Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

I: von Ichthysmus bis Iwan

Ichthysmus (griech.), Fischvergiftung.Meyers Lexikon


Idem (lat.), derselbe, dasselbe; idem per idem, Gleiches durch Gleiches (nämlich beweisen), jener Fehler [Bd. 6, Sp. 738]; in der Beweisführung, den man auch Zirkelbeweis (circulus in demonstrando) nennt, wo das zu Beweisende selber als Beweismittel verwendet wird.Meyers Lexikon


Iden (Mehrzahl von Idus, s. d.), s. Meyers Kalender.
Die Iden bezeichnen im römischen Kalender die Monatsmitten.

Als lateinisch Eidus, Eidūs, Idus, Īdūs, Kurzform EID, waren bestimmte Tage in den Fasti (Gerichtstagen) des römischen Kalenders eingetragen: Im Martius, Maius, Quintilis (Juli) und October fielen sie auf den 15., in den anderen Monaten auf den 13. Tag des Monats. Bei den Etruskern hieß der Tag Itus; die Sabiner nannten ihn Iden. Die Iden waren neben den Kalenden, Nonen und Terminalien einer der vier feststehenden Feiertage, die jeder Monat des römischen Kalenders hatte. Diese vier Feiertage bezeichneten ursprünglich die Mondviertel (Kalenden: Neumond, Iden: Vollmond, Nonen und Terminalien: zunehmender bzw. abnehmender Halbmond).

Das Wort Iden wird als Pluraletantum im Deutschen wie im Lateinischen nur im Plural verwendet; daneben wird im Deutschen gelegentlich auch die lateinische Lautung Idus [ˈiːduːs] gebraucht, die ebenfalls nur im Plural verwendet wird. Alle monatlichen Iden waren automatisch NP-Tage, da die Iden der Gottheit Jupiter galten.

Besondere Bedeutung haben die Iden des März, an denen sich die Ermordung Gaius Julius Cäsars ereignet hat. Plutarch und Sueton überliefern die Warnung des Auguren Spurinna an Cäsar, er solle sich vor den Iden des März hüten: "Cave Idus Martias!" ("Hüte dich vor den Iden des März!"). Cäsar konnte der Senatssitzung jedoch letztlich nicht fernbleiben, da an den Iden des März traditionell die Wahl der neuen Consuln stattfand mit Auslosung des jeweiligen Amtsbereichs (provincia). Meyers Lexikon


Wörterbuch, das die Eigenheiten eines Dialekts (Idiotismen) enthält. Z.B. Dialektwörterbuch, Mundartwörterbuch, Regionalismenwörterbuch. Herkunft: griechisch idiōtikós = eigentümlich.


Der Begriff Idol (über lateinisch idolum von griechisch εἴδωλον, eigentlich Bild, Abbild, speziell Trugbild) wird in Theologie, Religionswissenschaft, Philosophie und Archäologie in vielfältiger Bedeutung gebraucht.

Im allgemeinen Sprachgebrauch wird eine Person als Idol bezeichnet, der große Bewunderung entgegengebracht wird.

In der jüdisch-christlichen Theologie bezeichnet er insbesondere heidnische Kultbilder und die dadurch verehrten Abgötter und ist so im biblischen und kirchlichen Sprachgebrauch stets negativ konnotiert. In der Religionswissenschaft und der Archäologie bezeichnet der Begriff analog, aber wertneutral, ein Bild oder Bildwerk, das eine Gottheit darstellt und selbst als heiliger oder magischer Gegenstand kultisch verehrt wird. In jüngerer Zeit wird Idol in diesen Disziplinen als Terminus Technicus jedoch nur noch für abstrakt oder schematisch gestaltete Kultobjekte gebraucht, während abbildende Darstellungen eher mit dem Begriff Götterbild gefasst werden.

Das Wort Idol erschien erst seit dem 18. Jahrhundert im Deutschen und verdrängte allmählich die älteren, eindeutig negativ besetzten Begriffe Abgott und Götze. Die Verehrung von Idolen bezeichnet man als Idolatrie (Abgötterei, Götzendienst).Siehe Wikipedia


Idolatrīe (Idololatrie, griech.), Götzendienst, Bilderdienst; Idololater, Götzendiener.Siehe Wikipedia


Hering, (Hohlhering), der schon gelaicht hat, deshalb mager und minderwertig ist. Meyers Lexikon


IMI
IMI Waschmittel Bild: IMI vom VEB Waschmittelwerk Genthin via Wikimedia Commons
Imi, bis Ende 1871 Flüssigkeitsmaß in Württemberg, = 1/16 Eimer oder 10 Helleichmaß = 18,370 Lit.

IMI war von 1929 bis 1998/1999 eine Marke für ein Waschmittel des Henkel-Konzerns sowie des VEB Waschmittelwerk Genthin in der DDR. IMI gilt als das erste Waschmittel, das Natriumphosphat enthielt. Meyers Lexikon


Veraltet für den Bienenschwarm. Erst spätmittelhochdeutsch hat sich daraus die Bedeutung Biene entwickelt.

Die Etymologie des nur im Westgerm. bezeugten ahd. imbi m. Bienenschwarm (9. Jh.), mhd. imbe, impe, imme Bienenschwarm, Bienenstand, Biene, mnd. mnl. imme, aengl. ymbe Bienenschwarm ist nicht gesichert. Aufgrund der in den frühen Zeugnissen vorherrschenden Bedeutung Bienenschwarm wird teils eine Verbindung mit air. imbed, akymr. immet Fülle, Menge, teils Anschluß an ie. *embh- Dunst, Wolke erwogen. Da derartige Versuche letztlich nicht befriedigen, hält de Vries Nl. 279 Herkunft aus einem vorie. Substrat für möglich. Im Mhd. wird die kollektive Bedeutung aufgegeben. Durch Luthers Einfluß geht die Verbreitung von Imme zugunsten von Biene zurück.


Imme R100
Riedelimme R100 Bild: Imme R 100, 1948/49 via Wikimedia-Commons, Foto: Oliver Kurmis
Imme ist die Handelsbezeichnung des deutschen Leichtmotorrades Typ R 100, das ab 1947 von Norbert Riedel entwickelt wurde. Das für die damalige Zeit futuristisch gestaltete Motorrad wies einige ungewöhnliche Konstruktionsmerkmale auf. Der Name leitet sich von dem Ort der Produktionsstätte Immenstadt im Allgäu ab.


Hierbei handelte es sich nach amtlichem Sprachgebrauch um eine Stadt, welche direkt der Krone / dem Tron (Landesfürst, König, Kaiser) unterstellt war.


Kunstflugfigur (halber Looping mit anschließender halber Rolle), die eine schnelle Umkehr der Flugrichtung ermöglicht.


Umgangssprachlich für in einer sehr kurzen Zeit, sehr schnell, ein Malzkaffee aus der DDR, koffeinfrei und kalorienarm.


Ein starkes, leidenschaftliches Gefühl, mit dem jemand etwas tut, sich jemandem, einer Sache zuwendet; die Inbrunst seiner Liebe, seines Glaubens.


Inflation (von lat. inflatio Aufblähen, Anschwellen) bezeichnet in der Volkswirtschaftslehre eine allgemeine und anhaltende Erhöhung des Preisniveaus von Gütern und Dienstleistungen (Teuerung), gleichbedeutend mit einer Minderung der Kaufkraft des Geldes.


Inflationsgeld
Inflationsgeld
1922/23 Inflationsgeld.
Die Inflation wuchs dynamisch, der Dollar, der 1917 auf 7 Mark gestiegen war, kostete 1920 schon 100 Mark; 1922 stieg er von 500 auf 1725 Mark. In dieser Geldkrise brach in der Reichsdruckerei zusätzlich ein Streik aus. Private Druckereien mussten für den Druck der Reichsbanknoten in Anspruch genommen werden, sie lieferten Ende 1922 täglich fast 20 Milliarden Mark ab.
Am 18. September 1922 wurde einzelnen Institutionen wieder erlaubt, eigenes Notgeld auszugeben. Wer die Erlaubnis erhielt, musste einen dem Gegenwert entsprechenden Betrag in sicheren Wertpapieren an die Reichskreditgesellschaft hinterlegen. Bis 1923 gaben 715 Institutionen, zum Teil auch ohne Genehmigung, eigene Geldscheine aus.
Im Januar 1923 stieg der Wert des Dollars, welcher sich für zwei Monate bei ca. 7.000 Mark eingependelt hatte, bis auf 49.000 Mark an. Diesmal war die Reichsdruckerei besser vorbereitet; 50.000-Mark-Scheine waren gedruckt, Wechselgeld in Form von 5.000-Mark-Scheinen war auch vorhanden. Das Notgeld, d.h. die nicht von der Reichsbank ausgegebenen Geldscheine, konnte im ganzen Reich - mit Ausnahme des besetzten Ruhrgebietes/Rheinlandes - eingezogen und eingelöst werden. Die Städte und Gemeinden setzten im Ruhrgebiet und im Rheinland die Ausgabe von Notgeld bis in die erste Hälfte 1923 fort.
So beschlossen noch am 11.07.1923 die Stadtverordneten von Mülheimer (Ruhr) 60 Milliarden Mark in Scheinen von 100.000 Mark herauszugeben. Noch bis zum November 1923 wurde in Mülheim (Ruhr) immer neues Inflationsgeld mit immer höheren Nennwerten gedruckt.


Die Füllung einer Weihnachtsgans mit Rosinen, äpfeln, Korinthen, Maronen und was noch alles gut zur Gans schmeckt.

Lesen Sie dazu: Die gewonnene Pute - (Weihnachten 1977) von Renate Rubach


Aus dem lat. Iniuria, Fr. Iniure, bedeutet überhaupt eine Beleidigung, oder ein angetanes Unrecht; insonderheit im engeren Verstande, im g. L. und in den Rechten, eine Beschimpfung, ein zugefügter Schimpf, eine Beleidigung, wodurch die Ehre eines andern angegriffen wird. Überhaupt sind Injurien eine jede aus Bosheit des Herzens und aus Vorsatz entsprungene Beleidigung eines andern, entweder an seiner natürlichen oder bürgerlichen Achtung und Ehre, die man zu desselben Schaden, entweder mündlich, oder schriftlich, oder tätlich vornimmt.Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz


Jemanden durch grobe Reden beleidigen, mit Worten antasten, mit Schmähworten an der Ehre angreifen; einen schimpfen und schmähen; injuriös: schimpflich, beschimpfend, zum Schimpf gereichend, hart beleidigend, ehrenrührig; injuriöse Worte: Reden, Schmähworte, Schimpfreden.Quelle: Wörterbuch der Gebrüder Grimm


der Ehrenschänder. Injuriat, der Beschimpfte. Injurien=Klage, Injurien=Prozess, eine Klage, da man sich über erlittene Beschimpfung an Ehre und guten Nahmen beschwert.Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz


Auch Früh- oder Wiegendrucke. Mit beweglichen Lettern gedruckte Bücher oder Schriften, die zwischen der Fertigstellung der Gutenberg-Bibel im Jahre 1454 und dem 31. Dezember 1500 n.Chr. hergestellt wurden.


Inoffizieller Mitarbeiter (IM), bis 1968 Geheimer Informator (GI), war in der DDR die MfS-interne Bezeichnung für eine Person, die dem Ministerium für Staatssicherheit (MfS, auch "die Stasi") gezwungenermaßen oder freiwillig verdeckt Informationen lieferte oder auf Ereignisse oder Personen steuernd Einfluss nahm, ohne formal für diese Behörde zu arbeiten. Mit seinen zuletzt rund 189.000 Angehörigen deckte das Netz aus Inoffiziellen Mitarbeitern nahezu alle gesellschaftlichen Bereiche der DDR ab und bildete somit eines der wichtigsten Herrschaftsinstrumente und Stützen der SED-Diktatur. Als Motive für die Kooperation werden vor allem politische Ideale genannt. Geld habe offenbar nur eine untergeordnete Rolle gespielt, auch erpresste Zusammenarbeit mit dem DDR-Spitzelapparat sei selten gewesen.

Um sich vom früheren deutschen Polizeivokabular und dem Begriff V-Mann abzusetzen, wurden die Begriffe Geheimer Informator und seit den 1970er Jahren Inoffizieller Mitarbeiter vom MfS bewusst gewählt. Die mitunter vorkommende Auflösung des Kürzels IM als "informeller Mitarbeiter" entstammt der Publizistik der Nachwendezeit.

Nach der deutschen Wiedervereinigung ermöglichte auf der Grundlage des Stasi-Unterlagen-Gesetzes der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen unter unterschiedlichen Bedingungen den vom MfS bearbeiteten Menschen und ihren Angehörigen sowie Behörden, Forschern und Journalisten den Zugang zur schriftlichen Überlieferung des MfS. Dadurch gelangte die Identität zahlreicher inoffizieller Mitarbeiter ans Tageslicht.Siehe Wikipedia.org


Interregnum n. Zwischenherrschaft, Zeitraum ohne rechtmäßige Regierung, allgemein zeitweiliger Zustand ohne Oberhaupt, Entlehnung (18. Jh.) von lat. interrēgnum Zwischenregierung, ursprünglich Zeit zwischen dem Tod des letzten und der Wahl des neuen Königs.


Interhotel – Hotelkette der gehobenen Klasse, in denen Besucher aus dem nichtsozialistischen Ausland vorzugsweise untergebracht wurden und in denen teilweise mit Devisen (westlicher Währung, auch frei konvertierbare Währung genannt) bezahlt werden musste.


Geschäfte der DDR, in denen westliche Importware und Erzeugnisse der Gestattungsproduktion gegen Devisen und sogenannte Forumschecks verkauft wurden.


Intertank – für jedermann zugängliche Tankstellen an Autobahnen und in großen Städten, wo an speziellen Zapfsäulen auch Kraftstoff mit 91 Oktan (Spezial) und 98 Oktan (Super) gegen Devisen angeboten wurde. Fahrzeuge aus dem nichtsozialistischen Ausland durften nur an diesen Zapfsäulen betankt werden und bekamen keinen Kraftstoff gegen DDR-Währung.


Aus dem lat. intonare.
1. Anstimmen, eine Musik anfangen, im gem. Leben.
2. In engerer Bedeutung, bei den Orgelbauern, die Orgelpfeifen stimmen, so wohl in Ansehung der Höhe oder Tiefe der Töne, als auch insonderheit in Ansehung der Gleichheit in der Stärke oder dem Nachdrucke des Tones, so, dass z. B. der Bass nicht zu laut, und der Diskant zu grell klinge.Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz


auch: Einwohner, Hintersasse, Beisasse, lat. incola. Minder berechtigtes Mitglied einer Gemeinde im Gegensatz zum voll berechtigten Bürger, bürgerlichen Inwohner, bzw. Gemeinsmann, auch Beiwohner.


Der Punkt auf dem Kleinbuchstaben entstand im 14. Jahrhundert. Es war ein Akzent, der immer kleiner wurde. In manchen europäischen Sprachen haben sich zwei Punkte auf dem kleinen I als Akzentuierung herauskristallisiert


Redensart: Das i-Tüpfelchen, oder der Tüpfelchen auf dem i – eine Ergänzung, die eine Sache perfekt macht.


Steingutgeschirr nennt man auch Irdenes Geschirr. Es unterscheidet sich von Porzellan durch einfachere Qualität und ist dickwandiger.


Irdengut (auch Irdenware) ist ein Sammelbegriff für eine Klasse keramischer Werkstoffe. Bei ihnen sintern die Scherben während des Brennprozesses nicht vollständig dicht, so dass unglasiertes Irdengut aufgrund offener Porosität wasserdurchlässig ist.


Isegrim (mhd. Îsengrîn, aus îsen Eisen und grînen knurren), ist der Name des Wolfes in der Tierfabel. Als Bauernname verwendet, Eisengrein und Eisengrimm (ein verdrießlicher Mensch). Redewendung, noch heute in Mittelsachsen: Er ist ein rechter Isegrimm, ein wahrer Isegrimm, ein höchst mürrischer Mensch. Auch früher der Name einer Tuchart im 15. Jahrh.: Ysengryn.
Das niederdeutsche adj. ilsegrimsch, îsegrimsch heißt grimmig, wild, besonders vom Blick. Siehe Wörterbuch der Gebrüder Grimm


Veraltet für die Asche, Aschenstaub, von erloschen Funken. In Tirol ist Isel der Auskehricht, Unrat. Siehe Wörterbuch der Gebrüder Grimm


BMW Isetta
BMW Isetta Bild: Von Kroelleboelle - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5216175
Die BMW Isetta war ein Rollermobil, das die Bayerischen Motorenwerke von 1955 bis 1962 bauten. Der Hersteller bezeichnete das zwischen Motorrad und Auto einzuordnende Fahrzeug als Motocoupé.


Das Adverb item (lat. ebenso, ferner, desgleichen) ist eine veraltete satzverknüpfende Partikel.
Es findet sich seit dem 14. Jahrhundert häufig in frühneuhochdeutschen Texten.
Textbeispiel: Als da Mose gebietet ein Weib mit einem Scheidebrief von sich zu lassen. item / dass ein Mann sein Weib mit einem Eiferopfer treiben / und andere Weiber mehr nehmen mag / Solches sind alles weltliche Gesetze. - Luther: Vorrede auf das Alte Testament. Quelle: Wikipedia.org


Nicht mehr verwendete Bezeichnung für den Efeu, auch Baumwinde, Mauerewig, Mauerpfau genannt.


Aus dem französischen, Bez. für Elfenbein, auch Helfenbein, für die feine, weiße Substanz, aus der die Stoßzähne männlicher Elefanten bestehen.


auch Aiwan oder Liwan ist ein Bautyp insbesondere persischer und zentralasiatischer Bauten.


Iwan (russisch Иван) ist eine slawische Variante des Vornamens Johannes.