Lexikon der alten Wörter und Begriffe (Archaismen)

J: von Jach bis Jurte

Jach, ist für jähe noch im Oberdeutschen üblich, wird aber im Hochdeutschen nicht mehr gebraucht. Wer aber allzu jach ist, wird mangeln, allzu hitzig, voreilig. Bey dem Opitz und andern Oberdeutschen gach. Daher der Jachzorn, der Jähzorn. Siehe Jähe und Jähzorn.Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J.G. Krünitz

Wachholder, auch Krammetsbaum, Knirk, Duxenstrauch (Juniperus communis L.), ein bekannter Strauch, dessen männliche und weibliche Blüten auf besonderen Stämmen getrennt sind. Blüht im April und Mai, bringt aber die Früchte (Wachholderbeeren) erst im künftigen Jahre zur Reife. Wenn der Wachholder in der Blüthe stark stäubt, so behaupten die Schäfer, dass bei den Schafen im nächsten Winter Krankheiten zu erwarten sind, was damit zusammenhängen mag, dass in nassen Jahren der Wachholder den meisten Blütenstaub entwickelt, und dergleichen Jahrgänge auch der Schafhaltung nicht günstig sind.

Salopp, scherzhaft amtliche Bescheinigung der Unzurechnungsfähigkeit. Als jemand, der einen Jagdschein besitzt, wurde und wird umgangssprachlich und stigmatisierend auch bezeichnet, wer als nicht zurechnungsfähig eingestuft wird. Bis in die 1960er Jahre gab es den Paragraphen 51 StGB, durch den psychisch Kranke pauschal als strafunmündig eingestuft wurden. Etwas überspitzt formuliert konnte man frei schießen, man hatte also den Jagdschein. Dieser Paragraph wurde unter anderem durch § 20 StGB Schuldunfähigkeit wegen seelischer Störungen ersetzt.

Ihrem jeweiligen Grund- oder Landesherren hatten Bauern und Kötter für die Überlassung von Ländereien und Rechten unterschiedliche Abgaben in Geld, Naturalien oder Diensten zu zahlen. Während die Dienste zu unterschiedlichen Zeiten anfielen, richteten sich Abgaben an Naturalien nach den natürlichen Gegebenheiten. Das Jacobigeld war am 25. Juli des Jahres fällig.

JanosEin von 1957 - 1958 im Nachkriegsdeutschland bei Zündapp gebauter viersitziger Kleinwagen mit Front- und Hecktür, bei dem die beiden Sitzbänke mit der Lehne zueinander angebracht waren. Fahrer und Beifahrer schauten in Fahrtrichtung, die Fontpassagiere nach hinten heraus. Der Fahrzeugname entstammt der römischen Mythologie, Janus (lateinisch Ianus) war der römische Gott des Anfangs und des Endes. Frühe Abbildungen zeigen ihn mit einem Doppelgesicht, vorwärts und rückwärts blickend, daher die Beinamen Geminus (der Doppelte), Bifrons (der Zweistirnige), Biceps (der Zweiköpfige).

Im 15. Jahrhundert existierte in Nordfrankreich eine kriminelle Bande namens Muschelbrüder, deren Mitglieder sich als Erkennungszeichen eine Jakobsmuschel um den Hals hängten. Die Muschelbrüder hatten eine eigene Geheimsprache entwickelt, die sie Jargon nannten.
Heute versteht man darunter einen Slang, den Wortschatz einer kulturell abgegrenzten Menschengruppe eines bestimmten sozialen Milieus oder einer Subkultur (Szene).

Als Justaucorps (engl. coat) wird ein Herren-Kleidungsstück und die allgemeine Hauptoberbekleidung des Mannes des späten 17. und frühen 18. Jahrhunderts bezeichnet.

Der Januar, in Österreich Jänner, (lat. ianua = Türe, Zugang), ist der erste Monat des Jahres im Gregorianischen Kalender.

Jenisch ist eine Varietät der deutschen Sprache, einer vom Aussterben bedrohten Geheimsprache, von fahrenden Bevölkerungsgruppen, insbesondere von Hausierern. Die Wurzeln des Jenischen liegen zum Großteil im Deutschen und dessen Dialekten. Starken Einfluss hat das Jiddische genommen; hier sind zahlreiche Einflüsse deutlich wahrnehmbar, so wie beim Wort Keilof (jidd. Khelof) für Hund und Matof für Keller. Weit weniger Einfluss als allgemein angenommen hat das Romani. Jedoch leitet sich das Wort jenisch vom Wort dsan ab, das Wissen und Können bedeutet, weil eben nur Eingeweihte, Wissende es verstehen können. So versteht man unter einem Bäcker im jenischen Lechumschupfer, der Metzger ist der Bossertfetzer und der Zahnarzt der Nepferizupfer. Der Polizist wird zum Schucker, der Richter zum Schankler, der Tierarzt zum Gleistrampelmarodepink und die Hand zum Griffling.

(alternative Schreibungen Jogurt, Yogurt) ist ein durch Milchsäurebakterien hergestelltes Nahrungsmittel aus verdickter Milch.

Kunststoffverpackung in Becherform für Lebensmittel →Joghurt, (scherzhaft) Schimpfwort für Fahrzeugteile aus Kunststoff.

Der Johannistag (auch Johanni, Johannisfest und Johannestag) ist das Hochfest der Geburt Johannes' des Täufers am 24. Juni. Er steht in enger Verbindung zur zwischen dem 20. und dem 22. Juni stattfindenden Sommersonnenwende. Die Johannisnacht ist die Nacht auf den Johannistag, vom 23. auf den 24. Juni. Verknüpft ist der Tag auch mit Festen im Zusammenhang mit der Sommersonnenwende und Brauchtum wie dem Johannisfeuer, wie auch als besonders günstige Zeit für das Sammeln von Kräutern und Lostag im Zusammenhang mit Bauernregeln. Siehe auch: Johanni 1944 von Ida Slomianka

Zweiter Frühling. Wenn um den Johannistag (24. Juni) die Pflanzen zuweilen zum zweiten Mal ausschlagen, heißt dies im Volksmund Johannistrieb. Scherzhaft-spöttisch ist es auch die Bezeichnung für libidinösen Regungen älterer Männer.

PiratenflaggeDer Jolly Roger oder die Piratenflagge ist die schwarze Flagge von Piratenschiffen. Sie wird, in Anlehnung an den britischen Union Jack, auch Black Jack genannt.

frz. journal für Zeitung, Tagebuch, für das Schiffstagebuch.

Das Julfest ist ein nordeuropäisches Fest, das je nach religiöser Zuordnung zwischen der Wintersonnenwende und Anfang Februar gefeiert wird. In den skandinavischen Sprachen heißt Weihnachten heute jul oder jol, im Finnischen joulu, im Estnischen jõulud, im Englischen besteht der Begriff Yule, im Niederländischen Joel und auf Sölring (Sylter Friesisch) heißt es Jül oder Jööl.Quelle: Wikipedia.de

Ist ein vorweihnachtlicher Brauch, bei dem Kollegen, Vereinsmitglieder, Mitschüler mit einem Geschenk bedacht werden. Der Beschenkte wird dabei ausgelost, der Schenkende muss ein Gedicht über den Beschenkten verfassen und ein passendes Geschenk innerhalb eines bestimmten Betrages für ihn kaufen oder selbst basteln.

Der heutige Dezember, hieß früher auch Julmond, Christmond, Heilmond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.

Juks oder Jux, ein nur in den niedrigen Sprecharten, besonders Niedersachsens, übliches Wort.
1. Schmutz. Juks an den Händen, an den Kleidern haben. Daher bejuksen, zujuksen, besudeln, zuschmutzen.
2. Ein kleiner, unerlaubter Gewinn bey einem Geschäfte. Juks machen, sich einen solchen Gewinn machen, juksen. In dem Bremisch=Nieders. Wörterb. wird es in dieser Bedeutung von gaukeln abgeleitet.
Im mittlern Lat. ist Jux eine Abgabe. Quoddam Jux vocatur Lou Jeyx, videlicet unum sextarium auenae--XIII denarios et 1 gallinam renduales, heißt es in einer Urkunde von 1461 bey dem du Fresne, wo es aber aus Jus verderbt zu seyn scheint. In der heutigen Bedeutung: Spaß haben, machen.Quelle: Oekonomische Encyklopädie von J. G. Krünitz

Jumpen, für Springen (jump in deine/die Koje), ein Tanzstil

JungbrunnenJungbrunnen war gestern, heute heißt es neudeutsch Anti-Aging. Obwohl man in den 1950er Jahren Wellness noch nicht kannte, ging meine Tante trotzdem in die Sauna. Gut gelaunt kam sie anschließend zurück und meinte: Ich bin in einen Jungbrunnen gefallen. Vorschlag eingesandt von Margot Bintig, 1.8.2017

Der Jungbrunnen (Lebensbrunnen) wie auch die Quelle der ewigen Jugend und die Quelle des ewigen Lebens sind sich oft überschneidende mythische Vorstellungen von einem Gewässer, dessen Wasser dem, der es trinkt, ewige Jugend oder ewiges Leben verheißt.Bild: Der Jungbrunnen (La Fontaine de Jouvence), Gemälde von Paul Jean Gervais (1859–1936)

Jungspund oder Grünschnabel, umgangssprachlich ein junger, unerfahrener Mann. Einer, der noch nicht so richtig trocken hinter den Ohren ist.

(v.russ.: jurta) ist ein zerlegbares, rundes, mit Filzdecken belegtes Zelt der Nomaden in West- und Zentralasien.