Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

P: von Pachulke bis Pyrrhussieg

Pachulke, umg. ungehobelter Mensch [tschech. pacholek Knecht, Bursche] Pa|chụl|ke, der; n, n [aus dem Slaw., vgl. poln. pachołek = Knecht] (landsch. salopp abwertend): Ungehobelter Bursche; grober, ungeschlachter Mensch. Im Mittelalter wurden im polnischen Raum die von der Stadt bezahlten Söldner ›pacholkowie‹ genannt. Später als verächtliche Bezeichnung für die in Lehndiensten stehenden Bauern.

frz. Edelknabe) bezeichnet: an europäischen Höfen im Mittelalter und bis um 1918 einen jungen Adligen im fürstlichen Dienst, auch Schildknappe, heute einen Hotelburschen, Hoteldiener in betresster, uniformartiger Bekleidung.

(nordd.): Babusche: Dann schlurft ... auf Puschen ins Schlafzimmer; Schuhzeug für zu Haus.

In Schilderungen des Ersten und Zweiten Weltkrieges und Berichten über dessen Folgen ist häufig von Panjepferden und den von ihnen gezogenen Panjewagen bzw. auch von Panjeschlitten die Rede. Zum Helden eines Buches wurde ein Panjepferd in dem Erlebnisbericht Iwan, das Panjepferd von Heinz Buchholz (* 1931). Buchholz schildert hier seine Erlebnisse auf der Flucht vor der Roten Armee im Jahr 1944 aus Ostpreußen.

Der Paletot ist ein eleganter Stadt-Gehrock aus Anzugstoff. Er ist praktisch ein auf Mantellänge verlängertes Sakko und wird über dem Jackett getragen.

Eine Banknote ist ein Wertpapier, das im alltäglichen Zahlungsverkehr genutzt wird. Umgangssprachlich werden Banknoten aufgrund ihrer Beschaffenheit als Papiergeld bezeichnet.

Ein Paradekissen ist ein zur Zierde auf dem eigentlichen Kopfkissen liegendes, größeres Kissen mit Stickereien oder anderen Verzierungen.
Wenn das Paradekissen auch nur selten im modernen Alltag Verwendung findet, ist der Begriff vielen durch folgenden Abzählreim bekannt:
Peter hat ins Bett geschissen,
gerade aufs Paradekissen,
Mutter hat's gesehen
und du musst gehen.
Begriff eingesandt: Margot Bintig, 11.12.2017

Eine Paraphe (mittelfrz. Abwandlung von gr. παραγράφειν [paragráphein] "hinzuschreiben"; siehe auch Paragraph) ist ein auf wenige Zeichen (Initialen) verkürztes Namenszeichen oder ein Namensstempel. Solch ein Kürzel weist (im Gegensatz zur Unterschrift) in der Regel nicht genug Merkmale auf, um als sicheres Authentifizierungsmerkmal dienen zu können.
Bei Verträgen, die aus mehreren Blättern bestehen, werden die einzelnen Blätter von denjenigen, die den Vertrag insgesamt unterzeichnen, mit ihrer Paraphe abgezeichnet (paraphiert), damit keine Blätter nachträglich ausgetauscht werden können.
Auch das vorläufige Festlegen eines Vertragstextes wird als Paraphierung bezeichnet, da hierbei die Vertragsparteien auf dem Vertragstext mit ihren Paraphen unterzeichnen. Völkerrechtliche Verträge werden in der Regel zunächst durch Regierungsvertreter der beteiligten Länder paraphiert, bevor sie durch Ratifikation in Kraft gesetzt werden.Quelle: Wikipedia.org

von (franz. Para|pluie = Regen, Para|sol = Sonne). Bezeichnung für einen Regenschirm, einen Schirm aus einer Plane, Stoff oder Plastik.

von (franz. Para|sol = Sonne, Para|pluie = Regen). Bezeichnung für einen Sonnenschirm, auch für einen Pilz, den gemeinen Riesenschirmling oder Parasolpilz.
PARASOL ist ein französischer Erdbeobachtungssatellit. Er trägt das Instrument POLDER, das die Strahlungseigenschaften und die mikroskopische Zusammensetzung der Wolken und Schwebeteilchen untersucht.

Eine Parochie ist der Amtsbezirk eines Pfarrers, das heißt ein Pfarrbezirk oder Pfarrei. Sie ist der unterste, kirchliche Verwaltungs- und Seelsorgebezirk mit einem eigenen Pfarrer einer Kirche, die nach dem Parochialprinzip organisiert ist. Zur Parochie können auch Filialkirchen gehören.

Pascha, Paschafest auch Passa, Passah oder Pascha; ein altes Wort für Ostern.

Ein in Ostpreußen gebräuchlicher Begriff für das Mischen von Spielkarten. Ursprüngleich bezeichnet der Begriff ein Würfelspiel; paschen => mit Würfeln spielen. Die Zeit verpaschen => die Zeit mit Würfeln verbringen.

Ein Pascher ist jemand, der heimlich etwas beiseite schafft, um es zu entwenden; ein Schmuggler zum Beispiel.

Die Paspel, seltener der Paspel, von frz. passe-poil: was über die Franse hinausgeht, besonders in Österreich und der Schweiz maskulin in der originalen Schreibweise Passepoil mit der entsprechenden Aussprache [pasˈpo̯al], auch Bordierung oder Vorstoß genannt, ist ein schmaler, wulstiger Nahtbesatz an Kleidungsstücken. Ursprünglich war der oder die Paspel ein Verstärkungsstreifen an militärischer Kleidung. Seit dem 19. Jahrhundert dient die Kantenpaspel vorwiegend als Dekor. Paspeln betonen die Kontur und den Schnitt des Kleidungsstückes.

PaternosterPaternoster (v.lat.: pater noster unser Vater) ist der Anfang des Herrengebets Matthäus 6,9, das Kurzwort für Paternosterwerk im Bergwerk, der Paternosteraufzug mit mehreren vorn offenen Kabinen (offizielle Bezeichnung: Umlaufaufzug). Foto: Paternoster im Hamburger Bieberhaus – Foto: Flickr CC BY 2.0  andreasdantz

Parterre (französisch par terre = zu ebener Erde) bezeichnet in der Architektur das Erdgeschoss, also das zu ebener Erde liegende Geschoss eines Gebäudes. In der Deutschschweiz, Österreich und Deutschland wird der Begriff neben Erdgeschoss regelmäßig in der Umgangssprache verwendet.

Das Wort Patschen ist ein österreichischer Ausdruck und bezeichnet einen Hausschuh, oder einen Reifendefekt bei einem Autoreifen (In Deutschland Platten).

Lehrer (umgangssprachlich, von Arschpauker) siehe auch Steißtrommler.

PaukenhundPaukenhunde waren Zughunde der Pauke, die einem Regiment der Preußischen Armee im Deutschen Krieg zugefallen war. Bild: Postkarte - Robert Albinus: Königsberg Lexikon. Würzburg 2002 - Zwei Paukenhunde des Königsberger Infanterie-Regiments 43

Veraltete Bezeichnung für das Pendel einer Uhr (von lat. pendere hängen).

Ein Bahnsteig (in der Schweiz, früher auch in österreich und Deutschland üblich: der/das Perron) ist eine befestigte Plattform, die parallel und mit geringem Abstand zu einem Eisenbahngleis angelegt ist, um bei Zügen das Ein- und Aussteigen zu erleichtern.

nach dem 2.W K: ein Karton (oft mit einem Werbe-Aufdruck des vielgenutzten Waschmittels: Persil) für den Transport der eigenen Habseligkeiten.

Der Begriff Persilschein entstand während der Entnazifizierungsphase und ist nach dem Waschmittel Persil benannt. Mutmaßliche Nazi-Verbrecher konnten durch Aussagen von Opfern oder ehemaligen Gegnern entlastet werden und erhielten somit einen positiven bzw. guten Leumund.

Pesel (süddithmarsisch Pisel, altfriesisch pisel, mhd phiesel heizbares Frauengemach, Werkgaden, aus mlat pisales frz poêle poile Ofen, Stube) ist eigentlich der am Hinterende des dithmarsischen Bauernhauses, dem Eingang der Grotdel, gegenüberliegende Saal, gewöhnlich ohne Ofen und mit einer Tür zum Garten. Pesel ist nach anderen Quellen die Bezeichnung für die Gute Stube der Geesthardenhäuser und des Haubargs. Diese Form des Bauernhofs ist hauptsächlich im Norden und an der Westküste Schleswig-Holsteins, auf den Inseln und auf den Halligen verbreitet.Quelle: Wikipedia.de

In Ostpreußen sagte man pesern und meinte damit zündeln, mit dem Feuer spielen, anbrennen, flämmen, glimmen.

Ein Peterwagen ist umgangssprachlich zumindest im Hamburger Raum ein Funkstreifenwagen der Polizei. Der Name entstand ab1956, als man einen Rufnamen für die Funkbasis und die Streifenwagen suchte. Angelehnt an die Signalflagge Blauer Peter wurde der Name Peter für die hamburger Funkleitstelle und die Fahrzeuge vergeben. In der Bevölkerung wurde daraus bald der Name Peterwagen.

PetticoatEin Petticoat (Französisch petit = klein und Englisch coat = Umhang, Mantel) ist ein bauschig-weiter Unterrock aus versteiften Perlon- und Nylon-Stoffen mit rüschen- und spitzenverzierten Stufen, der in den 1950er Jahren unter langen, weiten und taillenbetonten Röcken zu deren Formunterstützung getragen wurde. Werbetext: Petticoat. Wunderbar bauschig für schwingende Röcke. Der Vorläufer war sicher die Krinoline bzw. der Reifrock des 19. Jahrhunderts.
Lesen Sie: Regina und die Seerosen von Hartmut Kennhöfer. Bildquelle: Von Tranquil Garden - Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3790828

Als Pfeffersäcke wurden zunächst spöttisch der Hanse angehörende Händler bezeichnet, aber auch Nürnberger Kaufleute oder die Kaufleute der Vereenigde Oostindische Compagnie. Das Wort ist zunächst vereinzelt im 16./17. Jahrhundert nachweisbar und wird dann später, insbesondere seit dem 19. Jahrhundert, allgemein als verächtliche Bezeichnung für einen reichen Kaufmann gebraucht. Diese Bezeichnung entstand, weil der Wohlstand einiger von ihnen auf dem Handel mit Gewürzen aus übersee beruhte, für die im Mittelalter zusammenfassend der Begriff Pfeffer stand. Bis heute wird Pfeffersack teilweise abfällig für reiche, rücksichtslos nur auf Geld und Macht bedachte Menschen verwendet.

Der Fuchs war aber auch ein kupfernes, rötliche schimmerndes 3 Pfennigstück, welches in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Westfalen, besonders in Münster, Hamm und Soest und seit 1750 auch in Düsseldorf, und zwar hier im Wert eines 1/4 Stübers, ebenso von 1764 bis 1767 im kurkölnischen, geprägt wurde. Es wurde in diesem Zusammenhang gerechnet auf Heller und Fuchs (genau und spitz abgerechnet), daher wohl auch der Pfennigfuchser.

Bei Pferdeäpfeln handelt es sich um den Mist der Pferde. Die einzelnen Kotballen besitzen annähernd die Größe und Form eines Apfels.

einfache Mädchen- /Frauenfrisur, urspr. von: Der Teufel trug seine langen Haare zum Pferdeschwanz gebunden, damit sie nicht ins Feuer gerieten und verbrannten.

Pendant zu Arbeitsdienst, wurde am 4. September 1939 eingeführt: Junge Frauen mussten nach der Schule ein Jahr lang in einem (meist fremden) Haushalt oder in der Landwirtschaft arbeiten.

Parteigenosse in der DDR und im 3. Reich.

(hebräisch für der Abgesonderte) waren eine theol. Ausrichtung im antiken Judentum, Umgspr. für Heuchler, oder ein warmes alkoholisches Getränk.

Phthisis, Phthise gr. phthisis von phthiô schwinde, Schwindsucht, die durch Tuberkulose herbeigeführte allgemeine Abnahme; bes. Lungentuberkulose, s. d. Phthisis atra lat. schwarz, der Kohlenarbeiter. Phthisis florida galoppierende Schwindsucht, schneller Verlauf der chronischen Lungen-Phthisis unter hohem anhaltenden Fieber. Phthisis bronchialis Bronchialdrüsentuberkulose, s. d. Phthisis calculosa Phthisis mit Aushusten verkalkter käsiger Teilchen.

Die Naturheilkunde, früher auch Physiatrie genannt, ist eine Heilkunde, die vor allem auf diätetischen und physikalischen Heilmitteln beruht, auf eine naturgemäße Lebensweise besonderen Wert legt und weitgehend auf Arzneimittel verzichtet. Der Begriff Naturheilkunde bezeichnet somit ein Spektrum verschiedener Naturheilverfahren, die sich keiner technologischen Hilfsmittel bedienen und die körpereigenen Fähigkeiten zur Selbstheilung (Spontanheilung) aktivieren sollen.

Die Piassava (Piassave, Para grass, Monkey grass) ist eine starke, äußerst haltbare Pflanzenfaser, die aus Brasilien und Venezuela nach Europa gebracht wird und von der Strickpalme, Attalea funifera (Mart.), stammt. In den Ursprungsländern fertigt man aus der Piassava Matten, Seile und Taue. Seit ca. 1890 verarbeitet man die Faser in großen Mengen zu fast unverwüstlichen Straßenbesen (Piassavabesen), Straßenkehrmaschinen, groben Bürsten etc.Vorschlag: Bernd Herzog, 2018

Tetra PackDie dreieckige Milchtüte wurde nach der kubistischen Phase des Malers Pablo Picasso so spöttisch genannt. Die Kartonverpackung in der Form eines Tetraedersdes des schwedischen Herstellers Tetra-Pack™ kamen am 18.Mai 1951 auf den Markt und wurden mit Milch und Fruchtsäften gefüllt.

PickelhaubeDie Pickelhaube (amtlich seinerzeit: Helm mit Spitze) war eine zunächst rein militärische, dann auch polizeiliche Kopfbedeckung, die erstmals ab 1843 in der preußischen Armee eingesetzt und später auch von anderen Ländern übernommen wurde. Die Pickelhaube blieb nach dem Weltkrieg teilweise noch bei Polizei und Feuerwehr in Gebrauch. In den 1920er Jahren wurde sie häufig von Weltkriegsoffizieren und Kriegervereinsmitgliedern bei Veteranentreffen, Beerdigungen und ähnlichen Gelegenheiten getragen. Auch Reichspräsident Hindenburg trug diese Kopfbedeckung bei manchen offiziellen Anlässen noch, z. B. am "Tag von Potsdam".

(Ruhrpottslang) Piesel - dumme, einfältige Person; keine starke Abwertung, noch schwächer als Dämel; Piesepampel - Steigerung von Piesel; will besonders das Negative in den menschlich-sozialen Eigenschaften einer Person herausstellen (Son Piesepampel wie dich kannze noch nichma en irgendson Pipifax pumpen.)

PimpfuniformMit der Bedeutung kleiner Furz war Pimpf zunächst ein Scheltwort, wurde aber um 1920 zur scherzhaften Bezeichnung der jüngsten Angehörigen in der Jugendbewegung. Auch der Wirbel an der Gitarre, mit dem die Saite gespannt wird, wurde in der Jugendbewegung als Pimpf bezeichnet. Ein kleines Teil, das jedoch für das Instrument sehr wichtig ist. Auf ältere Kameraden angewandt, behielt das Wort Pimpf seine milde abwertende Bedeutung.
In absichtlicher Aufwertung der Nebenbedeutung wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933 die Mitglieder des Deutschen Jungvolks (10- bis 14-jährige Jungen) offiziell Pimpfe genannt und hatten sich auch selbst als Pimpf zu bezeichnen.
Bildquelle: Der Pimpf Titelblatt der NS-Jugendzeitschrift von 1938

(feiner Pinkel) vornehm tuender Mensch. Der Berliner Dialekt bezeichnet einen feinen Pinkel ebenfalls als Graf Koks. ähnlich scherzhaft-vulgäre Namen haben andere Vertreter des Berliner Adels: z. B. Graf Rotz von der Popelsburg sowie Lord (oder Graf) Kacke.
In Norddeutschland, besonders in der Gegend um Bremen und Oldenburg, bezeichnet Pinkel die zu Grünkohl gegebene geräucherte Grützwurst oder Bregenwurst.

Pinökel (auch Pinöckel, Pinöppel, Pinöpel oder Pinörpel) ist eine umgangssprachliche und mundartliche, vornehmlich in Ostwestfalen, Lipperland und Norddeutschland verbreitete Bezeichnung für einen kleinen nadelähnlichen Gegenstand. Das Wort ist vermutlich eine freie Eindeutschung des englischen Begriffs Pin für Nadel oder Stift.

Pipapo ist ein Wort (eine Triplikation) der Umgangssprache und wird hauptsächlich in Verbindungen wie mit allem Pipapo in der Bedeutung mit allem, was dazugehört, mit allem Drum und Dran als ein zusammenfassender Platzhalter verwendet, wenn man nicht alle gemeinten Einzelheiten aufzählen möchte (Beispiel: Es gibt ein Festessen mit allem Pipapo). Vorschlag eingesandt von Frau Susanne Nies, 31.7.2017

Pipifax - Ruhrpottjargon; (ähnlich: Pillepopp) Unsinn, Mist; nicht sehr ernst gemeint; wenn problembehaftet, dann nicht so stark wie Sperenzkes (Son Pippifax von Pinnoreck hau ich mit mein Mottek rappzapp platt.)

Ein Pissoir ist ein fürs Stehpinkeln von Männern vorgesehener Ort. Ein Pissoir kann sowohl ein eigenständiges Gebäude als auch eine Abteilung einer Männertoilette sein. Gelegentlich wird fälschlicherweise auch das Urinal selbst als Pissoir bezeichnet.Quelle: Wikipedia.de

Von Jugendlichen in den 1960er Jahren gefürchtete Kurzhaarfrisur. Eine, die Spott auslöste, weil es so aussah, als hätte der Frisör (oder Vater, bzw. Mutter) einen umgedrehten Nachttopf als Schablone für die Frisur verwendet. Siehe auch: Eine haarige Geschichte

Kindermund für: Wasserpfütze. Auch kline Gewässer (Teiche) werden gelegentlich als Pitsche bezeichnet.

[lat., zu: placere, → plädieren] (bildungsspr. veraltet): es gefällt, wird genehmigt, die Bekundung eines Einverständnisses.

Als Plaid (Scots Wolltuch, Decke, daher gäl. plaide mit gleicher Bedeutung; im nordamerikanischen Englisch auch kariert) bezeichnet man relativ dünne, häufig gemusterte Wolldecken. Plaids sind oft aus hochwertigen Schurwollen gefertigt, beispielsweise aus Alpaka-Wolle.

Gebräuchliche Bezeichnung für Nachkriegsfahrzeuge von DKW oder Borgward. In Anlehnung wurde der Trabant als Rennpappe bezeichnet.

Als Plastron bezeichnet man die breite (weiße) Krawatte, einen Brustlatz bei Frauentrachten und den, meist abzeichenfarbigen Brustbesatz der Ulanenuniform, ähnlich einer Rabatte.
Die breite Krawatte, auch Krawattenschal, Ascot, Ascotkrawatte oder englisch day cravat (Tageskrawatte) genannt ist einer der Vorläufer der heutigen Langbinderkrawatte.

Großwohnhäuser in der DDR aus Fertigelementen, einstmals als Errungenschaft des real existierenden Sozialismus gefeiert, heute zum Großstadtslum verwahrlost.

Als Schallplattenspieler, auch kurz Plattenspieler (englisch: Phonograph bzw. Turntable), wird ein elektrisches Gerät zum Abspielen von Schallplatten bezeichnet. Plattenspieler stellen ein elektrisches Analogsignal bereit, welches mittels eines Verstärkers und Lautsprechers wiedergegeben wird. Bis in die 1980er Jahre waren Plattenspieler eine der Standardkomponenten von Stereoanlagen, da aufgezeichnete Musik fast nur auf Schallplatte erhältlich war. Mit dem Siegeszug der Compact Disc in den 1980er Jahren verloren sie massiv an Bedeutung.

Studentische Fechtwaffe, seit den 1920er Jahren auch die Bezeichnung für einen Säbel, westfälisch für dünne Flüssigkeit (ähnlich wie Plörre).

Woina plenni ist die russische Bezeichnung für Kriegsgefangener, deren Kurzform Plenni wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 in den Sprachgebrauch der Kriegsgefangenen, Zwangsarbeiter und Spätheimkehrer übernommen.

zusgez. aus mniederd. polietsch = politisch in der übertragenen Bed. staatskundig, weltklug, pfiffig. In Hamburg bedeutet plitsch so viel wie clever, schlau oder intelligent.

Der ostmitteldeutsche Ausdruck Plinsen, Flinsen oder sächsisch nur Blinsen (slaw. bliny, ukrainisch mlynzi) bezeichnet runde Eierkuchen.

Plumeau (abgeleitet von frz.: plume = Feder), Bettdecke, kann aber auch einen Staubwedel aus Federn oder den Federbusch (etwa auf Soldatenhelmen) bedeuten. Plumeaus, Bettdecken, Federbetten oder auch Ballon- oder Oberbetten genannt, eignen sich besonders für den Schlaf im ungeheizten Schlafzimmer. Quelle: Wikipedia.de

Der Begriff Plumpe leitet sich vom nahegelegenen Luisenbad im Gesundbrunnen ab und bezeichnet die ehemalige Wettkampfstätte des Berliner Fußballvereins Hertha BSC.

fades, dünnes Getränk, oder dünne Suppe (westfälisch)

Siehe auch: blümerant. Bedeutung: mir ist schwindelig oder unwohl. Herkunft: Plümerant stammt von bleu mourant (frz.) sterbendes Blau, das auf die bleiche Gesichtsfarbe bei Schwindelanfällen anspielt.

nennt der Seemann seine Segel, aber auch sein Zeug, seine Kleidung. Ein Nüsterplünn ist ein Taschentusch.

Plüsch (eigentlich frz. peluche [pəlyʃ]) ist ein Gewebe oder ein Gewirk mit einem sehr weichen Griff. Als Gewebe wird Plüsch ähnlich hergestellt wie Samt. Im Gegensatz zu diesem hat Plüsch einen wesentlich höheren, dafür aber weniger dichten Faserflor (bis zu mehreren Zentimetern Höhe). Bei gewirktem Scherplüsch oder Nickiplüsch wird in normale Strickware ein extra Faden eingebunden, der an der Warenoberfläche kleine Schlingen bildet. Werden die Schlingen zerschnitten, entsteht durch die vielen kleinen, aus dem Stoff hängenden Fädchen eine samtartige Oberfläche. Der zusätzliche Faden kann ganzflächig oder gemustert eingebunden sein (zum Beispiel Frottée).

Wegen ihres plüschigen Hinterteils wird die Hummel in Norddeutschland auf Plattdüütsch als Plüschmors bezeichnet.

Die Poggen quaken im Teich. Gemeint sind die Frösche, der Ausdruck war in Ostpreußen und im Niederdeutschen geläufig.

Der Begriff (der oder das) Pogrom steht für die gewaltsame Ausschreitung gegen Menschen, die entweder einer abgrenzbaren gesellschaftlichen Gruppe angehören oder aber von den Tätern einer realen bzw. vermeintlichen gesellschaftlichen Gruppe zugeordnet werden. Im Regelfall handelt es sich dabei um ethnische, politische oder religiöse Minderheiten, z. B. Mitglieder einer bestimmten Partei oder Religionsgemeinschaft. Früher verwendete man den Begriff nur, um durch Antisemitismus ausgelöste Ausschreitungen gegen Juden (Judenpogrome) zu benennen; der Sprachgebrauch hat sich seither aber ausgeweitet.
Der Begriff Pogrom stammt von dem russischen погром [pɐˈgrom] und bedeutet Verwüstung, Zerstörung, Krawall. Das zugehörige Verb ist громить [grɐˈmʲitʲ] für demolieren, zerstören, herrührend von dem Substantiv гром (grom Donner). Er ist im Zusammenhang mit Übergriffen auf Juden im Russland der 1880er Jahre aufgekommen.

Polaroid ist eine traditionsreiche Marke aus dem Bereich der Fotografie, die vor allem durch Sofortbildkameras internationale Popularität erlangte und somit zum Gattungsnamen für Sofortbildfotografie wurde.

ein kurzer Pfahl aus Holz oder Metall zum Festbinden eines Schiffes mit Tauen am Kai. Man unterscheidet Hafenpoller, Belegpoller und Schiffspoller.

Kaulquappe, oder auch ein Seemann, der den Äquator noch nicht überquert hat, bei der Zeremonie einer Äquatortaufe.

Die Pomade ist ein wohlriechendes Fett oder Salbe, besonders für die Kosmetik und Körperpflege.

fettig, ölig, schleimiges Getue

Pomochel der, ein in Preußen üblicher Name des Dorsches, Gadus Callarias Linn.; auch der Pomuchel. Dieses Wort ist wahrscheinlich slavonischen Ursprungs.

Dorschkopf, Fischkopf, du oller Pomuchelskopp, eine in Ostpreußen übliche Bezeichnung für einen missmutigen, missgelaunten Menschen.

Die Rohrkolben (Typha), regional auch als Kanonenputzer, Lampenputzer oder Schlotfeger auch Schmackedutsche, Bumskeule, Pompesel, Bullerbesen etc. bezeichnet, sind eine der beiden Gattungen der Familie der Rohrkolbengewächse (Typhaceae) innerhalb der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Sie sind Wasser- und Sumpfpflanzen, welche in Feuchtgebieten dichte Bestände entwickeln können. Besonderes Kennzeichen der Rohrkolben ist der auffallend zweiteilige Blütenstand aus einem rein weiblichblütigen und darüber befindlichem rein männlichblütigen Kolben.

Das Romanes-Wort Porajmos (auch Porrajmos, deutsch: das Verschlingenq>) bezeichnet den Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Er bildet einen Höhepunkt der langen Geschichte von Diskriminierung und Verfolgung. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Nach unterschiedlichen Schätzungen liegt sie innerhalb einer großen Spannbreite, ist jedoch sechsstellig.

1.) Portefeuilles, sind Brieftaschen und Aktenmappen aus Leder, Kunststoffen oder Textilien. Der Handwerker, der Portefeuilles herstellt, wird Feintäschner oder Portefeuiller genannt.
2.) Auch das Ressort eines Ministers wurde früher Portefeuille genannt. Im 19. Jahrhundert sind die klassischen Ressorts (Portefeuilles) entstanden: Finanzen, auswärtige Angelegenheiten, Kriegs- oder Heerwesen bzw. später Landesverteidigung, innere Angelegenheiten, Justiz, Handel und Wirtschaft. Daneben findet sich auch der Minister ohne Portefeuille (Minister ohne Geschäftsbereich).
3.) Im Finanzwesen bezeichnet der Begriff eine Sammlung von Objekten eines bestimmten Typs. Heutige Bezeichnung: Portfolio.

ugs. für Haarknoten auf dem Kopf, auch Dutt genannt.

Posamenten (aus dem französischen passement) sind Besatzartikel, die keine eigenständige Funktion besitzen, sondern lediglich als Schmuckelemente auf andere textile Endprodukte wie Kleidung, Polstermöbel, Lampenschirme, Vorhänge und andere Heimtextilien appliziert werden. Als Posament zählen Zierbänder, gewebte Borten, Fransenborten, Kordeln, Quasten, Volants, Spitzen aller Art, kunstvoll besponnene Zierknöpfe und Ähnliches..

Hergestellt werden Posamenten vom Posamentierer (auch Posamentier und Posamenter; früher auch Possementierer, Bortenwirker, Bandbereiter, Bandweber, Besatzmacher, Brämelmacher, Breiser, Breisler, Gorler, Gorlnäher, Gürtelwirker, Knöpfelmacher, Quastenmacher, Schleiermacher, Schnürmacher, Tressenwirker; französisch passementier) in Handarbeit und mit Seilmaschinen, Flechtmaschinen oder Wirkmaschinen. Die Blütezeit des Berufsstandes war im 19. Jahrhundert. Wenige kleine Fabriken und Manufakturen arbeiten heute noch in Handarbeit und mit historischen Maschinen. Der Posamentierstuhl gleicht im Wesentlichen einem Webstuhl, ist aber kleiner, weil er nur für schmale Waren bestimmt ist, und mit besonderen Vorrichtungen zur Herstellung von Mustern, oft auch mit dem Jacquard-Mechanismus versehen.

Potemkinsches DorfAls Potemkinsches Dorf – teilweise auch in der Schreibweise Potjomkinsches Dorf – wird eine Siedlung (Dorf, Stadtteil oder eine Stadt) bezeichnet, die sich in ihren Schauseiten attraktiv herausgeputzt zeigt und jenseits davon marode oder schäbig, also falls eine schlecht funktionierende Siedlung den Charakter einer Kulissenstadt hat.
Allgemeiner werden gut aussehende Objekte bezeichnet, die tatsächlich schlechten Zustand verbergen. Es wirkt ausgearbeitet und beeindruckend, doch es fehlt ihm an Substanz.
Die Redewendung geht zurück auf eine Erzählung über den russischen Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin, die nicht den historischen Gegebenheiten entspricht. Potjomkin, Gouverneur und Militärreformer, der sich unter Zarin Katharina II. um die Entwicklung Neurusslands bemühte, habe nach dieser Legende vor dem Besuch seiner Herrscherin im neu eroberten Neurussland im Jahr 1787 entlang der Wegstrecke Dörfer aus bemalten Kulissen zum Schein errichten lassen, um das wahre Gesicht der Gegend zu verbergen.Bild: Ehemalige Schlossbrauerei in Kolín: nur die zum Elbeufer sichtbare Seite wurde renoviert. By -jkb- (Own work) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Französischer Herkunft, poussade → für (Liebelei, Liebchen), poussage → für (Flirt, Liebeswerbung) → jemanden umschmeicheln, jemandem den Hof machen, ernsthaft flirten, schmusen

Mittelscheitel, in den 50ger Jahren scherzhaft als Popo-Scheitel bezeichnet.

Ein Präludium, auch Praeludium (lat. praeludium, Vorspiel) bzw. Prélude (frz.), Preludio (ital.), ist ein Instrumentalwerk mit eröffnendem oder hinführendem Charakter.

Eine Präparandenanstalt, teilweise auch als Präparandie bezeichnet, war vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein die untere Stufe der Volksschullehrerausbildung. Sie bereitete auf den Besuch der Lehrerseminare vor. Daher auch die Bezeichnung Präparand (lat. ein Vorzubereitender) für die Schüler dieser Einrichtung. Die Ausbildung begann unmittelbar nach dem Ende der Volks- beziehungsweise der Mittelschule.

Veraltet für Volksschullehrer; Sehr beherzigungswerth ist die Aeußerung, daß der Präparandenbildner nicht allein seinen Zögling unterrichten, sondern auch erziehen muß.

Pre|ti|o|sen <Pl.> [lat. pretium = Preis, Wert; pretiosus = kostbar]: Kostbarkeiten, Schmuck. Der Begriff Pretiosen bezeichnet ganz allgemein Kostbarkeiten und im Speziellen Schmuck. Er wird synonym zu den Begriffen Geschmeide oder Kleinod verwandt. Der Begriff wurde von Frau Eva Schade vorgeschlagen.

Kautabak (auch Priem) ist laut Tabaksteuergesetz vom 13. Dezember 1979 (BGBl. I, S. 2118) Tabak in Rollen, Stangen, Streifen, Würfeln oder Platten, der so zubereitet ist, dass er sich nicht zum Rauchen, sondern zum Kauen eignet.Quelle: Wikipedia.de

Ladefläche eines Kleinlasters, beim Militär eine Art transportables Bett, ein Feldbett.

bildungssprachlich, lat.: Im ganz privaten Bereich, nicht offiziell, nicht öffentlich.

eine Spaziermeile. Promenaden befinden sich oftmals in Großstadtzentren, sowie an Küsten (Strandpromenade).

ist eine ugs. Bezeichnung für Hunde, die sich über viele Jahre hinweg auf der Straße unkontrolliert vermehrt haben, im Gegensatz zum Mischlingshund. Die Promenadenmischung ist keine Hunderasse.

Provenienz (von lateinisch provenire herkommen) bezeichnet allgemein die Herkunft einer Person oder Sache. Besondere Bedeutung hat der Begriff als Bezeichnung der Herkunft von Kunstwerken und Kulturgütern, ihrer Erforschung widmet sich die Provenienzforschung. Der Begriff ist auch als Herkunftsangabe von Waren geläufig, meist im Sinne einer Qualitätsangabe.

Prôstemahlzeitsgesicht, n., feistes, volles Gesicht. Man schreibt es Pastoren und Prälaten zu. (Aus Ostpreußen) Siehe Preußisches Wörterbuch

Rut ut de Puuch! Wer frühmorgens verschlafen im Bett liegt und diesen Ruf hört, dem wird die klare Aufforderung nicht entgehen: Nun aber raus aus den Federn! Das Wort Puuch steht für das Bett, es kann auch für das Bettzeug gebraucht werden, und zwar sowohl in einem neutralen als auch in einem abfälligen Sinn: In so'n ole Puuch magst du liggen? Nur im östlichen Teil des niederdeutschen Sprachraums ist Puuch bekannt. Diese Verbreitung gibt einen Hinweis darauf, dass es sich ursprünglich um ein slawisches Wort handelt. So kennt man im Polnischen und im Tschechischen puch für "Flaum". Zunächst bedeutete Puuch also "Daune" oder "Feder", was wiederum die Mehrzahl in älteren plattdeutschen Texten erklärt, etwa: He is al ut de Puuchen. In einigen Regionen hat man das slawische Wort auch lautlich dem Plattdeutschen angepasst; sonstiges ch entspricht hier ja dem k. Analog dazu ist Puuk entstanden. Se liggt noch in de Puuk. De kann nich vör Klock teihn ut de Puuch kamen, heißt es vom Langschläfer, oder auch: De is eenfach nich ut de Puuch to kriegen.Autor: Die Welt; Reinhard Goltz 13.10.2008

eine Fluidenergiemaschine zum Bewegen oder Fördern von Flüssigkeiten und Gasen, (ugs. auch das menschliche Herz).

Bauernmädchen mit zwei PumpernickelbrotenAuch Bompernickel, Bumpernickel oder Pompernickel genannt, ist ein westphälisches Hausbrot (Vollkornbrot) aus Roggenschrot, das sich lange hält und als typisch deutsches Brot gilt. Der Name soll laut der Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz daher stammen, dass es dem zarten und des weißen Brots gewohnten Magen eines französischen Edelmanns nicht zuträglich zu sein schien; daher gab er das Bompernickel gleich weiter an sein Pferd, das Nicol hieß, mit diesen Worten weg: Ce pain est bon pour Nicol; dieses Brod ist gut für Nickeln, daher hat hernach das Brot den Nahmen Bompernickel bekommen.
Weiter heißt es bei Krünitz: Es giebt eine überaus nahrhafte und wiederhaltende Kost, und läßt sich besonders zu frischer Maibutter, einem guten westphälischen Schinken, oder holländischen Käse, mit Appetit speisen; jedoch ist nicht zu leugnen, daß man dazu einen westphälischen Magen und robusten Leib mitbringen müsse.
Nach einer anderen Deutung soll das Wort Pumpernickel auch furzender Nikolaus bedeuten und ursprünglich ein Schimpfwort für einen groben Flegel gewesen sein. Pumper bezeichnet im Sauerland eine Flatulenz, in diesem Zusammenhang dürfte dies ein Verweis auf die blähungsfördernde Wirkung von Vollkornbrot sein. Nickel ist ähnlich wie bei der Etymologie von Kobalt eine Bezeichnung eines arglistigen Geistes oder Kobolds und steht übertragen für Eigenbrötler oder komischer Kauz.Bild: Bauernmädchen mit zwei Pumpernickelbroten 1919

Lappen, Stoffrest, der beim Spielen mit Puppen verwendet wird, oder kleine Stofffetzen für kleine Mädchen.

Bildungssprachlich veraltet: Von Störendem befreien, säubern; reinigen, läutern.
Medizinisch: Abführen, ein Abführmittel anwenden, auch mit dem Zweck sich innerlich zu reinigen.
Bei der Rechtsprechung, veraltet, reflexiv: Durch einen Eid eine Behauptung entkräften, sich durch einen Eid von einer Beschuldigung reinigen.

aus dem Lateinischen. Purus heißt auf deutsch rein. Ein Purist ist somit ein Vertreter der reinen Lehre.

Schuhzeug für zu Haus, Hausschuhe.

Der Ausruf Pustekuchen bedeutet soviel wie von wegen. Der Begriff kommt aus dem Jiddischen wo die Redewendung Ja cochem, aber nicht lamdon verwendet wird.

mundartlich für Frisör (alte Schreibweise: Friseur) … ich geh heut' zum Putzbüdel …, oder: … warst du beim Putzbüdel? Und was ist der von Beruf?

Ein Modist oder eine Modistin - auch Putzmacher(in) genannt - ist für die letzte Formgebung und den Aufputz eines Hutes zuständig.

[post scriptum]: Nachsatz in handschriftlichen Briefen. Auch für die nicht mehr gebräuchliche Leistungsangabe in Pferdestärken; 1PS = 0,735499KW.

Ein Pyrrhussieg ist ein zu teuer erkaufter Erfolg. Im ursprünglichen Sinne geht der Sieger aus dem Konflikt ähnlich geschwächt hervor wie ein Besiegter und kann auf dem Sieg nicht aufbauen. Der Ausdruck geht auf König Pyrrhos I. von Epirus zurück. Dieser soll nach seinem Sieg über die Römer in der Schlacht bei Asculum in Süditalien 279 v. Chr. einem Vertrauten gesagt haben: Wenn wir die Römer in einer weiteren Schlacht besiegen, werden wir gänzlich verloren sein!, häufig zitiert in der verknappten, aphoristischen Form Noch so ein Sieg, und wir sind verloren! In dieser Schlacht musste er erhebliche Verluste hinnehmen, so dass seine Armee auf Jahre hinaus geschwächt war und schließlich den Pyrrhischen Krieg verlor.
Eine ähnliche Bedeutung hat auch der Kadmeische Sieg. Im heutigen Sprachgebrauch wird Pyrrhussieg überwiegend im übertragenen Sinn genutzt.
Ein Beispiel für einen Pyrrhussieg ist das Unternehmen Bodenplatte.
Das Unternehmen Bodenplatte war ein Luftangriff durch Jagdflugzeuge der deutschen Luftwaffe auf Flugplätze der Alliierten in den Niederlanden, Belgien und Frankreich am 1. Januar 1945. Die Luftwaffe plante, bei diesem Angriff 17 feindliche Frontflugplätze auf einen Schlag zu zerstören. Während tatsächlich einige hundert alliierte Flugzeuge zerstört oder beschädigt wurden, fielen primär die hohen eigenen Verluste, vor allem an erfahrenen Piloten, ins Gewicht und beschleunigten den Niedergang der Luftwaffe wesentlich.