Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

Z: von Zach bis Zylinder(hut)

von mittel- und althochdeutsch zāch (zäh), auch mühsam. Die Ausgabe, besonders des Geldes, so lange, als möglich, zurückhaltend. Er ist ein wenig zach [zähe]. Ein zacher [zäher] Bezahler.

Ostpreußische Bezeichnung für Schwanz oder Schweif (veraltet, heute nicht mehr gebräuchlich).
Zagel ist ein Fachbegriff aus der Eisenverarbeitung und bezeichnet ein Stück Eisen, das in einer Eisenhütte verarbeitet wird. Lupp, Zagel und Schirbel bezeichnen dabei Eisen zu einem bestimmten Zeitpunkt der Verarbeitung. So wird aus dem Lupp durch Auspressen der Schlacke Zagel gewonnen, daraus wiederum Schirbel. Das Wort Zagel, dessen ursprüngliche Bedeutung biegsamer Schwanz ist, bezeichnet im Hüttenbau das gefrischte, noch zähflüssige Eisen.

Der Ausdruck steiler Zahn war als Bezeichnung für eine besonders attraktive Frau in den vergangenen Jahrzehnten besonders in der Jugendsprache gebräuchlich, gilt heute aber bereits als veraltet. So heißt es in einem Artikel der Jugendzeitschrift »Bravo«: »Er sang von »steilen Zähnen«, von Petticoats und Pferdeschwanzfrisuren - im Sound der verrückten 50er-Jahre«.

für Zahnfüllungen oder -ersatz verwendetes hartlegiertes Gold.

Der Zahltag war in früheren Zeiten der Termin, an dem die Angestellten eines Unternehmens das Arbeitsentgelt bar ausbezahlt bekamen. Charakteristisch für den Zahltag waren die Lohntüten. Heute wird der Lohn den Angestellten direkt auf ihr Bankkonto überwiesen. Umgangssprachlich wird oft als Zahltag der eig. Inhalt der Lohntüte bezeichnet; so bedeutet er hat den Zahltag gekriegt, dass ihm der Monatslohn ausbezahlt wurde – oder ihm ist der Zahltag abhandengekommen, dass ihm die Lohntüte (mit dem Zahltag drin) abhandengekommen ist.

Ein mit einem Rande umgebenes Brett, Geld darauf zu zählen. Im Bergbau, ein Brett mit Löchern, um die Zahl der herausgezogenen Kübel mittels eines Pflockes auf demselben zu vermerken.Siehe Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Zampelbüdel, oder Zampel, bezeichnet einen aus Segelleinen oder anderem grobem Stoff hergestellten Sack als Gepäckstück.

Der Ausdruck Zeche (mittelhochdeutsch: Ordnung, Reihe) bezeichnete ursprünglich den Zusammenschluss mehrerer Personen zum Betreiben eines Bergwerks. Mit ihrer Einlage in die bergrechtliche Gewerkschaft bezahlten die Beteiligten die Zeche, was heute noch als umgangssprachlicher Ausdruck für das Bezahlen einer Rechnung verwendet wird. Der Begriff Zeche wird vor allem für die Steinkohlebergwerke im Ruhrgebiet synonym zu Bergwerk benutzt, wo dem Namen des Bergwerkes das Wort Zeche vorangestellt wird. Im Freiberger Revier, wo Erze gefördert wurden, existiert im obigen Sinne das Lehr- und Forschungsbergwerk Reiche Zeche und Alte Elisabeth.Quelle: Wikipedia.de

Als Trinkgelage, Zechgelage oder Besäufnis bezeichnet man eine Zusammenkunft mehrerer Personen, die vor allem dem ausgiebigen Konsum von Alkohol dient. Im deutschen Sprachraum werden ausufernde Trinkgelage von Jugendlichen und jungen Erwachsenen seit einiger Zeit umgangssprachlich häufig als Komasaufen bezeichnet, im englischen Sprachraum spricht man von binge drinking. Die antiken Trinkgelage wurden Symposion genannt. Synonym kann der Begriff ,Gelage' auch auf andere körperliche Genüsse, wie das Essen (=Fressgelage), übertragen werden.Quelle: Wikipedia.de

Die Zeidlerei (auch Zedlerei) war im Mittelalter das gewerbsmäßige Sammeln von Honig wilder oder halbwilder Bienenvölker, das von Zeidlern ausgeübt wurde. Der Zeidler oder Zeitler, dessen Beruf sich bereits im Frühmittelalter nachweisen lässt, sammelte im Gegensatz zum Imker den Honig wilder, halbwilder oder domestizierter Bienen in den Wäldern. Er hielt, anders als der Imker im heutigen Sinne, die Bienen nicht in gezimmerten Bienenstöcken oder Bienenkörben.
Das Wort kommt vom lateinischen excidere (herausschneiden) über das altdeutsche zeideln (Honig schneiden). Schneiden deshalb, weil hier – anders als heute – die gesamte Honigwabe entnommen (erbeutet) wurde; dabei war der Fortbestand des Bienenvolkes nachrangig. Honig und Wachs konnten sofort verwertet und weiterverarbeitet werden. Begriff eingesandt von Frau Christina Bohn

In den 1950er Jahren verbreiteten sich Schallplattenspieler mit einer Wechselmechanik. Es konnten bis zu zehn Platten gleichzeitig eingelegt und diese nacheinander abgespielt werden. Hierzu wurden die Platten auf eine verlängerte Mittelachse aufgesteckt und mit einem Mechanismus festgehalten. War eine Platte fertig gespielt, wurde die nächste auf den Plattenteller fallengelassen. Manche Modelle verfügten über eine Abtastfunktion, die den Durchmesser der Platten ermittelte und es somit ermöglichte, auch Platten unterschiedlicher Größe nacheinander abzuspielen. Nachteile waren jedoch, dass die Platten nicht umgedreht werden konnten und damit nur eine Seite pro Platte abgespielt werden konnte. Für einen optimalen Wechsel von Doppelalben auf Plattenwechslern ist die Plattenpressung hier 1-4, 2-3. Außerdem konnte die Abspielgeschwindigkeit nicht erfasst werden, weshalb man nur Platten mit derselben Geschwindigkeit einlegen konnte. Auch lagen die Platten aufeinander und wurden etwas unsanft von der Mittelachse fallen gelassen, wodurch eventuell leichte Beschädigungen und Kratzer auftreten konnten. Quelle: Wikipedia.org

Zentner (von lat. centum hundert) ist eine alte Gewichtseinheit von in der Regel 100 Basisgewichtseinheiten (meist Pfund, später auch Kilogramm). Ihr entspricht das Quintal, dessen Etymologie von einem Umweg bzw. Re-Import geprägt ist: klassisches Latein centenarius → Spätlatein centenarium pondus → Spätaltgriechisch kentenarion → Arabisch qintar, Neulatein quintale → (Alt-)Französisch quintal. Beide Begriffe werden inoffiziell auch heute noch verwendet, das Quintal im deutschen Sprachraum allerdings nur im Südwesten. Die englischen hundredweights sind historisch ebenfalls das gleiche. Ztr. ist die Abkürzung für Zentner, eine alte Form ist Ctr. In Deutschland verstehen die meisten Menschen noch heute die Definition des ehemaligen Zollvereins von 1858, das heißt 100 Pfund zu je 500 Gramm. Ein Zentner sind somit 50 kg.Quelle: Wikipedia.de

zeudern, zaudern; für Säumnis, Langsamkeit, Verweilen; Eine Zeuderkette sollte Tiere am Weglaufen hindern. Weidetiere wurden an die Kette gelegt, wenn sie nicht auf einer eingezäunten Weide Futter suchten, sondern in Gräben, am Feldrain usw. Der Ausdruck wurde vor allem in Ostpreußen benutzt.

Ein Ziborium (lat. ciborium Trinkbecher, Mehrzahl Ziborien), auch Speisekelch oder Hostienkelch genannt, ist ein Gefäß, das in der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen zur Aufbewahrung der konsekrierten (heiligen, geweihten) Hostien verwendet wird.

sich verjüngendes Röhrchen, in dessen breiteres Ende die Zigarette [mit dem Mundstück] eingesteckt wurde, zum z.T. mit Filtereinsatz bevor es Filterzigaretten gab.

Der Begriff Zille bezeichnet eine Familie von flachbodigen Wasserfahrzeugen, die bis heute im deutschen und österreichischen Donauraum anzutreffen ist. Sie gehört zur Gruppe der Kaffenkähne, die sich durch die spitz zusammenlaufenden Rumpfenden auszeichnen. ähnliche Bauart in anderen Gegenden ist der Weidling.Quelle: Wikipedia.de

Der Abwracker in der Binnenschifffahrt.

Veralteter Name für Kleinfeuerwerke der Klasse I, wurde früher auch in verschiedener Bedeutung als Tafelfeuerwerk und Salonfeuerwerk bezeichnet. Es handelt sich um Feuerwerksscherzartikel, Feuerwerksspielwaren, sowie das Tischfeuerwerk, das auch in geschlossenen Räumen zulässig ist.

Das Wort Zinken oder Zink bezeichnet die geheime Verständigung durch Laute, Gestik oder Mimik, vor allem aber durch grafische Zeichen, die von Angehörigen des fahrenden Volks benutzt und meist nur von ihnen verstanden werden. Lesen Sie auch: Frauenrechte, Vertreter und Gaunerzinken von Hartmut Kennhöfer

Weit verbreitet waren in den 1950er jahren die aus verzinktem Blech bestehenden Volksbadewannen, die mit Wasser aus dem Waschkessel befüllt werden konnten, in den Bodenablauf der Waschküche entleert ließen sie sich aufrecht in einer Ecke abstellen.

Das Wort Zinnober wird im Deutschen in der Umgangssprache verwendet. Ein Zinnober ist etwas, was wertlos und unsinnig ist, oder um welches unnötiges Aufsehen gemacht wird. Etymologisch lässt es sich vermutlich davon ableiten, dass das Mineral Zinnober (Cinnabarit) als unvollkommen gilt. Denn von den Alchemisten wurde Quecksilber fälschlicherweise als Essenz sämtlicher Metalle angesehen, und der gelbe Schwefel sollte nach Ansicht der Alchemisten die Farbe des künstlichen Goldes liefern. Aber Quecksilber und Schwefel verbinden sich, entgegen den daraus gezogenen Schlüssen, chemisch nicht zu Gold, sondern zu Zinnober.
Cinnabarit, im deutschen Sprachraum auch als Zinnober bekannt, ist ein häufig vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der Sulfide und Sulfosalze. Er kristallisiert im trigonalen Kristallsystem mit der Zusammensetzung HgS, ist also chemisch gesehen ein Quecksilbersulfid.

Veraltete Bezeichnung der Singdrossel.

Es klingt etwas scherzhaft, wenn jemand immer irgendein Zipperlein hat. So als ob es nur irgendwo ziept, aber man darauf wehleidig reagiert. Wer aber das richtige Zipperlein hat, weiß welche Schmerzen damit verbunden sind. Der medizinische Begriff dafür lautet nämlich Gicht. Sie macht sich kurioserweise zuerst am Großzehengelenk bemerkbar. Das damit verbundene Trippeln und Humpeln wurde im Mittelhochdeutschen als Zipfen bezeichnet. Daraus entwickelte sich dann schon im Spätmittelhochdeutschen das Zipperlín.

Die Zitation ist zum Einen ein veralteter Begriff aus der frühen Neuzeit (15. Jahrhundert bis 19. Jahrhundert) für die Vorladung vor Gericht. Dabei war der Zitationszettel (die Ladung) dem Gericht vorzulegen. Bei Nichtbefolgen konnte eine Kontumazentscheidung ergehen. Eine besondere Form war die Ediktalzitation, eine durch öffentliche Ausschreibung erfolgte Vorladung einer Person, deren Aufenthaltsort unbekannt war.

Bezeichnung für einen lichtgelben durchsichtigen Quarz, sogenannter Tobas, durch gebräunten Amenthist oft gefälschter Halbedelstein.

Der Zivildienst ist die häufigste Form des Wehrersatzdienstes bzw. der Wehrdienstverweigerung. Der Wehrdienstverweigerer lehnt aus Gewissensgründen den Wehrdienst mit der Waffe ab und leistet stattdessen den Zivildienst. Streng genommen erfüllt dieser die Kriterien der Zwangsarbeit. Als Wehrersatzdienst ist der Zivildienst allerdings vom Verbot der Zwangsarbeit durch die Europäische Menschenrechtskonvention ausgenommen.

Als Zivilliste wird der jährliche Betrag bezeichnet, der einem Monarchen und seinen Angehörigen aus der Staatskasse gewährt wird. Darin enthalten sind die Apanage – die Abfindung der nichtregierenden Mitglieder zur Deckung eines standesgemäßen Lebenswandels – und die Aufwendungen für den herrschaftlichen Haushalt.

Das Zoetrop, auch Zootrop (im Volksmund auch Wundertrommel genannt) ist ein einfaches optisches Gerät, welches auf mechanischem Wege bewegte Bilder erzeugt. Es ist damit ein Vorläufer der Kinematographie. Das Zoetrop besteht aus einer dunklen, oben offenen drehbaren Trommel, an deren Rand sich in regelmäßigen Abständen enge Schlitze befinden. An der Innenwand der Trommel liegt ein Papierstreifen mit gezeichneten Bewegungsphasen oder Fotografie-Reihen, mit ebenso vielen Bildern wie die Trommel Schlitze hat. Die Trommel wird in Drehung versetzt und der Betrachter blickt durch die vorbeiziehenden Schlitze auf den Papierstreifen. Wie beim Daumenkino wird der Stroboskopeffekt ausgenutzt, um die Illusion eines kontinuierlichen Bewegungsablaufes zu erzeugen.

Spottname für einen Zollbeamten (wird nicht gerne gehört vom Zöllner).

Der Deutsche Zollverein war ein Zusammenschluss von Staaten des Deutschen Bundes für den Bereich der Zoll- und Handelspolitik. Der Zollverein trat durch den am 22. März 1833 unterzeichneten Zollvereinigungsvertrag am 1. Januar 1834 in Kraft. Ziel des Zollvereins war die Schaffung eines wirtschaftlichen Binnenmarkts und die Vereinheitlichung fiskalisch-ökonomischer Rahmenbedingungen. Politisch stärkte der Deutsche Zollverein die Vormachtstellung Preußens und förderte die Entstehung der kleindeutschen Lösung. Nach der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gingen die Aufgaben des Vereins auf das Reich über. Obwohl nicht Teil des Deutschen Reichs, gehörte Luxemburg über die Zollvereinsverträge bis 1919 zum deutschen Zollgebiet.

Ein Zopf ist ein geflochtener Strang (Flechtwerk). Oft aus Haar, aber als Begriff auch in anderen geflochtenen Formen angewandt, z.B. auf geflochtenes Weißbrot.

Aus dem Rotwelschen Zores oder dem Westjiddischen tsores entlehntes Wort für ärger, ärgerliches Streiten, ärgernisse. Auch als Bezeichnung für eine als asozial und verbrecherisch angesehene Gruppe von Menschen.

Begriff für ein älteres Pferd, oder auch ein altes Schiff.

altes Volumenmaß: 1 Zuber = 150 hl (Baden, Getreide), Holzgefäß mit zwei Handgriffen zum Baden oder Wäschewaschen, daraus abgeleitet auch ugs. für Zinkbadewanne.

Das Zuchthaus war ein Gefängnis mit strafverschärfenden Haftbedingungen für Häftlinge, die wegen nicht mit der Todesstrafe bedrohter Verbrechen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt waren. Wesentlicher Bestandteil der Zuchthausstrafe war der Zwang zu harter körperlicher Arbeit, oft bis zur Erschöpfung, zum Beispiel in Steinbrüchen oder beim Torfstechen.

ein durch einen an zwei Seiten eingeschlossenen Ort ziehender Wind, eine sehr schnelle Zugluft.Siehe Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Als Zugehfrau (Pendant: Dienstmann) bezeichnet man Hauspersonal und Haushaltshilfen. Der Begriff stammt aus der Zeit vor der technischen Revolution, als vornehme Haushalte für zahlreiche Tätigkeiten Hauspersonal beschäftigten (Wäscherinnen, Putzfrauen, Kutscher, Gärtner etc.), um den Teil des Personals zu bezeichnen, der anders als etwa die Dienstboten nicht mit im Haushalt des Arbeitgebers lebte, also zum Dienst ging. Dadurch wichen häufig auch die Uniformvorschriften der Zugehfrauen (und Dienstmänner) von denen der Dienstboten ab. Heutzutage findet der Begriff etwa noch im bayrischen Sprachraum – vor allem in der Form Zugeherin – als Synonym für Putzfrau oder Heimhilfe Anwendung.

1. Ein brennbarer Körper, welcher von einem darauf fallenden Funken zum glimmen gebracht, und zum Feuer anmachen gebraucht wird. Man hat besonders zwei Körper dieser Art, Lappen- oder Lumpenzunder, welcher auch nur Zunder schlechthin genannt, und aus Lumpen gebrannt wird, und Schwammzunder, welcher aus einer Art Baumschwämme bereitet wird.
2. Oft wird auch der glühende Hammerschlag Zunder, und in manchen Gegenden Zünder genannt; ohne Zweifel, so fern er von dem glühenden Eisen in Gestalt großer glühender Funken abspringet. Wenn er erkaltet ist, bekommt er erst den Nahmen des Hammerschlages.
Abgeleitet von zünden, nach der alten Oberdeutschen Form, in welcher es zunden lautet, ein Ding, welches zündet, leicht Feuer fängt.Siehe Wörterbuch der hochdeutschen Mundart

Als Zünfte – von althochdeutsch zumft zu ziemen – bezeichnet man ständische Körperschaften von Handwerkern, wie sie seit dem Mittelalter zur Wahrung gemeinsamer Interessen entstanden und bis ins 19. Jahrhundert existierten, in gewissen Regionen (beispielsweise in der Schweiz) bis heute.

Auch Scharpie oder Charpie (lat. carpere ‚zupfen', ‚pflücken') war ein bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gebräuchliches Wundverbandmaterial, das aus Fasern bestand, die durch Zerzupfen von Baumwoll- oder Leinenstoffen gewonnen wurden. Eine Sonderform bildete die Wieche als gedrehte Leinwand, die zum Offenhalten von Wunden benutzt wurde. Da der hohe Keimbefall bei der händischen Herstellung die Scharpie zur Wundbehandlung ungeeignet macht, wurde sie durch die Entwicklung der Verbandwatte verdrängt. Heute wird Scharpie noch in Zoohandlungen als Nistmaterial für Vögel verkauft.

Ein Streichholz oder Zündholz entzündet sich durch Reiben des Zündkopfes an einer Reibefläche. Bekannt waren die Nachkriegs-Welthölzer der Deutschen Zündwaren-Monopolgesellschaft.

Der Begriff Pyromanie (von altgriechisch πῦρ pyr, deutsch ‚Feuer' und μανία maníā ‚Raserei, Wut‚ Wahnsinn') bezeichnet die pathologische Brandstiftung und wurde im frühen 19. Jahrhundert geprägt. Betroffene Personen verspüren den Drang, Feuer zu legen und beziehen aus der Tat Befriedigung. Im übertragenenen Sinn wird auch das gegenseitige Provozieren in der Politik als zündeln bezeichnet.

Zorn äußern. Auf jemanden wütend sein; ihm Verderbnis wünschend.

Das deutsche Zahlwort zwei entstand aus der indogermanischen Wurzel *duwo bzw. *duôu und geht zurück auf die sächliche Form zwei, die bereits im Althochdeutschen belegt ist (die weibliche Form lautete zwo, die männliche zween). Weitere Bildungen aus dieser indogermanischen Wurzel sind beispielsweise die Wörter Zuber, Zweck, Zweifel, Zwilling, Zwirn, Zwist und Zwitter.

Emmer (Triticum dicoccum), auch Zweikorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weizen (Triticum). Er ist, zusammen mit Einkorn, eine der ältesten kultivierten Getreidearten. Diese Weizenart mit lang begrannten, meist zweiblütigen Ährchen wird heute in Europa kaum noch angebaut – wenn, dann im Wesentlichen der Schwarze Emmer. Daneben gibt es den Weißen und Roten Emmer.

Im Buchdruck meinte man damit den in Unordnung geratenen Schriftsatz, herumliegende Typen usw.

Der Zwiebelkalender ist ein alter Orakelbrauch, der gewöhnlich zu Silvester vor allem in Schwaben, im Erzgebirge, Isergebirge, in Schlesien und in Siebenbürgen ausgeübt wurde. In den Zwölf Nächten oder zu Neujahr schnitt man eine Zwiebel in 12 Schalen, von denen jede mit einem Monatsnamen bezeichnet und mit Salz bestreut wurden. Am nächsten Morgen sollte sich dann je nach Ausmaß der angezogenen Feuchtigkeit in der schälchenförmigen Zwiebelschale die Regenmenge oder Trockenheit des betreffenden Monats erkennen lassen. Im Erzgebirge glaubte man bereits nach Ablauf einer Stunde den nassesten Monat des Jahres daran ablesen zu können, in welcher Schale das Salz die größte Menge an Wasser aufgenommen hatte.

Der Zylinder (Oft auch Zylinderhut) ist ein hoher, steifer, meist schwarzer Herrenhut mit zylindrischem Kopf und fester Krempe. Er wird aus Filz, Seide oder Seidenplüsch, selten auch aus Stroh hergestellt. Der klassische harte Glanzzylinder ist mit langflorigem Samt bezogen, dessen flach liegende Härchen durch Lichtreflexe glänzen (Felbel). Die Seiten des Zylinders sind nach innen gewölbt (konkav).