Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

M: von Machorka bis Muschkebad

ist eine russische Tabaksorte aus dem wilden Tabak Nicotiana rustica (auch Bauerntabak), der einst von Indianern im östlichen Nordamerika kultiviert wurde.

Eine Magd (veraltet:) ist ein weibliches Mitglied des Haus-, Hof- oder Feld-Gesindes.

ein Symbol in der Magie, davon abgeleitet die Bez. für eine optische Anzeigeröhre in Röhrenradios der 1950er Jahre.

Magistratsdroschke, für Deckelwagen, in welchem Trunkene oder Renitente von der Straße fortgeschafft werden; auch Nasenquetscher. Der Ausdruck stammt aus Königsberg in Preußen und entspricht dem heutigen Polizeieinsatzfahrzeug.

Begriff Mahalla steht für eine Ansammlung von Schiffen. Während des Ersten Weltkriegs war er die inoffizielle Bezeichnung für eine Flotte deutscher Handelsschiffe, die mit falschen Aufbauten, Geschützattrappen etc. versehen wurden, um dem britischen Gegner eine Kriegsflotte vorzutäuschen.
Das Wort kommt wahrscheinlich vom arabischen Mahallah (dt. Heerlager).

ursprünglich als junge Herrin die Bezeichnung der Edelfräulein, später verallgemeinert zu junge, ledige FrauJungfrau, abgeleitet auch der Ursprung von Magd.
Das Wort Maid entstand im Mittelhochdeutschen aus mait, meit, welches ursprünglich Jungfrau, unfreies Mädchen, Dienerin bedeutet und die kontrahierte Form von mhd. maget, frühneuhochdeutsch Meid (diminutiv Meidlein) darstellt. Nachdem sich die Bedeutung im Laufe des 16. Jahrhunderts verloren hatte, wurde sie in der romantischen Dichtung neu belebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff auf die Schülerinnen landwirtschaftlicher Haushaltsschulen bezogen. Als Arbeitsmaid wurden weibliche Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes im NS-Staat bezeichnet. Der Duden nennt den Gebrauch heute als veraltet.

(Meier, vom lat. major), im Mittelalter der Vorsteher von Gutsunterthanen, namentlich unfreien, also s. v. w. Vogt; Verwalter eines Landguts, besonders eines Nebenguts oder Vorwerks, welches deshalb Maiergut oder Maierhof heißt; in Niedersachsen und Westfalen Besitzer eines Bauernguts (Maierguts), welcher kein volles Eigentumsrecht an seinem Gut hat, sondern dem Gutsherrn einen jährlichen Zins (Maierzins) zu entrichten verpflichtet ist, auch nach Ablauf einer Reihe von Jahren sich in seinem Besitz durch eine Art von Lehnsnehmung (Bemaierung) bestätigen lassen muß, worüber ihm der Maierbrief ausgestellt wird. Mayers Lexikon

In Norddeutschland (plattdeutsch) Bezeichnung für den Maikäfer.

Sprachlich ist Mädchen (wie Mädl oder Mädel) eine Verkleinerungsform von Maid, Magd siehe auch Bund deutscher Mädel.

Der Mahlschatz (altdeutsch máhaljan, vermählen, Treuschatz; mittelhochdeutsch mahelschaz) bezeichnete im älteren deutschen Recht ein Angeld des Bräutigams an die Braut. Andere Bezeichnungen sind Pfandgabe oder Hochzeitsgut.
Im Grimm'schen Wörterbuch: Schatz, Kostbarkeit, welche als Pfand bei Verlobung oder Vermählung von den Verlobten einander geschenkt wird.

Der heutige Mai, hieß früher auch Weidemonat, Wonnemonat, Maien, Wonnemond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.

nennt man das Gemisch von Wasser und stärke- bzw. zuckerhaltigen Stoffen zur Herstellung von Bier und Spirituosen.

Malefikant veraltet von lat.: Schlecht-Tuer), ist eine Person, die eine moralisch, ethisch oder rechtlich verwerfliche Tat (ursprünglich insbesondere ein Kapitalverbrechen) begangen hat. Auch Missetäter, Übeltäter, Delinquent.

Malefiz von lateinisch maleficium Frevel, Verbrechen, wörtlich: schlechte Tat.

Unter französischer Besatzung und Eingliederung in das französische Kaiserreich in den Jahren von 1806 bis 1814 aus Malaise (französ.: Unbehagen, Unwohlsein) entstanden. Eine Malesche ist also im heutigen Sprachgebrauch ein kleineres Unglück, eine Panne, ein Ärgernis und etwas, was Unannehmlichkeit und Unbehagen verursacht.

aus jidd. melocho Arbeit, dies aus hebr. mĕlâkā>: (ugs.) [schwere] Arbeit, Arbeitsstelle.

kirchenlat. mammona(s) < griech. mamōnãs < aram. mạmônạ = Besitz, Habe.
Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum, wenn er etwa zur lebensbestimmenden Maxime wird. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet (schnöder Mammon).

[frz. ugs. mam'selle, Kurzf. von → Mademoiselle]: veraltet für Angestellte in Gaststättengewerbe, auch (scherzh.) für Fräulein, Hausgehilfin; Kaltmamsell → Angestellte für die Zubereitung kalter Speisen.

Schneewasser, breiige Masse, bei Winterreifen M&S (was für Matsch & Schnee steht)

Margell oder Margellchen, [auch: Marjell, Marjellchen] war in Ostpreußen die Bezeichnung für die Mädchen. Die Jungs waren die Lorbasse.

Bez. für die Grenze eines Bergbaugebietes, die Hülle des Axons einer markhaltigen Nervenfaser, umgangssprachlich auch für die Markungsgrenze (Gemarkung) einer Gemeinde.

Der Markscheider ist ein speziell im Bergbau tätiger Vermessungsingenieur.

Der Martinet ist eine mehrriemige, kleine Peitsche, die in Frankreich traditionell vor allem zur körperlichen Züchtigung von Kindern und Jugendlichen und zur Erziehung von Haustieren benutzt wird. Die fast nur auf Frankreich beschränkte Verbreitung des Martinets ist dadurch begründet, dass Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts jeder einfache Soldat mit einem Martinet ausgerüstet wurde, um den Staub aus seiner Uniform zu klopfen. Daher rührt auch die deutsche Übersetzung Klopfpeitsche her.
Der Name stammt von dem für seine strenge Disziplin berüchtigten ersten französischen Generalinspekteur der Armee (intendant de l'armée) Jean Martinet.

Der Marshallplan, offiziell European Recovery Program (kurz ERP) genannt, war ein großes Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem an den Folgen des Krieges leidenden Westeuropa zugutekam. Es bestand aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Für das Programm gab es drei Gründe:
1.) Hilfe für die notleidende und teilweise von Hunger bedrohte Bevölkerung des durch den Krieg zerstörten Europas,
2.) Eindämmung der Sowjetunion und des Kommunismus (siehe Containment-Politik) sowie
3.) Schaffung eines Absatzmarktes für die US-amerikanische überproduktion. Das östliche Gegenstück war der Molotow-Plan.

MaskaronEin Maskaron (franz. Fratzengesicht) oder Fratzenkopf (Fratze) ist ein als Halbplastik ausgeführter Schmuck an Bauwerken im Innen- und Außenbereich und, in kleinerer Form, an Möbeln, Gefäßen, Waffen und in der Heraldik. Der Maskaron stellt das grotesk oder schreckeinflößend gestaltete, menschenähnliche Antlitz eines Fabelwesens oder einer Gottheit dar. Im Gegensatz zum Neidkopf, der seinen Ursprung im Zauberglauben hat, und zum Wasserspeier (englisch Gargoyle, von französisch Gargouille), der dem Ableiten von Regenwasser dient, hat der Maskaron reine Schmuckfunktion.

Das Maß ist eine alte Maßeinheit der Anzahl. Ein Maß sind ein Dutzend Gros, also zwölf mal zwölf mal zwölf gleich 1728 Stück. Es wird auch als Großes Gros oder Großgros bezeichnet.

ugs. für ein Schattendasein führen, z.B. das sitzen gebliebene Mädchen bei Tanzveranstaltungen.

Als Maulaffen oder Gähnaffen werden seit dem Mittelalter tönerne, kopfförmige Halter für Kienspäne bezeichnet, in deren offenes Maul man den Kienspan steckte.
Seit dem 15. Jahrhundert wird unter Maulaffe (im 16. Jahrhundert auch Affenmaul) ein Gaffer verstanden, einer, der mit offenem Maul dasteht und gafft – bis in das 21. Jahrhundert gebräuchlich in der Redewendung Maulaffen feilhalten.

Die Meckifrisur oder der Igelschnitt, auch als Stiftelkopf geläufig, ist ein Kurzhaarschnitt, bei dem alle Haare auf die gleiche Haarlänge geschnitten werden. Er ist nicht zu verwechseln mit Kahlrasuren (Glatze). Namensvater der Frisur ist der Igel Mecki©, eine Comicfigur aus der Zeitschrift Hörzu.Quelle: Wikipedia.de

geschnitzte Pfeifenköpfe aus Lüle-Stein, einem Sepiolith, chemisch analysiert ein Magnesiumsilikat, verwandt dem Magnesit (Magnesiumkarbonat).

kunstvoll geschichtetes Holz wurde mit Erde abgedeckt und angezündet, das Holz verkohlte langsam und kontrolliert zu Holzkohle. Der Holzkohlehersteller wurde Köhler genannt.

Adj. schwermütig. melancholisch; he kratzt melanklöterich op sien Fiedel (Geige). Subst. ‘n Melanklöterigen kriegen (trübsinnig werden).

Als Menetekel bezeichnet man eine unheilverkündende Warnung, einen ernsten Mahnruf oder ein Vorzeichen drohenden Unheils. Der Begriff ist von einem biblischen Wortspiel in akkadischer Sprache abgeleitet, das Gott dem König Belšazar als Ankündigung seines baldigen Todes und des Untergangs seines Königreiches überbracht haben soll.

Blei(II,IV)-oxid, auch Bleimenninge, Mennige oder Blei(II)-orthoplumbat, ist ein leuchtend rotes Pulver mit der Summenformel Pb3O4. Als Pigment wird es auch als Pariser Rot, Bleirot, Goldsatinober, Goldzinnober, Kristallmennige, Mineralorange, Sandix, Saturnmennige und Saturnrot bezeichnet. Früher diente Bleimennige als Rostschutzfarbe. Wegen ihrer bekannten Giftigkeit wird Menninge in gesundheitsbewussten Staaten aber immer seltener verwendet. Seit Januar 2005 verbietet das Chemikaliengesetz in der Schweiz den Einsatz von Bleimennige. In Deutschland ist Bleimennige als Rostschutz seit 2012 verboten. Beispielsweise ist der charakteristische rote Farbton der Golden Gate Bridge auf die ursprüngliche Verwendung eines Mennigeanstrichs zurückzuführen und ist heute durch Acrylfarbe ersetzt. Im Heizungsbau wird Bleimennige zum Teil noch verwendet, um die Stahlnippel zwischen den Gusskesselgliedern damit zu bestreichen. Dies verhindert eine Oxidation zwischen dem Stahl und dem unedleren Guss.Siehe Wikipedia.org

Bärenfang, auch Meschkinnes oder Petzfang, ist ein aus Ostpreußen stammender Likör aus Honig, Gewürzen und hochprozentigem Alkohol. Bärenfang hat einen Alkoholgehalt zwischen 20 und 45 % Vol.
Schobert & Black sangen Ende der 1960er Jahre:
Gott Vater sitz auf Wolkenbank,
bei einer Flasche Bärenfang,
isst Kuddeln und lässt Beine schluren,
ein Fuß ist größer als Masuren.

Meschugge ist ein aus dem Hebräischen/Jiddischen entnommenes Lehnwort. Es wurde im 19. Jahrhundert aus dem Jiddischen (meschuggo für verrückt) übernommen, das seinerseits aus dem gleichbedeutenden hebräischen Wort meschugga (משוגע) von lehischtage`a (להשתגע ‚verrückt sein/werden‘) hervorging.
Im deutschen Sprachgebrauch wird es auch als abgeschwächte Form von verrückt benutzt.Quelle: Wikipedia.org

Ein Mieder ist ein den Oberkörper eng umschließendes Figur formendes Kleidungsstück, das vor allem unter der Kleidung getragen wurde.

Miggengreifen, pltd. Miggegrîpe(n), n. Er hat das Miggengreifen, das Greifen nach Mücken, zur Bezeichnung eines hohen Grades von Trunkenheit, Delirium. (Aus Ostpreußen)

Milchsuppe ist eine meist süße Speise, die häufig als Gericht für Kinder gereicht wird.

Frisur der 1980er Jahre, (nach frz.: mini pli, dt.: kleine Falte) besteht aus kleinsten Locken, die durch eine Dauerwelle entstehen. Sie ist oft in Kombination mit einem Vokuhila (Vorne kurz hinten lang) anzutreffen. anzutreffen.

Die Kurzform des Namens Wilhelmine.
Minna M3Die Minna (Herstellerbezeichnung, auch Küchen-Minna genannt) ist eine mechanische, mit Kurbel und Hebeln handbetriebene Küchenmaschine. Sie wird zum Schnitzeln, Reiben, Schneiden, Raspeln und Entsaften von Gemüse und Obst eingesetzt. Außerdem eignet sie sich für das Raspeln von Backzutaten wie Nüssen und Schokolade sowie von Hartkäsen wie zum Beispiel Parmesan.
Die Minna wurde seit den 1950er-Jahren bis ins Jahr 2010 weitgehend unverändert von dem ostwestfälischen Familienunternehmen Bielefelder Küchenmaschinen-Fabrik – Gebr. vom Braucke GmbH & Co. KG in Bielefeld hergestellt. Wie die Flotte Lotte wurde sie zu einem der Klassiker unter den mechanischen Küchengeräten. Im Februar 2010 gab der Hersteller die Einstellung der Produktion des Gerätes bekannt.

Minne (mhd. Liebe) ist eine spezifisch mittelalterliche Vorstellung von gegenseitiger gesellschaftlicher Verpflichtung, ehrendem Angedenken und Liebe, die die adlige Feudalkultur des Hochmittelalters prägte. Das mittelhochdeutsche Wort minne wird seit dem 19. Jahrhundert als literaturgeschichtlicher und rechtshistorischer Fachbegriff gebraucht.

Mischpoke, auch Mischpoche oder Muschpoke, ist ein auf das hebräische Familie zurückgehende Wort in der Bedeutung Familie, Gesellschaft, Sippschaft, der Anfang des 19. Jahrhunderts in der abwertenden Bedeutung Gesindel, Diebesbande in die deutsche Umgangssprache übernommen wurde.
Während die Bezeichnung im Jiddischen wertneutral verwendet wird, hat das Wort im Deutschen häufig eine abwertende Bedeutung. Der Duden, der den Begriff 1941 aufnahm, definiert Mischpoke heute als salopp, abwertend als jemandes Familie, Verwandtschaft und üble Gesellschaft, Gruppe von unangenehmen Leuten.Quelle: Wikipedia.org

Niederdeutsch gefärbter Akzent des Deutschen bei Beibehaltung des niederdeutschen Satzbaus und volkstümliche Lehnübersetzung niederdeutscher Wendungen ins Hochdeutsche.

MitschnackerEin typisch Hamburger Ausdruck für einen Pädophilen oder Sittlichkeitsverbrecher, der Kinder anspricht, um sie mit Schokolade, Bonbons, Geld zum Mitgehen, oder zum Einsteigen in sein Auto zu bewegen. In den 1950er Jahren gab es noch ein Verhehrsschild Fußgängerweg, das einen Mann mit Hut zeigte, der ein Kind an der Hand führte. Dieses Schild wurde im Volksmund ebenfalls als Mitschnacker bezeichnet. Das Schild war nur kurz im Einsatz, der Mann wurde gegen eine Frau ausgetauscht, später durch ein geschlechtsneutrales Personenpiktogramm.Bild: Verkehrsschild Fußgänger aus den 1950er Jahren.

belegtes Brot, das man als (zweites) Frühstück, oder Mittagessen zur Arbeit, zur Schule mitnimmt.

(Pattdeutsch: Mutter Grün = In Hamburg bedeutet Ich geh ma ehm nach Tante Meier nichts anderes als die Absicht, austreten, zur Toilette gehen zu wollen. In freier Natur ging man nicht nach Tante Meier, sondern to Modder Gröön.Siehe auch: Tante Meier

(lateinisch: maurus = Maure, englisch moor), so wurden ursprünglich die Mauren bezeichnet, da diese recht dunkelhäutig sind, assoziierte man mit ihnen auch die Schwarzafrikaner.

Ende der 1920er Jahre aber insbesondere in den 1930er und 1940er Jahre war das Moka Efti (oft auch als Mokka Efti oder Mocca Efti beschrieben) ein beliebtes Nachtlokal, Kaffeehaus, Tanzcafe mit Schachsaal in Berlin-Mitte, Leipziger Straße/Ecke Friedrichstraße 59.

Der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow präsentierte der vom 25. Januar bis 18. Februar 1954 tagenden Berliner Außenministerkonferenz seinen Plan mit den sowjetischen Forderungen für eine Wiedervereinigung Deutschlands. Der Plan war eine Erwiderung auf den von der Sowjetunion abgelehnten Eden-Plan und stand in der Tradition der Stalin-Noten. Molotows Plan sah Folgendes vor: Bildung einer gesamtdeutschen Regierung, gewählt von den Parlamenten der beiden deutschen Staaten (Bundesrepublik Deutschland und DDR), Beteiligung demokratischer Organisationen Vorbereitung und Durchführung von Wahlen in Gesamtdeutschland Regierung soll sich an einen Aufgabenkatalog halten (z. B. Wahrung der Neutralität) Beide Regierungen sollen sich mit Verfahrensfragen zur Bildung einer gesamtdeutschen Regierung beschäftigen Die deutschlandpolitischen Ziele Molotows waren die Wahrung der sozialistischen Strukturen Ostdeutschlands sowie ein die Neutralität wahrendes Gesamtdeutschland und damit ein Abbau der Westintegration der Bundesrepublik. Das westliche Gegenstück zum Marshall-Plan.Quelle: Wikipedia.de

Als Mondkälber wurden im 16. Jahrhundert die Missgeburten von Hausrindern bezeichnet, deren Fehlbildungen man auf einen schädlichen Einfluss des Mondes zurückführte (z. B. Amorphus globosus). Der Ausdruck ist volksetymologisch und hat ursprünglich nichts mit dem Mond zu tun, sondern kommt von dem Wort Mon (= Ungeheuer, Gespenst).
Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm ist zu lesen: Eine Mißgeburt in Gestalt eines unförmlichen Fleischklumpens, unter dem widrigen Einflusse des Mondes erzeugt…

Moneten (lateinisch moneta, für Geld, Münzen. Der Begrif leitet sich ab von Moneta (lat. Mahnerin), dem Beinamen der römischen Göttin Iuno. Ihr Kult wurde in Rom im Jahre 345 v. Chr. eingeführt. In oder neben deren Tempel befand sich auf dem römischen Kapitol eine Münzstätte. Die Büste der Göttin zierte auch einige der dort geprägten Münzen.

Unter einem Monogramm verstand man ursprünglich einen Einzelbuchstaben. Im Laufe der Zeit wurde der Begriff zur Bezeichnung von kunstvoll gestalteten Buchstaben verwendet, die man zu einem Zeichen zusammenfügte. Die am häufigsten gebrauchte Art eines Monogramms ist die miteinander verbundene Gestaltung der Anfangsbuchstaben des Vor- und Nachnamens als Namenszeichen. Ein Zeichen, das in der Art des Monogramms alle Buchstaben des Namens einbezieht, nennt man im Englischen kalogram. Seit Karl dem Großen werden diese graphischen Symbole auf Urkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit verwendet; auf päpstlichen Urkunden wird seit Leo IX. die Grußformel Bene valete (Leb(e)t wohl) als Monogramm dargestellt.

Ein Morgen (Mg) war ein bis etwa 1900 in Deutschland verwendetes Flächenmaß von 2500 bis 3500 Quadratmetern. Das Maß wurde durch jene Fläche bestimmt, die mit einem einscharigen Pferde- oder Ochsenpflug an einem Morgen pflügbar ist. Der Morgen wurde meist als Rechteck mit Seiten einer geraden Anzahl lokaler Ruten festgelegt, da beim Pflügen das Wenden möglichst vermieden werden sollte.

Die Morgengabe war nach traditionellem deutschem Recht ein Geschenk des Mannes an die Ehefrau. Ihren Namen hat sie von dem Brauch, sie am Morgen nach der Hochzeitsnacht zu überreichen – dieser Zeitpunkt war aber nicht immer und nicht überall verbindlich. So konnte sie auch bei der Eheschließung überreicht oder zu diesem Zeitpunkt für den Fall des Vorversterbens des Zuwendenden nur versprochen werden.

Morgenland ist die Vorstellung eines von Europa aus betrachtet ungefähr im Osten und damit in Richtung Sonnenaufgang (gen Morgen) liegenden Gebietes. Morgenland bildet mit Abendland einen begrifflichen Gegensatz, der räumlich und zugleich kulturell bestimmt wird und als eines der kulturellen Kriterien Regionen mit einer mehrheitlich christlichen von Regionen mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung unterscheidet. Morgenland und der Begriff Orient, der sprachlich ebenfalls mit Osten und aufgehender Sonne zusammenhängt, wurden in der Literatur unterschiedlich weit gefasst und zeitweilig über Indien hinaus ostwärts ausgedehnt. Im Allgemeinen sind damit ab den Ländern des östlichen Mittelmeerrandes (Levante) der Nahe und der Mittlere Osten gemeint, mit nach allen Richtungen unbestimmten Grenzen.

Der Morgenthau-Plan vom August 1944 war ein von dem US-amerikanischen Finanzminister Henry Morgenthau veranlasster Entwurf zur Umwandlung Deutschlands in einen Agrarstaat nach dem absehbaren Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Das sollte langfristig verhindern, dass Deutschland je wieder einen Angriffskrieg führen könne.

Eine Moritat ist ein Bänkellied, eine Schauerballade, welche die Moritatensänger auf Jahrmärkten vortrugen.

Der Morsecode bzw. -kode ist ein Verfahren zur Übermittlung von Buchstaben und Zeichen mittels Draht- optischer- oder Funkverbindungen.

Der Marienkäfer wird wegen seiner Nützlichkeit geschätzt und gilt als Glückssymbol. Deshalb ist er ein beliebtes Motiv auf Glückwunschkarten, Briefmarken und in der Kunst. Auch der Name Marienkäfer weist hierauf hin: Wegen ihrer Nützlichkeit für die Landwirtschaft glaubten die Bauern, dass die Käfer ein Geschenk der Jungfrau Maria seien und benannten sie nach dieser. Der Siebenpunkt-Marienkäfer wird in Schweden "Marias Schlüsselmagd" genannt. Die sieben Punkte sollen sich auf die sieben Tugenden der Jungfrau Maria beziehen. Heute steht das Glückssymbol im Vordergrund. In der Provence steht einem Mann die Heirat bevor, sollte ein Käfer auf ihm landen. Sind die Frauen ungeduldig, setzen sie einen Käfer auf den Zeigefinger und zählen die Sekunden bis zum Abflug. Jede Sekunde bedeutet ein Jahr warten bis zur Hochzeit.
Es gibt über 1500 regionale Bezeichnungen für den Marienkäfer, wobei meistens der Siebenpunkt-Marienkäfer gemeint ist:
Z.B.: Motschekiebchen, Mutschekiebchen oder Motscheküpchen (eigentlich "Kuhkälbchen"); auch Mufferküpchen (Thüringen) oder Muhküfchen (Nordhessen), Marienkälbchen, Gotteskälbchen, Herrgottsöchslein für Bezüge zum Nutztier Kuh; Himmelmiezel, Himmelmietzchen (Sachsen, Erzgebirge);

scherzh. für Pelzmantel, der im Sommer eingemottet, mit Mottenkugeln gegen Mottenfraß präpariert wurde. Auch eine Perücke wird so bezeichnet.

Hat man Motten im Kleiderschrank, sind schnell Löcher in Hosen, Jacken und Pullovern. Doch zum Glück gibt es die Mottenkiste. Früher, als die Winterbekleidung noch aus reiner Wolle bestand, wurde sie über die warme Jahreszeit in Behältern aufbewahrt, der die Kleidung vor Motten schützte.
Die heutige Bezeichnung aus der Mottenkiste, stammt aus der, gehört in die Mottenkiste steht für unmodern, veraltet. Auch längst überholte Theorien und Argumente kann man aus der Mottenkiste holen.

stark riechendes, giftiges Mittel in Form einer kleinen Kugel zur Bekämpfung von Motten in Kleiderschränken.

Ausdruck, die Motten kriegen, Ach du kriegst die Motten. Umgangssprachliche Bezeichnung für Morbus Koch, Schwindsucht, die Tuberkulose, auch Phtisis, kurz TBC, eine verbreitete Infektionskrankheit, die beim Menschen am häufigsten die Lungen befällt. Im übertragenen Sinn werden Löcher in die Lungen gefressen, wie die Motten es mit Wollkleidung machen.

Ein dickwandiges Gefäß zum Zerstoßen von harten Substanzen, z.B. Gewürzen,
oder Mörser (Geschütz), ein Geschütz mit einem kleinen Verhältnis zwischen Rohrlänge und Kaliber.

ist die Bezeichnung für Kaffee-Ersatzgetränke, die aus Gerste, Malz, Roggen, Eicheln, Bucheckern, Feigen oder Zichorien (Chicorée) gewonnen wurden.

[mniederd. mudde, zu → Moder] (nordd.): 1. Schlamm, Morast: im M. stecken bleiben.

eine volkstümliche Bezeichnung für abgestandene Luft (unter den Talaren der Muff von 1000 Jahren: Slogan der Studenten von 1968 über die damalige Amtstracht ihrer Professoren), auch für Handwärmer z.B. aus Kaninchenfell; ein Muff (abgeleitet von lat. muffula für Pelzhandschuh) ist ein röhrenförmiges Bekleidungsaccessoire, in das die Hände von beiden Seiten hineingesteckt werden, um sie warm zu halten.

Muhme ist eine veraltete deutsche Verwandschaftsbezeichnung für Tante oder Base, wobei zwischen der Schwester der Mutter (Muhme) und der Schwester des Vaters (Tante) unterschieden wurde.

Aus 13 Böhnchen kocht mein Mühmchen 14 Tassen heißen Blümchen.

Eine Mulde ist eine begrünte Entwässerungseinrichtung längs einer Straße. Sie ist im Gegensatz zum Graben flach ausgebildet. Ugs. auch die Delle in Matratzen o.ä (siehe auch Kuhle).

Mulm (ndd. molm, zerfallende Erde, Staub) ist ein Lockersediment aus organischem Material, zum größten Teil bestehend aus Pflanzenresten, mit Bakterien, Mineralien und Stoffwechselendprodukten. Das Wort Mulm ist seit dem 17. Jahrhundert in der Gestalt molm im Niederdeutschen bezeugt. Es handelt sich dabei um eine substantivierte m-Ableitung des Verbes mahlenmalmen und geht damit auf dieselbe Wurzel zurück, wie auch Mulch. Das Wort melm bezeichnet außerdem in alten westgermanischen Sprachen Sand und in den skandinavischen Sprachen in der Gestalt malm Erz.
Als Adjektiv bedeutet mulmig zerfallen, morsch. Die daraus metaphorisch abgeleitete Bedeutung mulmig für unbehaglich ist relativ modern und erst seit dem 20. Jahrhundert belegbar.

Musaget (griech. Musagetes, Musenführer), Beiname des Apollon und des Herakles; allgemeiner Freund und Gönner der Musen, der schönen Künste und Wissenschaften.

Bis ins frühe 19. Jahrhundert war Muselmann die übliche deutschsprachige Bezeichnung für Muslime. Aus dieser Zeit stammt auch ein Liedtext, den man noch Mitte des 20. Jahrhunderts sang. In dem Lied C - a - f - f - e - e von Carl Gottlieb Hering heißt es:
C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Caffee! Nicht für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselmann, der ihn nicht lassen kann!
Muselmann (auch: Muselman, Plural Muselmänner, polnisch Muzułman) wurden in der Lagerszpracha der nationalsozialistischen Konzentrationslager jene Häftlinge genannt, die durch völlige Unterernährung bis auf die Knochen abgemagert waren und hungerbedingt bereits charakteristische Verhaltensänderungen bis hin zur Agonie zeigten. Menschen, die sich im letzten Stadium des Hungertodes befanden, hießen in den Konzentrations- und Vernichtungslagern Muselmänner. Sie waren gekennzeichnet durch Folgen des Hungers: Haut und Gerippe, angeschwollene Beine und aufgeblähte Bäuche. Ihr einziger Instinkt war der Selbsterhaltungstrieb und die Suche nach Nahrung, beispielsweise Kartoffelschalen aus Abfallbehältern. Der SS galten sie durch dieses Verhalten als Beispiel für Untermenschen, sie nahmen sie nicht ins Krankenrevier auf. Kapos gingen brutal mit ihnen um. Auch Häftlinge stießen sie teilweise aus den Wohnbaracken hinaus, da sie in Apathie und Agonie des Hungertodes gefallen waren und Angst bei anderen Haftinsassen auslösten, ebenso zu enden. Abgesehen vom Kriegsende, als die Alliierten die Lager befreiten, hatte ein Mensch, der das Stadium eines Muselmanns erreicht hatte, praktisch keine Chance zu überleben. Wenn er nicht an Entkräftung, Hunger oder Krankheit starb, selektierte ihn die SS zur Tötung.

MusiktruheDas Unternehmen Kuba-Imperial (auch Kuba) war ein Hersteller von Tonmöbeln, später auch Fernsehgeräten, die damals auch Braune Ware genannt wurden. Das in Wolfenbüttel beheimatete Unternehmen der Unterhaltungselektronik bestand von 1948 bis 1972 und firmierte unter mehreren Namen. Tonmöbel oder Musiktruhen waren Kombinationen von Radio und Plattenspieler in einem stilvollen Holzgehäuse, die zu der Zeit als Einrichtungsgegenstand auch ein Statussymbol darstellten. In teureren Exemplaren war zusätzlich ein Tonband- und/oder (Schwarz-Weiß)-Fernsehgerät integriert.

[Siehe Motschekiebchen] In Erfurt, Leipzig, Eisleben der Name für den Marienkäfer. In der Pfälzer Gegend auch Billenböbchen, Bruchkäfer, Feuermücke, Filippine, Gottesböbel genannt.

auch Stammhaus, Strukturbegriff bestimmter Organisationen. Dieser Struktur liegt die Mutter-Töchter-Beziehung (lat. mater - filia) zugrunde. Die Tochter ist die Filiale.

MutterkreuzZur Steigerung der Geburtenrate führte das NS-Regime eine unablässige Propagandakampagne, die die Schönheit und Bedeutung der Familienbildung und des Kinderreichtums verherrlichte. Ein Ausdruck des betriebenen Mutterkults war das Ehrenkreuz der deutschen Mutter (kurz Mutterkreuz), das ab 1939 im Namen Hitlers von der NSDAP am Muttertag an Frauen mit zumindest vier Kindern verliehen wurde. Im Jahr 1939 qualifizierten sich bereits rund 3 Millionen Frauen für diesen Orden, welcher nur an erbgesunde, politisch zuverlässige und ehrbare reichsdeutsche Mütter vergeben wurde. Der Grad des Kreuzes wurde von der Anzahl der Kinder bestimmt: Bronze (dritte Stufe) für vier oder fünf Kinder, Silber (zweite Stufe) für sechs oder sieben und Gold für acht Kinder oder mehr.

[Anmerkung der Redaktion: Dieses Objekt mit nationalsozialistischem Emblem ist auschließlich als Zeitzeuge, zur staatsbürgerlichen Aufklärung und Berichterstattung über die Vorgänge des Zeitgeschens veröffentlicht – es dient nicht der Verherrlichung der NS-Zeit!] Bildquelle: Grafische Abbildung des Mutterkreuzes aus dem Reichsgesetzblatt Nr. 224 vom 24. Dezember 1938, Seite 1925

In der DDR kleines Heft für Mitteilungen des Kindergartens oder der Schule an die Eltern.

Bezeichnung für Kugeln aus Glas (auch Marmeln oder Klicker genannt) Murmelspiel, oder das Murmeln im Sinn von undeutlich reden.

brüchig, weich, sich leicht kauen lassend und leicht in seine Teile zerfallend; durch Alter, Abnutzung die Festigkeit seiner Substanz verloren habend; seine Spannkraft und Widerstandskraft durch anhaltende negative Einwirkung verloren habend. Mürbe machen: Jemandes Widerstandskraft brechen. Mürbeteig: Gekneteter Kuchenteig aus Zucker, Fett, Eiern, Mehl und wenig Milch oder Wasser.

Ostpreußischer Ausdruck für Streuzucker. Der Krämer schaufelt ein Pfundchen Muschkebad in die weiße Zuckertüte. Siehe auch: Ostpreußisches Vokabularium