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Modenschau im Herold-Center

 

Liesel Hünichen

Vielleicht sollte man bezw. frau sich auch als Seniorin wenigstens die modischen Höhepunkte der Spaß- und Amüsiergesellschaft unserer Enkelkinder gelegentlich ansehen und genießen. So dachte ich gestern, als ich in unserem erneuerten Einkaufszentrum zufällig in eine Modenschau geriet.

Genau genommen geriet ich nicht; denn es war die pure Neugier, die mich dazu verleitete. Es war nämlich eine Modeschau für Teenies und da ich vier dieser quirligen Geschöpfe als Enkel habe, bin ich als tätige Großmutter eigentlich doch gerade dazu verpflichtet, auf dem Laufenden zu sein, nicht wahr?
Schrieb mir doch gerade meine älteste Enkelin vorgestern zu dem Thema: …Unsere Modegeschmäcker unterscheiden sich nun hin und wieder mal … liebes Omilein, nachdem ich Kritik an einem französischen Bustier geübt hatte.

Aber zunächst war es nicht die Mode, sondern die akustische Begleitung, die mir bei der Show auffiel.
War ich nicht im Winter in Trier beim Genuss von Bizets Oper Carmen erschrocken zusammengefahren, als ein schrill lautes Kreischen neben mir mein Trommelfell marterte? Beim aufmerksamen Blick auf die Opernbühne wurde dann großmütterliches Verständnis in mir wach für meine neben mir sitzende Enkelin, konnte ich dort oben nämlich zwei meiner übrigen Enkelkinder entdecken, die dort als Straßenkinder in der Oper tätig waren. Allerdings konnte ich mich keineswegs dazu entschließen, die Kreischtöne als passende Begleitung für Carmen zu akzeptieren!

Bei der Modeschau aber war das anders. Drei der Teenager-Mannequins hatten sich anmutig behänd auf dem Fußboden niedergelassen und bewegten ihre jeansbekleideten Popos auf den Knien liegend fleißig auf und ab, auf und ab.
Das plötzlich einsetzende Kreischen einiger Teenager am Rande der modischen gymnastischen Übungsfläche empfand ich durchaus als dazu passende Akustik – Kein Vergleich mit Carmen!
Am besten gefiel mir aber der eine Teen im eleganten hellen Abendanzug.
Bei dem hätte ich möglicherweise auch gekreischt – vor siebzig Jahren, wenn das damals in gewesen wäre. War es aber nicht. Zur damaligen Zeit wurde die Kreischeslust vom- BDM in lautes und langweiliges rhythmisches Beifallsgeschrei umfunktioniert.

Der Teen übrigens, Jüngling hieß es damals, hatte nämlich blonde Locken, hübsch manierlich geschnitten. Das war dazumal mein Traum, wurde aber nur selten getragen. Die Hitlerjugend, die damals in den 1930er Jahren Mode diktierte, hatte einen militärischen Kurzhaarschnitt kreiert. War nicht mein Fall. Aber die stoppelige Igelfrisur zur Zeit meines Sohnes noch weniger.
Und die fettigen Haarsträhnen der Achtundsechziger zehn Jahre später waren geradezu ein Graus! Zu Pferdeschwänzen zusammengeknüllt erinnerten sie zwar entfernt an die edlen Reittiere, nur, dass deren Hinterteile, vor allem bei Reiterfesten, entschieden attraktiver aussahen.

Aber so ein blonder Lockenkopf à la Titus, da kann man schon ins Schwärmen geraten, modern ausgedrückt es Geil finden.
Die jungen Zuschauerinnen am Rande der Modenschau waren übrigens ganz meiner Meinung.

Aber noch eine andere Erscheinung der Modenschau erweckte meine Bewunderung, die schwungvolle Gekonntheit, mit der einige der jungen Darstellerinnen ihre Hüften und Popos kreisen ließen.
Bei der Seniorengymnastik machen wir das zwar auch, aber längst nicht so gekonnt. Außerdem sind wir viel zu spät in unserem Leben damit angefangen. Hüft- und Bauchmuskeltraining ist eine wunderbare Prophylakte, haben wir inzwischen gelernt; für Beschwerden, wir unmodernen Senioren noch nicht enttabuisiert haben.
Aber wie schon gesagt, diese klugen Kinder fangen rechtzeitig damit an,-mit der Gymnastik. Und wie hübsch es aussieht! Ein unerwartetes Seniorenvergnügen bei einer Teenie-Modenschau.

Liesel Hünichen, Trier, den 12. November 2017