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Loccum, 1875-1877 — Schuster und Steinmetz

Teil 7 - Loccum, 1875-1877
Kapitel 3
Studiendirektor Schuster und Stiftsprediger Steinmetz

Schuster war gewiss ein kenntnisreicher Mann, der es treu und ehrlich mit uns meinte, aber er hatte nichts Anregendes. Ich würde deshalb in Loccum nicht viel Förderung gehabt haben, wenn wir nicht Steinmetz gehabt hätten. Schon Friedrichs hatte mich, als er mir über Loccum schrieb, auf ihn hingewiesen als auf einen Mann, von dem ich etwas haben würde, und ich habe das vollauf, und zwar je länger je mehr, bestätigt gefunden. Wenn ein Graphologe die Handschriften von Steinmetz und Schuster vor sich gehabt hätte, würde er an diesen beiden vermutlich die glänzendste Bestätigung seiner Wissenschaft gehabt haben. Mir ist kaum eine schönere Handschrift vorgekommen als die von Steinmetz. Ein Buchstabe glich dem andern, und doch war es keine Schreiberhandschrift, sondern es war Charakter darin. Schusters Handschrift war auch sauber und deutlich, aber steif. Waren Steinmetz' Schriftzüge bei aller Festigkeit flüssig, so glaubte man an Schusters Buchstaben die Fingerkrümmungen zu gewahren, die sie ihm verursacht. Dem entsprach auch die Charakteranlage beider Männer. Bei Schuster Fleiß und Sorgfalt, doch ohne jegliche Genialität. Bei Steinmetz Genialität, die durch Fleiß geregelt und zu den besten Leistungen gesteigert war. Schuster fehlte bei Diskussionen die eigentliche überlegenheit. Wusste man ihm seine Ansicht plausibel zu machen, so antwortete er: Jawoll. Oder er beharrte auf seinem Widerspruch. Steinmetz hörte die Ansichten, die ihm ausgesprochen wurden, ruhig an. Dann setzte er ein und entwickelte die seine in so zwingender Weise, dass aller Widerspruch dagegen verstummte und man sich sagen musste: Er hat recht. Schuster begnügte sich bei seinen Predigtkritiken, wenn er auf den Inhalt zu sprechen kam, gewöhnlich mit einigen allgemeinen Wendungen. Er sprach etwa dem Prädikanten seine freudige Anerkennung aus oder er erwähnte Stimmen aus der Gemeinde, die ihm darüber zu Ohren gekommen seien. Dagegen äußerte er sich eingehend über Vortrag, Sicherheit in der Memorie, Aussprache, richtiges oder unrichtiges Atemholen, Gestikulation und andere äußerlichkeiten. Steinmetz fertigte dieselben höchstens am Schluss mit einigen beiläufigen Bemerkungen ab. Dagegen zeigte er aufs eingehendste, was im Text enthalten sei, welches seine Eigenart sei und beurteilte danach den Inhalt der Predigt. Schusters eigene Predigten atmeten einen gewissen Kanzleistil. Das erbauliche Moment fehlte nicht, doch hielten sie sich in einer gewissen Allgemeinheit. Die Predigten von Steinmetz dagegen brachten die Eigenartigkeit des jedesmaligen Textes zu plastischem Ausdruck und ihre Sprache, gebildet an der heiligen Schrift und belebt von reichlicher und stets treffendster Bezugnahme auf den Liederschatz der Kirche, erhob sich nicht selten zu hinreißender Schönheit. Petri und Löhe als seine Vorbilder waren nicht zu verkennen. Für die Gemeinde waren die Predigten vielleicht zu fein. Sie wusste sie nicht nach Gebühr zu würdigen und besuchte sie im Allgemeinen nicht fleißiger als die unsern. Aber wir konnten nach den verschiedensten Richtungen aus ihnen lernen. Schuster konnte uns eine gewisse Fertigkeit beibringen. Steinmetz führte in die Tiefen der Schrift.

Noch stärker trat der Unterschied beider in den KatechesenKatechese (von gr. katechéo ich unterrichte) bedeutet Unterricht oder Unterweisung.Siehe Wikipedia.org [24] und deren Beurteilung hervor. Hier zeigte sich Steinmetz' ganze Meisterschaft. Seine Katechesen anzuhören war ein wirklicher Genuss. Und wenn er unsere Katechesen beurteilte und einen eigenen Entwurf gab, so fragte man sich unwillkürlich: Wie kam ich selbst nicht drauf! Eine handschriftliche Erklärung des Katechismus, die aus der Zeit stammte, wo er Seminardirektor gewesen war und die zufällig einem von uns - wir konnten nicht mehr feststellen, wem - in die Hände gefallen war, pflanzte sich durch Abschriften unter uns fort und diente uns zur Vorbereitung auf unsere eigenen Katechesen. In vervollkommneter Gestalt gab er sie später unter dem Titel Katechismusgedanken heraus, seinen ehemaligen Schülern aus der Seminarzeit und seinen Freunden aus der Loccumer Zeit gewidmet. Auch als Liturg gab er Vorbildliches. Durch seinen kirchlichen Schönheitssinn wie durch sein Leben und Weben in den Schätzen der Kirche war er recht eigentlich zum Liturgen prädestiniert. Hatten doch auch seine Predigten liturgischen Stil. Ein gar nicht hoch genug anzuschlagender Vorzug Loccums war es, dass alle unsere gottesdienstlichen Handlungen im ordentlichen Gemeindegottesdienst stattfanden und nicht nur übungen für uns waren. Es wurden auch keineswegs alle Predigten, Katechesen und liturgischen Handlungen hinterher der Kritik unterzogen. Die Sache lag vielmehr so, dass das Kloster mit dem Stiftsprediger sich zu gleichen Teilen in die Gottesdienste teilte. Hatte der Stiftsprediger die Predigt, so fielen dem Kloster die Diakonalien, der Nachmittagsgottesdienst mit der Katechese und die Montaggebetstunde zu, die jeden Montag gehalten wurde, wenn nicht in derselben Woche ein Gemeindegottesdienst stattfand, also nicht in den Wochen der hohen Feste, der Passionszeit, des Himmelfahrtsfestes und der Bußtage. Fiel dem Kloster die Hauptpredigt des Sonntags zu, so hatte der Stiftsprediger das übrige. Eine Modifikation fand nur insofern statt, als der Stiftsprediger nachmittags immer nur die Katechese, nie die Vorlesung hatte und stattdessen ein Hospes eine kurze Predigt über die nachmittagige Vorlesung hielt. Auch katechisierte der Stiftsprediger stets die chorpflichtige Jugend der ganzen Kirchengemeinde, während, wenn das Kloster den Nachmittagsgottesdienst hielt, nur die Kinder aus Dorf und Kloster Loccum zur Katechese in die Stiftskirche kamen, während die Kinder aus dem Filial Münchehagen in der dortigen Kapelle von einem andern Klosterangehörigen katechisiert wurden. Der betreffende musste dazu mit Fuhrwerk geholt werden. Den Wagen stellte das Kloster, während die Münchehagener Bauern unter sich abwechselnd die Pferde zu schicken hatten. Diese Einrichtung war natürlich getroffen, um den Hospites möglichst viel übung im Abhalten von Gottesdiensten zu geben. Aus diesem Grunde wurde auch, als während meiner Zeit die volle Gottesdienstordnung eingeführt wurde, das PräfamenEin Präfamen (lat. praefamen) ist ein einleitendes Wort im liturgischen Teil des Gottesdienstes, das zu einer Bibellesung hinführt und diese einleitet. Dabei wird der zu lesende Bibeltext in seinem Kontext verortet, oder es werden wichtige Vorinformationen zum Verständnis des Bibeltextes gegeben.Siehe Wikipedia.org [25] vor der zweiten Vorlesung beibehalten. und das Credo weggelassen.

Auch wurde die Abweichung beibehalten, dass erste Vorlesung stets die Perikope war, über die nicht gepredigt wurde, zweite die Lektion. In dem Jahr, in dem über die Episteln gepredigt wurde, kam also das Evangelium zur Vorlesung. Ich habe hier mit Absicht stets vom Kloster gesprochen. Denn die Konventualen hatten die gleiche Verpflichtung mit den Hospites. Vorbehalten waren dem Stiftsprediger nur die Predigten an Neujahr, Gründonnerstag, Karfreitag und Bußtag vor- und nachmittags, Himmelfahrt, Erntedankfest und an den zweiten Tagen der hohen Feste, sowie sämtliche Passionspredigten. Ob auch die Predigt vom Reformationsfest, weiß ich nicht mehr. In den beiden Jahren, wo ich in Loccum war, fiel dem Stiftsprediger nach dem gewöhnlichen Turnus die Reformationspredigt zu. Er hielt an diesen Tagen auch den Nachmittagsgottesdienst, der dann nicht in einer Katechese bestand, sondern in dem er etwas aus der Reformationsgeschichte erzählte. Die Hauptpredigt an den ersten Tagen der hohen Festestand dem Konvent zu, die Nachmittagspredigt, die aber den Vormittagspredigten des Sonntags gleich gerechnet wurde, dem Hospiz. Auch war das Kloster verpflichtet, sämtliche Sonntagspredigten in der Passionszeit zu übernehmen. Doch trat der Stiftsprediger in den beiden Jahren, wo ich da war, in jeder Passionszeit einmal ein. Dass die Konfirmation an Quasimodogeniti nur vom Stiftsprediger gehalten wurde, versteht sich von selbst, ebenso die Beichte.

Jeder Hospes musste nun in jedem Semester eine Zensurpredigt und eine Zensurkatechese halten und in seinem ersten und letzten Semester pro censuraOffensichtlich bekamen die Hospites zum Abschluss eine Zensur, in die auch die in den Predigten und Katechesen erbrachten Leistungen einflossen. [26] die Diakonalien. Die Kritik übte im Sommerhalbjahr an den Predigten der Stiftsprediger, an Katechese und Diakonalien der Studiendirektor. Im Winter umgekehrt. Gegenstand der Kritik waren nur Sonntagspredigten oder Nachmittagspredigten der hohen Feste, nie kleine Predigten oder Betreden in den Montagsbetstunden. Zensurkatechesen waren nie in der Kirche oder in der Kapelle von Münchehagen gehalten. Vielmehr wurden dieselben in der Schule gehalten, in der wöchentlich drei Stunden dem Kloster vorbehalten waren, eine in der zweiten Klasse, zwei mit den Loccumer Konfirmanden. Die Zensurdiakonalien, die ja naturgemäß nur halb so oft stattfanden, wurden an Sonn- oder Festtagen gehalten, die von dem betrettenden Studienleiter am Anfang des Semesters dazu bestimmt wurden.

Die Kritik der Predigten und Diakonalien war schriftlich. Der Prädikant gab die Reinschrift seiner Predigt, der Liturg eine Vorlage, die sich im Eingang über die Bedeutung des betreffenden Sonn- oder Festtages aussprach, die Wahl der Lieder, VersikelnDer Versikel (von lat. versiculus = kurzer Vers) ist ein kurzer zwei- oder vierzeiliger Ruf, der in der christlichen Liturgie im Wechsel zwischen Zelebrant oder Vorsänger und Gemeinde gesungen oder gesprochen wird.Siehe Wikipedia.org [27] und Kollekten rechtfertigte und den Wortlaut des gehaltenen Präfamens wiedergab, zunächst zwei Mitgliedern des Hospizes, die jeder eine Spezialkritik zu liefern hatten und Vorlage wie Spezialkritik dem betreffenden Studienleiter zur Generalkritik übergaben. In einer der nächsten Kollegstunden las dann der Studienleiter seine Kritik vor, die er vorher - aber nicht die Spezialkritiken - dem zu Kritisierenden zur Kenntnisnahme zugestellt hatte. Auf die Spezialkritiken wurde höchstens geeignetenfalls - zustimmend oder ablehnend - Bezug genommen. Die Kritik der Katechesen erfolgte nur mündlich. Hier waren aber drei Spezialkritiker beschäftigt. Kritikus A hatte den vorgelegten Entwurf zu kritisieren, Kritikus B sich lediglich darüber zu äußern, ob der Katechet in der Ausführung seiner Katechese sich an seinen Entwurf gehalten oder wie weit er davon abgewichen war. Kritikus C sich über die mündliche Katechese zu äußern, wo dann alle fehlerhaften Fragen vor Gericht gezogen wurden. Der Studienleiter gab dann wieder die Generalkritik. Steinmetz fasste seine Kritik stets in einem Musterentwurf zusammen, der von allen eifrig nachgeschrieben wurde. Die Spezialkritiker wurden gewöhnlich der Reihe nach bestimmt. Am Vorabend einer Zensurarbeit schlug der Senior, der überhaupt für die Innehaltung der Ordnung zu sorgen hatte, - er gab die blauen Bücher aus, in die jeder, der eine gottesdienstliche Arbeit geleistet, seinen Namen und das Datum der Leistung einzutragen hatte, er teilte am Anfang des Sonnabendskollegs die Namen derer mit, die am kommenden Sonntag und Montag zu wirken hatten, an ihn musste sich der Schulknabe wenden, der die Nummern der zu singenden Lieder abzuholen hatte - bei Tisch an sein Glas und fragte: Wissen die Herren Kritiker, wer sie sind? Auf das regelmäßig erfolgte Nein - es war Tradition, auch wenn die Betreffenden es sehr wohl wussten - erfolgte dann die Angabe der Namen, die ebenso traditionell mit entrüsteter Weigerung beantwortet wurde. Es war aber nicht so böse gemeint. Pikas war ein böser Hund, aber er gaff sich. An dem Tage, an dem die Predigt kritisiert war, stiftete der Kritisierte den Kritikern bei Tisch eine Flasche Wein. Dieselben stießen dann mit ihm an unter den Worten: Mögen Sie sich öfter kritisieren lassen.

Eine besondere Festfeier war der sogenannte Figuralkaffee, den der neu eingetretene Hospes gab, nachdem er seine erste Zensurpredigt gehalten. Der Name stammte, wie gesagt wurde, von den Figuren her, allerlei kleinem Backwerk, das zum Kaffee geliefert wurde. Bisher hatte, wie uns erzählt wurde, jeder einzelne einen solchen Figuralkaffee gegeben, zu dem er das ganze Hospiz und die Studienleiter auf sein Zimmer, in seine Salons wie wir großartig sagten, einlud. Ostern 1875 waren wir unser sechs neu Eingetretene, so viele wie seit langem nicht - die Zwölf-Zahl war ausnahmsweise voll. Da beschlossen wir, einen gemeinsamen Figuralkaffee zu geben und die Sache etwas großartiger zu arrangieren, auch Damen dazu einzuladen. So wurden an einem schönen Sommernachmittage die Kaffeetische unter den Eichen am Teich gedeckt, und es fand sich eine bunte Gesellschaft zusammen, die sich an Kaffee und Kuchen erlabte, unter den Bäumen lustwandelte und auf dem Teich ruderte. Es ist mir, als hätte man nirgends so wohlig feiern können als unter den Eichen am Loccumer Teich. Unser Beispiel fand Nachahmung, und die im kommenden Winter- und darauf folgenden Sommerhalbjahr Eintretenden vereinigten sich auch zu einem gemeinsamen Figuralkaffee, in ihren Darbietungen uns noch überbietend, die Frau Konventual [Julinka] Schuster zu einem Gedicht begeisterten, das sie uns mit einem Lorbeerkranz übersandte, und in dem es hieß:

Märchenschöner Sommertag, köstliche Erinnerungsspende!
Was das Herz nur wünschen mag, schufen zauberkundge Hände
Nektar und Ambrosia, farbenprächtges Zauberlicht,
Wellenschaukeln, Sangesklang, Waldhornschall, welch ein Gedicht!

Unter den praktischen Arbeiten sind noch die casusEine Predigt oder Rede (Kasualrede), die zu einem vorgegebenen Fall (lat. casus) gehalten werden musste. [28] zu erwähnen, von denen in jedem Halbjahr von jedem Hospes einer bearbeitet wurde, und auf die wir großen Fleiß verwandten. Auch hier teilten sich die beiden Studienleiter in die Vorlegung der casus, und wir wechselten halbjährlich unter ihm. Dem Herkommen nach legte der Stiftsprediger die regelmäßig vorkommenden, der Studiendirektor ungewöhnlichere casus zur Bearbeitung vor. Ich hatte im ersten Halbjahr bei Steinmetz die erste Konfirmandenstunde, im zweiten bei Schuster die Antrittspredigt im dritten bei Steinmetz Taufe am Misericordias Domini, im vierten bei Schuster Einweihung eines Kirchhofes zu bearbeiten. Die liturgischen und kirchenrechtlichen Bestimmungen mussten nach den Kirchenordnungen und späteren Erlassen dargelegt und zu ihnen Stellung genommen worden. Eine Kasualrede, wie sie bei der Gelegenheit etwa zu halten wäre, bzw. Skizzierung einer Konfirmandenstunde oder Entwurf einer Predigt musste vorgelegt werden. Die Studienleiter gaben uns dazu auch wohl Literatur, etwa eine Sammlung von Kasualreden, an die Hand, die wir dann auch beurteilen sollten. Ich bekenne, gerade aus diesen Arbeiten viel gelernt zu haben. Steinmetz gab uns bei Gelegenheit meines casus über die erste Konfirmandenstunde die Fragen, die dann in der Einleitung zu seinem guten Bekenntnis erschienen sind.

Endlich gehörte zu unsern Obliegenheiten auch die Absolvierung des Schulkursus, aufgrund dessen von den Luccensern nicht wie von den übrigen Kandidaten der sechswöchige Seminarkursus gefordert wurde. Der Schulkursus dauerte ein Jahr, und es leuchtet schon hieraus ein, dass unsere Vorbereitung auf die Schulaufsicht eine gründlichere sein konnte als der sechswöchige Seminarbesuch sie gewährte. Im ersten Halbjahr mussten wir nach einem von dem Studienleiter - Studiendirektor und Stiftsprediger wechselten hier jährliche ab - gemachten Plan in verschiedenen Klassen der Volksschule hospitieren, im zweiten selbst einige Unterrichtsstunden halten. Am Schluss des Jahres hörte uns der Studiendirektor in den von uns gegebenen Lektionen ab. Wir mussten am Schluss jedes Halbjahrs einen Bericht über die von uns gemachten Beobachtungen bzw. über unsere Tätigkeit und die dabei befolgten Grundsätze liefern. Im Kolleg wurden dann unsere Berichte besprochen und unsere Probelektionen beurteilt.

Mit den gesetzlichen Bestimmungen mussten wir uns dabei selbstverständlich bekannt machen. In die Schulkunde wurden wir auch sonst eingeführt, besonders von Steinmetz, der ja aus seiner langjährigen Tätigkeit als Seminardirektor schon das nötige Rüstzeug mitbrachte. In meinem Schulkursus-Jahr hatte Schuster die Leitung.


[24] Katechese (von gr. katechéo ich unterrichte) bedeutet Unterricht oder Unterweisung.
[25] Ein Präfamen (lat. praefamen) ist ein einleitendes Wort im liturgischen Teil des Gottesdienstes, das zu einer Bibellesung hinführt und diese einleitet. Dabei wird der zu lesende Bibeltext in seinem Kontext verortet, oder es werden wichtige Vorinformationen zum Verständnis des Bibeltextes gegeben.
[26] Offensichtlich bekamen die Hospites zum Abschluss eine Zensur, in die auch die in den Predigten und Katechesen erbrachten Leistungen einflossen.
[27] Der Versikel (von lat. versiculus = kurzer Vers) ist ein kurzer zwei- oder vierzeiliger Ruf, der in der christlichen Liturgie im Wechsel zwischen Zelebrant oder Vorsänger und Gemeinde gesungen oder gesprochen wird.
[28] Eine Predigt oder Rede (Kasualrede), die zu einem vorgegebenen Fall (lat. casus) gehalten werden musste.