Machorka ist eine russische Tabaksorte aus dem wilden Tabak Nicotiana rustica (auch Bauerntabak
), der einst von den indigenen Völkern im östlichen Nordamerika kultiviert wurde.
Ein Macker
(aus dem Niederdeutschen: macker Kamerad
, Mitarbeiter
; im Niederländischen: makker) ist in der Jugendsprache der 1950er und 1960er Jahre ein toller Typ, ein Macher
.
Umgangssprachlich wird Macker
bisweilen auch als abwertende Bezeichnung für einen Mann verwendet, der sich übertrieben männlich darstellt und ist daher inhaltlich mit Begriffen wie Chauvi oder Macho verwandt. Er kann aber auch neutral den Lebenspartner oder allgemein einen Burschen
oder Arbeitskollegen bezeichnen.
In einer heute eher in Vergessenheit geratenen zweiten Bedeutung wird mit dem Begriff Macker
ein kastrierter Hauseselhengst (Eselwallach) bezeichnet.
Sprachlich ist Mädchen
(wie Mädl
oder Mädel
) eine Verkleinerungsform von Maid
, für eine junge und unverheiratete (daher vermutlich jungfräuliche) Frau.
Magd
ist eine frühere Berufsbezeichnung für eine weibliche Person, die im Haushalt, in der Landwirtschaft oder im Gastgewerbe für verschiedene Arbeiten beschäftigt wurde.
Der Bund Deutscher Mädel (BDM) war in der Zeit des Nationalsozialismus der weibliche Zweig der Hitlerjugend (HJ). Darin waren im Sinne der totalitären Ziele des NS-Regimes die Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren organisiert. Außerdem gab es in der Hitlerjugend den Jungmädelbund (JM) für 10- bis 14-jährige Mädchen, diese Gruppen wurden im einfachen Sprachgebrauch auch Kükengruppen
genannt.
Aufgrund der ab 1936 gesetzlich geregelten Pflichtmitgliedschaft aller weiblichen Jugendlichen, sofern sie nicht aus rassischen Gründen
ausgeschlossen waren, bildete der BDM die damals zahlenmäßig größte weibliche Jugendorganisation der Welt mit 4,5 Millionen Mitgliedern im Jahr 1944.
Eine Magd (veraltet:) ist ein weibliches Mitglied des Haus-, Hof- oder Feld-Gesindes.

Ein Symbol in der Magie, davon abgeleitet die Bezeichnung für eine optische Anzeigeröhre in Röhrenradios der 1950er Jahre.
Auch Tonbandgeräte, Audioverstärker und andere Geräte besaßen ein Magisches Auge als Pegelanzeige.
In mit Elektronenröhren bestückten Empfangsgeräten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts bis in die 1970er Jahre zeigt sowohl das Magische Auge
als auch das später aufkommende Magische Band
an, wie genau das Gerät auf die Sendefrequenz des zu empfangenden Senders eingestellt ist. Die Anzeigeröhre übernimmt dabei die Funktion einer Abstimmanzeige, wofür üblicherweise die Regelspannung des Empfängers direkt verwendet wird. Der Grund für die Verwendung dieser (simplen) Anzeige liegt darin, dass für damalige Empfangsgeräte wie Radios zwar Regeleinrichtungen wie Phasenregelschleifen für das automatische Einstellen, Abgleichen und laufende Nachjustieren der Empfangsfrequenz verfügbar waren, diese aber technisch so aufwändig und teuer waren, dass nur Luxusgeräte damit ausgestattet wurden.
Magistratsdroschke, für Deckelwagen
, in welchem Trunkene oder Renitente von der Straße fortgeschafft werden; auch Nasenquetscher. Der Ausdruck stammt aus Königsberg in Preußen und entspricht dem heutigen Polizeieinsatzfahrzeug.
Begriff Mahalla steht für eine Ansammlung von Schiffen. Während des Ersten Weltkriegs war er die inoffizielle Bezeichnung für eine Flotte deutscher Handelsschiffe, die mit falschen Aufbauten, Geschützattrappen etc. versehen wurden, um dem britischen Gegner eine Kriegsflotte vorzutäuschen.
Das Wort kommt wahrscheinlich vom arabischen Mahallah (dt. Heerlager).
Der Mahlschatz (altdeutsch máhaljan, vermählen
, Treuschatz; mittelhochdeutsch mahelschaz) bezeichnete im älteren deutschen Recht ein Angeld des Bräutigams an die Braut. Andere Bezeichnungen sind Pfandgabe oder Hochzeitsgut.
Im Grimm'schen Wörterbuch: Schatz, Kostbarkeit, welche als Pfand bei Verlobung oder Vermählung von den Verlobten einander geschenkt wird
.
Ein schlechtes, elendes Pferd. Die Ackermähre, ein schlechtes Ackerpferd. Die Schindmähre, ein altes, elendes Pferd, das nur noch für den Schinder (Abdecker) taugt.
ursprünglich als junge Herrin
die Bezeichnung der Edelfräulein, später verallgemeinert zu junge, ledige Frau
→ Jungfrau
, abgeleitet auch der Ursprung von Magd.
Das Wort Maid entstand im Mittelhochdeutschen aus mait, meit, welches ursprünglich Jungfrau, unfreies Mädchen, Dienerin
bedeutet und die kontrahierte Form von mhd. maget, frühneuhochdeutsch Meid (diminutiv Meidlein) darstellt. Nachdem sich die Bedeutung im Laufe des 16. Jahrhunderts verloren hatte, wurde sie in der romantischen Dichtung neu belebt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff auf die Schülerinnen landwirtschaftlicher Haushaltsschulen bezogen. Als Arbeitsmaid
wurden weibliche Mitglieder des Reichsarbeitsdienstes im NS-Staat bezeichnet. Der Duden nennt den Gebrauch heute als veraltet.
(Meier, vom lat. major), im Mittelalter der Vorsteher von Gutsunterthanen, namentlich unfreien, also s. v. w. Vogt; Verwalter eines Landguts, besonders eines Nebenguts oder Vorwerks, welches deshalb Maiergut
oder Maierhof
heißt; in Niedersachsen und Westfalen Besitzer eines Bauernguts (Maierguts
), welcher kein volles Eigentumsrecht an seinem Gut hat, sondern dem Gutsherrn einen jährlichen Zins (Maierzins
) zu entrichten verpflichtet ist, auch nach Ablauf einer Reihe von Jahren sich in seinem Besitz durch eine Art von Lehnsnehmung (Bemaierung
) bestätigen lassen muß, worüber ihm der Maierbrief
ausgestellt wird. Mayers Lexikon
In Norddeutschland (plattdeutsch) Bezeichnung für den Maikäfer.
Siehe Maisebber in Plattdüütsch und in Hochdeutsch, von Inge Hellwege.
Der heutige Mai, hieß früher auch Weidemonat, Wonnemonat, Maien, Wonnemond.
Es ist fast unbekannt, dass unsere heute gebräuchlichen Monatsnamen geschichtlich noch recht jung sind. Bis zur Renaissance waren Monatsnamen gebräuchlich, welche sich auf die Ernteperioden und auf Naturereignisse bezogen.
Maische nennt man das Gemisch von Wasser und Stärke- bzw. zuckerhaltigen Stoffen zur Herstellung von Bier und Spirituosen.
Das Königreich Makedonien (griechisch Μακεδονία; genannt auch Mazedonien
) war ein antikes Königreich im Norden des heutigen Griechenlands und wurde vermutlich im 7. Jahrhundert v. Chr. von der Dynastie der Argeaden gegründet. Den Höhepunkt seiner Geschichte stellt die Ausdehnung des Reiches unter Alexander dem Großen (356–323 v. Chr.) dar. Makedonien wurde 146 v. Chr. zur römischen Provinz Macedonia, was das Ende des Königreichs bedeutete.
Makedonien war eine Monarchie, die makedonischen Könige wurden als Basileus bezeichnet. Traditionell war das makedonische Königtum bis in die Zeit Philipps II. schwach ausgebildet. Der König fungierte eher als Primus inter pares und hauptsächlich als oberster Feldherr. Dazu trug auch die starke Stellung des Adels bei. Erst Philipp II. gelang es, das Königtum wesentlich zu stärken, wobei er den Adel in seine Politik einband. Die Währung im Königreich Makedonien war später die antike Drachme aus Silber. Die Drachme war im gesamten hellenischen Kulturkreis verbreitet und wurde in vielen Städten geprägt. Siehe Wikipedia.org
Malade (franz. spr. -läd') bezeichned eine Krankheid Maladie; Ich fühle mich heute so malade
.
Malefikant veraltet von lat.: Schlecht-Tuer
), ist eine Person, die eine moralisch, ethisch oder rechtlich verwerfliche Tat (ursprünglich insbesondere ein Kapitalverbrechen) begangen hat. Auch Missetäter, Übeltäter, Delinquent.
Malefiz von lateinisch maleficium Frevel
, Verbrechen
, wörtlich: schlechte Tat
.
Unter französischer Besatzung und Eingliederung in das französische Kaiserreich in den Jahren von 1806 bis 1814 aus Malaise
(französ.: Unbehagen
, Unwohlsein
) entstanden. Eine Malesche ist also im heutigen Sprachgebrauch ein kleineres Unglück, eine Panne, ein Ärgernis und etwas, was Unannehmlichkeit und Unbehagen verursacht.
Der Name ist aus den Kurzwörtern Malfa für Malzfabrik und Kraftma für Kraftmalz zusammengesetzt. Malfa-Kraftma-Brot war ein Produkt aus der DDR, das im VEB Bako (Backwarenkombinat) Berlin hergestellt wurde und in der Werbung mit Das Malfa Kraftma Brot
angepriesen wurde.
aus jidd. melocho Arbeit
, dies aus hebr. mĕlâkā>: (ugs.) [schwere] Arbeit, Arbeitsstelle.
kirchenlat. mammona(s) < griech. mamōnãs < aram. mạmônạ = Besitz, Habe.
Mammon ist ursprünglich ein unredlich erworbener Gewinn oder unmoralisch eingesetzter Reichtum, wenn er etwa zur lebensbestimmenden Maxime wird. Heute wird mit dem Begriff abschätzig das Geld im Allgemeinen bezeichnet (schnöder Mammon).
[frz. ugs. mam'selle, Kurzf. von → Mademoiselle]: veraltet für Angestellte in Gaststättengewerbe, auch (scherzh.) für Fräulein, Hausgehilfin; Kaltmamsell → Angestellte für die Zubereitung kalter Speisen.
In den 1970er Jahren hatte die Manchesterhose (Cordhose, vor allem mit Schlag) ihren großen modischen Durchbruch und verlor den Status als reine Arbeiter- oder Funktionshose. Cord (auch Kord oder Manchester; in Österreich umgangssprachlich auch Schnürlsamt), englisch corduroy, ist ein Gewebe, das in der Cord-, (Hohlschuss-, Struck-) Bindung hergestellt wird, mit samtartigen Längsrippen. Die Herkunft des Wortes ist nicht völlig geklärt. Cord wurde zunächst vor allem in Manchester (England) produziert.
Mandränke (auch Mandrenke, Grote Mandränke, ‚Großes Ertrinken‘) steht für:
- Erste Marcellusflut, 1219 (Die erste Marcellusflut ereignete sich am 16. Januar 1219.
- Benannt ist die Sturmflut nach dem Heiligen Marcellus I., an dessen Gedenktag sie sich ereignete. Sie ist die erste große Sturmflut an der Nordsee, von der ein Augenzeugenbericht existiert.)
- Zweite Marcellusflut, Erste Mandränke, 1362
- Die zweite Marcellusflut, auch: Mandrankels, Grote Madetuen oder Grote Mandrenke („große Manntränke, großes Ertrinken“), bezeichnet eine verheerende Sturmflut im 14. Jahrhundert an der Nordseeküste von Ostfriesland bis Nordfriesland. Laut späterer Überlieferung begann sie am 15. Januar 1362, erreichte am 16. Januar – dem Tag Marcelli Pontificis, das heißt des heiliggesprochenen Papstes Marcellus I., nach welchem sie den Namen Marcellusflut erhielt – ihren Höhepunkt und fiel erst am 17. Januar wieder ab. In dieser Flut sollen die nordfriesischen Uthlande zerrissen sein. Rund 100.000 Hektar Land, darunter viel fruchtbares Kulturland, gingen verloren. Zwischen Elbe und Ripen sollen der Überlieferung nach zehntausende Menschen ums Leben gekommen sein. Rungholt, der damals größte Handelsort des Nordens, ging verloren.
- Burchardiflut, Zweite Mandränke, 1634
- Die Burchardiflut war eine verheerende Sturmflut, die in der Nacht vom 11. auf den 12. Oktober 1634 die Nordseeküste zwischen Ribe und Brunsbüttel verwüstete. Ihr fielen mindestens 11.000 bis 12.000 Menschen zum Opfer. Die zeitgenössisch hochgerechnete Zahl von (gut) 15.000 lässt sich nicht belegen. In Flugschriften wird sogar von 30.000 Opfern geredet, was zu der Zeit auch selbst angezweifelt wurde. Die schwersten Schäden entstanden in Nordfriesland, wo Wasser und Wind insbesondere Eiderstedt verheerenden Schaden zufügten und große Teile der Insel Alt-Nordstrand und Pellworm im Meer untergingen. In den benachbarten Regionen Sønderjylland und Dithmarschen waren die Schäden ebenfalls beträchtlich.
- Strumflut, 1962
- Die Sturmflut 1962 war eine Flutkatastrophe an der deutschen Nordseeküste in der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962. An den Unterläufen von Elbe und Weser sowie ihren damals noch ungesicherten Nebenflüssen wurden hohe, vorher nicht beobachtete Wasserstände erreicht. Vor allem an den seit der Flutkatastrophe von 1953 (Hollandsturmflut) noch nicht erhöhten Deichen in diesen Flussgebieten kam es zu schweren Schäden und zahllosen Deichbrüchen, wohingegen die Seedeiche trotz schwerer Schäden bis auf wenige Ausnahmen den Fluten standhielten. Insgesamt starben 347 Menschen, davon 9 Soldaten.
Mangeur (franz., spr. mangschör, »Fresser«), in der Gaunersprache Bezeichnung für den Helfershelfer des Falschspielers, der letzterm verfälschte oder gekennzeichnete Karten zusteckt und nach dem Spiel wieder verschwinden läßt. In Klubs übernimmt die Rolle des Mangeurs meist ein Angestellter oder Diener, in Privatkreisen ein Familienmitglied.
Als Manna (auch Himmelstau, Himmelsbrot, Engelbrot und Brot der Engel genannt) wird in der Bibel (2 Mos 16 EU) die Speise bezeichnet, die den Israeliten auf ihrer 40-jährigen Wanderschaft durch die Wüste als Nahrung gedient haben soll. Beschrieben wird Manna als etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif
(2 Mos 16,14 EU), weiß wie Koriandersamen
und mit dem Geschmack von Honigkuchen
(2 Mos 16,31 EU).
Bis in die 1980er Jahre wurde zwischen Mannequins, die vorrangig auf dem Laufsteg arbeiten, und Fotomodellen unterschieden. Hauptgrund war, dass die Größe, die erforderlich war, um auf dem Laufsteg die nötige Präsenz zu erhalten, beim Fotografieren oft hinderlich war oder dass die Fotomodelle häufig zu klein waren. Das Wort Mannequin
stammt vom Mittelniederländischen mannekijn Männchen
ab und stand ursprünglich für Gliederpuppe
, also ein anatomisches Modell für Maler oder Schneider. Im Französischen kann es auch willenloser Mensch
(Waschlappen
) bedeuten. Auch im Englischen steht mannequin (auch manikin) für Schaufensterpuppe
. In slawischen Ländern wie Serbien, Kroatien, Bosnien, Slowakei wird das Wort Maneken (Plural: Manekeni) ähnlich wie in Deutschland Mannequin mit der Bedeutung Model gebraucht.
Georg Büchmann führt den Begriff Mannequin
auf eine Erfindung des florentinischen Malers Fra Bartolommeo zurück, der alle Gegenstände nach der Natur zeichnete und sich deshalb eine Holzfigur (italienisch: manichino; französisch: mannequin) in Lebensgröße mit biegsamen Gliedern und Kleidern anfertigen ließ. Erst der britische Seidenhändler und Modeschöpfer Charles Frederick Worth verwendete 1858 Personen statt Wachspuppen, um seine neuesten Kreationen vorzuführen.
Schneewasser, breiige Masse, bei Winterreifen M & S (was für Matsch & Schnee steht).
Marachen (von jiddisch: melochen) steht für: angestrengt arbeiten, sich überanstrengen.
Eine Mär oder Märe ist im ursprünglichen Sinne ein Bericht oder eine Erzählung; in der Gegenwartssprache wird die Bezeichnung vor allem abwertend für moderne Sagen und andere Geschichten oder Vorstellungen verwendet, die sich als falsch herausgestellt haben.
Letztere Verwendung tritt nach dem Deutschen Wörterbuch bereits im 15. bis 17. Jahrhundert auf, die Verkleinerungsform Märchen oder Märlein
wurde ebenfalls als Abgrenzung für eine unwahre Geschichte verwendet. Bereits seit Ende des 17. Jahrhunderts gilt die Bezeichnung Mär als veraltet, jedoch wird sie noch immer zur Kennzeichnung offensichtlich überholter oder unwahrer Geschichten eingesetzt.
Margell oder Margellchen, [auch: Marjell, Marjellchen] war in Ostpreußen die Bezeichnung für die Mädchen. Die Jungs waren die Lorbasse
.
Bez. für die Grenze eines Bergbaugebietes, die Hülle des Axons einer markhaltigen Nervenfaser, umgangssprachlich auch für die Markungsgrenze (Gemarkung) einer Gemeinde.
Der Markscheider ist ein speziell im Bergbau tätiger Vermessungsingenieur.
Der Marshallplan, offiziell European Recovery Program (kurz ERP) genannt, war ein großes Wirtschaftswiederaufbauprogramm der USA, das nach dem Zweiten Weltkrieg dem an den Folgen des Krieges leidenden Westeuropa zugutekam. Es bestand aus Krediten, Rohstoffen, Lebensmitteln und Waren. Für das Programm gab es drei Gründe:
1.) Hilfe für die notleidende und teilweise von Hunger bedrohte Bevölkerung des durch den Krieg zerstörten Europas,
2.) Eindämmung der Sowjetunion und des Kommunismus (siehe Containment-Politik) sowie
3.) Schaffung eines Absatzmarktes für die US-amerikanische überproduktion. Das östliche Gegenstück war der Molotow-Plan.
Der Martinet ist eine mehrriemige, kleine Peitsche, die in Frankreich traditionell vor allem zur körperlichen Züchtigung von Kindern und Jugendlichen und zur Erziehung von Haustieren benutzt wird. Die fast nur auf Frankreich beschränkte Verbreitung des Martinets ist dadurch begründet, dass Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts jeder einfache Soldat mit einem Martinet ausgerüstet wurde, um den Staub aus seiner Uniform zu klopfen. Daher rührt auch die deutsche Übersetzung Klopfpeitsche
her.
Der Name stammt von dem für seine strenge Disziplin berüchtigten ersten französischen Generalinspekteur der Armee (intendant de l'armée) Jean Martinet.

Ein Maskaron (franz. Fratzengesicht) oder Fratzenkopf (Fratze) ist ein als Halbplastik ausgeführter Schmuck an Bauwerken im Innen- und Außenbereich und, in kleinerer Form, an Möbeln, Gefäßen, Waffen und in der Heraldik. Der Maskaron stellt das grotesk oder schreckeinflößend gestaltete, menschenähnliche Antlitz eines Fabelwesens oder einer Gottheit dar. Im Gegensatz zum Neidkopf, der seinen Ursprung im Zauberglauben hat, und zum Wasserspeier (englisch Gargoyle, von französisch Gargouille), der dem Ableiten von Regenwasser dient, hat der Maskaron reine Schmuckfunktion.
Mätzchen sind alberner Unfug, kontraproduktives Verhalten, Possen, Unsinn, Trick, Kniff, nicht ernst zu nehmende Handlung. Diminutiv von Matz alberner Kerl
(vgl. Hosenmatz oder Piepmatz), einer Koseform des männlichen Vornamens Matthias.
gleichwertig kombinierte Pfarreien mit einer Mutterkirche.Michael Malsch, 8/2020
Die Universitätsmatrikel ist das Verzeichnis der Mitglieder einer Universität.Michael Malsch, 8/2020
Als Matrone
wird eine ältere, Gesetztheit und Würde ausstrahlende Frau bezeichent. Das Wort ist abgeleitet von Matrona, der Ehefrau eines römischen Bürgers.
Das Maß ist eine alte Maßeinheit der Anzahl. Ein Maß sind ein Dutzend Gros, also zwölf mal zwölf mal zwölf gleich 1728 Stück. Es wird auch als Großes Gros
oder Großgros
bezeichnet.

Die Maßliebe, Maaßliebchen ist ein Name verschiedener wild auf den Wiesen wachsenden Pflanzen.
1.) Der Bellis L. welche auch Gänseblume, Marienblümchen, Margarethenblümchen, Angerblümchen, Zeitlose, Gichtkraut u. s. f. heißt, und wovon einige Arten auch in den Gärten gebauet werden. Wenn die Maßlieben und die Ringelblume von meinem Grabe dir winken, Geßn.
2.) Einer Art der Wucherblume, Chrysanthemum Leucanthemum L. welche auch großes Gänsekraut und Ochsenauge genannt wird. 3) Der Dotterblume, Caltha palustris L. welche auch unter dem Nahmen der Goldwiesenblume bekannt ist. 4) Bey den neuern Schriftstellern des Pflanzenreiches auch ein Staudengewächs des mittägigen Europa, welches an den höchsten Felsen wächst und auch Kugelblume genannt wird; Globularia alypum L.
Da alle unter diesem Nahmen bekannte Pflanzen, die letzte ausgenommen, welche denselben bloß einer Ähnlichkeit wegen führet, auf unsern Wiesen einheimisch sind, so scheinet Maß hier so viel als Matte, Wiese, zu bedeuten, indem nichts gewöhnlicher ist, als daß in den Deutschen Mundarten t und s mit einander abwechseln; zumahl da die Dotterblume in einigen Gegenden ausdrücklich auch Mattenblume genannt wird, S. Adelung Matte.
Aber wenn dieses Wort eine Art des Ahornes bezeichnet, so gehöret es zu Mase, Maser, und wird alsdann auch richtiger Masliebe geschrieben.Siehe: Grammatisch-Kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart (Ausgabe letzter Hand, Leipzig 1793–1801) - Vorschlag von Michael Malsch, 4/2024
Ursprünglich nur eine Grenzbefestigung, die vom 13. August 1961 an von der DDR um West-Berlin herum errichtet wurde, um Republikflüchtlinge daran zu hindern, die Ostzone zu verlassen. Dann auf die gesamte innerdeutsche Grenze übertragen, die jedoch selten nur durch eine Mauer gesichert war, sondern durch einen breiten Todesstreifen mit zahlreichen Hindernissen, darunter den besonders perfiden Selbstschussanlagen, kegelförmigen Splitterminen, die erst 1983 demontiert wurden, als Erich Honecker um internationale Anerkennung der DDR rang. Den Begriff Mauer
hat der DDR-Staatsratsvorsitzende Walter Ulbricht verbreitet, bevor es das Bauwerk überhaupt gab, als er im Juni 1961 sagte: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.
Ugs. für ein Schattendasein führen
, z.B. das sitzengebliebene Mädchen bei Tanzveranstaltungen.
Mauerläufer (Alpenmauerläufer, Mauerspecht, Karminspecht, Tichodroma muraria L.), Sperlingsvogel aus der Familie der Baumläufer (Certhiidae), 16 cm lang, 27 cm breit, gedrungen gebaut, mit kurzem Hals, langem, dünnem, sanft gebogenem Schnabel, ziemlich starken Füßen mit schlanken Zehen und sehr großen Krallen, mittellangen, breiten, abgerundeten Flügeln und kurzem Schwanz, ist aschgrau, an der Kehle schwarz, die Schwingen sind schwarz, an der Wurzelhälfte hochrot, mit weißen und gelben Flecken.
Als Mauerspechte wurden im Volksmund die Menschen bezeichnet, die nach dem Mauerfall 1989 die Berliner Mauer mit Hämmern bearbeiteten und Stücke aus ihr herausschlugen. Siehe Zeitzeugenbericht von Renate Krohn: „Auch mal Mauerspecht sein“
Mauken, oder Quanten ist eine regionale Bezeichnung für plumpe Füße oder Schuhe, in Ableitung von der Pferdekrankheit Mauke, einer Krankheit der Hufe.
Mauke, Krankheit des Hufs an den Hinterfüßen bei Pferd u. Rindvieh, mit Abfluß einer wässerigen Feuchtigkeit in der Krongegend; der kranke Fuß oder auch beide, schwellen beim längern Stehen des Thieres an, während die Geschwulst beim Gehen wieder verschwindet.

Als Maulaffen oder Gähnaffen werden seit dem Mittelalter tönerne, kopfförmige Halter für Kienspäne bezeichnet, in deren offenes Maul man den Kienspan steckte.
Seit dem 15. Jahrhundert wird unter Maulaffe (im 16. Jahrhundert auch Affenmaul) ein Gaffer verstanden, einer, der mit offenem Maul dasteht und gafft
– bis in das 21. Jahrhundert gebräuchlich in der Redewendung Maulaffen feilhalten
.
Die Zeit zwischen Abitur und Studienbeginn.Michael Malsch, im August 2020
Maulkorbgesetz war die satirische Bezeichnung für einen Gesetzentwurf zur Verschärfung der parlamentarischen Disziplin bei Mißbrauch der Redefreiheit. Er wurde 1879 dem deutschen Reichstag vorgelegt, von diesem aber abgelehnt.
Die Meckifrisur oder der Igelschnitt, auch als Stiftelkopf geläufig, ist ein Kurzhaarschnitt, bei dem alle Haare auf die gleiche Haarlänge geschnitten werden. Er ist nicht zu verwechseln mit Kahlrasuren (Glatze). Namensvater der Frisur ist der Igel Mecki©, eine Comicfigur aus der Zeitschrift Hörzu.Quelle: Wikipedia.de
Geschnitzte Pfeifenköpfe aus Lüle-Stein
, einem Sepiolith, chemisch analysiert ein Magnesiumsilikat, verwandt dem Magnesit (Magnesiumkarbonat).
kunstvoll geschichtetes Holz wurde mit Erde abgedeckt und angezündet, das Holz verkohlte langsam und kontrolliert zu Holzkohle. Der Holzkohlehersteller wurde Köhler genannt.
Jemand, der auf die Meinungsbildung breiter Schichten Einfluss hat. Neudeutsch nennt man ihn seit den 2000er Jahren Influencer
(von englisch to influence ‚beeinflussen'), bedingt durch die fortgeschrittene Informationstechnik und die Schaffung der sozialen Netzwerke
. Aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in sozialen Netzwerken werden sie zu Trägern für Werbung und Vermarktung (sogenanntes Influencer-Marketing).
Nicht zu verwechseln mit Influenza
, der durch Viren ausgelösten Grippe.
Adj. schwermütig. melancholisch; he kratzt melanklöterich op sien Fiedel (Geige). Subst. ‘n Melanklöterigen kriegen (trübsinnig werden).
Werte, die bei der Übergabe an einen Amtsnachfolger nicht mitgenommen werden können. Über diese wird ein Vergleich geschlossen. Heute würden wir Abstand
sagen.Michael Malsch, 8/2020
Als Menetekel bezeichnet man eine unheilverkündende Warnung, einen ernsten Mahnruf oder ein Vorzeichen drohenden Unheils. Der Begriff ist von einem biblischen Wortspiel in akkadischer Sprache abgeleitet, das Gott dem König Belšazar als Ankündigung seines baldigen Todes und des Untergangs seines Königreiches überbracht haben soll.
Blei(II,IV)-oxid, auch Bleimenninge, Mennige oder Blei(II)-orthoplumbat, ist ein leuchtend rotes Pulver mit der Summenformel Pb3O4. Als Pigment wird es auch als Pariser Rot, Bleirot, Goldsatinober, Goldzinnober, Kristallmennige, Mineralorange, Sandix, Saturnmennige und Saturnrot bezeichnet. Früher diente Bleimennige als Rostschutzfarbe. Wegen ihrer bekannten Giftigkeit wird Menninge in gesundheitsbewussten Staaten aber immer seltener verwendet. Seit Januar 2005 verbietet das Chemikaliengesetz in der Schweiz den Einsatz von Bleimennige. In Deutschland ist Bleimennige als Rostschutz seit 2012 verboten. Beispielsweise ist der charakteristische rote Farbton der Golden Gate Bridge auf die ursprüngliche Verwendung eines Mennigeanstrichs zurückzuführen und ist heute durch Acrylfarbe ersetzt. Im Heizungsbau wird Bleimennige zum Teil noch verwendet, um die Stahlnippel zwischen den Gusskesselgliedern damit zu bestreichen. Dies verhindert eine Oxidation zwischen dem Stahl und dem unedleren Guss.Siehe Wikipedia.org
Der Begriff Mensa (lat. Tisch) bezeichnet in der christlichen Tradition entweder den vollständigen Altar (mensa Domini, dt. Tisch des Herrn) oder nur die Tischplatte eines Altares, die durch Stipes (Tischbeine) getragen wird.
Als Mensa (verkürzt aus mensa academica Universitätsmittagstisch
von lateinisch mensa Tisch, Tafel
; Plural Mensen oder Mensas) wird auch die Kantine einer Hochschule bezeichnet.
Die Menschewiki, eingedeutscht Menschewiken oder Menschewisten (russisch меньшевики men’ševiki, wörtlich Minderheitler
) waren eine Fraktion der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR). Sie setzten, im Gegensatz zu ihren parteiinternen Gegnern, der Fraktion der Bolschewiki um Wladimir Iljitsch Lenin, auf einen orthodoxen Sozialismus, wonach in Russland vor der Arbeiterrevolution eine bürgerliche Revolution stattfinden müsse und nicht der Partei, sondern den Massen die Führungsrolle in der Revolution zukomme.
Der Begriff entstand 1903 auf dem zweiten Parteitag der SDAPR in London, auf dem sich die Partei spaltete. Die Anhänger Lenins, die einen baldigen Umsturz in Russland forderten, stellten auf diesem Parteitag den Antrag, die SDAPR in eine straff geführte Kaderpartei von Berufsrevolutionären umzugestalten. Es ergab sich eine knappe Mehrheit (russisch bolschinstwo) für die leninschen Sozialisten, die sich von nun an Bolschewiki nannten. Die Minderheit (russisch menschinstwo), die die Partei auf eine demokratisch-parlamentarische Grundlage stellen wollte, nannte man Menschewiki. Ihre Sprecher waren Julius Martow, Pawel Axelrod und Alexander Martynow.
Mensendiecken ist eine Art der Gymnastik betreiben, die besonders an den weiblichen Körper angepasst ist. Das Verb geht auf den Nachnamen der niederländisch-amerikanischen Ärztin Bess Mensendieck zurück.
Mesalliance (französisch mésalliance Missheirat
) bezeichnet in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Ständegesellschaft eine Eheschließung zwischen Partnern, die verschiedenen Gesellschaftsschichten angehörten. Die Folgen trafen in der Regel besonders Nachkommen aus solchen Verbindungen, die rechtlich dem Standesminderen aus einer solchen Verbindung folgten, und konnten für Angehörige des Adels bis zum Verlust ihres Standes führen.
Bärenfang, auch Meschkinnes oder Petzfang, ist ein aus Ostpreußen stammender Likör aus Honig, Gewürzen und hochprozentigem Alkohol. Bärenfang hat einen Alkoholgehalt zwischen 20 und 45 % Vol.
Schobert & Black sangen Ende der 1960er Jahre:Gott Vater sitz auf Wolkenbank,
bei einer Flasche Bärenfang,
isst Kuddeln und lässt Beine schluren,
ein Fuß ist größer als Masuren.
Meschugge ist ein aus dem Hebräischen/Jiddischen entnommenes Lehnwort. Es wurde im 19. Jahrhundert aus dem Jiddischen (meschuggo für verrückt
) übernommen, das seinerseits aus dem gleichbedeutenden hebräischen Wort meschugga (משוגע) von lehischtage`a (להשתגע verrückt sein/werden
) hervorging.
Im deutschen Sprachgebrauch wird es auch als abgeschwächte Form von verrückt
benutzt.Quelle: Wikipedia.org
Messersteck war bis in die 1970er Jahre ein beliebtes Kinderspiel. Als Messer nahmen wir ein Kartoffelschälmesser oder eine Dreiecksfeile und ritzten ein Rechteck auf den Erdboden. Jedes Kind bekam davon ein Feld, dann versuchte ein Mitspieler in das gegnerische Feld ein Messer zu schleudern. Und wenn es stecken blieb – und nur dann – trennte er mit einem Strich das Teil zu seinem Feld; fiel das Messer um, kam der Nächste dran. Wir spielten bis einem der Kinder das ganze Land gestohlen war
.
Meterbrot
ist eine veraltete Bezeichnung für das Baguette. Im Nachkriegsdeutschland wurde deutsch gesprochen, ein Baguette verlangte niemand im Bäckerladen. Ein langes, aus einfachem Weizenbrotteig geformtes Brot wurde als Pariserbrot, Stangenbrot, Meterbrot, Franzosenbrot oder Partystange bezeichnet. Zusammen mit dem dunklen Punpernickel war es häufig die Grundlage für Schnittchen
.
Norddeutsch für Regenwurm
; Die Angler: gehen wir erst mal Metten sammeln
. Auch ein nächtlicher oder frühmorgendlicher Gottesdienst wird in der christlichen Liturgie Mette genannt.
Ein Mieder ist ein den Oberkörper eng umschließendes Figur formendes Kleidungsstück, das vor allem unter der Kleidung getragen wurde.
Miggengreifen, pltd. Miggegrîpe(n), n. Er hat das Miggengreifen, das Greifen nach Mücken, zur Bezeichnung eines hohen Grades von Trunkenheit, Delirium. (Aus Ostpreußen)
Eine Milchkanne ist ein tragbarer Behälter für den Transport und die Aufbewahrung von Milch. Die traditionell aus Aluminium- oder emailliertem Stahlblech – später auch aus Kunststoff – und in unterschiedlicher Größe gefertigte Kanne ist mit einem einsteckbaren Deckel bzw. einer Bügeldeckelkonstruktion versehen. Kleinere Kannen sind mit einem schwenkbaren Tragegriff, größere mit doppelten Haltegriffen ausgestattet.
Lesen Sie auch den Bericht von Hartmut Kennhöfer: Magermilch
, und von Michael Malsch: Frisches Brot
; die Kannen verführten regelrecht zum Ausprobieren des physikalischen Fliehkraftgesetzes.
Milchmädchenrechnung ist die spöttische Bezeichnung für eine naive Betrachtung oder Argumentation, die wesentliche Aspekte nicht beachtet und zu einem plausiblen, tatsächlich jedoch unzutreffenden Ergebnis kommt. Der Schweizer Begriff Milchbüchleinrechnung kann die gleiche Bedeutung haben, aber auch für eine einfache Buchführungsart stehen. Der Begriff Milchmädchenrechnung
bezeichnet dem Duden zufolge eine auf Trugschlüssen oder Illusionen beruhende Rechnung. Der Begriff geht auf die Fabel Die Milchfrau und die Milchkanne
(La Laitière et le Pot au lait) von Jean de La Fontaine zurück. Erzählt wird die Geschichte des Milchmädchens Perrette, das sich auf dem Weg zum Markt bereits vorstellt, was es mit dem Erlös für die Milch – und wiederum von dem Gewinn aus dem Erworbenen und immer so weiter – alles kaufen könne, zuletzt aber unversehens die Milch verschüttet und ihre Träume zerstört.Auf dem Kopf trägt Perrette eine Kanne voll Milch […] sie starrt auf das vergoßne Glück.
Milchsuppe ist eine meist süße Speise, die häufig als Gericht für Kinder gereicht wird.
Lesen Sie von Renate Rubach: Milchsuppe
.
Mime ist ein veraltetes Wort für Schauspieler. Es wurde im 18. Jahrhundert aus dem lateinischen mimus entlehnt, das seinerseits auf altgriechisch mĩmos (Gaukler, Schauspieler) zurückgeht.
Frisur der 1980er Jahre, (nach frz.: mini pli, dt.: kleine Falte) besteht aus kleinsten Locken, die durch eine Dauerwelle entstehen. Sie ist oft in Kombination mit einem Vokuhila (Vorne kurz hinten lang) anzutreffen.
Ein Minirock ist ein kurzer Rock, dessen Saum oberhalb des Knies endet. Die Modedesignerin Mary Quant kreierte Anfang der 1960er Jahre in England kurze Röcke für die Damenmode und nannte sie „Minirock“. Der Minirock wurde teils als provozierend oder als Ausdruck von Respektlosigkeit wahrgenommen, teils aber auch als Zeichen eines neuen Selbstverständnisses und -bewusstseins der sich von überkommenen Zwängen befreit fühlenden Frauen verstanden. Die neue Länge konnte sich in allen Gesellschaftsschichten durchsetzen. Miniröcke gab es bald in allen Materialien, von edel bis billig, und sie wurden bei vielen Gelegenheit getragen. Auch im Winter wurden Miniröcke zusammen mit Strumpfhosen getragen.

Minna M3
Die Kurzform des Namens Wilhelmine
.Die Minna (Herstellerbezeichnung, auch Küchen-Minna genannt) ist eine mechanische, mit Kurbel und Hebeln handbetriebene Küchenmaschine. Sie wird zum Schnitzeln, Reiben, Schneiden, Raspeln und Entsaften von Gemüse und Obst eingesetzt. Außerdem eignet sie sich für das Raspeln von Backzutaten wie Nüssen und Schokolade sowie von Hartkäsen wie zum Beispiel Parmesan.
Die Minna wurde seit den 1950er-Jahren bis ins Jahr 2010 weitgehend unverändert von dem ostwestfälischen Familienunternehmen Bielefelder Küchenmaschinen-Fabrik – Gebr. vom Braucke GmbH & Co. KG in Bielefeld hergestellt. Wie die Flotte Lotte wurde sie zu einem der Klassiker unter den mechanischen Küchengeräten. Im Februar 2010 gab der Hersteller die Einstellung der Produktion des Gerätes bekannt.
Minne (mhd. Liebe) ist eine spezifisch mittelalterliche Vorstellung von gegenseitiger gesellschaftlicher Verpflichtung, ehrendem Angedenken und Liebe, die die adlige Feudalkultur des Hochmittelalters prägte. Das mittelhochdeutsche Wort minne wird seit dem 19. Jahrhundert als literaturgeschichtlicher und rechtshistorischer Fachbegriff gebraucht.
Minuskel (von lateinisch minusculus etwas kleiner
), in der Druckersprache auch Gemeine, ist eine Bezeichnung für Kleinbuchstaben, aber auch für bestimmte Schriftarten. Die Großbuchstaben werden Majuskeln genannt.
Eine Minuskelschrift (oder kurz: Minuskel) besteht im Unterschied zur Majuskelschrift nicht aus gleich hohen Buchstaben (Zweilinienschema), sondern weist bei einer Reihe von Buchstaben Ober- und Unterlängen auf (Vierlinienschema).

Mi-Parti (franz.-lat.: halb-geteilt) bezeichnet eine meist vertikale Teilung eines Gewandstückes (zum Beispiel Strumpfbeine) in verschiedenen Farben, beispielsweise rechts rot, links blau.
Im Laufe des 11. Jahrhunderts machte sich durch die Heirat Kaiser Ottos II. mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu der Einfluss der byzantinischen Mode stärker bemerkbar, deren Charakteristikum eine zunehmend enger werdende Kleidung war. Eine neue Vorliebe für Prunkstoffe byzantinischen Ursprungs und eine sich daraus entwickelnde starke Farbigkeit bei der Kleidung führte zum Mi-Parti, dem Zusammensetzen der Kleidung aus verschiedenfarbigen Stoffen. Dieses Mi-Parti fand zuerst bei den Hosen Anwendung, die im 13. und 14. Jahrhundert zunehmend enger und, mit Füßen versehen, zu langen, an die Bruoch genestelten Beinlingen, wurden. Anfänglich zeigte die Farbteilung wohl lediglich das Abhängigkeitsverhältnis des Trägers an und wurde von Bediensteten getragen.
Bis zum 15. Jh. hatte sich daraus eine wahre Farbsymbolik entwickelt, mit dem unter anderem die Gemütsverfassung des Trägers ausgedrückt wurde. Der Zeichencharakter der Farben bzw. der Kleidung war aber bereits im Hochmittelalter des 11. und 12. Jahrhunderts bekannt, denn es gab wenige Menschen, die lesen und schreiben konnten. Die Farben oder die Kleidung wies auf einen bestimmten Stand oder eine Gruppe hin. Sie konnte auszeichnen oder stigmatisieren.
Gegen Ende des 16. Jh. verschwand das Mi-Parti aus der Mode; es blieb allerdings Narrenattribut und ist bis heute im Kostüm der Narren erhalten.Siehe Wikipedia.org
Veraltend, gehoben: Ereignis, das als übernatürlich betrachtet wird, das man sich nicht erklären kann.
Der Begriff miraculum (Wunder
) wurde im Mittelalter von mirabilia (Wunderbares
) unterschieden, etwa von Caesarius von Heisterbach (um 1180 – nach 1240) in seinem Werk Dialogus miraculorum. Bei einem miraculum soll es sich um eine direkte Einwirkung Gottes handeln, der an einer Stelle die Naturgesetze außer Kraft setzt, während mirabilia allgemeiner sich auf nicht mit dem Verstand fassbare Phänomene bezieht, die als von einer höheren Macht ausgelöst erscheinen.
Die etymologische, also vom Wortstamm des Begriffes ausgehende Deutung des Wortes Wunder (althochdeutsch wuntar) gehört vielleicht zu indogermanisch uen
(verlangen
). Wunder
wäre dann verwandt mit Wunsch
.

Wenn zwei Menschen aus unterschiedlichen Nationen oder Bevölkerungsgruppen heiraten spricht man noch heute von Mischehe
. Der Begriff wurde von den Nationalsozialisten geprägt und findet selbst heute noch - leider - Verwendung.
Ein Mischmasch, lat. Mixtum ist ein compositum, ein Gemisch aus nicht zusammenpassendem, nicht zusammengehörendem, ein Allerlei.
Mischpoke, auch Mischpoche oder Muschpoke, ist ein auf das hebräische Familie
zurückgehende Wort in der Bedeutung Familie, Gesellschaft, Sippschaft
, der Anfang des 19. Jahrhunderts in der abwertenden Bedeutung Gesindel, Diebesbande
in die deutsche Umgangssprache übernommen wurde.
Während die Bezeichnung im Jiddischen wertneutral verwendet wird, hat das Wort im Deutschen häufig eine abwertende Bedeutung. Der Duden, der den Begriff 1941 aufnahm, definiert Mischpoke heute als salopp, abwertend als jemandes Familie, Verwandtschaft
und üble Gesellschaft, Gruppe von unangenehmen Leuten
.Quelle: Wikipedia.org
Veraltet für böses Tuen
, eine böse Tat, ein Verbrechen. Eim Missetäter ist ein Übeltäter, Schurke, Gauner, Halunke, Strolch, Bösewicht oder Spitzbube.
Heute wird der Ausdruck Missetäter
häufig scherzhaft, verniedlichend oder euphemistisch für jemanden verwendet, der eine kleine Verfehlung (Missetat) oder ein Lausbubenstück begangen hat.
Veraltet für Fehlgeburt.
Nicht mehr gebräuchliches Wort, im medizinischen Sinn spricht man heute von Fehlbildung, Missbildung, Malformation, Deformität oder einem Geburtsfehler, einer vor der Geburt (pränatal) entstandenen oder angelegten Fehlgestaltung eines Organs. Fehlbildungen mit geringen klinischen Auswirkungen werden auch als Anomalie bezeichnet.
Missilien (lat.), nach älterer Sitte bei festlichen Gelegenheiten zum Aufsammeln unter das Volk geworfene Dinge, namentlich Münzen, Backwerk, Bonbons und dergleichen, wie heute noch im Karneval üblich.Siehe Meyers Großes Konversationslexikon (6. Auflage, 1905–1909)








