Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

K: von Kaap bis Kümmeltürke

Landmarken, unbefeuerte Seezeichen vor der Einführung von Leuchtfeuern. Meist aus Holz oder Stein mit verschiedenen Topzeichen.


…aus dem Rotwelschen für heruntergekommenes Haus, Behelfsheim oder auch Kneipe, Spelunke.


Als Kadmeischen Sieg bezeichnet man einen Sieg, bei dem auch der Sieger herbe Verluste hinnehmen muss. Die Bezeichnung leitet sich aus der griechischen Mythologie von den beiden Söhnen des Ödipus, Eteokles und Polyneikes, ab, die man als Nachkommen des Kadmos auch Kadmeier (griech. Καδμείοι Kadmeioi) nennt.
Polyneikes zog gegen seinen Bruder Eteokles, den König von Theben, in den Krieg (Sieben gegen Theben). Hierbei töteten sich Polyneikes und Eteokles gegenseitig. Die Thebaner konnten das Heer des Polyneikes vernichtend schlagen, doch starben neben ihrem König viele ihrer Kämpfer. Schon in der Antike wurde ein solcher Krieg sprichwörtlich Kadmeischer Sieg genannt. Auch die Metapher vom Pyrrhussieg ist in diesem Sinne verwendbar.


Kaffeesatz ist der nach der Kaffeezubereitung im Filter zurückbleibende Rest der gemahlenen Kaffeebohnen. Vor der Erfindung der Filtertüte setzte sich das direkt in die Kanne gegebene Kaffeemehl am Kannenboden ab, der feinere Anteil des Kaffeemehls meist auch erst in der Tasse.


Als kaffeeähnliches Getränk bezeichnet man ein heißes Aufgussgetränk, dessen Zutaten wie Kaffeebohnen behandelt werden und das in Farbe und Geschmack Bohnenkaffee ähnelt. Die zum Ersatz der Kaffeebohne verwendeten Pflanzen enthalten, im Gegensatz zu dieser, kein Coffein. In der deutschen Warenkunde unterscheidet man Kaffee-Ersatz, Malzkaffee, Getreidekaffee, Zichorienkaffee und Muckefuck. Als Kaffee-Ersatz wird sowohl der Ersatz für gemahlene Kaffeebohnen als auch das daraus zubereitete Getränk bezeichnet. Der Begriff wird zudem synonym für kaffeeähnliche Getränke und gleichfalls andere Aufgussgetränke wie Malz-, Getreide- und Zichorienkaffee verwendet. In Kriegs- und Notzeiten wurde gestreckter Bohnenkaffee so bezeichnet, der darüber hinaus weitere Pflanzenteile enthielt. Der Begriff Lorke, im eigentlichen Sinn ein mieses Getränk, bezeichnet ebenfalls den Ersatzkaffee.

Als Fruchtkaffee bezeichnet man Mischungen, bei denen Früchte von mehrjährigen Pflanzen verwendet werden, wie Feigen, Eicheln, Bucheckern und Kastanien. Ebenso werden teilweise die Kerne oder Steine von Obstsorten verwendet. Aus den Wurzeln des Löwenzahns, der mit der Zichorie botanisch nahe verwandt ist, kann ein kaffeeähnliches Getränk hergestellt werden. Dieser Ersatzkaffee wurde früher in einigen Gegenden Bayerns für den Hausgebrauch hergestellt. Einer verbreiteten Verwendung stand entgegen, dass die Wurzeln der Pflanze verhältnismäßig klein sind und ziemlich tief im Boden sitzen und sich schwer ausgraben lassen. Die Wurzeln wurden getrocknet, geröstet und anschließend wie Kaffeebohnen gemahlen.

Für Kaffeeersatz verwendete Pflanzen sind Kaffeewicke, Lupinen, Möhren, Dattelkerne, Traubenkerne, Erdmandeln, Spargel, Hagebutten, Vogelkirschen, Kartoffeln, Mandeln, Zuckerrüben und Adzukibohnen


Kaffern ist ein vom arabischen Kāfir (Ungläubiger) abgeleiteter Name, den zuerst die Muslime zwei nichtmuslimischen Völkern beilegten, nämlich den Nuristani (Kafiren) in Zentralasien und den Xhosa im südlichen Afrika. In den Zeiten der Kolonialisierung und der Apartheid dagegen wurde es als Schimpfwort verwendet. Der Gebrauch des Wortes ist heute in Südafrika und Namibia als Hate Speech (Hasswort) verboten.


In der Musik werden häufig Dissonanzen als kakophon bezeichnet und empfunden. Kakophonie, oder Kakofonie wird deswegen auch als Misslaut, Missklang definiert. Besonders moderne Kunstmusik wird von Kritik und Hörern oftmals in abwertender Weise der Kakophonie gleichgesetzt. Im historischen Kontext wurde schon die Musik von Richard Strauss und darin die Elektra von Kritikern als Kakophonie bezeichnet. Das Gegenteil ist die Euphonie.


Der Begriff Kalamität leitet sich aus griechisch καλάμι für Halm ab und daraus lateinisch calamitas mit der ursprünglichen Bedeutung Misswuchs des Getreides. Dieser Begriff wurde im Altertum allgemeiner für jegliches generelles Übel verwendet. Seit dem Dreißigjährigen Krieg beschreibt die deutsche Translation Kalamität entsprechend ein großes (besonders öffentliches) Unglück, einen Übelstand oder eine Notlage. Als Kalamitosen werden von einer Kalamität Betroffene und Verunglückte bezeichnet.Quelle: Wikipedia.org


Kaland, ein im Hochdeutschen veraltetes Wort, welches ehedem in folgender Bedeutung üblich war: Eine Brüderschaft andächtiger Personen, welche im 13ten Jahrh. an vielen Orten entstand, sich aber bald mehr durch Schwelgerei und üppiges Schmausen, als durch ihre Andacht, bekannt machte. Die Glieder dieser Gesellschaft hießen Kalands-Brüder, und wenn sie Geistliche waren, Kalands-Herren, oder Kalenderherren, und die Gesellschaft selbst Kalands-Gesellschaft, oder Kalands-Gilde.


Auch Fleck, Löser, Pansen oder Rumen) ist die küchensprachliche Bezeichnung für den Vormagen von Wiederkäuern.
Das mittelhochdeutsche Wort kutel in der Bedeutung Eingeweide von Tieren ist seit dem 13. Jahrhundert bezeugt.
Die Bezeichnung Kaldaunen hat ihren Ursprung im vulgärlateinischen calduna (noch warme Eingeweide), woraus über mittelhoch- und mittelniederdeutsch kaldune im Deutschen die Kaldaunen wurden.


Eine Kalebasse ist ein überwiegend zur Aufbewahrung und zum Transport von Flüssigkeiten bestimmtes Gefäß, das aus der ausgehöhlten und getrockneten Hülle des Flaschenkürbisses, der Kalebasse, hergestellt wird. Daneben dient der ausgehöhlte Kürbis auch als Resonanzkörper von Musikinstrumenten.


Als Kalesche wurde ursprünglich ein mit einem einzelnen Pferd als Zugtier bespannter leichter vierrädriger Reisewagen mit Faltverdeck und vier Sitzen bezeichnet; später wurden Kaleschen auch zwei- und vierspännig gefahren.


Ein Kalfaktor (Mehrzahl Kalfaktoren; auch Kalfakter, Mehrzahl Kalfakter) ist eine Hilfskraft oder ein Bediensteter, der einfache Arbeiten verrichtet. Das Wort stammt aus dem mittellateinischen calefactor, das Heizer bedeutet. Es wurde im 16. Jahrhundert als Lehnwort ins Deutsche übernommen. Angewendet wurde es zuerst für die Bezeichnung der Person, die in den mittelalterlichen Klöstern für den Betrieb der Wärmestube, des Kalefaktoriums, verantwortlich war.


Kalfatern (auch: Kalfaten, arab. kafr Asphalt und kalafa) ist eine Tätigkeit beim Schiffbau, bei der die Nähte zwischen hölzernen Schiffsplanken mit Werg oder Baumwolle und Holzteer, Pech oder Gummi abgedichtet werden. Das Werg beziehungsweise die Baumwolle wird mit Kalfateisen unter Gebrauch eines Kalfathammers in die Nähte geschlagen, bevor diese mit Pech oder mit einer Spezialgummimasse verschlossen werden.


Kalmäuser ist ein veraltetes Synonym für einen gelehrten Stubenhocker. Die Wortbildung ist von Kalmus herzuleiten, dem Material, aus dem die Schreibgeräte hergestellt wurden. Die Endung ist wohl analog zum älteren Schimpfwort Duckmäuser gebildet. Der wohl erste Beleg stammt aus Simon Roths Wörterbuch von 1571.


Kaltmamsell ist in der Gastronomie und Hotellerie die Berufsbezeichnung für eine Angestellte, die für kalte Speisen und Buffets - die Kalte Küche - zuständig ist. Dies bezieht sich nicht auf rohe (ungekochte), sondern auf ungewärmt hergestellte Speisen. Die Aufgaben der Kaltmamsell können den Einkauf der Zutaten, die Zubereitung bis zur Präsentation der Speisen umfassen und sind damit deckungsgleich mit denen eines Gardemangers.


Bei einer Kaltmangel, oder auch Wäscherolle genannt, handelt es sich um eine Maschine, die im 19. und 20. Jahrhundert zum Glätten von Wäsche verwandt wurde. Beim Kaltmangeln wird trockene oder mäßig befeuchtete Wäsche mit Mangeltüchern aus Leinen um Holzwalzen (sogenannte Doggen) gewickelt, die als Unterlage für einen langsam hin- und hergehenden, etwa 500 kg schweren Kasten dienen.


Umgangssprachlich: Alte Geschichten, die keiner mehr hören will. Kamelle ist der norddeutsche Ausdruck für Kamille, ein heilkräftiges Kraut, das aber durch lange Lagerung an Geruch und Heilkraft verliert. Als Ausdruck der Uninteressantheit ist die Wendung seit dem 18. Jahrhundert in Pommern nachweisbar.


Kamerad Schnürschuh wurden im Ersten Weltkrieg österreichische Soldaten von ihren deutschen Kameraden genannt, da sie geschnürte und keine geschlossenen Stiefel (Knobelbecher) wie die deutschen Soldaten trugen.


Ein Kamisol oder Camisol war ein Kleidungsstück des 16.–18. Jahrhunderts.
Das Kamisol war ein mit Ärmeln versehenes oder auch ärmelloses Oberteil. Ein Frauenkamisol entsprach einem Korsett oder einem engen Oberteil eines Kleides, das auf der Vorderseite geschnürt oder zugesteckt wurde. Es ging als kurze Schoßjacke in Frauentrachten mancher Gegenden ein. Für Männer war das Kamisol mit einer Weste vergleichbar und konnte bis zu den Knien reichen. Es hatte einen niedrigen, stehenden Kragen und Knöpfe an der Vorderseite. Form und Stoffart richteten sich meist nach dem dazu getragenen Überrock.


Kammerjäger ist der umgangssprachliche Name für Dienstleister, die Schädlinge in geschlossenen Räumen bekämpfen.


Canapés, auch Kanapees oder Schnittchen (im 18. Jahrhundert von französisch canapé Sofa in der ursprünglichen Bedeutung entlehnt, in der übertragenen als üppig belegte Brotscheibe vermutlich um 1900 aus dem Englischen) sind in der gehobenen deutschen Küche mundgerecht geschnittene Vorspeisen oder Appetithäppchen, die aus der klassischen französischen Küche stammen und die so klein sind, dass sie leicht in einem oder zwei Bissen zu essen sind. Canapés werden daher ohne Besteck serviert (Fingerfood) und gehören zu den Speisen, die traditionell bei Empfängen und Cocktail-Partys gereicht werden, weshalb sie auch Cocktailhappen genannt werden. Ebenfalls zu den Canapés zählt man kleine Gebäckstücke aus Blätterteig, sofern sie kalt serviert werden und nicht süß sind.


Mit Kanonik (von griechisch κανών (kanón) – Maßstab; Vorschrift) wird im System des Philosophen Epikur die Grundlage seiner philosophischen Lehre bezeichnet, das heißt seine Erkenntnistheorie, in der er drei Kriterien der Wahrheit ausführt: Wahrnehmungen, Vor-Begriffe und Empfindungen. Die Kanonik ist zwar nach epikureischer Auffassung Voraussetzung für eine erfolgreiche Beschäftigung mit der Philosophie, aber nicht ihr eigentlicher Sinn – dieser liegt vielmehr auf dem Gebiet der Ethik; er besteht darin, den Menschen zu einem möglichst glücklichen Leben zu verhelfen (Eudämonismus).


Ein Kanonenofen ist ein kleiner gusseiserner zylinderförmiger Ofen. Der Abzug für das Rauchgas ist meist seitlich am oberen Teil, seltener senkrecht angebracht. Aufgrund der Konstruktion sind solche Öfen für die Verfeuerung von Kohle ausgelegt, es können aber auch andere feste Stoffe wie Holz oder Torf verbrannt werden.


Ein Kapaun, auch Kapphahn oder Masthahn, ist ein im Alter von etwa zwölf Wochen kastrierter und gemästeter Hahn. Sein Fleisch ist besonders mild, weiß und fett und wird in der feinen Küche geschätzt.


Ein Kaponier ist Teil einer Festungsstruktur. Das Wort stammt aus dem Französisch Wort Caponniere, was in wörtlich übersetzt Kapaun-Cote oder Hühnerhaus bedeutet. Das flankierende Gewehr- oder Geschützfeuer aus zwei entgegengesetzten Richtungen konnte entlang der parallel zur Stadt- oder Festungsmauer verlaufenden beiden Grabenseiten gelenkt werden und verhinderte so die Festsetzung des Feindes vor oder zwischen den Gräben vor den Stadt- oder Festungsmauern. Bei einigen Formen der bastionierten Befestigungen diente das Kaponier nur als Abdeckung des Zugangs auf die Vorwerke, oder als Ausfallmöglichkeit, z.B. über Wassergräben.


Kapọtte [französisch Damenhut] unter dem Kinn gebundener, kleiner Damenhut der Biedermeierzeit; auch Kapotthut [frz. capote Kapuzenmantel, Kapotthut; zu lat. cappa Art Kopfbedeckung, Mantel mit Kapuze; Kappe].


Karbide (Carbide) sind in der Regel eine Stoffgruppe binärer chemischer Verbindungen aus einem Element E und Kohlenstoff C mit der allgemeinen Formel ExCy. Zu dieser Gruppe zählen salzartige z.B.: CaC2 so wie auch intermetallische Verbindungen z.B.: TaC Eine Ausnahme bildet z.B.: Tantalhafniumcarbid. Hergestellt werden Karbide in der Regel aus elementarem Kohlenstoff, der bei hohen Temperaturen mit dem entsprechenden Element, Elementoxid oder Elementcarbonat in einer Festkörperreaktion umgesetzt wird. Die Herstellung von Kalciumcarbid aus Koks und Kalciumcarbonat beispielsweise erfolgt bei 2000 °C im Lichtbogenofen.


Eigentlich Acetylenlampe – ist eine Gaslampe. Tropft Wasser aus dem oberen auf das Karbid im unteren Behälter, entsteht Ethin-Gas (Trivialname: Acetylen), das dann am Brenner der Lampe entzündet wird und mit heller Flamme verbrennt. Karbidlampen waren als Fahrzeuglampen an Fahrrädern und Motorfahrzeugen sowie bei der Eisenbahn sehr verbreitet. Insbesondere dort wurde sie bis in die 1950er Jahre hinein als Beleuchtung der Formsignale eingesetzt.


Kotelett, von französisch côtelette für Rippchen aus französisch côte, lateinisch costa für Rippe.


Eine lange viereckige Bürste mit Saugborsten, ein Striegel in der Pferdewirtschaft. Ein Pferd kardetschen bedeutet, es mit der Kardetsche vom Staub zu reinigen. Die Bezeichnung wird auch für das Kämmen von Wolle, Flachs, Baumwolle oder Flockseide verwendet, Wolle kardetschen bedeutet, sie durch den Wollkamm zu ziehen.


Früher: Armeleuteessen; heute: In der Auvergne, auf den Speisekarten der Restaurants, Kartoffelkuchen und Pilzgerichte; typisch für diese Region.[das Rezept…]


Karriolpost
Karriolpost Bild: Briefmarke, Thurn und Taxis Post 1852, Transport mit dem Karriol
Das Karriol (auch Kariol, die Karriole; aus dem Französischen carriole, ein Diminutiv vom keltischen carrus = Karren) ist ein Halbwagen, ein leichtes, einachsiges Fuhrwerk, auf dem neben dem Kutscher noch ein bis zwei Personen Platz haben. Davon abgeleitet auch der Ausdruck herumkarriolen für sinnlosen Herumfahren.


Der (bis ins 19. Jahrhundert auch das) Karzer (lat. carcer Umfriedung, Kerker) war bis ins frühe 20. Jahrhundert eine Arrestzelle in Universitäten und Schulen. Der Begriff wurde auch für Arrestzellen in den sowjetischen Kriegsgefangenenlagern verwendet (карцер).


Ein Kasack (auch Kasak) ist ein Kleidungsstück, das vorrangig von Mitarbeitern in der Pflege und im medizinischen Bereich getragen wird. Das Wort Kasack kommt vom französischen casaque und beschreibt ursprünglich eine dreiviertellange Damenbluse. Kasacks gibt es in verschiedenen Ausführungen. Die herkömmliche Form ist ein geschlossenes kurzärmeliges Hemd mit einem überschnittenen V-Ausschnitt, meist mit einer Brusttasche und zwei Seitentaschen etwa auf Hüfthöhe, ähnlich einem Laborkittel. Auch gibt es offene Kasacks, ärmellos, halb- oder ganzärmelig, die ähnlich einem Arztmantel länger ausfallen. Kasacks werden in der Regel vom Arbeitgeber gestellt und nach jedem Dienst gereinigt.


auch: das Kasserol, französisch: casserole - Pfanne, von ursprünglich casse = Pfanne, von lateinisch cattia = Schöpflöffel, Kelle) ist ein flacher Topf mit Stiel (Stielkasserolle) oder zwei Henkeln, einer großen Bodenfläche und einem steilen Rand.


Kasper (auch Kasperl oder Kasperle, bayr. Káschberl, schwäb. Kaschberle, schweiz. Chaschperli) ist der komische Held des Kaspertheaters, eines meist mit Handpuppen gespielten Puppentheaters mit derb-naiver Handlung. Es wird angenommen, dass die Rolle des Kaspers unter anderem auf den Hanswurst des Wiener Volkstheaters zurückgeht. Die Puppenfigur Kasper ist im deutschen Sprachraum seit Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Quelle: Wikipedia.org


Ein Sänger, dem zwecks Erhaltung der Sopran- oder Alt-Stimme vor dem Stimmbruch die Keimdrüsen entsprechend manipuliert wurden, so dass die in der Pubertät zum Stimmwechsel führenden Hormone nicht zum Einsatz kommen konnten.


Das Wort Katheder (von altgr. καθέδρα Sitz, Sessel; ins Lateinische übernommen als cathedra Sitz, Lehrstuhl) ist eine veraltete Bezeichnung für das Pult eines Schul- oder Hochschullehrers. Das Katheder stand im Vergleich zu den Tischen der Schüler in erhöhter Position, um dem Lehrer eine bessere Übersicht über die damals oft vergleichsweise große Klasse zu verschaffen. Häufig wurde dazu ein Podest benutzt.


Kauderwelsch ist die abwertende Bezeichnung für eine verworrene Sprechweise, für ein unverständliches Gemisch aus mehreren Sprachen oder eine unverständliche fremde Sprache.Quelle: Wikipedia.de


Ursprünglich Gebäude über dem Schacht als Witterungsschutz, später als Waschkaue der Umkleide- und Waschraum, unterteilt in Schwarz- und Weißkaue.Quelle: Wikipedia.de


Graupen (seit dem 17. Jahrhundert belegt; vermutlich aus dem slawischen krupa für Graupe, Grütze, Hagelkorn), auch Gräupchen, Roll- oder Kochgerste genannt, sind ein Nährmittel aus geschälten, polierten Gersten- oder Weizenkörnern von runder, halb- oder länglich-runder Form. Nach ihrer Größe werden die Graupen eingeteilt in: extra grobe, grobe, mittlere, feine und extra feine Graupen. Besonders grobe und große Graupen werden auch als Kälberzähne bezeichnet.

Siehe auch: RennfahrersuppeQuelle: Wikipedia.org


Der Begriff Kärrnerarbeit (auch Kärrner Wagenzieher, von Karren) steht für harte körperliche Arbeit. Ursprünglich war dies Arbeit, die von einem Karrenführer, einem Kärrner, ausgeführt wurde. Der Begriff wurde auf anstrengende, zähe körperliche Arbeit allgemein übertragen. Er wird aber auch im figurativen Sinne benutzt, wenn eine Problemlösung besondere Anstrengungen erfordert. Quelle: Wikipedia.org


Ausgestorb. Beruf: Die Kedelklopper, (Kesselklopfer) sollten den Kesselstein aus den Dampfkesseln der Dampfschiffe schlagen. Kesselstein besteht zumeist aus den Erdalkalisalzen Calcium- und Magnesiumcarbonat. Die Kedelklopper benutzen ein verfremdetes Plattdeutsch (die Kedelkloppersprook), die bei dem Arbeitslärm besser zu verstehen war. (siehe auch Kedelklopperspook)


Die Kedelklopperspookist ein Geheimsprache aus dem Hamburger Hafen, die Mitte des 19. Jahrhunderts gesprochen wurde. Die Erfinder dieser Sprache, die Kedelklopper (Kesselklopfer) benutzten diese Sprache zuerst, weil sie bei dem Arbeitslärm, der in den Kesseln herrschte besser zu verstehen war. Später wurde daraus eine Geheimsprache, die im ganzen Hafen und in Hamburg St.Pauli gesprochen wurde.
Es handelt sich dabei um verfremdetes Plattdeutsch. Sie funktioniert so: Wenn der erste Buchstabe im Wort ein Mitlaut (Konsonant) ist, dann wird er ans Wortende gestellt und daran noch ein i gehängt. Sind die ersten beiden Buchstaben Konsonaten, dann stellt man sie beide ans Wortende. Fängt das Wort mit einem Selbstlaut (Vokal) an, wird nur ein i angehängt. Ein Kedelklopperlied ist bis heute erhalten:
…Was ins Plattdeutsche übersetzt bedeutet:
Wi sünd Hamborger Ketelklopper,
wi arbeidt dröben bi Blohm un Voß (eine Hamburger Werft),
sünd krüzfidel un ümmer propper
kaut Swatten (Kautabak, Priem) un hebt schändli Dost.

Wi sünd Amborgerhi Etelki-Opperkli,
wi arbeit`t öbendri bi Ohmbli und Oßvi,
sünd üzfidelkri un ümmer opperpri,
kaut Attenswi un hebt ändlischi Ostdi.


(von mittelhochdeutsch: kegel Knüppel, Stock, Holzfigur, Eiszapfen) bezeichnet einen geometrischen Körper, eine zum Kegelspiel gehörende Figur aus Holz, oder ein voreheliches Kind, z. B. in der Redewendung mit Kind und Kegel.


Kehricht hat verschiedene Bedeutungen, es ist der Schmutz, der beim Kehren oder Fegen zu einem Haufen zusammengekehrt wird. Im Süddeutschen Raum und in der Schweiz die Bezeichnung für den Hausmüll. Oder als Reinigungsmittel ein Gemisch aus Holspänen und Bohnerwachs zur Staubbindung beim Fegen oder Kehren.


Eine Kemenate (auch Kemnad; lateinisch caminus, -i, m. = Ofen, Feuerstätte, Kamin | caminata, -ae, beheizbarer Wohnraum) ist ein Kaminraum. Während der Burgenromantik des 19. Jahrhunderts wurde der Terminus Kemenate in Zusammenhang mit dem Minnesang und Idealbildern von mittelalterlichen Burgen gebracht. Zwar war die Kemenate als - oft einziger - beheizbarer Raum (oder Trakt) wohl zumeist den adligen Burgherren und ihren Familien (und vermutlich auch Kranken) vorbehalten, doch wurde sie nun im Sinne von Frauengemach interpretiert.


auch kuchil; ebenso nd. kiken; ein Junghuhn, bzw. eine Kücken wurde so genannt. Der Ausdruck war in Ostpreußen weit verbreitet. In Grimms Wörterbucht findet sich dieser Text: macht einen groszen korb von stro, darunder sie die keuchel stürzt, das sie kein katz noch hund verkürzt.


ausgestorb. Beruf, heute noch: …die schlagen sich wie die…, gehörten zum fahrenden Volk.


Die Feldgendarmerie der Wehrmacht entstand erst nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. Diese wurden auf einen Führerbefehl vom Dezember 1943 hin als Reaktion auf zunehmend hinter der Front zu Tage tretende Disziplinlosigkeiten, Verwahrlosung und Zersetzungserscheinungen aufgestellt. Einsatzschwerpunkt in der Aufgabenstellung wurden die Kontrolle im rückwärtigen Gebiet, die Versprengtensuche, die Einrichtung von Auffang- und Sammellinien sowie die Fahndung nach Fahnenflüchtigen und unerlaubt von der Truppe abwesenden Soldaten. Dabei war die Feldgendarmerie gegenüber jedem Soldaten und jeder Truppengattung befehlsbefugt. Im Zweiten Weltkrieg und besonders zum Ende des Krieges hin fielen den deutschen Feldgendarmen der Wehrmacht Zehntausende Fahnenflüchtiger in die Hände und wurden entsprechend Hitlers Parole Der Soldat kann sterben, der Deserteur muss sterben exekutiert. Im Volksmund wurden die Feldgendarmen in Anspielung auf die zur Uniform gehörende metallene Plakette mit der Aufschrift Feldgendarmerie oder Feldjägerkommando, die an einer Kette um den Hals getragen wurde, als Kettenhunde bezeichnet.


ist eine primitive Schlagwaffe, Teil des Hinterbeins von Tieren bei der Fleischproduktion, Jongliergerät in Artistik und Rhythmischer Sportgymnastik, berlinerisch für kleiner Bruder.


Keuler, Keiler, von den keilförmigen Hauern so genannt; der wilde Eber, und zwar genauer im dritten Jahre (öcon. lex. Leipz. 1731 sp. 1202). Das Wort ist zur Zeit erst seit dem 17. Jh. bezeugt, schon da in beiden Schreibungen, wie bei Stieler 909 Keuler oder Keiler, propter dentes acuminatos.


Span aus Kiefernholz für kurzfristiges Beleuchten und zum Entzünden der (Kohle-) Heizung.


Kieke, auch Gieke oder Feuerkieke ist ein alter, speziell in Norddeutschland gebräuchlicher Begriff für ein tragbares Gerät zum Wärmen, besonders der Füße. Synonym wurde Feuerstube verwendet, verwandt mit nl. stoof und eng. stove – heute: Stövchen.


Die Kiepe ist eine Tragevorrichtung. Sie ist ein oft aus Weidenruten oder ähnlichem Material geflochtener Korb mit runder D-förmiger oder quadratischer Grundfläche. Die Kiepe diente früher zum Transport von Hausierwaren, Heu, Holz, Kienäpfeln und anderen Stoffen oder Gegenständen. Bei der Weinlese von Hand finden (mittlerweile in der Regel aus Kunststoff gefertigte) Kiepen (Bütten) Verwendung. Ansonsten ist die Kiepe nicht mehr gebräuchlich und wird nur noch selten hergestellt und genutzt. Das heutige Pendant ist der Wanderrucksack.


Kietz, manchmal auch Kiez, bezeichnet eine Siedlungsform im Nordosten Deutschlands in der Germania Slavica [eine historische Landschaft östlich der frühmittelalterlichen deutsch-slawischen Sprachgrenze (etwa östlich der Elbe-Saale-Linie)]. Die Kietze sind im Mittelalter entstandene Dienstsiedlungen. Sie lagen meistens in der Nähe einer Burg, häufig in der Nähe von Flüssen oder Seen. Viele Kietze hatten in den ersten Jahrzehnten ihrer Existenz slawische Einwohner. Die Bewohner waren gegenüber den Burgherren zu Dienstleistungen verpflichtet.
Einige Kietze bewahrten jahrhundertelang ihre Eigenständigkeit gegenüber den angrenzenden Orten. Sie sind teilweise noch heute in den Ortsbildern erkennbar. Das Wort Kietz ist nicht nur ein Appellativum, sondern Bestandteil vieler Orts- und Straßennamen.
Im übertragenen Sinne fand der Begriff Kietz Eingang in die Umgangssprache als abwertender Ausdruck für abgelegene Siedlungsgebiete. Hieraus ging die neuzeitliche Bezeichnung Kiez für Wohngebiete, vor allem in Berlin und Hamburg, hervor.


Die Bezeichnung Kinderlandverschickung (KLV) wurde vor dem Zweiten Weltkrieg ausschließlich für die Erholungsverschickung von Kindern verwendet. Heute wird unter diesem Stichwort meistens an die Erweiterte Kinderlandverschickung gedacht, bei der ab Oktober 1940 Schulkinder sowie Mütter mit Kleinkindern aus den vom Luftkrieg bedrohten deutschen Städten längerfristig in weniger gefährdeten Gebieten untergebracht wurden. Die Reichsdienststelle KLV evakuierte bis Kriegsende insgesamt wahrscheinlich über 2.000.000 Kinder und versorgte dabei vermutlich 850.000 Schüler im Alter zwischen 10 und 14 Jahren, aber auch ältere in KLV-Lagern. Es gibt zahlreiche und ausführliche Zeitzeugenberichte über das Leben in KLV-Lagern. [siehe Verordnung KLV 1940]


Kinkerlitzchen (von frz. la quincaillerie, veraltet auch quinquaillerie) ist im Volksmund die Bezeichnung für ein wertloses Schmuckstück. In der Umgangssprache wird Kinkerlitzchen allgemein für ein Produkt oder eine Sache verwendet, die als albern, nichtig, unnötig oder sogar unsinnig abgewertet werden soll. (Mach dir nichts daraus, das sind doch nur Kinkerlitzchen.)


Lichtspielhäuser als feste Einrichtungen in den Städten wurden als Kino, Kintöppe (Einzahl: Kintopp) bezeichnet. (scherzhafte berlinische Verkürzung für → Kinematograph)


Kippel-Kappel (auch Kibbel-Kabbel oder Kippelakapp) ist ein norddeutsches Kinderspiel der Vorkriegs-, Kriegs– hauptsächlich aber der Nachkriegszeit. Es wurde bis in die 60er Jahre hauptsächlich auf der Straße von Kindern im Alter von ca. 9 bis 15 Jahren gespielt, damals ließ der Straßenverkehr dies noch zu. Durch die zunehmende Asphaltierung der Verkehrswege wurde dem Spiel immer mehr Raum genommen.


Der Klabautermann, Kalfatermann oder Klabattermann (von niederdeutsch klabastern poltern, lärmend umhergehen oder von ebenfalls niederdeutsch kalfatern mit Pech und Werg abdichten) ist im seemännischen Aberglauben ein Schiffsgeist oder Kobold, der – meist unsichtbar – den Kapitän bei Gefahren warnt. Die Figur des Klabautermannes ist verbunden mit der Segelschifffahrt. Er hilft beim Schiffbau, beim Dichten des Schiffsdecks und treibt gerne Schabernack. An Bord macht er sich durch Polter- und Bumsgeräusche bemerkbar. Man sagt: Wenn er klopft, bleibt er, wenn er hobelt, geht er. Sein Aussehen gleicht dem eines Matrosen – mit Hammer und Pfeife, manchmal auch mit Seemannskiste, mit roten Haaren und grünen Zähnen. Zeigt er sich, so ist dies ein schlechtes Zeichen. Er verlässt das Schiff erst, wenn es untergeht.


niederdeutsch, ostpreußisch poltern, lärmend umhergehen, möglicherweise abgeleitet von ital. calpestrare zertreten, zerstampfen, aus lat. calce pistare mit der Ferse stampfen, aus lat. calx (Ablativ calce) Ferse und lat. pistare, pinsare zerstampfen


altes Längenmaß, daraus abgeleitetes Holzmaß, 1 Klafter entspricht je nach Gegend 3 oder 4m³ Holz (etwa 2-3 Festmeter).


Das Sonderzeichen at, bzw. @ in E-Mail-Adressen, eine Primatengattung, ugs. ein Heftapparat für Heftklammern, oder ein besonders anhänglicher Mensch werden auch als Klammeraffe bezeichnet. Siehe auch Affenschaukel


veraltete Ausdrücke für Gitarre.


geschwätzige Frau, (Umgangssprache abwertend): jemand., der gerne klatscht, also über andere redet.


Lätzchen, Sabberlätzchen, abgeleitet von Buscherump, Arbeitskittel; aus ndl. Boezeoentje.


Kugelverschlussflasche
Kugelverschlussflasche
Kohlensäurehaltiges Getränk in einer Kugelverschlussflasche. Die Flasche wird durch eine Glaskugel (Klicker oder Knicker) verschlossen, die durch den Druck der Kohlensäure im Flascheninneren gegen einen Gummiring im Flaschenhals gepresst wird. Wegen des häufigen Verkaufs von Mineralwasser oder Brause in Kugelverschlussflaschen wurde es umgangssprachlich auch Klickerwasser genannt.


Hausierer, Abonnentenwerber, Vertreter (ugs. abwertend): jemand., der an der Haustür etwas zum Kauf anbietet.


Der Martinet ist eine mehrriemige, kleine Peitsche, die in Frankreich traditionell vor allem zur körperlichen Züchtigung von Kindern und Jugendlichen und zur Erziehung von Haustieren benutzt wird. Die fast nur auf Frankreich beschränkte Verbreitung des Martinets ist dadurch begründet, dass Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts jeder einfache Soldat mit einem Martinet ausgerüstet wurde, um den Staub aus seiner Uniform zu klopfen. Daher rührt auch die deutsche Übersetzung Klopfpeitsche her. Die Klopfpeitsche wurde in Deutschland noch bis in die 1970er Jahre zur Züchtigung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.Siehe auch Martinet


Klöntür
Klöntür
Eine Klöntür ist eine Tür, in der Regel eine Außentür/Haustür, bei der es möglich ist, nur die obere Hälfte des Türflügels zu öffnen und die untere Hälfte dabei verschlossen zu lassen. Die Klöntür war in früheren Jahrhunderten in ländlichen Gegenden ortsüblich. Während man mit dem Nachbarn oder Passanten bei geöffneter Tür klönen konnte, blieb eine Barriere für Tiere.


Knatsch, (Ruhrgebiet) Ärger; Knatsch ham - Schwierigkeiten in Familie oder Beruf. Knatsch mit die Olle ham - Zustand des Missverstehens mit der Ehefrau; knatschen - mit nichts zufrieden sein, dauernd herummosern; Knatschkopp - unzufriedene Person; oft bezogen auf Kleinkinder in der Trotzphase.
In Norddeutschland: Knartsch, für Reiberei, Streit.
Auch bezogen auf technische Geräte; …es gab ein Knartsch-Geräusch…


(westgerm. noch für Jungkerl, Kämpe, später Knappe) ist ein Arbeitnehmer im bäuerlichen Betrieb, im Haushalt (Hausknecht), in Gewerben (Holzknecht, sogar Henkersknecht), im Militär (Landsknecht) u.a.


Ein kleines Messer, aus dem Englischen abgeleitet von knife [naif]


Als Knickeier werden Hühnereier bezeichnet, die kleine Risse und Knicke in der Schale aufweisen. In der Fachsprache heißen diese Eier der Güteklasse B und gehören zur Sekundärware.


Knickebein ist ein Cocktail aus Likör und einem rohen Eigelb oder aus Branntwein und Eierlikör. Knickebein wird auch eine bestimmte Art von halbflüssiger Füllung von Pralinen genannt. Eine Knickebein-Füllung besteht je zur Hälfte aus eierlikörhaltiger und fruchtsaftliköriger Fondantcreme. Zum einen soll sich der Name auf einen Jenaer Studenten beziehen, der Knickebein genannt wurde. Eine andere Variante leitet sich aus der vermeintlichen Wirkung her: Nach Genuss des Getränks knicken die Beine weg.


Eine nach Knickerbocker, dem Spitznamen der Einwohner New Yorks, benannte weite Kniehose mit Überfall; kam 1895 in Mode.


Kugelverschlussflasche
Kugelverschlussflasche
Kohlensäurehaltiges Getränk in einer Kugelverschlussflasche. Die Flasche wird durch eine Glaskugel (Klicker oder Knicker) verschlossen, die durch den Druck der Kohlensäure im Flascheninneren gegen einen Gummiring im Flaschenhals gepresst wird. Wegen des häufigen Verkaufs von Mineralwasser oder Brause in Kugelverschlussflaschen wurde es im Ruhrgebiet umgangssprachlich auch Knickerwasser genannt.


formvollendetes Grüßen (bei Mädchen), veraltet knicken = eine Verbeugung (durch Kniebeuge), in Norddeutschland wallartige Hecken.


mittelwestdeutsch: belegte Brotscheibe; Butterbrot – ostdeutsch: Bemme, Butterbrot, Butterstulle, Karo, nord- und mitteldeutsch, schweizerisch: Schnitte, nordostdeutsch, besonders berlinerisch: Stulle

Wenn im Ruhrgebiet ein Mann auf Schicht ging, packte ihm seine Frau oder - wenn er unverheiratet war - seine Mutter je nach Hunger ein, zwei oder drei Doppelte ein. Eine Doppelte ist ein Butterbrot, bestehend aus zwei mit Butter bestrichenen, zusammengeklappten Brotscheiben, dazwischen Wurst oder Käse. Aber nichts, das manscht wie z.B. Feischsalat oder Marmelade. Für Schwer- und Schwerstarbeiter war der Belag besonders dick und nahrhaft, dann sprach man von Bergmannskniften. Um sie besser handhaben zu können, schnitt man sie einmal durch. Am Belag konnte man auch genau erkennen, was mit der Ehe los war, oder ob die Mutter gut oder böse war. Als Höchststrafe galt die Doppelte mit gekratzter Margarine und einem Hauch Marmelade. Doppelte ist Slang, Knifte derber Slang.
Ein Bütterchen ist ein kleines, feines Butterbrot für kleine Kinder, je nach dem auch aus Stuten oder Weißbrot. Große Kinder kriegten eine Butter, Kurzform für Butterbrot. Mamma, gib mir 'ne Butter.
Das nur als Nachtrag zum Ausdruck Knifte und Umgangssprache im Ruhrgebiet.Redaktion, Günter Matiba


Bezeichnung für einen ledernen Becher zum Würfeln bei Würfelspielen mit Spielwürfeln, einen ledernen Schaftstiefel (Marschstiefel).


Ein Knochenbrecher (plattdeutsch Knakenbreker) ist laut volkstümlicher ostfriesischer Bezeichnung ein traditioneller, alternativer Heilkundler. Zu den Kenntnissen eines Knochenbrechers gehören beispielsweise das Einrenken von Gliedmaßen und das Einrücken von Wirbeln - seine Praktiken sind aber ausschließlich selbst erlernt und stützen sich zuweilen auf eine ominöse Gabe. Das Behandlungsspektrum beschränkt sich nicht nur auf Menschen, sondern auch Hunde, Katzen, Pferde und andere Tiere. (Siehe auch Tamme Hanken, der XXL-Ostfriese)


Veraltet für Fleischer, Metzger. Der Fleischer (üblich in Mittel- und Ostdeutschland), auch Metzger (Süd- und Südwestdeutschland, Nordrhein-Westfalen, Schweiz, Westösterreich), Schlachter, Schlächter und Küter (Norddeutschland) sowie Fleischhauer und Fleischhacker (Österreich) ist ein alter Handwerksberuf. Fleischer beschäftigen sich mit der Schlachtung und mit der Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren, sie arbeiten in Schlachthöfen und in Fleischereien.


Bei Knochenleim handelt es sich um einen, meist auf der Basis entfetteter, gebleichter und entmineralisierter Rinderknochen hergestellten Glutinleim.


Fünfziger-Jahre-Jargon: Knorke ist ein Wort der Umgangssprache und bedeutet so viel wie gut, ausgezeichnet, zufrieden, ähnlich dem heutigen Gebrauch von cool.


Tabakspfeife, [urspr. Bez. für Jemanden, etwas, was nicht ganz ausgewachsen ist] (nordd., md.)


Kochgeschirr ist der Sammelbegriff für alle Gefäße, die zur Zubereitung warmer Speisen dienen, wobei Kochgeräte (Herde oder Kocher) die Hitze erzeugen. Im militärischen Sprachgebrauch werden in Deutschland Henkeltöpfe in Form der Gamelle als Kochgeschirr bezeichnet. Kochgeschirre zum Essenstransport gehören seit Anfang des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden und Finnland, zur persönlichen Standardausrüstung von Soldaten.


Sauermilchkäse mit einem Wassergehalt von 60 - 73 %, Harzer Käse, Mainzer Käse, Kochkäse.


Der Name leitet sich vom Garen in kochender Flüssigkeit, z. B. gesalzenes Wasser oder Brühe, und der kugligen Form ab, womit im Ostniederdeutschen dieses Gericht genannt wurde. Kochklops ist eine andere Bezeichnung für Königsberger Klops, ursprünglich ein Gericht aus dem ostpreußischen Königsberg. Wie so oft wurden in der DDR unverfängliche Bezeichnungen eingeführt, weil man Angst hatte, dass bereits in der Nennung von Königsberg (Preußen) Revanchismus gewittert werden könnte.


Kochmaschine
Kochmaschine, Küchenhexe
Mitte des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Herde aus Metall auf den Markt. Eine Entwicklungsstufe dieser Zeit war die sogenannte Kochmaschine (Küchenhexe), eine Herdversion mit verschiedenen innenliegenden Feuerrosten, durch Wärmezüge zu den Kochstellen geleitete Hitze, Heißwasserbereitern, verschiedenen Backröhren und Backöfen und durch Herdringe in der Größe verstellbare Feuerstellen.


Kohlenklau
Karrikatur der Kohlenklau
Der Kohlenklau ist die Karikatur eines Kohlendiebes aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges, geschaffen von Wilhelm Hohnhausen und seiner Werbeagentur Arbeitsgemeinschaft Hohnhausen in Stuttgart, mit der für sparsamen Umgang mit Energie geworben wurde; zu verstehen in dem Sinne, dass derjenige, welcher Energie verschwendet, der Volksgemeinschaft Kohlen stiehlt. Sie bediente sich deutlich der Assoziation zum Schwarzen Mann.

In der Nachkriegszeit blieb die Figur weiterhin populär, diesmal ging es allerdings um den Diebstahl von Kohlen aus Zügen oder Lastwagen, um die ärgste Not zu lindern. Der Kölner Kardinal Joseph Frings hat in seiner Silvesterpredigt 1946 diese Art von Organisieren als in Notzeiten entschuldbaren Mundraub dargestellt, woraus der Volksmund das Wort fringsen ableitete.Quelle: Wikipedia.de


Durchschreibepapier, auch Blaupapier, Kohlepapier, selbstkopierendes Papier, Durchschreibepapier oder Durchschlagpapier genannt, wird verwendet, um Schriftstücke in mehrfacher Ausfertigung zu erstellen. Meist werden schwarze Kohlepapiere für Schreibmaschinen-Durchschläge und blaue für handgeschriebene Kopien benutzt. Korrekturen sind aufwändig, da sie auf jedem Blatt einzeln ausgeführt werden müssen - das Korrekturband der Schreibmaschine funktioniert logischerweise nicht.
Auch für Zeilendrucker, wie sie in Rechenzentren teilweise immer noch eingesetzt werden, gibt es Endlospapiersätze, die Durchschreibepapier enthalten. Formularsätze für Nadeldrucker sind unter anderem in Arztpraxen und für die sofortige Belegausfertigung üblich.
Von dem englischen Ausdruck für einen Durchschlag, Carbon Copy, kommt die heute auch im E-Mail-Verkehr übliche Abkürzung CC. Quelle: Wikipedia.de


Unsinn, Unfug, Blödsinn, Geschwätz. Herkunft des Wortes ungeklärt; möglicherweise abgeleitet vom mittelniederdeutschen gokeler, das für Gaukler steht.


Ein Kohleprodukt, das durch trockene Destillation von Kohle hergestellt wird, umgangssprachlicher Ausdruck für Kokain, Ausdruck für Geld, Rum auf Würfelzucker.


Kollex
Kollex, in Ostpreußen für fliegende Händler
Fliegende Händler mit Bauchläden waren früher in ländlichen Gegenden Ostpreußens gern gesehene Gesellen, die mit ihren nützlichen Kurzwaren bei den Landfrauen gute Umsätze machten. Lange vor dem zweiten Weltkrieg gab es in unserer Gegend solche Gesellen, die sich selber Kollex nannten.

Lesen Sie auch den Zeitzeugenbericht von Ida Slomianka: Der Kollex kommt.


Kolonat (lat., »Bebauungsrecht«, Kolonatrecht, Erbpachtrecht, Erbleihe, Leihe, Erbbestandrecht, Erbfestenrecht, Meierrecht, Erbzinsrecht), allgemeine Bezeichnung für die (regelmäßig erblichen) Besitz- und Nutzungsrechte an Bauerngütern; Kolone (Kolonist), der Inhaber derartiger bäuerlicher Gutsrechte. Während nämlich heutzutage die Bauerngüter in der Regel im vollen Eigentum des Besitzers stehen, war dies im Mittelalter und bis in die neuere Zeit keineswegs der Fall.Meyers Lexikon


Als Kolonialwaren wurden früher, besonders zur Kolonialzeit, überseeische Lebens- und Genussmittel, wie z. B. Zucker, Kaffee, Tabak, Reis, Kakao, Gewürze und Tee bezeichnet. Kolonialwarenhändler handelten mit diesen Produkten, die in Kolonialwarenläden und Kolonialwarenhandlungen verkauft wurden.


Der Ausdruck Kolportage (frz.: porter à col, am Hals/Kragen tragen, sinngemäß: auf den Schultern tragen) bezeichnete den Vertrieb von Büchern in Einzellieferungen durch Hausierer (Kolporteure). Das Verb kolportieren bezeichnet in Anlehnung an seine ursprüngliche Bedeutung heute das Verbreiten von Gerüchten, unbelegten Nachrichten und Gesellschaftsklatsch, beispielsweise in Boulevardzeitungen und der Regenbogenpresse oder auch im Internet.


Das Verb kolportieren bezeichnet in Anlehnung an seine ursprüngliche Bedeutung heute das Verbreiten von Gerüchten, unbelegten Nachrichten und Gesellschaftsklatsch, beispielsweise in Boulevardzeitungen und der Regenbogenpresse oder auch im Internet.


salopp, abwertend: Jemanden schikanieren, quälen, moppen, drangsalieren, intrigieren, piesacken, einen Schuft schelten.
Übernahme (1. Hälfte 17. Jh.) von frz. coïonner (jünger couyonner) einen Feigling nennen, foppen, verhöhnen. Das frz. Verb ist abgeleitet von frz. coïon (jünger couyon) Feigling, Dummkopf


Kommis, auch Commis, (von frz. commis = Gehilfe) ist eine veraltete Bezeichnung für einen Kontoristen, Handlungsgehilfen oder kaufmännischen Angestellten. Die in den Büroräumen der Kontorhäuser arbeitenden Kommis hatten nach ihrer Lehre einen Zwölf-Stunden-Tag und mussten mit der Hand schreiben, da die bereits 1873/1874 fabrikmäßig hergestellten Schreibmaschinen erst 1894 in die Kontorhäuser einzogen.Quelle: Wikipedia.org


Der Gebrauch von Kommiss als einzel- oder zusammengesetztes Substantiv geht im deutschen Sprachraum auf die Mitte bis zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. So gibt es aus dieser Zeit Zeugnis über Art und Umfang bezüglich Kommiss, welcher den Landsknechten zugeführt wurde. In der Landsknecht-Sprache selbst verstand man unter in Kommiss stehen / beim Kommiss sein so viel wie Soldat sein, in Sold stehen oder dem in kriegsherrlicher Verpflegung stehen. In amtlichen Schriftverkehr wird durch die Obrigkeit der Begriff Kommissionierung für Lieferanforderungen von Furage (Pferdefutter) im weitesten Sinne verwendet. Quelle: Wikipedia.org


Hanomag Kommisbrot
Hanomag 2/10 PS Kommissbrot (1925) (User:Asterion [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)])
Kommissbrot (ab dem 16. Jahrhundert von Kommiss für Heeresvorräte) ist ein einfaches, haltbares Brot zur Versorgung von Soldaten.

Seit dem Ersten Weltkrieg ist Kommissbrot in der Regel ein Vollkornbrot aus Roggen und Weizen mit Sauerteig und Hefe und wird in Tagesrationen für ein oder zwei Mann von 750 bzw. 1500 Gramm als angeschobenes Brot gebacken, das heißt, die Brotlaibe liegen so dicht im Ofen, dass sie einander berühren und nur auf der Oberseite eine Kruste bilden; daraus ergibt sich auch die Kastenform des Brotes.

Man nannte auch einen Kleinwagen von Hanomag so. Der von Karl Pollich und Fidelis Böhler entwickelte 2/10 PS war der erste deutsche Kleinwagen, der ab 1925 in Fließbandfertigung entstand. Dieses revolutionäre, aber auch vielfach belächelte Auto hatte wegen seiner Form den Spitznamen Kommissbrot. (Redewendung: Ein Kilo Blech, ein Kilo Lack – und fertig ist der Hanomag!)


Kommod ist ein in Norddeutschland veraltetes, im bayerischen Sprachraum weiterhin gebräuchliches Wort für bequem, angenehm. Es wurde im 18. Jahrhundert aus dem Französischen commode entlehnt, das wiederum auf das lateinische commodus, angemessen, zweckmäßig, angenehm zurückgeht (con modo, auf, nach Art und Weise).

Die etwa zur gleichen Zeit aufkommende Bezeichnung Kommode für eine bequeme, zweckmäßige Truhe mit Schubladen geht auf das gleichbedeutende französische commode (substantiviertes Femininum zum Adjektiv commode) zurück.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde das heute nicht mehr gebräuchliche Verb inkommodieren für belästigen, bemühen aus dem ebenfalls französischen incommoder von lateinisch incommodare zu incommodus, unangemessen, unbequem gebildet.


Ein Kontor oder Contor (von französisch comptoir Zahltisch, im Postdeutsch auch comtoir) war im Spätmittelalter eine Niederlassung von hansischen Kaufleuten im Ausland und ist eine veraltete Bezeichnung für Büro sowie die Zweigstellen von Banken.


Als Kondukt wird – vor allem im österreichischen Raum – die feierliche Begleitung eines Sarges von der Aufbahrungshalle bis zur Grabstelle in Form eines Trauerzuges bezeichnet. Sprachgeschichtlich lässt sich die Bezeichnung auf das lateinische conductus Geleit bzw. Schutz, zu conducere zusammenführen, zurückführen.


Kontribution (von lateinisch contribuere, wörtlich in einzelnen Teilen zusammenbringen, beisteuern) bedeutet im modernen Sprachgebrauch die Zwangserhebung von Geldbeträgen im feindlichen Gebiet durch Besatzungstruppen. Requisitionen beziehen sich dagegen auf Gegenstände, speziell zur Verpflegung. Die Kontribution als geordneteres Mittel der Kriegsführung löste die bis ins 18. Jahrhundert zuvor üblichen Kriegsbräuche des Plünderns und der Brandschatzung ab.


KZ Buchenwald 1945
Der amerikanische Senator Alben W. Barkley besichtigt das KZ Buchenwald, 24. April 1945 (Wikimedia Commons)
Der Begriff Konzentrationslager (KZ) steht seit der Zeit des Nationalsozialismus für die Arbeits- und Vernichtungslager des NS-Regimes. Die Konzentrationslager wurden im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten von Organisationen der NSDAP errichtet. Es waren schließlich rund 1000 Konzentrations- und Nebenlager sowie sieben Vernichtungslager. Sie dienten der Ermordung von Millionen Menschen, der Beseitigung politischer Gegner, der Ausbeutung durch Zwangsarbeit, medizinischen Menschenversuchen und der Internierung von Kriegsgefangenen. Das Lagersystem stellte ein wesentliches Element der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft dar. Weite Zweige der deutschen Industrie profitierten direkt oder indirekt von ihm.

Man nimmt heute an, dass etwa zwei Drittel der sechs Millionen Juden, die der deutschen Judenvernichtung, später Shoah bzw. Holocaust genannt, zum Opfer fielen, in Vernichtungs- und Konzentrationslagern direkt ermordet wurden oder dort an Folgen von systematischer Unterernährung, den Misshandlungen und an unbehandelten Krankheiten gestorben sind. Das verbleibende Drittel starb in – von der SS so genannten – Ghettos, bei Massenerschießungen vor allem durch die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und auf den so genannten Todesmärschen.


Kopfgeld (auch Kopfprämie) ist das Geld, das man erhält, wenn man eine Person, auf die es ausgelobt ist, tötet, lebend beibringt oder sachdienliche Hinweise zur Ergreifung erbringt. Es handelt sich hierbei um eine Belohnung für den Überbringer. Kopfgeld wird meist im Zusammenhang mit Verbrechen oder vermissten Personen ausgelobt.


Eine Kopfnuss, auch häufig bezeichnet als Katzenkopf, ist ein kurzer Schlag mit der geschlossenen Faust auf den Seiten- oder Hinterkopf, wobei bevorzugt mit den Fingerknöcheln Kontakt hergestellt wird. Aber auch eine Nahkampftechnik, oder eine schwierige Denkaufgabe. In der Oekonomischen Encyklopädie von Johann Georg Krünitz aus dem Jahr 1858 heißt es zur Kopfnuss: In den niedrigen Sprech-Arten, eine figürliche Benennung eines Stoßes an den Kopf. Es setzt Kopfnüsse, Stöße oder Schläge an den Kopf.


Der Kopierstift wurde auch Blaustift genannt und war das übliche Schreibgerät für Amtspersonen, weil das Geschriebene nicht ausradiert werden konnte, heute wegen seiner Giftigkeit verboten. Es handelt sich um jenes Schreibgerät, das typischerweise vor und während der Benutzung an der Spitze angeleckt oder kurz in den Mund genommen wurde, was in Stummfilmen noch zu sehen ist. Die Farbkraft auf dem Papier erhöht sich dadurch deutlich. Bevor die Giftigkeit dieser Stifte allgemein bekannt wurde, war ein (meist violetter) Farbfleck an Lippe oder Zungenspitze von Prokuristen, Sekretärinnen, Krankenschwestern, Bibliothekaren usw. ein Zeichen von Schreibarbeit. Auch Verfärbungen an Fingerspitzen und -nägeln gehen auf diese Stifte zurück.


Karte mit den Gebietsverlusten an Polen nach dem Versailler Vertrag
Karte mit den Gebietsverlusten an Polen nach dem Versailler Vertrag: Teile Westpreußens (Korridor) und Posen (Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0)
Als Korridor (von it. corridoio = Laufgang) bezeichnet man in der Architektur einen langgestreckten Raum im Inneren eines Gebäudes. Er dient der horizontalen Erschließung angrenzender Räume. Er befindet sich hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden (Schulen, Büros etc.). Die Bezeichnungen Gang und Flur werden synonym verwendet.

Ein Korridor ist ein schmaler Gebietsstreifen, der Zugang über oder durch fremdes Territorium gewährt, indem er in der Regel einen Staat durch fremdes Hoheitsgebiet mit dem Meer oder mit einer Exklave verbindet bzw. über fremdes Staatsgebiet führt. Er kann als eine Land- (Korridorzug) oder Luftzone (Luftkorridor) ausgebildet sein.

Stephan Trüby beschreibt Korridor als Zone, die andere Räume erschließt, selbst aber als fremd wahrgenommen wird und in diesem Sinne seit dem Ersten Weltkrieg für geographisch, strategisch oder geopolitisch definierte Räume benutzt wird.

Ein Beispiel aus der Vergangenheit war der polnische Korridor durch Westpreußen nach dem Friedensvertrag von Versailles, der Polen zwar den Bau eines Seehafens ermöglichte, gleichzeitig aber das Gebiet von Danzig als Freie Stadt unter Aufsicht des Völkerbundes vom Deutschen Reich abschnitt, und somit unüberbrückbare neue politische Probleme verursachte. Ein ebensolches Beispiel war die Panamakanalzone, die bis 1979 von den USA kontrolliert wurde und das Hoheitsgebiet von Panama durchschnitt.

Ein aktuelles Beispiel aus der heutigen Zeit ist der Neum-Korridor in Bosnien-Herzegowina, ein etwa 10 Kilometer breiter Streifen umgeben von kroatischem Territorium, der den einzigen Zugang des Landes zum Mittelmeer darstellt. Solche Korridore, welche das Staatsgebiet eines anderen Landes durchschneiden, werden auch Zerschneidungskorridor genannt.

Im Eisenbahnverkehr gibt es Korridorzüge, die beispielsweise aufgrund geographischer Gegebenheiten eine Trasse über fremdes Gebiet nutzen, so etwa die Korridorzüge der österreichischen Bundesbahnen über das Deutsche Eck.

Lesen Sie zum Thema den Zeitzeugenbericht von Günter Matiba: Wir fahren nach Ostpreußen


Korndämonen haben ihren Ursprung in den germanischen Sagen. Sie wurden verehrt, weil sie die Feldfrüchte förderten und beschützten. Im Laufe der Zeit wurden daraus Schreckgestalten und dienten dazu Kinder vom Betreten und damit Zerstören von reifendem Getreide und Feldfrüchten abzuhalten. In der Neuzeit wurden bei der Ernte häufig die letzten Ähren zu einer Gestalt zusammengebunden und verblieben auf dem Feld. Dieser Brauch ist möglicherweise als eine Erinnerung an die Opfergaben für Naturgeister erhalten geblieben.

Korngeister als Wetterphänomen

Die Korn- oder Roggenmuhme wird mit mehreren Wettererscheinungen assoziiert. Geht der Wind durch das Kornfeld, so zieht die Kornmutter über das Getreide oder es laufen die Kornweiber durchs Korn. Auch ist sie die fahrende Frau oder fahrende Mutter im Wirbelwind. Im Wirbelwind ist die Roggenmuhme mit ihren Doggen unterwegs.

Gewitterwolken werden nach ihr als alte Weiber oder Regenmütter benannt. Die Roggenmuhme ist zudem auch als Regenmuhme bekannt.

Korngeister als Mittagsgeist

Die Roggenmuhme tritt insbesondere in der Mittagszeit zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr auf, in einer Stunde, die dialektal auch im Untern oder Onnern genannt wird. Daher heißt sie Mittagsfrau, Mittagsmutter, Untermutter, Untermuhme, Enongermur, Enungeschmor, Enongeschmor, Enongermoer oder Einuhrsmutter. Wen sie Mittags auf den Feldern antrifft, den tötet sie oder erschreckt ihn durch sonderbare Redensarten. Findet sie Wöchnerinnen zwischen 12:00 Uhr und 13:00 Uhr sowie zwischen 18:00 Uhr bis 20:00 Uhr im Bett, so verrichtet sie deren Feldarbeit. Findet sie die Wöchnerinnen zur angegebenen Zeit nicht im Bett, so gibt es ein Unglück.

Korngeister als Kinderschreck

Besonders häufig wird die Roggenmuhme als Kinderschreck genannt. Ihre Tätigkeiten als Kinderschreckfigur sind äußerst vielfältig.

In ihrer Sage Nr. 90 Die Roggenmuhme erzählen die Brüder Grimm, dass die Roggenmuhme Menschenkinder durch Wechselbälge vertauscht, das richtige Kind aber wiederbringt, wenn der Wechselbalg nicht gesäugt wird. Andernorts heißt es, dass sie um Mitternacht uneheliche Kinder stehle.

Die Roggenmuhme lauert im Feld all jenen Kindern auf, die Kornblumen pflücken wollen. Nach der Kornblume heißt sie auch Kornblumenfrau, Krullmoer, Krüllkemoer, Krullkesmouder, Krüllkesmutter, Tremsenmutter, Tremsemutter, Trensemutter, Trimpsenmutter oder Trämssemutter.

Sie lockt Kinder auch ins Feld und heißt davon Ziehmuhme oder Kindelmuhme. Sie lockt insbesondere durch ihr Winken. Auch werden Kinder von ihr verschleppt, indem sie sie in ihren Sack oder Tragkorb steckt. Entführte Kinder nimmt sie unter ihre weiten wehenden Röcke oder bringt sie ins Wurzelreich. Auch zieht die Roggenmuhme Kinder mit einer eisernen Ofenkrücke zu sich und lässt sie von einer Kröte bewachen. Sie führt die Kinder im Feld in die Irre, lässt sie verhungern oder kommt mit ihren Elfen und legt die Kinder auf Blumenkissen, worauf diese einschlafen und nicht mehr erwachen. Letzteres erinnert eher an Feen. Als Hexe tritt die Roggenmuhme auf, wenn sie Kinder verhext oder den bösen Blick hat, als Nachtmahr, wenn sie nachts böse Geister zu ungehorsamen Kindern ans Bett schickt.


fremdversorgte Person, (veraltend): jmd., der bei jmdm. [zur Untermiete wohnt u.] regelmäßig [gegen Bezahlung] isst.


Kotau
Kopf stoßen - Kotau
Mit Kotau (chinesisch 叩頭 / 叩头, Pinyin kòutóu ‚Kopf stoßen', auch chinesisch 磕頭 / 磕头, Pinyin kētóu) bezeichnet man den ehrerbietigen Gruß im Kaiserreich China. Dabei wirft sich der Grüßende in gebührendem Abstand vor dem zu Begrüßenden nieder und berührt mehrmals mit der Stirn den Boden. Gegenüber dem Kaiser erfolgte ein dreimaliges Niederwerfen mit je dreimaligem Berühren des Fußbodens mit der Stirn. Nach der Vollführung des Kotaus blieb man häufig in kniender oder sitzender Körperhaltung.

Im Augenblick lese und höre ich dieses Wort sehr oft in einem übertragenen Sinn in den Nachrichten. Ich weiß jetzt, dass das Fremdwort schon früher gebraucht wurde, wenn die deutschen Synonyme zu derb waren. Heute hat dieses Wort wieder ein Comeback.Vorschlag eingesandt von Margot Bintig, 1.8.2017


Wangenbehaarung an beiden Seiten des Gesichts vor den Ohren [nach der Ähnlichkeit mit einem Kotelett]: vor den Ohren als schmaler Streifen.


Als Kotten oder Kate bezeichnete man ein einzelnes einfaches Wohnhaus oder eine einzelne Werkstatt in oder abseits der dörflichen Gemeinschaft. In der vor- und frühindustrieellen Zeit wurden auch kleine Betriebe als Kotten bezeichnet, daraus leitete sich im westdeutschen Raum die Bezeichnung für den Arbeitsplatz ab. Ich muss nach'n Kotten.
Insbesondere im Bergischen Land kennt man die Regionalform Hammer- und Schleifkotten oder Slipkoten eine Schleiferwerkstatt, in der seit dem späten 14. Jahrhundert mit Hilfe von Wasserkraft gearbeitet wurde.


Als Kottenbutter oder auch Kottenbotter wird im Bergischen Land eine (doppelte) Schwarzbrot- oder Graubrotscheibe mit Butter, geschnittener geräucherter Mettwurst, gegebenenfalls aus Pferdefleisch, (der so genannten Kottenwurst), Zwiebelscheiben und Senf bezeichnet.


Nicht gemeint ist das Produkt des Unwohlseins in der Fäkalsprache. Vielmehr handelt es sich dabei um einen festgewirkten, wetterfesten Umhang, bei dem für die Arme zwei seitliche Schlitze angebracht sind. Wird auch heute noch vorwiegend in ländlichen Gebieten z.B. von Jägern und Schäfern getragen. Das moderne Pendant ist der Poncho aus Kunststoff.


bei schwacher Hitze langsam kochen lassen...


in Deutschland nahezu ausgestorbenen Beruf, dessen Aufgabe es war, aus Holz Holzkohle herzustellen.


das [rhein. kölsch = kölnisch, aus Köln, spätmhd. (altkölnisch) coelsch]: in Köln gebrautes obergäriges Braunbier.


Mandoline
Mandoline
Die ostpreußische Verballhornung für ein Musikinstrument, die Madoline. Die Mandoline ist ein seit dem 17. Jahrhundert bekanntes Zupfinstrument europäischer Herkunft aus der Familie der Lauteninstrumente.

Eine andere Definition ist:
Norddeutsch: Zänkisches und schwatzhaftes Weib, Großmaul und lärmender Mensch.
Süddeutsch: Eine Bißgurn, eine besonders unangenehme Frauensperson.Erklärungen von Dieter Scholz und Margot Bintig, Erinnerungswerkstatt Norderstedt


eine finanzielle Entschädigung, die eine Frau von ihrem ehemaligen Verlobten fordern konnte, wenn sie sich auf Grund eines Eheversprechens von ihm entjungfern ließ und er anschließend die Verlobung löste.


Schiffsausguck an höchster Stelle des ersten Mastes.


veraltet für: Kaufmann, Kaufmannsladen, Die Krämer, auch Heringsbändiger genannt, waren bekannt dafür, dass sie nicht ordentlich wogen und dass die von ihnen verkauften Lebensmittel nicht selten verfälscht oder verdorben waren.


Krapfen, Berliner, Berliner Pfannkuchen.


[mhd. kretze, zu → kratzen]: Durch die Krätzmilbe hervorgerufene Hautkrankheit.


Kreissäge
Kreissäge
Sägemaschine mit kreisförmigem Sägeblatt, (ugs. scherzh.) kreisrunder, flacher Strohhut: Auf dem Kopf 'ne Kreissäge... Ein Strohhut ist eine Kopfbedeckung aus geflochtenem Stroh und anderen als Stroh bezeichneten Materialien, die vor allem zum Sonnenschutz gebraucht wird. Die Herstellung erfolgt als Strohflechterei, früher zumeist in Heimarbeit.


trübweiße Schuhsohlen aus Gummi in den 50er Jahren, auf Linoleum-Böden erzeugten sie quietschende Geräusche.


früher ein Typ von Segelschiffen, heute noch für bestimmte Kriegsschiffe gebräuchlich, eine alte Münze mit aufgeprägtem Kreuz im Wert von 4 Pfennig (2 Cent).


Reifrock
Reifrock, Krinoline Bild: Milchmädchen mit Krinoline. Karikatur im Punch (1858)
(Reifrock) Nach 1830 erlebte der Reifrock als Krinoline (italienisch-französisch crin, eigentlich Rosshaargewebe) in der Krinolinenmode eine erneute Renaissance, zunächst als Unterrock aus mit Rosshaar verstärktem und geformtem Gewebe, das das bis dahin übliche Tragen mehrerer Stoffunterröcke ablöste. Nach Experimenten mit Fischbein und aufblasbaren Gummischläuchen setzte sich ab 1856 eine englische Konstruktion aus Federstahlbändern durch. Trotz des relativ großen Stahlverbrauchs war sie noch preiswerter als die Rosshaar-Modelle, vor allem aber ließ sie sich besser in die gewünschte Form bringen. Um 1868 erreichte die Krinoline mit einem Saumumfang von sechs bis acht Metern ihre üppigste Weite.


Kristallnacht, oder auch Reichskristallnacht war viele Jahre die im deutschsprachigen Raum verbreitete zynische bzw. euphemistische (verhüllende) Bezeichnung für die Novemberpogrome 1938 und bezog sich auf die zahlreich zerbrochenen Fensterscheiben.

Die Novemberpogrome 1938 – bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 auch Reichspogromnacht oder zynisch (Reichs-)Kristallnacht genannt – waren vom nationalsozialistischen Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden in Deutschland und Österreich.

Dabei wurden vom 7. bis 13. November etwa 800 Juden ermordet, 400 davon in der Nacht vom 9. auf den 10. November. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, wo mindestens weitere 400 ermordet wurden oder an Haftfolgen starben.
Die Pogrome markieren den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden seit 1933 zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. Quelle: Wikipedia.org


Krondotation ist die Gesamtheit der Einkünfte, welche ein Monarch und sein Haus aus Staatsmitteln beziehen. Den Gegensatz bildet das Privatvermögen des Fürsten.
Die Krondotation besteht entweder aus:
Einer jährlichen Rente, welche aus der Staatskasse gezahlt wird,
Einkünften die aus den Domänen ganz oder teilweise in die Hofkasse fließen, oder wie in Preußen, gewisse Vermögenskomplexe, die als Kronfideikommiss erklärt wurden, welche unveräußerlich sind, und deren Abwurf zur Krondotation gehört.
In Preußen wurde durch Gesetz vom 17. Januar 1820 eine jährliche Rente von 2.573.098 Thaler aus den Einkünften der Domänen und Forsten dem königlichen Haus angewiesen, welche durch Gesetz vom 30. April 1850 um jährlich 500.000 Thaler erhöht wurde. Das Gesetz vom 27. Jan. 1868, betreffend die Erhöhung der Krondotation, fügte eine weitere Rente von 1 Mio. Thaler aus der Staatskasse hinzu. Außerdem sind bestimmte Schlösser nebst Zubehör der ausschließlichen Benutzung des Königs unter Übernahme der Unterhaltungslast auf den Kronfideikommissfonds vorbehalten.


Maßwerk
Maßwerk, Kronament
Auch Kronament, ist die eingedeutschte Form vom franz. Couronnement (Bekrönung). Es bezeichnet das Maßwerk der Fenster hoch- und spätgotischer Kirchen. Sie wären ohne Maßwerk nicht denkbar, da sie aufgrund ihrer enormen Größe eine zusätzliche Gliederung benötigten. Siehe auch: Maßwerk (Wikipedia.de)


Mundartlich im Rheinland für Techtelmechtel – mit jemandem ein Verhältnis haben…


In der deutschen Umgangssprache wird ein reicher, im Luxus lebender Mensch in der Anlehnung an das historische Vorbild als Krösus bezeichnet; daher stammt auch die Redewendung Bin ich Krösus?, mit der finanzielle Ansprüche abgewehrt werden.
Krösus (griechisch Κροῖσος. Kroîsos, lateinisch Croesus) (* um 590 v. Chr.; † um 541 v. Chr. oder später) war der letzte König des in Kleinasien gelegenen Lydiens. Er regierte von etwa 555 v. Chr. bis 541 v. Chr. und war vor allem für seinen Wohlstand und seine Freigiebigkeit bekannt.


Die Kruke (eigentlich niederdeutsch für Krug) ist ein Vorrats- bzw. Abgabegefäß des Apothekers, welches hauptsächlich für halbfeste Zubereitungen wie Salben, Pasten und Cremes, aber auch für feste Stoffe verwendet wird (nicht für Flüssigkeiten). Gleichwohl wird auch ein Vorläufer der Wärmflasche als Kruke bezeichnet. Dies war meist ein ovales Kupferbehältnis mit einem Schraubverschluss, in das etwa zwei Liter heißes Wasser gefüllt wurde. Über das Kupfer wurde dann die Wärme abgegeben.


Krüsch ist Hamburgisch und bedeutet wählerisch oder etepetete oder zimperlich.


Eine Konditorei oder Konfiserie (auch Confiserie oder Pâtisserie genannt) ist ein Handwerksbetrieb, der Fein- oder Süßgebäck herstellt und meist auch im angeschlossenen Laden verkauft. Der zugehörige Beruf heißt Zuckerbäcker bzw. Konditor.


Kochmaschine
Kochmaschine, Küchenhexe
Eine Küchenhexe oder Kochmaschine ist ein alter Herd, meist mit Holz oder Kohle befeuert. Siehe auch Kochmaschine.


Kuddeln, Kaldauen, Löser oder Fleck sind die küchensprachlichen Bezeichnungen für den gewöhnlich in Streifen geschnittenen Pansen von Wiederkäuern. Sie gehören zu den Innereien. Neben Kutteln vom Hausschaf und vom schon selbst fressenden Rindskalb werden vor allem Kutteln vom Hausrind verwendet. In Ostpreußen früher ein häufiges Gericht aus Kaldauen wurde Fleck genannt, in Polen wird Kuttelsuppe (flaki bzw. flaczki) zu Festen serviert.
Das mittelhochdeutsche Wort kutel in der Bedeutung Eingeweide von Tieren ist seit dem 13. Jahrhundert bezeugt, die weitere Herkunft ist jedoch unklar. Die Bezeichnung Kaldaunen hat ihren Ursprung im vulgärlateinischen calduna (‚noch warme Eingeweide'), woraus über mittelhoch- und mittelniederdeutsch kaldune im Deutschen die Kaldaunen wurden. Als Kaldaunen bezeichnete man ursprünglich sämtliche essbaren Innereien von Schlachttieren, also nicht nur die eigentlichen Kutteln. Früher wurden arme Studenten, die von Wohltätigkeitsorganisationen kostenlose, aus billigen Zutaten hergestellte Mahlzeiten erhielten, abfällig als Kaldaunenschlucker bezeichnet.


Als Kujambel oder Kujambelwasser werden auf deutschen Seeschiffen verdünnte Limonade oder der klassische Hagebuttentee bzw. ein Mischgetränk aus Limonadensirup, Wasser und Eis bezeichnet. Dieser Kujambel wurde am Morgen vom Koch (oder Smut) angerührt und in einem großen Thermobehälter mit Zapfhahn der Besatzung in warmen Gegenden an einem zentralen Punkt des Schiffes zur Verfügung gestellt.


Veraltet für niederträchtiger Mensch, jemand, der als gemein, niederträchtig angesehen wird, ein Schurke, ein Schuft, aus dem französischen: coïon = Feigling im 16. Jahrhundert entlehnt; aus italienisch coglione = Feigling, eigentlich Hoden; aus vulgärlateinisch: *cōleo; aus lateinisch cōleus = Hodensack.


umgangssprachlich abwertend; unwürdig behandeln, schikanieren, unnötig und bösartig bedrängen, auch quälen, schikanieren, tyrannisieren, unterdrücken.


[mniederd. kumme, verw. mit → Kumpen, →Kumpf] (nordd.): tiefer ... Kasten, tiefe Schüssel oder Futtertrog.


Als Kumme (auch Kumm), f. pl: Kummen, wird in Norddeutschland ein henkelloses Gefäß mittlerer Größe bezeichnet, das aus Holz oder Keramik gefertigt ist. Das Wort ist im Mittelniederdeutschen belegt und bedeutet ein rundes, tiefes Gefäß oder eine tiefe, runde Schüssel, Holzschüssel bzw. tiefe Schale, Schüssel, mnd. auch Schale, Bottich.


Der Kummerbund ist eine von Männern getragene Schärpe (Leibbinde) und ist noch heute Bestandteil von Trachten vieler Völker und Nationalitäten.


Dünger oder Düngemittel ist ein Sammelbegriff für Stoffe und Stoffgemische, die in der Landwirtschaft und im Gartenbau dazu dienen, das Nährstoffangebot für die Kulturpflanzen zu ergänzen.
Der Ausdruck Kunstdünger verweist auf synthetisch hergestellte Dünger, meist in der falschen Annahme, nur mineralische Dünger würden synthetisiert. Inzwischen werden vermehrt organo-mineralische Dünger eingesetzt, für die der gleiche Begriff gilt.


Aus Invertzucker, Farb- u. Geschmacksstoffen hergestellter honigähnlicher Brotaufstrich, → Ersatzprodukt der Nachkriegszeit.
Herstellung: In einer Kristallisierschale werden 70 g Haushaltszucker in 100 mL destiliertem Wasser unter Rühren aufgegelöst. Nach Zugabe von 40 mL einer 10%igen wässerigen Zitronensäure-Lösung erhitzt man ca 60 Minuten unter Rühren und lässt die Lösung dann für ca 20 Minuten abkühlen. Aus der zunächst farblosen Flüssigkeit entsteht nach und nach beim Erhitzen und anschließendem Abkühlen eine gelbe viskose Masse.
Die Zitronensäure katalysiert die hydrolytische Spaltung der Saccharose unter Bildung von Glucose und Fructose: Das entstehende Gemisch bezeichnet man als Invertzucker. Setzt man noch Stärkezucker oder Stärkesirup hinzu, erhält man eine cremige Masse – den Kunsthonig.


Kuppelei (lateinisch lenocinium) ist die vorsätzliche Vermittlung und Beförderung der Unzucht. Da sich Kuppelei speziell auf Anbefohlene (Kinder, Mündel u. ä.) bezieht, umfasst der Begriff auch die Heiratsvermittlung Minderjähriger. In Verbindung mit Geldzahlungen gehört Kuppelei auch in den Kontext der Prostitution. Bedeutung hatte der Kuppelei-Paragraph in Deutschland bis 1973. Der Kuppelei machten sich nach damaliger Rechtsprechung auch diejenigen Eltern schuldig, die ihren Kindern den Kontakt mit ihren möglichen Sexualpartnern im elterlichen Haus erlaubten oder durch Vernachlässigung der Aufsichtspflicht zuließen. Die teilweise widersprüchlichen staatlichen Regelungen und eine veränderte gesellschaftliche Moral führten dann zu einer Strafrechtsreform.


Eine Kurbelwelle setzt in Kolbenmaschinen die lineare Bewegung eines oder mehrerer Kolben mit Hilfe von Pleuelstangen in eine Drehbewegung um (oder umgekehrt).


erhöhter Sitz, der Platz des Kutschers, des Wagenlenkers auf dem Pferdewagen.


Eine Kutsche ist ein gefedertes Fuhrwerk, also ein von Zugtieren gezogener, aber jedenfalls gedeckter Wagen. Eine Kutsche kann ein- oder zweiachsig sein, eine geschlossene Karosserie haben oder ein bewegliches Verdeck. Ganz offene Pferdewagen sind definitionsgemäß keine Kutschen.


die; -, -n [aus dem Niederd. < mniederd. kule, verw. mit Keule] (ugs.): muldenartige Vertiefung.


ist das klassische Gewürz zu schweren Speisen, Brot und zu Pellkartoffeln, bezeichnet auch eine Spirituose, den Kümmellikör.


(umgangssprachlich) Alkohol, besonders Schnaps trinken.
Synonyme: Zechen; Alkohol trinken; (umgangssprachlich) einen heben, [sich] einen hinter die Binde gießen/kippen, einen schmettern, einen trinken, einen zur Brust nehmen, einen zwitschern, einheizen, kneipen, picheln; (salopp) einen auf die Lampe gießen, [einen] saufen, [einen] stemmen, kübeln, tanken, zischen; (umgangssprachlich scherzhaft) bechern; (salopp scherzhaft) sich die Gurgel schmieren/ölen; (landschaftlich) pietschen; (landschaftlich umgangssprachlich) dudeln; (mitteldeutsch) schwiemeln; (bildungssprachlich veraltet) pokulieren


Kümmeltürke stammt aus der Studentensprache des ausgehenden 18. Jahrhunderts, für einen Studenten, der aus der näheren Umgebung der Universität stammt.
Die Bezeichnung rührt daher, dass die Gegend um die Stadt Halle, wo dieser Ausdruck entstanden ist, früher als Kümmeltürkei bezeichnet wurde. Dort wurde seinerzeit viel Kümmel angebaut, und als Türkei wurden damals auch andernorts Landstriche in Deutschland bezeichnet, die trostlos und wenig erbaulich waren.