Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

G: von gallebitter bis gute Butter

starkbitterer Geschmack. In der medizinischen Lehre, bis sie mit Paracelsus an Bedeutung verlor, nimmt die Galle eine zentrale Rolle ein. Es wurde dabei zwischen Gelber Galle und Schwarzer Galle unterschieden. Diese beiden gehören, neben Blut und Schleim, zu den vier so genannten Kardinalsäften (Viersäftelehre). Befinden sich diese im Gleichgewicht (Eukrasie), sei der Mensch gesund. Bei einem Ungleichgewicht (Dyskrasie) komme es zur Krankheit. Gelbe Galle werde in der Leber produziert und mit Cholerikern assoziiert. Schwarze Galle werde nach der Humoralpathologie in den Hoden und der Milz produziert und mit Melancholikern (von mélaina cholé, schwarze Galle) in Verbindung gebracht. Sprichwörtliche Ausdrücke wie mir kommt die Galle hoch beziehungsweise Gift und Galle spucken, beides Metaphern für Wut, begründen sich in dieser Lehre.


Als Galgenfrist, engl. Deadline, bezeichnet man den Ablaufzeitpunkt einer Frist oder Fälligkeit (juristisch), den Stichtag (Bilanzstichtag) oder das Schließen eines Zeitfensters (technisch). Der Begriff wurde zunächst im Zeitungsjournalismus verwendet, um den letztmöglichen Termin zu bezeichnen, zu dem die Druckzeilen (englisch lines) in die Setzerei gegeben und dort abschließend fixiert wurden. Quelle: Wikipedia.org


Kochgeschirr
Kochgeschirr
Gamelle ist eine schweizerische Bezeichnung für ein heute dreiteiliges Kochgeschirr, das Soldaten zum Erwärmen von Speisen und auch als Essgeschirr dient. Das dreiteilige nierenförmige Kochgeschirr M1910 wurde in den deutschen Armeen bereits 1910 eingeführt und nicht mehr verändert. In Deutschland wird im zivilen Bereich ein solches Essgeschirr auch als Henkelmann bezeichnet, in der Bundeswehr umgangssprachlich als Pickpott. Die Gamelle wird nicht nur vom Militär in der Schweizer Armee, den deutschen Armeen der Kaiserzeit, Reichwehr und Wehrmacht sowie Bundeswehr und NVA, in Österreich, Italien, Ungarn und Polen benutzt, sondern auch beim Zivilschutz und den Pfadfindern.


Niederdeutsches Wort, das so viel bedeutet wie das Alte. Umgangssprachlich abwertend bezeichnet Gammel laut Duden minderwertiges, wertloses, unbrauchbares Zeug verschiedener Art. In der Fischerei werde Beifang und Fische, Krustentiere, anderes im Wasser lebendes Getier, welches für den menschlichen Verzehr nicht geeignet ist, als Gammel bezeichnet und vorwiegend zu Tierfutter verarbeitet.


Gammler ist eine abwertende Bezeichnung, die sowohl in der alten Bundesrepublik als auch in der DDR für jugendliche Anhänger der Rockmusik verwendet wurde, die meist lange Haare trugen sowie mit Jeans und Parka bekleidet waren. Seit Mitte der 1950er Jahre wurde gammeln auch für reduziertes Bewegungstempo und sinnlose Beschäftigung verwendet. So bezeichnete Küppers Wörterbuch der deutschen Umgangssprache, dass gammeln seit 1955 in der Bedeutung von langsam tätig sein in Gebrauch ist.Quelle: Wikipedia.de


In der deutschen Sprache gibt es für die männliche Gans die Bezeichnungen Gänserich, Ganser, Ganterich oder Ganter. Für die junge Gans bzw. das Gänseküken Gänsel oder Gössel.


Ein Gaswerk, oder Gasanstalt ist eine Anlage zur Herstellung, Speicherung und Bereitstellung von technischen Gasen, insbesondere von solchen für Heiz- und Beleuchtungszwecke.


Die Gasbeleuchtung ist eine Beleuchtungsform, bei der ein brennbares Gas (früher Stadtgas, heute Erdgas) als Energiequelle dient. Stadtgas wurde früher durch Kohlevergasung innerhalb einer Kokerei oder einem Gaswerk erzeugt und durch ein Netz von Rohrleitungen zu den Verbrauchern geleitet.


Gasometer
Gasometer, Gasspeicher
Ein Gasometer ist ein Gasspeicher, ein Reservoir, das zur Speicherung von brennbaren Gasen wie Stadtgas (Leuchtgas), Erdgas (Erdgasspeicher), Flüssiggas, Biogas und Klärgas eingesetzt wird. Der Begriff umfasst oberirdische Gasbehälter, bodennah verlegte Röhrenspeicher, tiefe Kavernen und geogene Untergrundspeicher.


Korngarbe
Korngarbe
Eine Garbe ist in der Landwirtschaft ein Bündel aus Getreidehalmen, einschließlich der sich am oberen Ende befindenden Ähren.
Früher wurde unter anderem in Mitteleuropa das Getreide bei der Getreideernte mit der Sichel, Sichte oder Sense gemäht und anschließend zu Garben gebündelt, indem man einige Halme um das Bündel wickelte, um es zusammenzuhalten. Zum Trocknen des Getreides stellte man mehrere Garben gegeneinander gelehnt auf dem Feld zusammen.


Das Fremd- oder Lehnwort Gaze wurde aus dem Französischen übernommen, wobei das französische gaze offenbar ursprünglich dem arabischen قزّ / qazz entstammt. Eine sprachliche Verbindung ist hierbei auch mit der palästinensischen Stadt Gaza möglich, und zwar als möglicher bedeutender ehemaliger Produktionsstandort für dieses Gewebe.


Veraltet für Zeitung, Blatt, Tageblatt, Journal. Im 17. Jahrhundert von französisch gazette → fr entlehnt, das auf italienisch gazetta → it zurückgeht, welches wiederum von venezianisch gazeta eine venezianische Münze (als Preis für das Nachrichtenblatt) stammt. Man darf nicht alles glauben, was in den Gazetten steht. Heute wird der Begriff abwertend für periodisch erscheinende Presseerzeugnisse benutzt.


mittelhochdeutsch gedense: Das Gezerre; das Hin- und Herzerren. Ausdruck für Affektiertheit, Aufheben, Brimborium, Getöse, Getue, Gewese, Gehabe, Gespreiztheit, Geziere, Mache, Manieriertheit, Überfeinerung, Gerappel und auch für Firlefanz, Plunder, Schnickschnack. Mach doch nicht so'n Gedöns!Räum jetzt erst mal das ganze Gedöns weg!


Hackfleisch, auch Gehacktes, Gewiegtes, Faschiertes, Hackepeter


Jemand, der Gift und Galle in seinen Reden versprüht und Hass sät; eine von Fanatismus gekennzeichnete Person.


Geifer m. 'ausfließender Speichel, in bösen Worten ausgestoßene Wut', spätmhd. geifer gehört zu einem Verb, das in bair. gaifen 'klaffen, spöttisch den Mund verziehen', nd. gīpen, jīpen 'den Mund aufreißen, nach Luft schnappen, streben nach', mnl. ghīpen, nl. gijpen 'nach Luft schnappen' vertreten ist. Vgl. mit abweichendem Stammvokal anord. geipa 'schwatzen'.
Beispiele:
sie geiferten vor Hass und Angst - er stichelte und geiferte - der Hund zerrt an seiner Kette, geifert und schnappt


Der Gelbzahn (auch Geltan, Geltän, Jeltän) hat sich teilweise auch verselbstständigt und zu einer Schreckgestalt mit feurigen Augen, einem Mann mit gelbem Zahn gewandelt. Der Gelbzahn, der die Kinder beißt oder mitnimmt, ist eher ein allgemeiner Kinderschreck, der auch an anderen verbotenen Orten wie der Scheune oder dem Dachboden lauern kann. Lesen Sie die Geschicht von Hilde Heimerl: Das Altenteil.


Ein bewaffneter Polizist wurde früher als Gendarm bezeichnet. Später setzte sich die Bezeichnung Schupo für Schutzpolizist durch. Die Wortherkunft leitet sich aus dem französischen von gendarme Polizeisoldat, bewaffneter Reiter ab, eigtl. frz. gens d'arme bewaffnete Leute, aus frz. gens für Leute, Menschen oder (lat. gens Geschlecht, Stamm) und lat. arme Waffe (aus lat. arma Waffen).


ist die scherzhafte Bezeichnung für die Nase.


Domestiken, Dienstboten des Grund- bzw. Gutsherrn, denen sie gegenüber zu häuslichen Arbeitsleistungen verpflichtet waren.


Die Geheime Staatspolizei, auch kurz Gestapo genannt, war ein kriminalpolizeilicher Behördenapparat und die Politische Polizei in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945). Sie entstand 1933 nach Umformung der politischen Polizeiorgane der Weimarer Republik. 1939 wurde die Gestapo in das Reichssicherheitshauptamt (Amt IV) eingegliedert. Als Instrument des NS-Staates besaß sie weitreichende Machtbefugnisse bei der Bekämpfung politischer Gegner. In den Nürnberger Prozessen wurde sie zu einer verbrecherischen Organisation erklärt.


Gettoblaster
Gettoblaster
Ein Radiorekorder ist ein tragbares Audiogerät mit Wiedergabe- und Aufnahmefunktionen für Audiokassetten (Kassettenrekorder) und eingebautem Radio zum Empfang von Hörfunksendungen. Das Gerät ist eine Weiterentwicklung der vordem verwendeten tragbaren Transistor- oder Kofferradios. Große Geräte mit leistungsstarken Verstärkern und Lautsprechern werden umgangssprachlich als Boombox oder Ghettoblaster bezeichnet. Das leitet sich zum einen ab von Englisch to blast, hier: Krach machen, zum anderen von Ghetto als den Wohngebieten meist sozial benachteiligter Afroamerikaner und Hispanics in den USA. Der Ghettoblaster spielte eine bedeutende Rolle in der Entwicklung des Hip-Hop und seiner oft straßenzentrierten Kultur (vgl. Breakdance, Graffiti).


Der Taufpate bzw. die Taufpatin begleitet oder trägt den Täufling bei der Taufe und ist Zeuge der Sakramentsspendung. Sein/ihr Name wird im Kirchenbuch vermerkt. Der Begriff Pate kommt vom lateinischen pater spiritualis bzw. patrinus, Mit-Vater (genau wiedergegeben mit dem altdeutschen Wort Gevatter).


(umgangssprachlich scherzhaft) jemand, der beruflich mit Chemikalien, Medikamenten, Giften zu tun hat, besonders Apotheker – oder (umgangssprachlich abwertend) jemand, der verbotenermaßen, in böser Absicht Gift zubereitet, oder etwas mit Gift präpariert.


Der heutige Oktober, hieß früher auch Weinmonat, Gilbhard, Weinmond, Blutmond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.


Im Mittelalter kannte man zwei Varianten von Handwerkerorganisationen: die Gilden und Bruderschaften. In einer Gilde vereinigten sich die Handwerker, die denselben Beruf oder einen Nachbarberuf der Sparte ausübten. In Bruderschaften vereinigten sich Menschen gleicher Interessen, welche untereinander Solidarität und Harmonie bezweckten. Äußeres Zeichen war die jährliche Abhaltung einer gemeinsamen Mahlzeit mit Präsenzpflicht. Gott sollte durch gute Taten die ihm gebührende Ehre erwiesen werden. Sie trugen dann häufig christliche Namen.


Ein Gnadderbüdel ist ein übellauniger Mensch, ein unzufriedener Zeitgenosse, ein Nörgler. Er ist gnadderich (ärgerlich, gereizt).


Elektrischer Strom gleichbleibender Richtung und Polarität.


Mineral zum Schutz in elektrischen Plätteisen, nach Alkoholgenuss, einen Glimmer haben, beglimmert sein.


[Ugs.] scherzhaft für Zigarette - auch Sargnagel, Lungentorpedo, Krebsstäbchen, Fluppe, Schmaucher, Röchelröllchen, Husterolle, Kippe, Ziese, Lunte, Zille, Zippe; Stumpen, Kippe, Lungenlutz, Dampfpappe, Joint genannt.


(von lateinisch glossa) ist eine Erklärung eines schwierigen Wortes oder einer Textstelle, oder auch ein kurzer und pointierter, oft satirischer oder polemischer, journalistischer Meinungsbeitrag in einer Zeitung oder Zeitschrift.


Ein Glühstrumpf oder Gasstrumpf (auch Glühkörper genannt) ist ein kuppel- oder birnenförmiges feinmaschiges Gebilde aus Oxiden, das in gasbetriebenen Leuchten (Gaslampen und solchen, die Petroleum – z.B. Petromax – oder andere flüssige Brennstoffe verdampfen) die Lichtquelle bildet, indem es durch die Flamme zum Leuchten angeregt wird. Er wird aus einem mit speziellen Salzen seltener Erden präparierten Gewebe aus Baumwolle, Seide oder Kunstseide hergestellt, das durch Aufheizen in einer Gasflamme verbrennt und die Salze als Oxide in Form eines feinen Gerüstes hinterlässt.


Aus Ostpreußen; Bezeichnung für Gnom, Zwerg, kleiner Mensch; auch Kind.


Grundig-Erfindung; Bezeichnung für einen neuen Hochton-Lautsprecher. Im Idealfall sollte ein Lautsprecher alle Frequenzen im Hörbereich (20-20000 Hz) gleich laut wiedergeben.


Die Gosse ist ursprünglich die gemauerte, gemuldete Abwasserrinne in der Straßenmitte von mittelalterlichen Städten. Mittels der Gosse wurden alle Formen von Abwasser aus der Stadt herausgespült. Diese Abwässer verursachten Geruchsbelästigungen. Mit dem Aufkommen von unterirdischen Kanalisationen (Anfang des 20. Jahrhunderts) wurden die Gossen entfernt. Umgangssprachlich ist die Gosse der Ort in welchem Verwahrlosung und Kriminalität vorherrschen. Jemand ist in der Gosse zuhause oder kommt aus der Gosse.


Das Gottesgnadentum ist eine Begründung für monarchische Herrschaftsansprüche. Der Begriff entwickelte sich aus dem lateinischen Titelzusatz Dei gratia (von Gottes Gnaden). Das Konzept des Gottesgnadentums hat seinen Ausgangspunkt bei den karolingischen Königen des Frankenreichs. Deren Vorgänger aus der Dynastie der Merowinger gründeten ihren Herrschaftsanspruch noch allein auf das Geblütsrecht und das Königsheil, das vom rechtmäßigen König auf seine leiblichen Nachkommen übertragen wurde.


Gram; kaum noch benutztes Wort für tiefen Kummer, Depression und Weltschmerz. Sich grämen heißt trauern, sich Sorgen machen, einen tiefen Kummer zu haben. Im Wörterbuch der Gebrüder Grimm findet sich noch folgende Erklärung: Im Dän. und Schwed. gram, gramur, im Angels. grame, im Pers. garm, in welchen Sprachen es auch zuweilen für zornig, erzürnt, gebraucht wird, welches vermuthlich auch die erste Bedeutung des deutschen Wortes gram ist, so daß es zunächst zu dem Geschlechte des Wortes Grimm gehört. Fr. haineux, eine anhaltende mit Widerwillen verbundene Abneigung gegen eine Person oder Sache empfindend; da es denn die dritte Endung der Person erfordert. Einem gram seyn, oder werden.
Veröffentlicht auf Anregung von Ingbert Zimmermann: Altmodisch wie ich bin verwende ich das Wort Gram im Sinn von "jemandem böse sein oder über jemanden ärgerlich sein" Ich bin mir aber nicht sicher ob das Wort nur regional verwendet wurde /wird oder mal zum allgemeinen aktiven Wortschatz gehörte. Witzig ist das die Niederländer es so kennen. Das schöne Wort ist fast verschwunden. Ich benutze solche Worte (ehern und ähnliches) damit die Worte nicht vergessen werden. Ihre Website hilft mir dabei-DANKE dafür!! Grüße aus Berlin /Eichwalde Ingbert (schon wieder alter Name :) )


Graf Koks ist der Name einer von Kurt Tucholsky (alias Peter Panter) in der Kulturzeitschrift Die Weltbühne Nr. 1 vom 5. Januar 1932 (S. 26) erfundenen Figur. Umgangssprachlich die Bezeichnung für eine Person, die besonders vornehm oder angeberisch tut. So nennt man etwa im Ruhrgebiet einen Angeber und eingebildeten Menschen Graf Koks von der Gasanstalt, Graf Koks von der Müllkippe oder Graf Koks von der Halde.


Ein Grammophon oder -fon (von altgriechisch γράμμα grámma, deutsch ‚Geschriebenes‘ und φωνή phōnḗ ‚Stimme, Laut, Ton‘) ist ein Gerät zur Aufzeichnung und Wiedergabe von Tönen, das 1887 von Emil Berliner erfunden wurde (Anmeldung zum Patent: 26. September 1887). Als reines Abspielgerät war es der mechanische Vorläufer des Plattenspielers. Berliner ließ den Namen Grammophon (im englischen Original Gramophone) gesetzlich schützen; er entwickelte sich indes nicht nur im Deutschen zum Gattungsbegriff für alle Apparate ähnlicher Bauart, wobei im amerikanischen Englisch – anders als im britischen – der Vorläuferbegriff des Phonographen stärker bevorzugt wird. Darüber hinaus prägte Berliner auch den Begriff Schallplatte.


1.) Ein gesteinsbildendes Mineral aus der Mineralklasse der Silikate und Germante, das meist isometrische Kristalle mit den charakteristischen Formen des Rhombendodekaeders bildet und auch zu Schmucksteinen verarbeitet wird.
2.) Die Nordseegarnele (Crangon crangon), auch Sand- oder Strandgarnele, Granat, Porre, Knat, Graue Krabbe, in der Mehrzahl Porren oder (Nordsee-)Krabben genannt, ist ein kleiner Zehnfußkrebs.


Heute nicht mehr gebräuchliches Wort, das ursprünglich das Gesicht verziehen, besonders den Mund verzerren - gähnen bedeutet. Meine Großmutter (aus Ostpreußen) benutzte das Wort als Synonym für weinen: Nu hört mal auf zu greinen, Jungche.


Ein Griffel (v. griech.: grapheion, Schreibgerät) ist ein Stift zur Beschriftung einer Schiefertafel oder Wachstafel. Er wurde zuerst in Mesopotamien zur Beschriftung von Keilschrifttafeln benutzt. Viele Werkzeuge, die die Oberfläche eines Werkstücks ritzen, werden Griffel genannt.
Eine spezielle Form des Griffels ist älteren Generationen als Schreib-Griffel noch in guter Erinnerung, denn noch bis Mitte der 1960er-Jahre schrieben und rechneten Schüler der unteren Jahrgänge mit ihnen auf Schiefertafeln (mit Schiefergriffeln) bzw. später auch auf Plastiktafeln (dann mit Kreidegriffeln oder Kreide).Quelle: Wikipedia.de


Nicht mehr gängiges Wort für: Böse, wütend, wild, mit den Zähnen knirschen vor Wut. In der Oekonomischen Encyclopädie von J.G. Krünitz heißt es dazu: Bey dem Notker und Willeram ist Crimmi und Grimme, Grausamkeit, Gremezi, der Zorn, Grimheit, Tyranney, crimman, grimmig machen, bey dem Opitz vergrammen, erzürnen, im Isidor Grimmi, Hartnäckigkeit. Daß die Verstellung der Gesichtszüge in diesem Worte der herrschende Begriff ist, erhellet aus dem vorigen Grimasse, aus Gram, Griesgrammen und den verwandten Sprachen. Im Schwed. ist grymm, gräulich, Grauen erweckend, im Engl. grimm, scheuslich, grim, verdrießlich, im Ital grimo, mürrisch, im Spanischen Grima, ein Schauer der Haut, und im Griech. κρυμος, die Kälte.


mhd., ahd. grint = Schorf, eigtl. = Zerriebenes. Der Grind (von engl. to grind schleifen) ist ein Skateboardtrick.


Umgangssprachlich für die Möglichkeit, die Staatsgrenze der DDR mit Genehmigung der zuständigen Behörden legal zu überschreiten. Die Ausreisegenehmigung bekamen DDR-Bürger zu familiären Feiern (z.B. achtzigster Geburtstag eines im Westen lebenden Verwandten), wenn sie Reisekader oder Rentner (Frauen ab sechzig, Männer ab fünfundsechszig Jahren) waren.


Im offiziellen Sprachgebrauch der DDR eine Person, die unerlaubt die Sperranlagen an der Staatsgrezen zu überwinden versuchte. Die Flucht bzw. der Fluchtversuch durch DDR-Bürger wurde offiziell fast nie bekanntgemacht, eine Grenzverletzung von westlicher Seite war dagegegen willkommender Anlass für die Rechtfertigung der Grenze.


Gros bezeichnet eine alte Maßeinheit: ein Zählmaß zur Bemessung von Mengen nach ihrer Anzahl. Ein Dutzend mal ein Dutzend, also zwölf mal zwölf, gleich 144 Stück. Daher kommt also der aus dem Französischen übernommene kaufmännische Ausdruck En gros (im Gegensatz zu En detail- im Einzelnen) für die Abnahme oder Abgabe von Waren in größeren Stückzahlen.Quelle: Wikipedia.de


Großi, altdeutsch für Großmutter


Groschen ist die Bezeichnung für verschiedene Münzen. Das Wort ist dem italienischen denaro grosso oder der lateinischen Bezeichnung des Turnosen entlehnt: grossus denarius Turnosus, zu Deutsch dicker Denar von Tours. Häufig wurde Groschen in älteren Dokumenten mit gl abgekürzt.Quelle: Wikipedia.de


Grotzen, auch Krotzen (von lat. crux = Kreuz), ist in der Pelzbranche der Fachbegriff für die Fellmitte mit dem dunkleren, meist langhaarigeren Rückgratstreifen. Ist der Grotzen sehr ausgeprägt und schmal, wird er in der Zoologie Aalstrich genannt.Quelle: Wikipedia.de


Gröfaz (auch in der Schreibweise GröFaZ) ist ein als Spottname gebrauchtes Akronym für Größter Feldherr aller Zeiten und bezeichnete Adolf Hitler. Der Ausdruck verbreitete sich erst ab 1943 nach der Schlacht bei Stalingrad. Er könnte an eine Formulierung in der Langform angeknüpft haben, die von Generalfeldmarschall Wilhelm Keitel unter dem Eindruck des Westfeldzuges und der Eroberung der Benelux-Staaten und Nordfrankreichs geprägt worden war: Mein Führer, Sie sind der größte Feldherr aller Zeiten.Quelle: Wikipedia.de


Die Gült ist ein historischer Begriff aus dem mittelalterlichen Finanz- und Steuerwesen. Sie bezeichnete eine aus einem Grundstück an den Grundherrn zu zahlende Steuer, Abgabe, ein Pfand oder eine Geldrente und war vor allem im süddeutschen Raum, Österreich und der Schweiz gebräuchlich. Es wurde zwischen der Geldgülte (Zahlung in Geld) und der Fruchtgülte (Zahlung in Naturalien) unterschieden. Es existierten Abgabenregister als sogenannte Gültbücher. Einen zinspflichtigen Bauer nannte man Gültbauer, den Gläubiger den Gültherr. Die Gült als Grundpfand bewirkte eine Haftung durch das belastete Grundstück, nicht durch den Schuldner persönlich.


Redewendung für eine Ehefrau, die zeitweilig von ihrem Mann getrennt lebt, z.B. weil dieser zur See fährt.


Grünschnabel oder noch grün hinter den Ohren sein ist eine Bezeichnung für einen Neueinsteiger oder Anfänger.


Grütze (von althochdeutsch gruzzi für Grobgemahlenes) ist ein Nährmittel aus grob zerkleinerten Getreidekörnern, wie Hafer, Gerste, Hirse, Mais, Roggen oder Weizen.


Der Gugelhupf ist ein Kuchen aus Hefeteig, oft mit Rosinen. Ursprünglich wohl in einem rundlichen Napf oder kleinen Kessel zubereitet, wird er in einer typischen, hohen Kranzform aus Metall, Keramik, Glas oder Silikon mit einer kaminartigen Öffnung in der Mitte gebacken, die klassischen Puddingformen ähnelt und den Teig gleichmäßiger garen lässt. Besonders in Österreich ist Gugelhupf allerdings keine Bezeichnung für einen bestimmten Teig, sondern für die charakteristische Form.Auf Anregung von Frau Christina Bohn


Das Kürzel Gulag bezeichnet das Netz von Arbeitslagern in der Sowjetunion, im weiteren Sinn steht es für die Gesamtheit des sowjetischen Zwangsarbeitssystems, das neben Lagern und Zwangsarbeitskolonien auch Sonderlager, Spezialgefängnisse, Zwangsarbeitspflichten ohne Haft sowie in nachstalinistischer Zeit ebenfalls einige psychiatrische Kliniken als Haftverbüßungsorte umfasste. Im weitesten Sinn ist das gesamte sowjetische Repressionssystem gemeint.
Während des Zweiten Weltkrieges und in den Nachkriegsjahren hielt die Sowjetunion ferner rund vier bis sechs Millionen Kriegsgefangene in Lagern des GUPWI (Главное управление по делам военнопленных и интернированных, transkribiert Glawnoje uprawlenije po delam wojennoplennych i internirowannych, übersetzt Hauptverwaltung für Angelegenheiten von Kriegsgefangenen und Internierten) fest und forderte von ihnen Zwangsarbeit. Unmittelbar nach Kriegsende kamen 700.000 Insassen von Filtrationslagern hinzu. Fachleute gehen heute davon aus, dass insgesamt rund 28,7 bis 32 Millionen Menschen in der Sowjetunion Zwangsarbeit zu verrichten hatten.


Gummitwist ist die Bezeichnung eines Kinderspiels, bei dem es vor allem auf Geschicklichkeit, Rhythmus und Körperbeherrschung ankommt. Der Name stammt vom dafür benutzten Spielgerät, einem Hosengummi, und dem Modetanz Twist (von twist (engl., Drehung, to twist [zusammen-]drehen; in der Sportakrobatik: Drehung um die Körperlängenachse beim Springen) für die drehende Bewegung beim Spiel). In Österreich und Bayern kennt man es unter der Bezeichnung Gummihüpfen, in der DDR war dieses Spiel außerdem unter dem Namen Gummihopse, Gummihuppe oder Gummihoppe bekannt.
Ein althergebrachter Vers, der die Sprünge ansagt, lautet: Seite, Seite, Mitte, Breite, Seite, Seite, Mitte, raus, wobei man bei Seite, Seite so springen muss, dass man jeweils links und rechts das Gummiseil zwischen den Beinen hat. Bei Mitte springt man mit beiden Füßen in das gespannte Rechteck, bei Breite muss man die Beine so grätschen, dass sich das Gummi zwischen den Beinen befindet, und bei raus wird dieses springend verlassen. Siehe Wikipedia.org


Gurre ist eine im heutigen Deutsch bis auf Reste verschwundene althochdeutsche Bezeichnung für ein einzelnes weibliches Pferd. Noch im Alt- und Mittelhochdeutschen bezeichnete stuot (Stute) eine Herde weiblicher Pferde. Erst Anfang des 15. Jahrhunderts setzte sich die Bezeichnung Stute in ihrer heutigen Bedeutung durch. Im 1953 festgelegten Wappen des Landkreises Erding erscheint eine rote, goldbewehrte Haager Gurre auf weißem Grund mit (heraldischen Normen entsprechendem) aufsteigendem Schweif.
Der Eintrag Gurre der Oeconomische Encyclopädie von Johann Georg Krünitz (1773–1858) lautet:
Gurre, (die) im g. L. eine Benennung einer Stute von geringer und schlechter Art, und eines jeden schlechten Pferdes überhaupt, welches man auch wohl eine Mähre zu nennen pflegt. In einigen Mundarten lautet dieses Wort Gorre, im Meklenburg. Zorre, in Irland Garron, alle in der Bedeutung eines schlechten Pferdes. Vielleicht von dem gurren, gnurren oder knurren des Bauches solcher alten untauglichen Pferde. Im alt Franz. war Gorre aus einer ähnlichen Ursache eine Benennung eines alten, und Gorret, eines jungen Schweines.


kleiner runder Stellofen aus Gusseisen, auch Kanonenofen genannt.


Die (oder das) Guttapercha oder Gutta (malaiisch von getah = Gummi und percha = Baum) ist der eingetrocknete Milchsaft des im malaiischen Raum heimischen Guttaperchabaumes. Bei Raumtemperatur ist es härter und nicht so elastisch wie Kautschuk, wird aber bei 50°C weich und knetbar.


Der Ausdruck Gute Butter stammt aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Gute (gemeint ist echte) Butter war für viele Menschen kaum erschwinglich und in Kriegs- und Krisenzeiten kaum erhältlich. Die Verwendung von Guter Butter war besonderen Gelegenheiten vorbehalten.