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Gedanken und Erlebnisse in den Zeiten des Coronavirus

Danke

Man hört jetzt immer und überall das Wort Danke, gerichtet an all diejenigen, die unser tägliches Leben in Zeiten eingeschränkter sozialer Kontakte aufrechterhalten.

Danke an das Pflegepersonal, das bis an die Grenzen der Belastbarkeit und noch darüber hinaus arbeitet.

Danke an die Kassiererin im Supermarkt und die Helferinnen, die dafür sorgen, dass die Regale wieder aufgefüllt werden.

Danke an die LKW-Fahrer, für deren außergewöhnliche Lenkzeiten jetzt die Arbeitszeitordnung außer Kraft gesetzt wurde, damit sie jetzt auch sonntags unterwegs sein können, damit die Versorgung für unser tägliches Leben sichergestellt bleibt.

Danke an die vielen, vielen anderen sichtbaren und unsichtbaren Helfer.

Das sind Sie, die Systemrelevanten, die jetzt verantwortlich dafür sind, dass unser ganzes System nicht zusammenbricht.

Aber was soll das Danke? Ja, es ist in jedem Fall angebracht, aber:
Waren das nicht die Gruppen, die im Niedriglohnsektor bezahlt werden, oder bei denen noch vor kurzem monatelang gestritten wurde, ob man ihnen einen Mindestlohn zahlen kann?

Zitat: Im Zuge der derzeitigen Debatte um einheitliche Lohnuntergrenzen in Deutschland hat jetzt der neue Chef der Wirtschaftsweisen, Christoph M. Schmidt, eindringlich vor der Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns gewarnt. Das wäre ein Spiel mit dem Feuer, schrieb Schmidt in einem Gastbeitrag für die Bild am Sonntag. 8,50 Euro seien entschieden zu hoch.

Wurde diese Gruppe nicht mit Zeitarbeit, Minijobs und prekärer Beschäftigung an den Rand der Gesellschaft gedrängt, mit einer sicheren Anwartschaft auf Altersarmut?

Es ist zu hoffen, dass jetzt ein Umdenken stattfindet, nachdem wir erkannt haben, dass gerade diese Menschen für unser tägliches Leben systemrelevant sind. Dass sie in Zukunft nicht mehr am Katzentisch der Gesellschaft sitzen müssen und mit einem Vergelt's Gott abgespeist werden.