Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

R: von Rabitzwand bis Rüster

Leichte Trennwand mit beiderseitigem Putz auf einem verzinkten Drahtgewebe (Rabitzgewebe), das mit Rundstahl ausgesteift wird. Nach dem Berliner Maurer K. Rabitz, der die Wand 1878 erfand.


Rabulistik (von lateinisch rabere toben bzw. rabula marktschreierischer Advokat) ist ein abwertender Begriff in der Bildungssprache für rhetorische Spitzfindigkeiten oder Wortklauberei. Als Rabulist wird laut Duden jemand bezeichnet, der in spitzfindiger, kleinlicher, rechthaberischer Weise argumentiert und dabei oft den wahren Sachverhalt verdreht.


RAD
Der Reichsarbeitsdienst
Der Reichsarbeitsdienst (abgekürzt RAD) war eine Organisation im nationalsozialistischen Deutschen Reich. Ab Juni 1935 musste dort jeder junge Mann eine sechsmonatige, dem Wehrdienst vorgelagerte Arbeitspflicht im Rahmen eines Arbeitsdienstes ableisten. Ab dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde der Reichsarbeitsdienst auf die weibliche Jugend ausgedehnt. Der Reichsarbeitsdienst war ein Bestandteil der Wirtschaft im nationalsozialistischen Deutschland und ein Teil der Erziehung im Nationalsozialismus. Ab Mitte 1944 übernahm der RAD die 6-wöchige militärische Grundausbildung am Gewehr. (Das Bild zeigt rechts das Symbol für den RAD, links das Symbol das Arbeitsgaues Nr. I, in Königsberg/Preußen) Quelle: Wikipedia.de


Ein Radiorekorder (anglisierende Schreibweise auch Radiorecorder) ist ein tragbares Audiogerät mit Wiedergabe- und Aufnahmefunktionen für Audiokassetten (Kassettenrekorder) und eingebautem Radio zum Empfang von Hörfunksendungen. Das Gerät ist eine Weiterentwicklung der vordem verwendeten tragbaren Transistor- oder Kofferradios, mit denen nichts aufgezeichnet werden konnte. Charakteristisch für die ursprüngliche Bauform ist die im Verhältnis zur geringen Bautiefe große Front. Ihre Blütezeit waren die 1970er und frühen 1980er Jahre.


(veraltend): Radtour, gemütlicher Fahrradausflug.


Rain, bzw. Feldrain ist ein alter deutscher Begriff für den Randstreifen eines Feldes (die Flurgrenze), sowie für den übergang zwischen einer Feldterrasse zur nächsten. Allgemeiner ist ein Rain (althochdeutsch auch reyn oder rein) ein meist grasbewachsener (Grenz-)streifen zwischen zwei äckern oder Fluren. Die Feldraine wurden früher per Hand gemäht oder mit Vieh abgehütet. Bildungen mit der Endsilbe -rain sind verbreitete Flurnamen. Heutzutage sind Feldraine oft mit Hecken und Büschen bewachsen. Auf diese Weise sind sie vor Erosion geschützt. Weiterhin sind sie ein Lebensraum für Vögel und Kleinlebewesen. Quelle: Wikipedia.de


Intrige (von lateinisch intricare in Verlegenheit bringen), veraltet auch Kabale oder Ränke, bezeichnet eine Handlungsstrategie, mit der einzelne oder Gruppen von Menschen versuchen, anderen Schaden zuzufügen oder sie gegeneinander aufzuhetzen. Der Träger dieser Handlungsstrategie wird als Intrigant, veraltet als Ränkespieler bezeichnet.


in der Art eines Taschenmessers zusammenklappbares, sehr scharfes Messer zum Rasieren.


sind zugerichtete, d.h. veredelte Pelztierfelle. Die Bezeichnung leitet sich von rauch (Variante von rauh) ab, das soviel wie behaart, zottig bedeutet. (Siehe auch: Fehwerk)


Raufen sind Gestelle für Heu, Stroh oder Gras. Sie werden meistens an der Wand angebracht, sind jedoch auch freistehend in Wildhegegebieten und auf Weiden zu finden. Sie sind aus Holz, Metall oder Kunststoff. Zwischen den senkrechten Gitterstäben der Raufe können die Tiere das Raufutter mit dem Maul herausziehen. Raufen gibt es in Ställen zum Beispiel bei Ziegen, Kühen und Pferden, in Käfigen von Meerschweinchen und Kaninchen, aber auch freistehend für Pferde, Schafe und Rehwild. Christian Gebhard Nordmann erfand 1811 die Schweberaufe, um in seinen Schafställen Platz zu sparen. Der Begriff Raufe kommt von althochdeutsch (ahd.) rouffen, mittelhochdeutsch (mhd.) roufen, gehört mit verwandten Wörtern - got. raupjan, mniederl. roopen, aengl. riepan zu der vielfach erweiterten idg. Wurzel *reu-: reißen, brechen, ausreißen, rupfen. Im Deutschen wird 'raufen' seit der mhd. Zeit auch im Sinne von sich balgen, handgemein werden (ursprünglich: an den Haaren reißen) gebraucht. (Vgl. Rauferei). Bereits im späten Mittelalter wurde das Futtergestell für Tiere roufe genannt.


Die Rauhnächte (auch Raunächte oder Rauchnächte), zwölf Nächte (auch Zwölfte), Glöckelnächte, Innernächte oder Unternächte sind einige Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum oft besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die Zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag bis zum Fest der Erscheinung des Herrn (6. Januar), aber auch andere Zeiträume, beispielsweise zwischen dem Thomastag und Neujahr, kommen in Frage.


Auf Plattdüütsch: rauken oder roken übersetzt man mit rauchen. Mit Hilfe des Polterns (Rummeln) sollten in den Rauhnächten um die Jahreswende die Wintergeister vertrieben werden. Zu diesem Zweck veranstalteten die Kinder ein Rummelpottlaufen und sangen dabei Verse wie: Rummel, Rummel, Roken, giv mi'n Appelkooken, loot mi nich to lange stohn, denn ik mutt noch wieder gohn.


Rechenschieber
Rechenschieber
stabförmiges Rechenhilfsmittel mit gegeneinander verschiebbaren, logarithmisch eingeteilten Skalen. Je nach Ausführung können neben den Grundrechenarten auch komplexere Rechenoperationen (unter anderem Wurzel, Quadrat, Logarithmus und trigonometrische Funktionen oder parametrisierte Umrechnungen) ausgeführt werden.


Als Redlichkeit bezeichnet man die Tugend und Charaktereigenschaft einer Person, entsprechend den Regeln einer Gemeinschaft gerecht, aufrichtig oder loyal zu sein.


Das Reep (Plural: die Reepe) bezeichnet in der Seefahrt ein Tau oder eine Trosse. Die Herstellung erfolgte früher durch das Handwerk der Reepschläger auf den so genannten Reeperbahnen durch Verdrillen dünnerer Seile oder Reepe. Als Material wurde (und wird teilweise heute noch) vor allem Hanf oder Flachs verwendet, ganz früher auch Gewöhnlicher Strandhafer.
Heute wird das Tauwerk überwiegend maschinell aus Kunstfasern hergestellt.


Reepschläger ist ein traditioneller Handwerksberuf in der Seilherstellung.
Der Reepschläger spannte zuerst eine Anzahl einzelner Reepe über die Länge der Reeperbahn und verdrillte oder verflocht diese Reepe später zu dickeren Trossen. Das Standardreep der britischen Marine, das British Naval Rope, war 1000 Fuß (305 m) lang. Um ein Schiffstau von 20 Zoll Umfang zu fertigen, waren in der britischen Werft Chatham Dockyard bis zur Einführung von Dampfmaschinen 1836 über 200 Mann notwendig.
Heute werden Seile und Ähnliches auf so genannten Seilschlagmaschinen hergestellt.


Eine Reeperbahn (Seilerbahn), ist eine Anlage zur Herstellung von Reepen (Tauen und Seilen hauptsächlich für die Schifffahrt) durch eine Seilerei (Reepschläger).

Reeperbahn ist auch der Name einer zentralen Straße im Vergnügungs- und Rotlichtviertel des Hamburger Stadtteils St. Pauli. Sie ist etwa 930 Meter lang und verläuft vom Millerntor in Richtung Westen bis hin zum Nobistor (Hamburg-Altona), wo sie in die Königstraße übergeht. Die große Anzahl an Diskotheken, Bars und Nachtclubs hat ihr den Spitznamen die sündigste Meile der Welt eingebracht.
Die Reeperbahn erhielt ihren Namen von Taumachern und Seilern, den so genannten Reepschlägern, die für die Herstellung von Schiffstauen eine lange, gerade Bahn benötigen. Dementsprechend gibt es auch in anderen Städten Straßen dieses oder ähnlichen Namens, beispielsweise in Kiel, Elmshorn, Schleswig, Stade, Buxtehude, Bremen (Reepschlägerbahn) oder im dänischen Aalborg. Auf einer Hamburg-Karte von 1791[2] ist dies nördlich des Hamburger Bergs mit dem Namen Reepschläger Bahn nebst den Reepschläge-Hütten eingetragen.


Als Regalien (lateinisch iura regalia ‚königliche Rechte'; Singular: Regal ‚Königsrecht') bezeichnete man die Hoheits- und Sonderrechte eines Königs oder eines anderen Souveräns bzw. des Staates im Hoheitsgebiet, heute in der Schweiz das ausschließliche Betätigungs- und Nutzungsrecht durch den Staat (Kanton).

Ein Wasserregal (Regal von lateinisch rex, regis König, im Sinne von königliches Hoheitsrecht) bezeichnet ein dem Staat oder Staatsoberhaupt zustehendes Hoheitsrecht bezüglich des Wassers und seiner Nutzung.

Ein Regal (v. lat. riga Reihe) ist ein Möbelstück bzw. ein Ausrüstungsgegenstand, welcher der Lagerung von Gegenständen aller Art dient. Die Lagerungsfläche entsteht durch waagerechte Böden (Borde, Tablare), die in ein vertikales Gestänge eingehängt oder an der Wand befestigt sind. Im Gegensatz zum Schrank ist es nach vorne offen.


Naziufo
Verschwörungstherorie: Die Reichsflugscheibe
Eine Reichsflugscheibe ist ein fiktives untertassenförmiges Flug- und Raumfahrzeug, das in Mythen, Science-Fiction, Verschwörungstheorien und Comics auftaucht und diesen zufolge im nationalsozialistischen Deutschen Reich gebaut und getestet worden sein soll. Historisch und technisch sind keine Belege bekannt. Dennoch taucht das Thema in der pseudowissenschaftlichen Literatur als Beispiel für Nazi-Technologie gelegentlich auf, auch unter zahlreichen anderen Bezeichnungen wie Rundflugzeug (RFZ), Projekt Feuerball, Düsendiskus, Haunebu, Hauneburg-Gerät, Andromeda-Gerät, Repulsine (Repulsator/Forellenturbine), Flugkreisel, Kugelwaffe oder Vergeltungswaffe 7 (V 7). Quelle: Wikipedia.org


Die Reichsheimstätte war ein deutsches Rechtsinstitut von 1920, wodurch das Eigentumsrecht an Immobilien eingeschränkt wurde. Dieses Rechtsinstitut wurde aus sozialen Gründen mit dem Reichsheimstättengesetz vom 10. Mai 1920 geschaffen. Das Reichsheimstättengesetz wurde durch das Gesetz zur Aufhebung des Reichsheimstättengesetzes vom 17. Juni 1993 mit Wirkung zum 1. Oktober 1993 aufgehoben.
Der Zweck war der vor möglichen Gläubigern geschützte Besitz von Wohneigentum und die Bindung des Eigentümers an bestimmte bodenpolitische Ziele. Die sogenannten Heimstätten wurden zumeist durch staatliche oder kommunale Einrichtungen ausgegeben. Der sogenannte Heimstätter konnte das Eigentum an einer Heimstätte erwerben. Die Rechte aus dem Eigentum waren jedoch zu Gunsten des Ausgebers eingeschränkt. Diese Einschränkungen dienten auch zum Schutz des Eigentümers einer Heimstätte. Zu Gunsten des Heimstätters war die Zwangsvollstreckung in das Grundstück beschränkt. Dem Ausgeber stand ein gesetzliches Vorkaufsrecht zu.Quelle: Wikipedia.de


Reifrock
Reifrock, Krinoline Bild: Milchmädchen mit Krinoline. Karikatur im Punch (1858)
Ein Reifrock ist ein durch Reifen aus Holz, Fischbein oder Federstahl gespreizter Unterrock. Je nach Form und Epoche unterscheidet man Verdugado, Panier, Krinoline oder Tournüre.


Reisig, Reis oder Reiser oder auch Wied (süddt.) sind dünne Zweige. Forstlich ist Reisig Reisigholz mit unter sieben Zentimeter Durchmesser, sofern es nicht Stangenholz (also dünne, stehende Jungbäume) ist.


schonend gegartes, zartes, nicht ganz durchgebratenes Fleisch. der Begriff ist von der Vorstellung abgeleitet, zähes Fleisch unter dem Sattel gar zu reiten.


Eine Romanze (von span. el romance = das in der romanischen Sprache Geschriebene) ist eine lyrisch-epische Verserzählung, die aus der spanischen Literatur stammt.

In der Romantik wurde die Romanze im deutschsprachigen Raum wegen ihrer vermuteten Ursprünglichkeit als Volksdichtung populär. Der Bezug zu den spanischen Ursprüngen ging dabei jedoch mit der Zeit verloren, was dazu führte, dass der Begriff der Romanze ab dem 19. Jahrhundert nur noch schwer zu definieren ist, da eine eindeutige Unterscheidung etwa von der Ballade kaum mehr möglich ist.Siehe auch Wikipedia.org


Die Remise ist ein Wirtschaftsgebäude, das in der Regel an der rückwärtigen Grundstücksgrenze für Fahrzeuge oder Geräte errichtet wurde. Das Wort kommt aus dem Französischen und stammt vom Verb remettre (wieder hinstellen, versorgen) ab. Die lateinische Wurzel ist das Verb remittere (zurückschicken, ablegen).Quelle: Wikipedia.org


Rentenmark 1923
Rentenmark 1923
Die Rentenmark war von 1923 bis 1948 eine grundschuldgestützte übergangswährung in Deutschland, um die Hyperinflation von 1923 zu stoppen.


Als wir während der Kinderlandverschickung tagelang zu unserem nicht bombengefährdeten Zielort mit der Eisenbahn dritter Klasse (Holzklasse) transportiert wurden, erhielten wir an manchen Bahnhöfen von Rote-Kreuz-Schwestern die Standardspeisung: Graupensuppe in Pappbechern.

Diese Suppe war leidlich schmackhaft durch Maggi, aber gar nicht sämig wie zu Hause bei Muttern, sondern so dünnflüssig, dass sie rasend schnell (wie ein Rennfahrer) vom Löffel floss. Hin und wieder schwammen darin Kälberzähne (Graupen), die man leicht abzählen konnte. Fettaugen suchte man vergebens. Kurzum, eine sehr gesunde Suppe. Sie verursachte keine (heute gearteten) Gewichtsprobleme. Auch waren keine gesundheitlichen Schäden oder Gichtanfülle durch Fleischgenuss zu befürchten. Sie war auch gut gegen Durst. Leider hat Brigitte dieses Rezept nicht in ihre Diätvorschläge aufgenommen. Es könnte heute ein Renner werden.

Lesen Sie den Zeitzeugenbericht von der Kinderlandverschickung: Beinahe wäre ich Imker geworden von Günter Matiba

Günter Matiba


Vom DDR-Volk oft scherzhafte Umschreibung für den Trabant, dem Volkswagen des Ostens.


Der ungesetzliche Grenzübertritt war in der DDR mit Inkrafttreten des Strafgesetzbuches der DDR am 1. Juli 1968 nach § 213 des Strafgesetzbuches der DDR eine strafbare Handlung, für die in "leichten Fällen" Strafen von Geldstrafe bis zu zwei Jahren Freiheitsentzug und in "schweren Fällen" Strafen von ein bis acht Jahren Freiheitsentzug vorgesehen waren. In der Behörden- und Propagandasprache trat der ungesetzliche Grenzübertritt nach Erlass des Gesetzes an die Stelle der Republikflucht als Bezeichnung für eine Flucht aus der DDR, war aber vergleichsweise ungebräuchlich.

Bis dahin hatte sich nach § 8 des Pass-Gesetzes der DDR vom 15. September 1954 wegen Republikflucht strafbar gemacht, wer ohne Genehmigung das Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik nach dem Ausland verlassen hatte, oder dies vorbereitet oder versucht hatte.


Reservistenkrug
Reservistenkrug des Kanoniers Ogaßa 1907
Reservistenkrüge sind in Deutschland im 19. und 20. Jahrhundert von wehrpflichtigen Soldaten am Ende der Dienstzeit gekaufte Trinkgefäße, die als Andenken dienten.

Sie waren reich verziert mit Bildern aus dem Soldatenalltag, ergänzt mit Aufschriften und Sprüchen über Pflichten und Sehnsüchte. Neben dem mit klangvollen Namen bezeichneten ehemaligen Regiment oder Bataillon des Reservisten und dessen Standorts war der Name des Besitzers eingefügt sowie seine Dienstzeit verzeichnet, häufig umrahmt von nationalen Symbolen. Manchmal wurden außer dem Namen des Krugbesitzers auch die Namen seiner Kameraden aus der gleichen Einheit aufgeführt.

Anfänglich wurden Reservistenkrüge von Malern freihändig ausgestaltet. Mit zunehmender Nachfrage gingen den Herstellern die Maler aus und man brachte mittels eines Stahlstiches über den Umweg eines damit befeuchteten Papieres, welches um die Krugwandung gelegt wurde, die Konturen auf den Krug auf und ließ die Umrisse dann in Massenproduktion ausmalen. Später folgte dann noch eine Produktion über aufgetragene Abziehbilder und nur noch die individuellen Namen wurden von Hand aufgemalt. Dadurch wurden die Krüge preiswerter und waren auch für weniger wohlhabende Soldaten erschwinglich.

Die Krüge haben in der Regel einen Zinndeckel, manchmal besitzt dieser eine kleine Öffnung durch die ein Bild, etwa eine Ansicht der Garnisonsstadt sichtbar wird. Der Krugboden ist manchmal als Lithophanie gestaltet. Siehe Wikipedia.org

Lesen Sie auch: Stiefeltrinken von Günter Matiba.

Resopal (Kofferwort aus Res[ina], dem griechisch-lateinischen Wort für Harz, und Opal) ist der Name für eine Schichtstoffplatte im Bauwesen, die im Innenausbau Verwendung findet. Ein Patent existiert seit 1930.


Retirade lat.-ital.-franz. Ort des Rückzugs, veralteter Begriff für das stille Örtchen, die Toilette, Latrine, Lokus, Abort, Donnerbalken.


Eine Reuse (in Ostfriesland auch: Fuke) ist eine seit der Mittelsteinzeit (Mesolithikum, etwa von 10.000 v. Chr. bis ca. 6.000 v. Chr.) bekannte Vorrichtung, die überwiegend für den Fischfang genutzt wird.


Abk. für Radio im amerikanischen Sektor, ehem. Berliner Rundfunksender (unter USA-Hoheit).


Ein Rinnstein ist ein Pflasterstein mit eingelassener Mulde und wird als Bauteil im Straßen- und Wegebau verwendet


Riestü(ü)ten , wörtlich: Reistüten, im übertragenen Sinne: steifer Kragen, Zylinder. Een an de Riestüten kriegen bedeutete in Hamburg schlichtweg: einen in den Nacken bekommen, eine Ohrfeige einfangen.


Robath (bayrisch und österreichisch auch Robot oder Robote, von tschechisch/slowakisch robota - [Fron-]Arbeit und russisch rabota - Arbeit, vgl. das Kunstwort Roboter) ist Fronarbeit, die dem Lehnsherren oder dem Fürsten von dessen Leibeigenen geleistet werden musste.


Ein Rohrstock oder auch Bakel (lat. baculum = Stock, Stab) ist ein Schlagstock aus einer pseudo-verholzenden Pflanze, der im Vergleich zu einem Stock aus normalem Holz ein geringeres Gewicht aufweist und teilweise außerdem wesentlich elastischer ist. Das Material kann zum Beispiel Schilf, Bambus oder Rattan sein.

An europäischen Schulen verdrängte der Rohrstock sehr schnell die bis dahin übliche Birkenrute als Züchtigungsinstrument. In Schulen und Internaten erfolgten Strafen mit dem Rohrstock auf die ausgestreckten Hände oder, insbesondere bei Jungen – in meist gebückter Haltung oder über einem Pult liegend –, auf das Gesäß.

Die beschönigende Bezeichnung ist Erziehungshelfer, Popotröster oder Bravmacher.Siehe Wikipedia.org


Rollfilm 120
Rollfilm 120, volle und leere Spule

Als Rollfilm bezeichnet man fotografischen Film, der offen auf eine Spule konfektioniert wird. Die Bezeichnung entstand im Unterschied zum Planfilm. Der Film wird von einer Vorrats- auf eine Leerspule gewickelt. Der belichtete Film wird zusammen mit der Speicherspule zur Entwicklung gegeben. Beim Einlegen eines unbelichteten Rollfilms in das Rollfilmmagazin wird die letzte Vorratsspule als Leerspule verwendet. Ursprünglich wurden die Spulen aus Holz und Metall gefertigt, später aus Plastik. Rollfilm ist im Gegensatz zu Kinefilm (nicht zu verwechseln mit Kinofilm) und 35-mm-Film (Kleinbildfilm) nicht perforiert.


Sequenz
Der Name Rosalie geht zurück auf das italienische Volkslied Rosalia mia cara
Rosalie, Vetter Michel oder Schusterfleck sind abfällige Bezeichnungen für die ein- oder mehrmalige tonale oder reale (aufsteigende) Sequenzierung eines mehrtaktigen Melodieabschnitts (in der Regel inklusive der Begleitstimmen) um jeweils einen Ton. Die Bezeichnungen kamen um 1750 auf und zeugen davon, wie sehr schon damals die noch in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts so beliebten stufenweise steigenden Sequenzen als abgedroschen empfunden wurden. Der Name Rosalie geht zurück auf das italienische Volkslied Rosalia mia cara, in dem die fragliche Sequenzierung musterhaft vorkommt.


Rosinenbomber in Anflug
Berliner beobachten die Landung eines Rosinenbombers auf dem Flughafen Tempelhof (1948). Fotografie von Henry Ries.
Rosinenbomber (in den USA bekannt als Candy bomber oder Raisin bomber) ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Flugzeuge der Alliierten zur Zeit der Berliner Luftbrücke, die West-Berlin mit Lebensmitteln und anderen lebenswichtigen Hilfsmitteln versorgten. Dazu gehörte ganz wesentlich auch Brennmaterial wie Briketts.

Der Name nimmt Bezug auf die freiwilligen Hilfspakete, die die US-amerikanischen Flugzeugbesatzungen vor der Landung und vor der eigentlichen Verteilung an kleinen selbstgebastelten Fallschirmen aus den Flugzeugen warfen, um den wartenden Kindern eine Freude zu machen. Die abgeworfenen Päckchen enthielten meistens Schokolade und Kaugummi und vermutlich auch Rosinen.

Diese Idee wird heute dem Piloten Gail Halvorsen zugeschrieben. Dieser fing an, Schokoladentafeln, die er von seinen Verwandten aus den USA zugeschickt bekam, an Taschentücher zu binden und sie vor der Landung über Berlin abzuwerfen. Nachdem die Medien von den heimlichen Abwürfen erfuhren, zog die Aktion bald weite Kreise und es sammelten die gesamten Air-Force-Flieger und sehr viele US-Amerikaner Süßigkeiten und Kaugummis, um damit die Operation Little Vittles (kleiner Proviant) zu unterstützen.

In der heutigen Erinnerung wird der Beiname auf alle Flugzeuge der Berliner Luftbrücke bezogen, auch wenn historisch nicht alle Flugzeuge am Abwurf von Süßigkeiten beteiligt waren. Am verbreitetsten war allerdings die viermotorige Douglas C-54 Skymaster der US-Amerikaner.

An der Luftbrücke nahmen Piloten und Flugzeuge mehrerer Nationen teil, die mit allen möglichen Flugzeugtypen verschiedene Ziele in Berlin anflogen, einschließlich Landungen auf der Havel bei Kladow mit britischen Flugbooten. Die Anflugstrecken zum damaligen Flughafen Tempelhof und dem während der Blockade erbauten Flughafen Tegel führten allerdings über dicht besiedeltes Stadtgebiet, wo sich viele Kinder nach der Schule versammelten, um auf die Rosinenbomber zu warten.Siehe Wikipedia.org


Rossschlächter, der (landsch.): Pferdeschlächter, Verkaufladen von Pferdefleisch, das früher nicht zusammen mit anderen Fleischsorten verkauft werden durfte.
Papst Gregor III. erließ im Jahre 732 ein Verbot, Pferdefleisch zu essen. Experten sind sich uneins darüber, welcher Beweggrund dem Verbot zu Grunde lag: Für die einen richtete es sich vor allem gegen die Kultpraktiken der heidnischen Germanen, deren Christianisierung gerade im Gange war. Andere behaupten, es habe einen Engpass an Streitrössern gegeben und der Papst habe schlicht nicht gewollt, dass das wertvolle Kriegsmaterial im Kochtopf landete.Quelle: Wikipedia.de


Roter-Punkt-Aktion oder Aktion Roter Punkt, auch Rote-Punkt-Aktion, nannten sich eine Reihe von Protestaktionen in vielen Städten der Bundesrepublik, vorwiegend in den Jahren 1968–1971, bei denen gegen Fahrpreiserhöhungen im öffentlichen Nahverkehr demonstriert wurde. Die wohl bekanntesten und folgenreichsten Aktionen fanden im Juni 1969 in Hannover und im März 1971 in Dortmund statt. Mitinitiator war der deutsche Satiriker Dietrich Kittner.

Lesen Sie auch den Artikel: Mein erstes Auto, ein R4 von Michael Malsch.


Als Rotte bezeichnet man in Österreich eine Wohnsiedlung, die aus wenigen Gebäuden in lockerer Anordnung besteht, größer als eine Einöde, weniger strukturiert als ein Weiler, aber kompakter als Streulagen.

Der Begriff Rotte war in der frühen Neuzeit bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts ebenfalls in Teilen des Rheinlands geläufig, insbesondere im Bergischen Land, und bezeichnete zusammenfassend mehrere verstreut liegende Ortschaften, Höfe und Wohnplätze. Die meist im 17. Jahrhundert entstandenen Rotten waren im 19. Jahrhundert Gemeinden, deren Verwaltung ein Rottmeister vorstand. Rotten im Rheinland sind in den Städten und Kirchspielen Elberfeld, Barmen, Ronsdorf, Werden bei Essen, Remscheid, Kronenberg und Kapellen bei Geldern belegt.

Rotte steht zu mittellateinisch rupta versprengte Schar (zu lat. rumpere reißen). Dieselbe Etymologie gilt für die militärische Rotte sowie für Rotte in der Jägersprache (Wildschweinrudel) und bei der Bedeutung Gruppe von Nadelbäumen im Schutzwald.Siehe Wikipedia


Rotwelsch ist ein Sammelbegriff für sondersprachliche Soziolekte gesellschaftlicher Randgruppen auf der Basis des Deutschen, wie sie seit dem späten Mittelalter besonders bei Bettlern, fahrendem Volk (Vaganten), Vertretern sogenannter unehrlicher Berufe und in kriminellen Subkulturen in Gebrauch kamen.Quelle:Wikipedia.de


(salopp scherzh.) ein Oberlippenbart / Schnurrbart. Umgangssprachliche Bezeichnungen sind Bürste, Schnauzer, Schnorres, Schnorrati, Sör, Rotzbremse, Popelfänger oder auch Pornobalken, regionale Ausdrücke sind Schnäuzer und Schnurres und in der Schweiz heißt der Schnurrbart Schnauz.


Rummelpott, auch bekammt als Brummtopf, der ein polterndes Geräusch (niederdeutsch: rummeln — poltern) erzeugt. Mit Hilfe des Polterns sollten in früheren Zeiten in den sogenannten Rauhnächten um die Jahreswende wahrscheinlich Wintergeister vertrieben werden.


Rummelpottlaufen (niederdeutsch Rummelpottlopen) ist ein in Norddeutschland und in Nordschleswig (Süd-Dänemark) verbreiteter Heischebrauch, bei dem am frühen Silvesterabend Kinder geschminkt und verkleidet in Gruppen mit einem Rummelpott (auch Brummtopf, dänisch rummelpot oder rumlepot) von Haustür zu Haustür gehen und charakteristische Rummelpottlieder singen oder Reime aufsagen. Z.B. Rummel, Rummel, Roken, giv mi'n Appelkooken, loot mi nich to lange stohn, denn ik mutt noch wieder gohn. Lesen Sie dazu: Rummel Rummel Rauken


Knabenfrisur, Landserfrisur, auch als (scherzhft.) Topfschnitt bezeichnet (man setzte sich einen Topf auf und schneide überstehendes Haar ab).


[mhd., mnd. runge, urspr. wohl = Rundstab, zu Ring] (Fachspr.): (bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen (z.B. Leiterwagen) seitliche Haltestange.


ein Aufbau, der vorzugsweise Kindern zum Vergnügen dient (Kinderrutsche) und in erster Linie auf Spielplätzen aufgestellt wird. Landschaftl. auch für Fußbank, Weihnachtsbaumfuß.


Lat. Ulmus Linn, Rüster. Eine Bezeichnung für eine Baumgattung, die allgemeine als Ulme bekannt ist.