der Nachkriegszeitschrift Stern einen sechszackigen weißen Stern auf rotem Grund aufweist. Die Themensetzung beider Publikationen ähnelt sich bis in die Gestaltung der Titelseiten mit hochwertigen Fotografien weiblicher Models hinein.

Der Verleger und Gründer des Nachkriegsstern Henri Nannen wollte nichts von der gleichnamigen Vorkriegs-Publikation gewusst haben. Laut einem Artikel des Historikers Nils Minkmar in der Zeit hält es allerdings Nannens Biograf Hermann Schreiber für in hohem Maße wahrscheinlich, dass Nannen die zehn Jahre vorher erschienene Publikation sehr wohl kannte, zumal der Herausgeber des alten Stern, Kurt Zentner, ein halbes Jahr lang im neuen stern Henri Nannens Stellvertreter war. Dieser Zusammenhang wird in der jüngeren einschlägigen Studie Tim Tolsdorffs weiter ausgeführt. Bei der Gründung des neuen Stern stand zudem der ehemalige Manager des Deutschen Verlags, Carl Jödicke, Nannen mit markenrechtlichen Expertisen zur Seite, die Nannen vor Schadenersatzansprüchen der Familie Ullstein schützen sollten.

Die beiden Chefredakteure des alten und neue Stern – Zentner und Nannen – gehörten im Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter der Propagandakompanie an. Nannen gehörte der Einheit Südstern der SS-Standarte Kurt Eggers an. Minkmar betont, die gesamte Aufmachung von Zentners Stern gleiche dem des Nachkriegssterns, zumindest in dessen Phase von Kriegsende bis Mitte der sechziger Jahre. Für den Historiker Habbo Knoch machte dieser erste Stern die Mischung aus Stil und Kultur, Stars und Sex bereits vor.Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die brauen Wurzeln des Stern


Ein Stiefelknecht ist ein mit einem U-förmigen Einschnitt versehenes Brett, in das der Stiefel mit der Ferse zum Ausziehen eingelegt wird.


Der Brauch des Stiefeltrinkens in Deutschland geht auf die Jenaer Studenten im 16.Jh. zurück. Der Pfarrer Michael Stifel (1487-1567), hat in Lochau von der Kanzel herab den Weltuntergang zum 19.10.1533 verkündet. Der blieb, wir wir wissen aus. Die unheilvollen Ereignisse von Lochau haben Stifel ein Leben lang begleitet. Noch Jahrhunderte später erinnerten nicht nur die Studenten von Wittenberg und Jena in dem Spottlied Stifel muss sterben, ist noch so jung… an die missglückte Prophezeiung.
Ungeachtet seiner Verdienste um die Mathematik verfolgte ihn sein Ruf als Verkünder des Weltuntergangs und auch das Stifellied bis Jena. Betrat Professor Stifel ein Wirtshaus, wurde er mit diesem Lied empfangen. Er setzte ein Verbot des Liedes durch. Zum Ausgleich dafür tranken die Studenten Jenas reihum ihr Bier aus einem Stiefel, den sie dafür anfertigen ließen. Auch heute noch ist in unserer Gegend das Stiefeltrinken ein alter Brauch und das Lied des Professors ist hier noch gut bekannt.Begriff und Erklärung eingesandt am 19.10.2016 von Bernd Hopke


Alternativ Ostwestfalen, Ruhrgebiet: stickum. Etwas stiekum tun bedeutet meist etwas heimlich, leise tun (DUW). Bei Kluge wird es auf ein rotwelsches Wort stiekum zurückgeführt, das sich vom westjiddischen Wort schtieke ruhig ableite, welches wiederum auf hebräisch šeṯīqā(h) Schweigen zurückgehe. Es kann – wie das standardniederländische stiekem – auch eine negative Konnotation haben und dann so hintenrum bedeuten (so eine der im Rheinischen Wörterbuch angegebenen Bedeutungen, s. RhWb VIII, 678f.).


Deutschland: Im Berufsbildungsgesetz wird die Bezeichnung Auszubildender/Auszubildende verwendet. In der Handwerksordnung ist dagegen nach wie vor der Begriff Lehrlinge gebräuchlich, dem aber in Klammern das Wort Auszubildende angefügt wird (§§ 21 ff HwO). Umgangssprachlich spricht man auch von Azubi, Stift oder im oberdt. Raum Lehrbub/-mädchen. Die umgangssprachliche Bezeichnung Stift ist in Deutschland veraltet und gilt manchmal als abwertende Bezeichnung für den Auszubildenden, ebenso wie die bis in die 1960er Jahre bekannte Bezeichnung Lehrpieps.


Namenstafel in den Hausfluren von Mietshäusern.


Stöckelschuhe
Stöckelschuhe waren in den 1950er jahren modern

Stöckelschuh (auch Stiletto); In den 1950er Jahren war ein Pumps mit sehr spitzer Schuhspitze und Pfennigabsatz modern: der Stöckelschuh. Der Schuh wird wegen seines Absatzes auch Stiletto genannt, dies ist die italienische Bezeichnung für den Bleistiftabsatz.

Schuhe mit Stöckelabsätzen werden seit 1661 hergestellt. Sie wurden – man mag es nicht glauben – ursprünglich für einen adligen Mann (Monsieur Philippe, den Bruder von Louis XIV) angefertigt, der von seiner Frau aufgrund seiner kleinen Größe ausgelacht wurde. Aus heutiger Perspektive ist es kaum nachvollziehbar, dass ausgerechnet die wohl femininste Schuhart für Männer kreiert wurde. Stöckelschuhe sind weit mehr als nur Schuhe mit hohen Absätzen: Sie sind gleichzeitig Symbol weiblicher Macht und weiblicher Zerbrechlichkeit, sind provokativ und sexy.Quelle: Damenschuhlexikon

Lesen Sie, wie Ingrid von Husen ihre ersten Stöckelschuhe bekam: Ein Tag im Jahre 1950, oder: Meine Jugendweihe

Die Stopfnadel ist eine grobe Nadel für Wollfäden zum Stopfen von Löchern in Wollstrümpfen.


Stopfpilz aus Holz
Stopfpilz aus Holz
Beim Stopfen verwendete pilzförmige, hölzerne Unterlage.


Schema Socken stopfen
Schema Socken stopfen
Ein starkes Garn zum Stopfen von Löchern in Strümpfen oder zum Ausbessern von Dünnstellen. In den Nachkriegsjahren wurde nichts weggeworfen, sondern repariert.


Die Stör ist ein Ausdruck für die Arbeit eines Handwerkers im Haus des Kunden. Handwerker, die dies taten, hießen Störgeher oder Störr; bei längeren Arbeiten wohnten sie auch einige Tage im Dorf oder beim Auftraggeber. Der Begriff ist bis heute u. a. in Oberösterreich gebräuchlich, etwa für das Ausführen von Brot und Backwaren durch junge Bäcker. Die Störschneider ist auch heute noch bekannt im niederösterreichischen Waldviertel. Auch in der deutschsprachigen Schweiz kennt man noch heute Begriffe wie Störköchin und Störmetzger für Köchinnen bzw. Metzger, die am Wohnort des Kunden kochen bzw. schlachten.

Das Wort Stör, manchmal (Entrundung wiedergebend) auch Ster geschrieben, ist erstmals in einer Schweizer Rechtsquelle des 15. Jahrhunderts bezeugt. Es ist wahrscheinlich ein Verbalsubstantiv zu stören, das auf zwei verschiedene Arten gedeutet wird:
Das Deutsche Wörterbuch erklärt den Bedeutungszusammenhang als störung der zunft; ein handwerker, der solche arbeit übernahm, verging sich gegen die handwerksordnung, er störte sie.
Das Schweizerische Idiotikon nimmt die alemannisch als Unterbedeutung von Stör Störung belegte Bedeutung Zeitabschnitt, Weile; Tour, Mal als Ausgangspunkt, womit die Bedeutung der Handwerkerstör (laut Idiotikon während eines gewissen Zeitraums (bzw. bis zur Fertigstellung) erfolgende Arbeit eines Handwerkers ausser dem Haus; Bedeutung Stör III 2) von einer ursprünglichen Bedeutung mit Unterbrechungen, nicht fortlaufend, sondern in einzelnen Abschnitten von beschränkter Dauer geleisteten Arbeit ausginge.


Stragula (von lat. stragulum = Teppich, Decke) ist eine Linoleum-Imitation. Sie besteht aus mit Teer imprägnierter Pappe (Bitumenpappe), die vorzugsweise mit verschiedenfarbigen eingedickten Ölfarben in verschiedenen Mustern bedruckt wird. Stragula wurde von den Deutschen Linoleum-Werken hergestellt und war preiswerter als Linoleum. Es wurde überwiegend als Meterware zum Auslegen ganzer Räume verkauft, es gab aber auch Stragula-Läufer oder -stücke, deren Muster die von Orientteppichen nachahmten. Seit den 1970er Jahren wurde es durch den Kunststoff PVC weitgehend verdrängt.


1.) Mit der Bezeichnung Straßenfeger werden seit den frühen Jahren Sendungen des Deutschen Fernsehens mit sehr hohen Einschaltquoten bezeichnet, die dafür sorgten, dass die Straßen praktisch menschenleer waren, sie also wie leergefegt wirkten. Im Januar 1962 lief der dritte Durbridge-Sechsteiler Das Halstuch über die Bildschirme und löste eine nie da gewesene Begeisterung in allen Bevölkerungsschichten aus. Das Bild völlig leer gefegter Straßen an Sendeterminen der Durbridge-Reihe sorgte dann schließlich für die Entstehung des Begriffs Straßenfeger.
2.) Der Straßenreiniger (auch Straßenkehrer, Straßenfeger oder Straßenwischer) kümmert sich um das Säubern von öffentlichen Straßen und Wegen sowie Plätzen und Parkanlagen.


ein nach Gustav Stresemann benannter Anzug, der nur am Vormittag getragen und auch für andere Gelegenheiten, wie Trauerfeier, Staatsempfang oder Bankett getragen wird. Der Stesemann ersetzt den Cutaway.


Malgedicht
Punkt, Punkt, Komma, Strich
Das Semikolon  ; (Plural: Semikola und Semikolons) oder Strichpunkt ist ein Satzzeichen zur Verbindung zweier Hauptsätze.

Als Malgedicht konnte man dazu diesen Spruch aufsagen:
Punkt, Punkt, Komma, Strich,
fertig ist ein Mondgesicht!
Zwei Hörner und ein Überrock
Fertig ist der Ziegenbock!


Stricknadeln bestehen aus Stahl oder Kunststoff, an den Enden etwas zugespitzt und dienen zur Herstellen von Maschen mit Hilfe eines Fadens und einer bzw. mehreren Nadeln.


befristete Stromabschaltung für ein größeres Gebiet.


Strohwitwer und Strohwitwe sind Bezeichnungen für in einer Ehe oder Beziehung lebende Partner, die zeitweilig allein leben, also Witwer bzw. Witwe auf Zeit sind. Typischerweise tritt eine solche Situation bei Reisen ein, die nicht gemeinsam unternommen werden. Die Beziehung besteht dabei weiter, eine Fortsetzung des gemeinsamen Lebensalltags ist zu erwarten.


In Preußen und Rußland, ein Name gewisser platter Flußschiffe, mit welchen man in Preußen Holz, Steinkohlen und Stroh auf den Flüssen hinabfährt. Die Strusen, welcher sich die Russen auf der Wolga bedienen, haben die Gestalt großer Schuten, sind mit Hütten und Buden versehen, haben Ruder und Segel und werden auch zum Kriege gebraucht. Adelung hält den Namen für Slavonischen Ursprungs.Siehe Oekonomische Encyklopädie von J.G.Krünitz


Stubben, ein im nördlichen Deutschland übliches Wort, den Stock oder das Stammende eines gefällten Baumes zu bezeichnen. Im Angelsächsischen Steb, Stybb, Engl. Stubb, Schwed. Stubbe. Es soll nach Adelung mit dem Lateinischen Stipes, Stipula, mit unserem Stoppel, stapfen, stumpf etc. nahe verwandt seyn. Im Niedersächsischen ist stunf, stumpf, abgestutzt.Siehe Oekonomische Encyklopädie von J.G.Krünitz


(von ital. stucco, Stück; eigtl: Rinde, überzug) ist ein gut formbare, schnell erhärtende Masse aus Gips, Kalk, Sand und Wasser (oder Leim).


einen Stein über ein stilles Wasser werfen, (norddt: Ditschen) der Stein sollte möglichst oft das Wasser berühren, bevor er versank.


Sturmbann ist ein Kompositum aus dem Substantiv Sturm und dem Wortstamm Bann des Substantivs Banner und bezeichnete in den 1930er Jahren die organisatorische Gliederung der Kampfverbände (SA, SS, NSKK) der NSDAP. Er war auch bei der Organisation des NSFK zu finden. Die übergeordnete Formation war die Standarte.
Die ursprünglich per Tradition aus der SA stammende Bezeichnung wurde in den anderen NS-Organisationen, so etwa seit 1930 auch von den bewaffneten SS-Verbänden (SS-Verfügungstruppe und SS-Totenkopfverbände) verwendet. Als 1942 aus ihnen die Waffen-SS hervorging, wurde dort das militärische Gegenstück als Einheitsbezeichnung vorherrschend.Ein Sturmbann umfasste in der Regel drei bis vier Stürme und konnte zwischen 250 und 600 Mann stark sein. Er entsprach beim Heer in etwa dem Bataillon.
So wurde in der Regel ein Sturmbann der Allgemeinen SS aus drei aktiven SS-Stürmen gebildet und von einem SS-Sturmbannführer geführt. Stürme eines Sturmbannes wurden mit arabischen Ziffern bezeichnet, während der Sturmbann selbst mit römischen Zahlen gekennzeichnet wurde: So wird beispielsweise 7/III als 7. Sturm des Sturmbann III gelesen. Der Sturmbann IV umfasste die Reserve, die aus Reservestürmen gebildet wurde. Diese Grundgliederung war in der gesamten Schutzstaffel zu finden, so auch in der Allgemeinen SS und ihren Reiterstandarten (einschließlich der R.St. Totenkopf) sowie in den Totenkopfverbänden.
Anfänglich war der Begriff Sturmbann auch in der Leibstandarte und der Verfügungstruppe gebräuchlich, wurde aber schnell in diesen SS-Verbänden durch die in der Wehrmacht üblichen Bezeichnungen abgelöst, was wiederum die Missbilligung Himmlers nach sich zog.


Ein Lehnwort aus dem Jiddischen, für Unsinn, Narrheit.


zu stutzen in der veralteten Bedeutung in modischer Kleidung


Stümmel = Abkürzung von Stümmelchen, Kosewort für ein kleines Kind.


mhd. stütze, zu  stützen: 1. (Bauw.) senkrecht stehender, tragender Bauteil, ugs. für Sozialhilfe.


Ein Südwester (engl. Sou'wester; norweg. Sydvest) ist eine wasserdichte Kopfbedeckung für Seefahrer. Er wird aus Öltuch oder Kunststoff als Obermaterial und teilweise Baumwolle als Futter hergestellt. Südwester haben eine breite Krempe, die hinten weit überhängt, damit kein Regenwasser in die Kleidung laufen kann. Die Benennung nach der Himmelsrichtung, aus der der meiste Regen kommt, kommt möglicherweise ebenso wie der Hut selbst aus dem Norwegischen.


Als Suffragetten (von englisch/französisch suffrage ‚Wahl‘) bezeichnete man Anfang des 20. Jahrhunderts (zentral 1903–1928) mehr oder weniger organisierte Frauenrechtlerinnen in Großbritannien und den Vereinigten Staaten (hier war die selbstgewählte Bezeichnung eigentlich suffragist), die vor allem mit passivem Widerstand, Störungen offizieller Veranstaltungen bis hin zu Hungerstreiks für ein allgemeines Frauenwahlrecht eintraten. Die Suffragettenbewegung wurde überwiegend von Frauen aus dem Bürgertum getragen.Quelle: Wikipedia.de


nach der Gestalt des Suppenkaspar aus dem Kinderbuch Der Struwwelpeter, Kind, das nicht essen mag.


Terrine, in der Suppe aufgetragen wird.


Sütterlin Alphabet
Sütterlinschrift, Buchstabenformen
Die Sütterlinschrift, meist einfach Sütterlin genannt, ist eine im Jahr 1911 im Auftrag des preußischen Kultur- und Schulministeriums von Ludwig Sütterlin entwickelte Ausgangsschrift für das Erlernen von Schreibschrift in der Schule.

Die deutsche Sütterlinschrift ist eine spezielle Form der deutschen Kurrentschrift für Schreibanfänger. Daneben entwickelte Ludwig Sütterlin auch eine stilistisch entsprechende lateinische Schreibschrift für Schreibanfänger, die jedoch nicht als Sütterlinschrift bezeichnet wird.

Die deutsche Sütterlinschrift wurde ab 1915 in Preußen eingeführt. Sie begann in den 1920er Jahren die bis dahin übliche Form der deutschen Kurrentschrift abzulösen und wurde 1935 in einer abgewandelten Form (leichte Schräglage, weniger Rundformen) als Deutsche Volksschrift Teil des offiziellen Lehrplans. In der Folge des Normalschrifterlasses wurde allerdings auch sie mit einem Rundschreiben vom 1. September 1941 verboten, nachdem bereits mit Rundschreiben von Martin Bormann (Chef der Partei-Kanzlei) vom 3. Januar 1941 die Verwendung gebrochener Druckschriften (Frakturtypen) untersagt worden war. Als Ausgangsschrift wurde nach dem Verbot der deutschen Schrift ab 1942 in den Schulen die lateinische Schrift in einer Variante, die Deutsche Normalschrift genannt wurde (Proportionen 2:3:2, Schrägstellung, Ovalformen), eingeführt. An west- und ostdeutschen Schulen wurde nach 1945 außer der lateinischen Ausgangsschrift die deutsche Schreibschrift teilweise bis in die 1980er Jahre zusätzlich gelehrt.Siehe Wikipedia.org