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Die 50er bis 70er Jahre, Nierentisch und Tütenlampe
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Konfrontiert mit den Verbrechen der SSDie Bevölkerung wird nach Kriegsende mit den Verbrechen der SS in den Konzentrationslagern konfrontiert – [Quelle: NARA National Archives and Records Administration Vereinigte Staaten] Video auf YouTubeDen Film „Atrocities: the evidence“ Video auf YouTube anschauen KZ Buchenwald, 24. April 1945Der amerikanische Senator Alben W. Barkley besichtigt das KZ Buchenwald, 24. April 1945 – [Quelle: Public domain, via Wikimedia Commons] Selektion – AuschwitzSelektion für die Gaskammer – Lager Auschwitz Mai 1944 – [Quelle: Public domain, via Wikimedia Commons]

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Wolfram Stratmann

Die Schock-Umerziehung von „Nazi“-Kindern

Ein Erfahrungsbericht aus den 1950er Jahren.

Bundesrepublik Deutschland, US-Zone 1957/58 im Süden der Stadt Kassel. Anordnung, sieben- bis neunjährige Schüler sind der „Shock-Re-Education with Atrocity Films“Übersetzt soviel wie: Schock-Umerziehung durch Gräuelfilme zu unterziehen. Es traf auch zweite bis vierte Klassen der Leimbornschule im Kasseler Stadtteil Niederzwehren.

Eines Tages hieß es in der Schule plötzlich: „Alles aufstehen, Sachen hierlassen und auf dem Schulhof antreten!“

Wie sonst bei solchen Anordnungen stellten wir uns vor unserem Aufgang hin. Von dort wurden wir klassenweise, wie bei einem Wandertag, durch die Straßen der Vorstadt geführt. Der Grund für diesen Ausflug wurde nicht genannt. Einen Teil des Weges kannte ich. Es ging durch Straßen mit kleinen Vorstadtwohnhäusern, unter der Eisenbahnhauptstrecke hindurch an einem Truppenübungsplatz vorbei. An der berüchtigten Gaststätte Rosengarten links ab, entlang den Feldern der Gartenbauversuchsanstalt zu einem abgelegenen Gaststättengebäude. Die Gaststätte hatte einen zweigeschossigen Kinosaal. Es waren die Regina-Lichtspiele in Kassel Oberzwehren.

Dort wurden wir von den Lehrern auffällig autoritär in Sitzreihen eingewiesen und es hieß: „Ihr seht jetzt zwei Filme. Niemand geht raus!“

Die Ausgänge des Vorführraums wurden demonstrativ geschlossen. Erwartungsvolles Rascheln durchzog den Kinosaal. Zuerst wurde ein Film vom Leben, Verrat und Sterben im KZ gezeigt und anschließend ein Schwarz-Weiß-Stummfilm mit Ermordung und Leichenstapeln, der abrupt endete.

Bis dahin wusste ich nicht dass es so etwas gab. Bilder von Gewaltopfern hatte ich noch nie gesehen. Besonders schockiert war ich vom Verrat, und, dass Verratene sterben mussten, und, dass die Verräter grausame Macht ausübten, dafür belohnt wurden und auch noch gut überlebten.

Während der Vorführung begannen einige Kinder zu weinen. Andere wollten aus Angst den Kinosaal verlassen. Sie rüttelten an den verschlossenen Türen. Doch die Türen blieben zu und wurden erst nach dem Ende der Filme aufgerissen.

Die Lehrer ließen uns keine Zeit, sich nach dem Schock etwas zu fangen und zu beruhigen. Von überall wurden wir mit militärischem Gebrüll raus getrieben: „Raus, Raus, es kommen die nächsten älteren Klassen für die weitere Vorführung! Beeilung, schneller, schneller!“

Der Bedrohung eines militärischen Tons war ich bisher nicht ausgesetzt. Er unterschied sich deutlich von den lauten Anordnungen der Lehrer auf dem Schulhof. Misstrauisch fühlte ich mich an die Verräter im Film erinnert und fragte mich, waren unsere Lehrer das früher?

Mit diesen Bildern von Verrat, Menschenschlachthäusern und Leichenbergen im Kopf waren wir Kinder nicht einmal mehr fähig anzutreten. Bei uns blieb ein Lehrer, der schrie im militärischen Befehlston: „Die Kinder, die hier in der Nähe wohnen, gehen jetzt nachhause, die anderen Kinder kommen mit mir!“

Das war offensichtlich ein Versuch die marode jammernde und desorientiert herum irrende Kindertruppe zu verkleinern, obwohl das Kino vor dem wir standen in einem anderen Schulbezirk und einem anderen Stadtteil war. Die Stadtteile trennte der kilometerlange haushohe Bahndamm.

Weil mir die geballte Not der anderen Kinder zu viel war, nutze ich die Gelegenheit. Unbeobachtet konnte ich den eigenen Nachhauseweg einschlagen. Die so erlangte Freiheit und Ruhe brauchte ich. Über das Gesehene grübelnd schlurfte ich umher, entlang von Straßenbahngleisen, zu einer nahen Eisenbahnüberführung, die den haushohen Bahndamm unterbrach. Das war eine Abkürzung für den Heimweg und dahinter war eine Straße mit Bürgersteig. Mir kam der Weg vom Kino bis zur Eisenbahnüberführung weit vor. Es waren aber nur fünfzig Meter über eine Wiese. Durch diese verliefen die Straßenbahngleise. Es gab keinen Fußweg, nicht einmal einen Trampelpfad. Wiesen ohne Fußweg wurden damals nicht betreten. Diese Wiese wirkte zwischen den beiden Stadtteilen wie eine Grenze. Das Überschreiten dieser Grenze genügte mir als sicherer Abstand zum Schreckensort.

Unter der Eisenbahnbrücke, auf dem Rasen, war es menschenleer. Dort war gewissermaßen ein Niemandsland und ich durfte in dem Land nachdenken. Hin und wieder kam eine Straßenbahn vorbei. In diese Vorstadt, über die Endhaltestelle Altenbaunauer Straße hinaus, fuhren die Bahnen nach dem Berufsverkehr nur noch alle halbe Stunde. Das an der letzten Endhaltestelle liegende VW-Werk hatte mit der regulären Produktion noch nicht begonnen.

Auf dem Rasen im Niemandsland dachte ich über den Verrat und den Sieg der menschenverachtenden Verräter nach. Wie ich in meiner kindlichen Begriffswelt damals grübelte, kann ich nicht mehr beschreiben. Heute fallen mir dazu nur noch Erwachsenenbegriffe ein. Die in den Filmen erkennbare Männlichkeit, arrogante Überlegenheit, eingebildete Pflicht zur selbstschützenden Lüge Zwecks Ordnung und Gehorsam gegenüber den Mächtigen; die angestrebte Zugehörigkeit zu mordenden Mächtigen erschienen mir falsch. Es waren für mich gefährliche Nazi-Eigenschaften. Mit diesem stundenlangen Grübeln im Niemandsland begann ich Nazis zu hassen.

Als ich das Gesehene in meinen Gedanken so weit geordnet hatte schlurfte ich weiter. Es ging stadteinwärts eine gerade Straße an den Straßenbahnschienen entlang. Dann um einige Ecken in das Vorstadtdorf Niederzwehren mit Jahrhunderte alten Fachwerkhäusern und einer Kirche. Dass hier eine Verbindung zu den Brüder Grimm und deren Geschichten bestand, tröstete mich nicht. Ich hatte Wahrheit erkannt. Von dort aus ging es bergab zum Grunnelbach, quer durch das Dorf. Hier versagten meine Kräfte. Eigentlich konnte ich nicht mehr weiter. Die ansteigende Dorfstraße schien mir unüberwindlich. Hinsetzten und ausruhen konnte ich mich hier nicht. Mit aller Kraft schleppte ich mich die Dorfstraße hoch, durch neuere Bebauung zu unserer Wohnung.

Mein Schultag hatte um sieben Uhr begonnen. Normalerweise wäre ich um halb eins mittags wieder zuhause gewesen. Nun kam ich gegen sechzehn Uhr dort an. Für den etwa zwei Kilometer langen Fußweg hatte ich fünf Stunden gebraucht. Erst jetzt fühlte ich mich bereit, in die elterliche Wohnung zu gehen. Schwer mitgenommen klingelte ich an der Wohnungstür.

Mutter empfing mich: „Was hast du wieder gemacht? Wo kommst du jetzt her? Wo hast du den Schulranzen gelassen? Hol den sofort!“

Wacklig, mit dem dringenden Bedürfnis nach Zuwendung und Trost erzählte ich Mutter das Erlebte und wo ich entlang gegangen war. Das glaubte sie nicht. „Du lügst doch. Du hast was angestellt. Sag die Wahrheit! Wenn wir die Schulbücher in deinem Ranzen bezahlen müssen dann kannst du was erleben! Einen neuen Ranzen bekommst du nicht!“

Sie glaubte weder, dass ich mit der Schulklasse im Kino war, noch, dass dort überhaupt ein Kino sei. Dann kamen ihre Kontrollfragen mit überführender Dialektik, „Was hat das Kino denn gekostet?“ und „Wo hast du das Eintrittsgeld her?“

Den für sie folgerichtigen Schluss zog sie auch gleich: „Wenn du kein Eintrittsgeld hattest, dann kannst du auch nicht im Kino gewesen sein. Der Kinoeintritt kostet fünfzig Pfennig, die habe ich dir nicht gegeben. Lüge nicht!“ Taschengeld bekam ich damals nicht.

Ich muss einen jämmerlichen Eindruck gemacht haben. Das nahm sie als Schuldeingeständnis wahr und es gab ihr Anlass, mich noch mehr zu drangsalieren. Hier erkannte ich: „Du bekommst keinen Trost, egal wie nötig du ihn brauchst.“ Jetzt war ich hoffnungslos am Boden zerstört.

Aufgebracht verlangte sie die nochmalige Erzählung meiner Geschichte. Die war nicht genau gleich, weil ich noch Erlebtes und die Beschreibung meiner Gefühle hinzufügte, um sie zu überzeugen, damit ich in meiner Not Zuwendung bekomme. Für sie war längst klar dass ich lüge. Irgendwo musste ich etwas angestellt haben und versuchte, das nun erfolglos zu vertuschen.

Sie änderte ihre Taktik und fragte scheinbar auf mich eingehend mit höhnischem Grinsen: „Was habt ihr denn für einen Film in dem Kino gesehen?“

Die Worte „in dem Kino“ betonte sie besonders, als sei es ein fiktives Kino.

Noch einmal erzählte ich von Nazis, Verrat, Verrätern und Mord im „KZ“. Dabei hoffte ich auf eine Erklärung für das Fürchterliche, und außerdem auf Erbarmen und Zuwendung. Zack, hatte ich eine schallende Ohrfeige sitzen. „Was du da fantasierst, stimmt nicht. Solche Filme gibt es nicht. Du lügst. Hör auf zu lügen!“

Zack, zack, noch ein paar Ohrfeigen. „Sag endlich, was du wirklich gemacht hast, und erfinde nicht solche Lügengeschichten!“

Völlig fertig versuchte ich, ihr klar zu machen, dass ich nicht lüge.

Das führte zu ihrer Feststellung: „Es gab keine bösen Nazis, das ist nur Hirngespinst, und es gab keine Konzentrationslager, in denen Leute umgebracht wurden!“ Das unterlegte sie mit weiteren Ohrfeigen und der Drohung: „Wenn Vater nachhause kommt, dann bekommst du wegen deiner Lügerei eine Tracht Prügel!“ Ohne Essen und Trinken musste ich still in einer Ecke warten. Sie ging immer wieder drohend an mir vorbei.

Als Vater kam, sprach Mutter sofort mit ihm. Bevor er sich mir zuwendete, drohte sie mir: „Wenn du Vater nicht die Wahrheit sagst, dann bekommst du die verdiente Tracht Prügel!“

Vater ließ sich Zeit. Vermutlich musste er erst einmal innerlich vom Berufsleben auf dieses Familienleben umschalten. Dann kam er zu mir. Im Hintergrund hetzte Mutter. Er sah wie verstört ich war und fragte, was denn los sei. Nun erzählte ich ihm alles, und auch wie schwer es für mich war, mit der Last nachhause zu gehen. Deshalb hat es so lange gedauert. Er dachte nach. Als seine Frau aus dem Raum war, sagte er: „Deine Mutter hat Unrecht, es gab Konzentrationslager, in denen Menschen umgebracht wurden.“

Es war ihm anzusehen, dass ihm diese Antwort Schwierigkeiten bereitete. Ergänzend fügte er hinzu: „Ich bestrafe dich natürlich nicht, aber versuche zukünftig eher nachhause zu kommen.“

Mutter hatte nebenan gehorcht, ob ich wegen der Prügel schreie. Als sie wieder reinkam, bezeichnete sie Vater als Waschlappen, der nicht mal einen Lügner bestrafen kann. Für Mutter blieb ich ein nestbeschmutzender Lügner, der üble unwahre Geschichten über „Volk und Vaterland“ erfand. Der als Lügner der „Volksgemeinschaft“ schadet. Sie nutze wieder das Prinzip des NS-Wissensstrafrechts. Bei diesem Recht konnten „Arier“ annehmen jemand hat schädliche Gedanken oder Absichten und muss dafür sofort betraft werden.

Dass Vater die Existenz von Konzentrationslagern und die Judenvernichtung nicht eindeutig leugnete und die Nazimachenschaften nicht schönredete, nahm sie ihm als „Verrat an der Volksgemeinschaft“ übel. In dieser Familie wurde nie wieder über mein Schockerlebnis oder den Holocaust gesprochen.

Am nächsten Tag konnte ich ohne Ranzen in die Schule gehen. Meine Sachen waren noch dort. Mutter drohte, in der festen Überzeugung ich habe meinen Schulranzen irgendwo verschwinden lassen, weil ich nichts lernen wolle: „Wenn du ohne Schulsachen in die Schule gehst, dann bekommst du Ärger. Wir helfen dir nicht.“

In der Schule erkannte ich, einige Eltern reagierten anders als meine. Sie hatten sich bei der Schule beschwert, weil ihre Kinder der Schockpädagogik ausgesetzt wurden. Etliche Kinder waren weinend nachhause gekommen oder fanden nicht dorthin und mussten bis in die Nacht gesucht werden. Sie wurden von den Eltern schließlich im dunklen Stadtteil umherirrend gefunden. Die Eltern meinten, dieses sei eine schwere Pflichtverletzung der Schule. Unser Lehrer erzählte das vor der Klasse und fügte im sehr lauten bestimmenden Ton hinzu, die Sache werde auch nicht im Unterricht behandelt. Die Sache sei historisch noch nicht aufgearbeitet und der Filminhalt sei zuhause mit den Eltern zu besprechen.

Heute weiß ich, der Mann befolgte die Regeln der Shock-Re-Education. Meine notleidende Psyche griff zum Selbstschutz und verdrängte die Erinnerung an das Trauma der Filme und des Liebesentzugs der Familie fünfundfünfzig Jahre lang.

An dem durch diese Gehirnwäsche mutwillig erzeugten Trauma trage ich immer noch. Nazis bleiben meine persönlichen Feinde.


Hintergrundrecherche zum Bericht

Die Eroberer Deutschlands

Die Sieger des zweiten Weltkriegs wollten Deutsche vom Bösen zum demokratisch Guten umerziehen. Das versuchte man ab 1945 mit KZ-Filmen* in der Shock-Re-Education. Allerdings zeigten die Deutschen nach der Pflichtbetrachtung der Filme nicht die erwartete Reaktion. Es stellten sich angesichts des gezeigten Grauens psychologisch plausible Selbstschutzreaktionen ein. Deshalb beschlossen militärische Hardliner zukünftig die Kinder der Nazis mit der Shock-Re-Education nachhaltig umzuerziehen. In der US-Zone geschah das bis Ende der 1950er Jahre. Die Umerziehung wurde jeweils angeordnet. Man wollte eine Gehirnwäsche durch Schock erreichen. Dass die nach dem Krieg geborenen Nazi-Kinder noch nichts böses getan hatten war dabei relativ bedeutungslos. Viele dieser Kinder wussten nicht dass sie Nazi-Kinder waren.

Die deutsche Schulpolitik

Ohne in der breiten Öffentlichkeit Aufmerksamkeit zu finden geschah zu diesem Thema etwas. Im Jahr 1959 gaben die alliierten Siegermächte ihre Eingriffe in die Unterrichtsinhalte westdeutscher Schulen auf. Schockpädagogik war ab 1976 verboten. Ein anderes Herangehen an die Vermittlung der NS-Gräuel wurde für den Schulunterricht dann in den 1980er Jahren entwickelt.

Die Wissenschaft

Die Erziehungswissenschaft erkannte, die Grundschulkinder, die der Shock-Re-Education unterzogen wurden sind Opfer gezielter Traumatisierung und leiden daran lebenslang. Das wird in der Politik aus verschiedenen Gründen nicht so gesehen. Die Reaktion der damaligen Eltern war vielerorts gleich, sie taten das von den Kindern Gesehene als Gräuelpropaganda der Kriegssieger ab und sprachen nicht weiter darüber.

Vermutlich zeigte sich in meiner Familie eine besonders heftige Ablehnungsreaktion.

Turbomedien

Heute, bei der fast tabulosen Bilderflut, wirken die uns damals schockierenden Bilder nicht mehr so stark. Allerdings zeigen solche Bilder, kombiniert mit perfider Ungerechtigkeit, immer noch ihre schockierende Wirkung.

Filme der Shock-Re-Education:

– Lager des Grauens –

Dieser Film ist eine Zusammenstellung der Filme „Die Todesmühlen“ (D 1945) und „Oswenzim“ (Auschwitz, SU 1945) von Jelisaweta Swilowa, sowie vermutlich eines Films „Menschenschlachthöfe des III. Reiches“.Quelle vermutlich: Roß, Heiner (Hg.): Lernen Sie diskutieren! Re-education durch Film. Strategien der westlichen Alliierten nach 1945, 95. (Amtsbibliothek der Landespolizeidirektion Wien).

Lager des Grauens – Filmplakat
Filmplakat: Lager des Grauens - Die authentischen K.Z.-Filme (1945)

– Death Mills –

Todesmühlen, 1945: Billy Wilder, Bildmaterial aus eroberten Konzentrationslagern, wie Buchenwald und Bergen-Belsen.

Der Dokumentarfilm wurde von der Wochenschau-Abteilung der Information Control Division (ICD) der amerikanischen Besatzungsmacht in einer deutschen, einer jiddischen und einer englischen Fassung produziert. Ein ähnliches Projekt mit Alfred Hitchcock (Night Will Fall), das eingestellt worden war, lieferte Teile des Materials. Ein Großteil des Films besteht aus Sequenzen der Dokumentation Nazi-Konzentrationslager (Originaltitel Nazi Concentration Camps). Der im Juli 1945 fertiggestellte Dokumentarfilm wurde im Oktober 1945 uraufgeführt und ab Januar 1946 in den Kinos in Bayern und ab März 1946 in Hessen, Hamburg und Berlin (West) gezeigt.

– Les camps de la mort – (1945)

Selektion – Auschwitz
Selektion für die Gaskammer – Lager Auschwitz Mai 1944

Ein französischer Dokumentarfilm aus der Reihe Actualités françaises über die Vernichtungslager.


– Memory of the Camps –

Neben diesen Filmen gab es einen unvollendeten Film (von) Alfred Hitchcock. Dieser verwendete Aufnahmen aus Bergen-Belsen und Auschwitz. Es ist nicht nachgewiesen, dass Teile dieses Films bei der Schock-Umerziehung in den 1950er Jahren gezeigt wurden. Allerdings gibt es Hinweise zu einen Film der im Jahr 1958 unvollständig und tonlos gezeigt wurde. Offiziell verschwand der Film bereits im September 1945 im Archiv des Imperial War Museums in London. Unter dem Titel Memory of the Camps tauchte 1985 eine unvollständige Version, Filmrolle ohne Tonspur, wieder auf und wurde veröffentlicht. Im Jahr 2014 wurde auf der Berlinale unter dem Originaltitel German Concentration Camps Factual Survey eine fertiggestellte Version des Films gezeigt.

– Nacht und Nebel –

(Nuit et brouillard), 1955, von Alain Resnais. In der BRD ab November 1956 und in der DDR ab Februar 1958 zusehen. Geeignet ab 16 Jahre.


  • Autor: Wolfram Stratmann, 2. September 2026
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