Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

V: von Vakanz bis vespern

Als Vakanz (mittellateinisch vacantia‚ das Freisein, Leersein') wird die Tatsache bezeichnet, dass ein Amt oder eine Arbeitsstelle momentan nicht besetzt ist. Besonders in der Amtssprache der Kirche findet der Begriff Verwendung. Traditionell bezeichnet man die Zeit, in der eine Pfarrstelle ausgeschrieben ist, als Vakanzzeit. Wenn bestehende Pfarrstellen nicht mehr besetzt werden sollen, werden sie als dauervakant bezeichnet. Bei der Vakanz eines Bischofssitzes (insbesondere des Apostolischen Stuhles) spricht man von der Sedisvakanz.
Bei antiken, spätantiken oder byzantinischen Ämtern konnte der Zusatz vacans ('unbesetzt', im Plural: vacantes) genutzt werden, um Personen ehrend mit einem Amt zu betrauen, das sie dann effektiv nicht oder zumindest nicht in der eigentlichen Bedeutung wahrnahmen. Beispiele: tribunus vacans, magistri militum vacantes.


Der Stehkragen wurde umgangssprachlich auch als Vatermörder bezeichnet. Dazu existieren mehrere naheliegende Erklärungen: Der Begriff beruht auf einem übersetzungsfehler. In Frankreich nannte man den Stehkragen parasite, entweder weil er nur ein zu knöpfender Zusatz zum Hemd war, alleine also nicht bestehen konnte oder weil sich an ihm wegen der Nähe zum Munde leicht Speisereste festsetzten, er also zum Parasiten, Mitesser wurde. Da ein ähnlich klingendes französisches Wort parricide jedoch Vatermörder bedeutet, entstand diese Bezeichnung in Deutschland. Eine populäre Erklärung ist die wegen der Steifheit und Höhe einengende Eigenschaft des Stehkragens, der damit seinen Träger, den Vater, umbringen könnte. Quelle: Wikipedia.de


Luftschutz-Plakat
Luftschutz-Plakat
Nach Kriegsbeginn (01.09.1939) mussten nächtens alle Häuser mittels Rollos oder lichtundurchlässigen Materialien verdunkelt werden, um feindlichen Flugzeugen keine visuellen Orientierungspunkte zu bieten.
Die Maßnahmen des aktiven Luftschutzes im Zweiten Weltkrieg waren nur teilweise wirksam. Die deutschen Jagdverbände konnten in den ersten Kriegsjahren den alliierten Bomberverbänden zwar schwere Verluste zufügen und zumindest zeitweise einen Verzicht auf Tagangriffe erreichen, aber in den letzten beiden Kriegsjahren konnten die Alliierten nach und nach die völlige Luftherrschaft über Deutschland erringen. Quelle: Wikipedia.de


Geächtet, von der Gesellschaft ausgestoßen, vogelfrei. Im Zustand völliger Rechts- und Schutzlosigkeit; rechtlos und geächtet.


Umgangssprachlich, den falschen Weg einschlagen, sich verlaufen, verfahren, verfliegen, sich verirren. Herkunft aus der Fliegersprache des Ersten Weltkriegs: Franz war eine Bezeichnung für den für die Navigation zuständigen Copiloten (heute noch im Motorsport als Franzer üblich); ist man die falsche Route geflogen, so hatte man sich verfranzt, da der Franz versagt hatte.


Veralteter Name für Kiosk. Ein Kiosk (vor dem 18. Jahrhundert entlehnt über französisch kiosque, aus italienisch chiosco, von osmanisch كوشك Köšk Gartenpavillon, aus persisch کوشک Kūšk) ist heute im allgemeinen Sprachgebrauch die Bezeichnung für eine kleine Verkaufsstelle in Form eines Häuschens oder einer Bude. Ein Beispiel ist die Trinkhalle.Siehe Wikipedia

Lesen Sie dazu einen Bericht aus dem Jahr 1954: Meine ersten Fritten von Günter Matiba.

verblichen, verwaschen, blass, verblasst, verfärbt, vergilbt, bleich, verschossen


Vertiko aus Kirschholz
Vertiko aus Kirschholz
Das Vertiko, gelegentlich auch in der Schreibweise Vertikow, ist ein vertikal ausgerichtetes Behältnismöbel. Zumeist hat es zwei Türen und eine darüberliegende Schublade mit Deckplatte. Es ist höher als eine Kommode, aber niedriger als ein Schrank und besitzt meist einen regalartigen Aufsatz, der zum Aufstellen von Nippes diente.

Der Name leitet sich höchstwahrscheinlich von seinem ersten Verfertiger her, dem Berliner Tischlermeister Otto Vertikow. Möglicherweise hat auch die vertikale Bauweise zur Namensgebung beigetragen. Gesichert sind beide Varianten jedoch nicht.

Dieser Möbeltyp wurde von etwa 1860 bis 1910 hergestellt, also überwiegend im Stil des Historismus oder des Jugendstils. Die Holz- und Verarbeitungsqualität der meisten Vertikos lässt erkennen, dass es sich um ein typisches Möbel für die unteren und mittleren Bevölkerungsschichten handelte, das auch durch industrielle Herstellung erschwinglich war. So wurde z. B. häufig preiswertes Weichholz verwendet und durch Lasuren oder aufgemalte Maserung der Eindruck eines wertvolleren Holzes erzeugt; häufig wurden diese Stücke dann später abgelaugt und präsentieren sich heute holzsichtig. Ornamente, Profilleisten und Schnitzereien wurden meist maschinell hergestellt, auch maschinell gedrechselte Elemente und Sperrholz kamen zum Einsatz. Siehe Wikipedia


Die verkürzte Form von Handelsvertreter Hausierer, Kolporteur oder Kollex. In den 1950er Jahren wurden alle, die an der Türe etwas verkauften als Vertreter bezeichnet. Heute ist eher der Ausübende einer Funktion oder eines Amtes an Stelle des hauptamtlichen Amtsinhabers damit gemeint.


Der Begriff Verweser (ahd. firwesan jemandes Stelle vertreten) bezeichnet einen Vertreter im weitesten Sinne, insbesondere in staatlichen Spitzenämtern. Im Schweizerischen steht ein Verweser auch für einen nicht-schulischen Lehrer, der fachübergreifend gebildet ist, sowie für den Stellvertreter eines ordentlich gewählten Pfarrers.


Vesper (von althochdeutsch vespera, mittelhochdeusch vesper, aus dem lateinischischen vespera = Abend[zeit]), ist das Abendgebet in der katholischen Kirche, eine kleinere nachmittägliche Zwischenmahlzeit.


[mhd. veter(e), ahd. fetiro, zu Vater u. urspr. = Vatersbruder] Andere Bezeichnungen für Cousin und Kusine sind Vetter und Base. (veraltet)


Viktualien (spätlateinisch victualia, von lat. victus Lebensmittel) ist eine veraltende Bezeichnung für Lebensmittel.
Diese Bezeichnung ist noch heute in den Wörtern Viktualienkeller und Vitalienbrüder (Piraten, Freibeuter), vor allem aber im Viktualienmarkt in München zu finden.


Eine Vita (f, von lateinisch vita ‚Leben', pl. Vitae, Viten) ist im Allgemeinen die literarische Beschreibung des Lebens einer bekannten Persönlichkeit und zählt zur literarischen Gattung der Biografie. Im neueren Sprachgebrauch versteht man unter dem Begriff Vita den dokumentierten Lebenslauf eines Menschen – der Duden definiert etwa einen bildungssprachlichen Gebrauch für Leben, Lebenslauf, Lebensgeschichte eines Menschen.


Vokuhila ist die Kurzform für vorne kurz, hinten lang und bezeichnet den entsprechenden Männerhaarschnitt. Diese Frisur war etwa von 1982 bis 1987 ‚trendy', tauchte jedoch auch später und bis heute immer wieder in Abwandlungen auf. Ihre Entstehung lässt sich aber bis in die späten 1960er oder frühen 1970er Jahre zurückverfolgen z. B. abgeschwächt bei David Bowie. Sie zeichnet sich dabei durch Pony-Fransen an der Stirn, kurzes, mitunter anrasiertes Haar an den Seiten und mindestens schulterlanges Haar am Hinterkopf aus – letztgenannter Teil wird auch als Nackenspoiler, (Kicker- oder Manta-)Matte bezeichnet, bekam aber auch andere wenig verbreitete Bezeichnungen.


[franz.] für Besatz an der Kleidungsstücken, (veraltet) für Lenkrad, Steuer beim Kraftfahrzeug. Voland (der) alte Bezeichnung für Teufel; Junker.


Volksdeutsche war in der Zeit des Nationalsozialismus eine Bezeichnung für außerhalb des Deutschen Reichs in den Grenzen von 1937 und Österreichs lebende Personen deutscher Volkszugehörigkeit und nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, vor allem in Ost- und Südosteuropa. Davor war es üblich, sie als "Auslandsdeutsche" zu bezeichnen. Nach 1945 wurde das Reichsbürgergesetz von 1935 und die zugehörigen Verordnungen, die den nationalsozialistischen Begriff der Volkszugehörigkeit auf deutsches und artverwandtes Blut zurückführten, außer Kraft gesetzt. Der Volksbund der Deutschen im Ausland, der für die SS die politischen Organisationen der Volksdeutschen geführt hatte, wurde 1945 mit dem Kontrollratsgesetz Nr. 2 verboten. Im Artikel 116 des Grundgesetzes wurde der Begriff der deutschen Volkszugehörigkeit und der deutschen Staatsangehörigkeit neu bestimmt. Quelle: Wikipedia.de


Volksempfänger, Typ VE301W (1933)
Volksempfänger VE301W (1933) Bildquelle: de:Benutzer:Hihiman, 01:56, 4. Mär 2004 via Wikimedia
Der Volksempfänger war ein Radioapparat für den Empfang von Mittelwellenrundfunk und Langwellenrundfunk, der im Auftrag von Reichspropagandaleiter Joseph Goebbels entwickelt wurde und wenige Monate nach der Machtergreifung Adolf Hitlers 1933 vorgestellt wurde. Er gilt als eines der wichtigsten Propagandainstrumente der nationalsozialistischen Machthaber. Scherzhaft wurde er auch als Goebbelsschnauze bezeichnet.

Der Volksempfänger war eines der wenigen Produkte aus einer Reihe von Propagandaprojekten wie dem KdF-Wagen, dem Deutschen Einheits-Fernseh-Empfänger E 1, dem Volkskühlschrank oder der Volkswohnung, das in die Serienfertigung gelangte und auch in nennenswerter Stückzahl produziert wurde. Die vergleichsweise geringen Verkaufspreise der Volksempfänger sollten es jedermann ermöglichen, Rundfunk zu hören, auch, um so für die NS-Propaganda erreichbar zu sein. Die Herstellerfirmen waren ursprünglich sehr skeptisch, da sie befürchteten, der Absatz der bisher verkauften und mindestens doppelt so teuren Markenempfangsgeräte würde stark zurückgehen.

Die Bezeichnung VE 301 entstand aus der Abkürzung VE für Volksempfänger sowie der 301 als Erinnerung an den 30. Januar 1933, den Tag der Machtergreifung Hitlers. Die Gehäuse des VE 301 Dyn und des Deutschen Kleinempfängers DKE 38 trugen das Hakenkreuz-Emblem der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft bzw. des Großdeutschen Rundfunks auf den Vorderseiten. Der Volksempfänger war ein technisch sehr einfach ausgeführtes Gerät für Mittelwelle und Langwelle, zunächst noch mit Kurz- und Langwelle bezeichnet. Er sollte im ganzen Deutschen Reich mindestens den Empfang des Deutschlandsenders auf Langwelle und eines weiteren Programms ermöglichen.

Hinweis mit jedem Volksempfänger ausgeliefert
Hinweis auf das Verbot, ausländische Sender abzuhören, der jedem Volksempfänger beim Kauf beigelegt war
Die Legende, dass mit dem Volksempfänger keine ausländischen Stationen empfangen werden konnten, hält sich bis heute hartnäckig. Tatsächlich wurde trotz Weiterentwicklung der Empfangstechnik lange an der leistungsschwachen Audionschaltung festgehalten, dies jedoch aus Kostengründen, vgl. Audion zur Zeit des Dritten Reichs. Berichte aus der zeitgenössischen Literatur zeigen, dass mit dem Volksempfänger je nach Standort und Tageszeit auch ausländische Sender mindestens zeitweise empfangen werden konnten. Die Qualität des Empfanges der ausländischen Sender war bei den teureren Konkurrenzprodukten mit Überlagerungsempfänger ("Superhet") allerdings besser. Besonders war dies zu den Nachtstunden möglich, in denen die Raumwelle die Bodenwelle ergänzt und die Reichweite vergrößert. Aus diesem Grunde wurden von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels bei Beginn des Zweiten Weltkrieges in einer Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen drakonische Strafandrohungen bis hin zur Todesstrafe für das Empfangen von Feindsendern – in erster Linie das deutsche Programm der BBC London – durchgesetzt.

Der Volksempfänger wurde zu einem der wichtigsten Propagandainstrumente der nationalsozialistischen Machthaber, in dem die Reden Hitlers übertragen und nach der Wende im Zweiten Weltkrieg Verluste und Niederlagen in Siege umgedeutet und der Opferwille des deutschen Volkes beschworen wurde. Je mehr jedoch die Realität von Bombenkrieg und hohen militärischen Verlusten insbesondere an der Ostfront nicht mehr mit den Sendeinhalten konform ging, nahm auch die Beeinflussungswirkung des Mediums Rundfunk fortlaufend ab. Quelle: Wikipedia.de

Lesen Sie auch: Mein erstes Radio von Ida Slomianka.


Die Sirene meldet Voralarm (drei lange Töne), das heißt, Bombengeschwader im Anflug auf unser Gebiet. Lesen Sie den Zeitzeugenbericht: Bochumer Nächte von Günter Matiba.


ist ein Ballspiel mit variabler Anzahl von Mitspielern in zwei Mannschaften und nicht exakt bestimmter Spielfeldgröße. Nicht unüblich ist eine Spielsituation mit fünf bis sechs Mitspielern auf einem Volleyballfeld ohne Netz.